Angst vor Coronavirus führt zu Schlägerei auf Kreuzfahrtschiff

Georgetown (Kaimaninseln) - Ein Kreuzfahrtschiff mit über 4500 Passagieren an Bord durfte in der Karibik mehrfach nicht anlegen. Die Häfen hatten Bedenken, dass Gäste der MSC Meraviglia am Coronavirus erkrankten.

Das Kreuzfahrtschiff MSC Meraviglia liegt in Reykjavic (Island) an. (Symbolbild)
Das Kreuzfahrtschiff MSC Meraviglia liegt in Reykjavic (Island) an. (Symbolbild)  © 123RF/Yuriy Chertok

Grund zu der Annahme war, dass zwei Personen in ihren Zimmern isoliert befördert wurden. Bei einem weiblichen Gast und einem Besatzungsmitglied vermutete man das ansteckende Virus.

Aufgrund der Anlegeverbote in der jamaikanischen Kleinstadt Ocho Rios und der Hauptstadt der Kaimaninseln, Georgetown, fuhr das riesige Kreuzfahrtschiff drei Tage lang ohne Stopp durch die Karibik.

Für einige Passagiere war dies scheinbar zu viel des Guten. Am Donnerstagabend starteten sie nach dem Abendessen eine Meuterei, wie ein Video zeigt und die britische Zeitung Daily Mail berichtete.

Dabei wurden Animateure und Musiker im großen Saal von den Passagieren angegriffen, aber auch andere Reisende fielen den wilden Kreuzfahrern zum Opfer. Die Besatzung des Kreuzfahrtschiffes MSC Meraviglia griff anschließend mit Pfefferspray ein und trennte die Schläger voneinander. Von den drumherum stehenden Passagieren gab es dafür Applaus.

Sicherheitskräfte des Schiffes stellten die scheinbar alkoholisierten Randalierer danach ruhig, wie ein Sprecher der Kreuzfahrt-Reederei MSC gegenüber Daily Mail erklärte. Hauptverantwortlich waren demnach zwei männliche Reisende.

Als das Schiff schließlich in Mexiko anlegen konnte, wurde ein Coronavirus-Schnelltest an den beiden isolierten Personen durchgeführt.

Dieser ergab, dass beide nur an einer Grippe leiden und keine Gefahr von ihnen ausging.

Reederei verurteilt Anlegeverbote

Die Reederei des Schiffes, das Schweizer Unternehmen "MSC Cruises S.A.", erklärte weiter gegenüber Daily Mail am Freitagmorgen, dass die Anlegeverbote "aus Angst geboren und nicht aus bester medizinischer Praxis" erteilt wurden. Sie verursachten zudem "unnötige und nicht zu rechtfertigende Ängste."

Nach der kurzzeitigen Schlägerei soll die Party aber wieder weitergegangen sein. "Die Menge auf der Party hat sich nach einer herausfordernden Kreuzfahrt mit schlechten Entscheidungen von zwei Häfen, unsere Passagiere wegen zweier Reisenden in Quarantäne mit Grippe nicht von Bord zu lassen, sehr amüsiert", wird der MSC-Sprecher in Daily Mail zitiert.

Aufgrund der eskalierenden Situation an Bord sollen alle 4580 Gäste die Kosten für die Reise komplett erstattet bekommen, teilte der MSC-Sprecher abschließend mit.

Das Video der Schlägerei an Bord der MSC Meraviglia

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