Coronavirus: Auch Baden-Württembergs Innenminister in Quarantäne

Deutschland - Coronavirus und kein Ende. Seit zu Jahresbeginn die erste Corona-Infektion in Deutschland bekannt wurde, hat sich der Alltag verändert. Maskenpflicht, Abstandsgebote und Hygieneregeln sind wichtiger denn je. Dabei macht das gefährliche Virus vor so gut wie keinem Land weltweit Halt. Im Liveticker berichtet TAG24 über das aktuelle Geschehen.

Update, 17. Oktober, 22 Uhr: Spitzenwert: Mehr als 32.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 32.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. 

Die Gesundheitsbehörde meldete am Samstagabend 32.427 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Seit Samstag gilt in Paris und acht weiteren größeren Städten eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür. 

Die Gesundheitsbehörden meldeten am Samstag außerdem 90 weitere Tote. Mehr als 33.000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie im Land im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkankung gestorben.

Update, 17. Oktober, 20.33 Uhr: Baden-Württembergs Innenminister in Corona-Quarantäne

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) ist in Corona-Quarantäne. 

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Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 17. Oktober, 19.20 Uhr: Österreich verzeichnet Rekord bei Corona-Neuinfektionen: 1747 Fälle

In Österreich ist erneut eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Samstag 1747 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Der bisher höchste Tageswert war am Donnerstag mit 1552 Fällen gemeldet worden. Die Fallzahlen sind seit Anfang September stetig gestiegen - damals lagen sie noch bei unter 400 pro Tag. 

Die österreichische Regierung will am Montag mit Vertretern der neun Provinzen über neue Schutzmaßnahmen beraten.

Kinder gehen nach der Schule in der Gemeinde Kuchl. Angesichts der sich ausweitenden Pandemie hat Österreich erstmals seine Corona-Ampel für vier Bezirke in drei westlichen Bundesländern auf Rot gestellt.
Kinder gehen nach der Schule in der Gemeinde Kuchl. Angesichts der sich ausweitenden Pandemie hat Österreich erstmals seine Corona-Ampel für vier Bezirke in drei westlichen Bundesländern auf Rot gestellt.  © Barbara Gindl/APA/dpa

Update, 17. Oktober, 18.55 Uhr: Corona: Nur noch 100 Fans beim Training vor Revierderby erlaubt

Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 darf nur 100 statt wie ursprünglich geplant 300 Fans beim Training vor dem Revierderby bei Borussia Dortmund am kommenden Samstag (18.30 Uhr) zulassen. 

Wie die Königsblauen per Twitter mitteilten, erlaubt die an diesem Samstag aktualisierte Corona-Schutzverordnung zur Eindämmung der Pandemie nicht mehr als 100 Zuschauer bei der Trainingseinheit des Teams von Trainer Manuel Baum am kommenden Mittwoch im Parkstadion. Am morgigen Sonntag (18 Uhr/Sky) beim Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin dürfen dagegen 300 Fans in der Veltins-Arena zuschauen.

Update, 17. Oktober, 18.30 Uhr: Corona-Fall in belgischer Regierung: Außenministerin Wilmès positiv

Die belgische Außenministerin und Vize-Regierungschefin Sophie Wilmès ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Die Ansteckung sei vermutlich im Familienkreis erfolgt, teilte die Politikerin am Samstag mit. Grund für die Annahme seien die Vorsichtsmaßnahmen, die sie außerhalb des Haushaltes befolgt habe. Zu möglichen Symptomen äußerte sich Wilmès nicht. Die 45 Jahre alte Politikerin war zuletzt auch knapp ein Jahr Premierministerin gewesen.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. 

Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt fast 6800 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 621 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet (Stand 17.10.).

Update, 17. Oktober, 18 Uhr: Trotz kritischer Zahlen: Demo gegen Corona-Maßnahmen in Dortmund

Die Initiative "Querdenken" will am Sonntag in Dortmund gegen die Corona-Auflagen demonstrieren. Es seien bis zu 3000 Teilnehmer für eine Kundgebung (14 Uhr) und einen anschließenden Demo-Zug durch die Innenstadt angemeldet, teilte die Polizei mit. 

Die Stadt hatte vergangene Woche die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten.

Von allen Teilnehmern werde umso mehr die strikte Einhaltung aller Hygiene- und Infektionsschutzregeln erwartet, betonte die Polizei. Man werde konsequent gegen gesundheitsgefährdendes Verhalten einschreiten. 

Vorgeschrieben seien eine Aufteilung in Kleingruppen mit maximal fünf Personen, Mindestabstände und Mund-Nasen-Bedeckung.

Update, 17. Oktober, 17.40 Uhr: Slowakei will massenhaft Coronatests durchführen

Angesichts steigender Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus will die Slowakei landesweite Testmöglichkeiten anbieten. 

Bürger würden sich an rund 6000 Stationen im ganzen Land kostenlos testen lassen können, sagte Regierungschef Igor Matovic am Samstag nach Angaben der slowakischen Agentur TASR. Kinder unter zehn Jahren seien davon ausgenommen. Unklar war zunächst, ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein werden.

Die Regierung habe rund 13.000 Millionen Antigen-Tests bestellt, von denen sie sich schnelle Ergebnisse erhoffe. Die Aktion sollte demnach an den kommenden beiden Wochenenden stattfinden. Polizei und Militär sollten bei der Durchführung unterstützen. «Wenn wir das schaffen, werden wir der ganzen Welt ein Vorbild sein», sagte Matovic.

Die Slowakei hatte am Freitag zum ersten Mal mehr als 2000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt verzeichnete das Land bisher 28.268 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Mit 82 bestätigten Corona-Toten seit Ausbruch der Pandemie scheint die 5,4 Millionen Einwohner zählende Slowakei auf den ersten Blick noch immer weniger stark betroffen zu sein als andere Staaten. 

Allerdings berücksichtigt das Land nur jene Verstorbenen, bei denen sich keine andere Todesursache nachweisen lässt.

Eishockeyspieler protestieren vor dem Regierungsamt gegen Corona-Maßnahmen der slowakischen Regierung. Wegen der zuletzt rasant gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen hat die slowakische Regierung am Mittwoch den Notstand ausgerufen.
Eishockeyspieler protestieren vor dem Regierungsamt gegen Corona-Maßnahmen der slowakischen Regierung. Wegen der zuletzt rasant gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen hat die slowakische Regierung am Mittwoch den Notstand ausgerufen.  © Pavel Neubauer/TASR/dpa

Update, 17. Oktober, 17.20 Uhr: Bundespräsident Steinmeier negativ auf Coronavirus getestet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. 

Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin am Samstag mit, nachdem Steinmeier sich zuvor wegen der Infektion eines Personenschützers in Quarantäne begeben hatte. 

Der Bundespräsident bleibe selbstverständlich weiter in Quarantäne, in den kommenden Tagen seien weitere Tests geplant.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht vor einem Gebäude der Uniklinik und nimmt für ein Gruppenfoto seine Maske ab.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht vor einem Gebäude der Uniklinik und nimmt für ein Gruppenfoto seine Maske ab.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 17. Oktober, 17.10 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern hebt Quarantäne-Pflicht für Touristen auf

Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. 

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Stralsund: "Masken" steht auf einem Schild in einem Geschäft in der Innenstadt.
Stralsund: "Masken" steht auf einem Schild in einem Geschäft in der Innenstadt.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 17. Oktober, 16.55 Uhr: CDU-Wirtschaftspolitiker rügt Missbrauch beim Kurzarbeitergeld

Aus der CDU kommt Kritik an der Ausweitung des Kurzarbeitergeldes in der Corona-Krise. Dadurch werde "dem Missbrauch Tür und Tor" geöffnet, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Das Corona-Kurzarbeitergeld werde häufig für freiwillige Auszeiten von Arbeitnehmern missbraucht, die sonst nicht bezahlt würden. Derzeit werde "in ganz Deutschland hunderttausenden Personen ohne finanzielle Beteiligung des Arbeitgebers ein Jahr Sabbatical auf Kosten der Allgemeinheit finanziert", sagte der Wirtschaftspolitiker.

Zugleich verleiteten die großzügigen Arbeitsmarkthilfen die Unternehmen zu Produktionsverlagerungen ins Ausland: "Die Metallindustrie bietet hier anschauliche Beispiele, wenn Tochtergesellschaften im Ausland voll ausgelastet werden und die Betriebsteile in Deutschland nur noch die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen, wenn die günstigen ausländischen Fabriken überlastet sind", sagte von Stetten.

Er halte das Kurzarbeitergeld in Deutschland zwar grundsätzlich für richtig, um von der Corona-Krise betroffenen Branchen zu helfen. Die wegen der Pandemie beschlossenen Erleichterungen bei den Hilfen gingen jedoch viel zu weit: Die Unternehmen sollten, anders als derzeit der Fall, nur in begründeten Ausnahmefällen von dessen anteiliger Mitfinanzierung befreit werden, forderte der CDU-Politiker.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, wies die Äußerungen von Stettens zurück: "Das ist an Zynismus kaum zu überbieten", sagte sie. "Ohne das Kurzarbeitergeld stünden Tausende Familien vor dem finanziellen Ruin - diejenigen, die dieses Land durch die Krise tragen."

Christian von Stetten (CDU), Mitglied des Bundestages, spricht im Würth Forum.
Christian von Stetten (CDU), Mitglied des Bundestages, spricht im Würth Forum.  © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa

Update, 17. Oktober, 15.18 Uhr: Kretschmann warnt vor neuem Lockdown - höchste Alarmstufe

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Bevölkerung angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie vor einem erneuten Lockdown und drastischen Einschränkungen des Alltags gewarnt. 

Am Samstag beschloss das grün-schwarze Kabinett die Ausrufung der höchsten Corona-Warnstufe, die eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und weitere Kontaktbeschränkungen ab Montag mit sich bringt. 

Wenn diese Einschränkungen über sieben bis zehn Tage nicht wirkten, werde man die Maßnahmen verschärfen und etwa die Treffen im öffentlichen Raum drastisch einschränken, sagte der Grünen-Politiker. "Das muss jedem klar sein: Wenn das nicht geht, dann werden wir zum Schluss sehr viel härter Maßnahmen ergreifen müssen, die dann auch tiefer ins Arbeitsleben eingreifen."

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.  © dpa/Marijan Murat

Update, 17. Oktober, 15.16 Uhr: Grüne: Berliner Clubs zu Unrecht Sündenbock in der Pandemie

In den Berliner Clubs ist seit den Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen im Juli ein Ausbruch mit acht Virus-Fällen innerhalb eines Clubs bekannt geworden. Das geht aus den Antworten der Gesundheitsverwaltung vom 14. Oktober auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. Zudem gab es demnach vier Ausbrüche in Bars mit insgesamt 62 Fällen. Bei privat veranstalteten Partys wurden sechs Ausbrüche mit insgesamt 87 Fällen registriert.

Die Grünen sehen die Clubs vor diesem Hintergrund zu Unrecht als Verantwortliche für die steigenden Corona-Infektionszahlen abgestempelt. Zudem kritisierten sie, es zeige sich, dass die Datenlage dünn sei und keine Informationen vorlägen, ob es um Indoor-Veranstaltungen gehe oder sich um Open-Air-Partys handele.

Georg P. Kössler, clubpolitischer Sprecher, und Catherina Pieroth, Sprecherin für Gesundheitspolitik, erklärten: "Es scheint, als wurden hier Clubkultur und junge Menschen zu Sündenböcken gemacht, ohne dass die Datenlage das hergibt." Das spalte die Gesellschaft und helfe niemandem. "Stattdessen hätte man schon früher gegensteuern müssen, um das breite Infektionsgeschehen zu verhindern, das wir jetzt beobachten."

Für die Berliner Clubs ist seit Monaten Zwangspause wegen der Corona-Pandemie. Manche nutzen ihre Außenflächen und haben ihre Biergärten geöffnet. Wegen illegaler Raves und Partys in Berliner Parks hatte es immer wieder Ärger gegeben. Die Clubs wiesen die Verantwortung dafür über ihren Dachverband zurück.

Eine Diskokugel dreht sich in einem Club und reflektiert das einfallende Licht der Scheinwerfer und Lampen.
Eine Diskokugel dreht sich in einem Club und reflektiert das einfallende Licht der Scheinwerfer und Lampen.  © dpa/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 15.12 Uhr: 20 bayerische Städte und Landkreise erreichen Corona-Warnwert

20 Städte und Landkreise im Freistaat Bayern haben nach den jüngsten Daten vom Samstag inzwischen den kritischen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten. 22 weitere haben den Frühwarnwert von mehr als 35 erreicht, wie aus der Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht. 

Angeführt wird die Liste vom Landkreis Berchtesgadener Land mit einem Wert von 149,16, gefolgt von der Stadt Weiden in der Oberpfalz mit 105,28.

Insgesamt haben sich den Daten zufolge inzwischen bereits 78.187 Menschen im Freistaat mit dem Coronavirus infiziert; 2711 sind gestorben. Als genesen gelten 66.310 Menschen. Wegen der in vielen Regionen stark steigenden Corona-Infektionszahlen gelten in weiten Teilen Bayerns ab diesem Samstag deutlich schärfere Auflagen, etwa eine erweiterte Maskenpflicht.

Ein Schild mit der Aufschrift "Auch im Garten, zum Tisch und Toilette Maske tragen - Danke" und dem Konterfei des bayerischen Ministerpräsidenten mit Maske hängt am Eingang zum Außenbereich eines Restaurants.
Ein Schild mit der Aufschrift "Auch im Garten, zum Tisch und Toilette Maske tragen - Danke" und dem Konterfei des bayerischen Ministerpräsidenten mit Maske hängt am Eingang zum Außenbereich eines Restaurants.  © dpa/Daniel Karmann

Update, 17. Oktober, 15.09 Uhr: Höchstwert an Corona-Neuinfektionen in Polen

Trotz Corona-Auflagen ist in Polen die Anzahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Virus auf einen Rekordwert gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen 9622 Fälle hinzu, wie am Samstag aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag hatte das Ministerium bekanntgegeben, dass die Anzahl der täglich registrierten Neuinfektionen erstmals die Marke von 8000 überschritten habe.

Insgesamt verzeichnete Polen bisher 167.230 bestätigte Infektionen und 3524 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.

Seit vergangenem Samstag gilt in Polen im gesamten Land wieder eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit - sogar im Freien. In sogenannten roten Zonen sind die Auflagen strenger, unter anderem müssen Bars und Restaurants nun um 21 Uhr schließen.

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt vor einem ehemaligen Zeitungsstand, der zu einer Corona-Teststation umfunktioniert wurde, bei einem kleinen Mädchen einen Abstrich für einen Corona-Test.
Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt vor einem ehemaligen Zeitungsstand, der zu einer Corona-Teststation umfunktioniert wurde, bei einem kleinen Mädchen einen Abstrich für einen Corona-Test.  © dpa/AP/Czarek Sokolowski

Update, 17. Oktober, 15.07 Uhr: Drohnen sollen britische Kliniken mit Corona-Tests versorgen

Drohnen sollen künftig Corona-Tests und Schutzausrüstungen zwischen Kliniken in Großbritannien liefern. Das Projekt "Apian" habe dafür die Genehmigung der britischen Raumfahrtbehörde bekommen, teilte die Regierung am Samstag in London mit. Der Service wurde von Mitarbeitern des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS im Rahmen eines Förderprogramms gegründet. 

Die Nutzung von Drohnen verringere im Vergleich zu herkömmlichen Kurierdiensten den Zeit- und Personalaufwand sowie das Infektionsrisiko, betonten Mitarbeiter des Start-ups. Jede Drohne kann etwa zwei Kilogramm transportieren und mit ihrem Hybrid-Antrieb ein fast 100 Kilometer entferntes Ziel erreichen. Sie fliegt in 90 Metern Höhe auch bei schlechtem Wetter.

Viele britische Krankenhäuser sind in der Corona-Krise überlastet und könnten schon bald nicht mehr den Ansturm der Covid-Patienten stemmen. Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Teile von Schottland und Wales sowie Nordirland. Mediziner fordern einen nationalen Lockdown. Das lehnt Premierminister Boris Johnson bisher ab.

Nach Regierungsangaben vom Freitag waren binnen 24 Stunden fast 16.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Doch es wird mit einer hohen Dunkelziffer unter den etwa 67 Millionen Einwohnern des Landes gerechnet. Das Statistikamt ONS geht von geschätzt knapp 28.000 Infektionen pro Tag allein in England aus.

Update, 17. Oktober, 15.05 Uhr: Hoffenheims Kramaric fehlt gegen den BVB wegen Corona

Der Top-Torschütze der 1. Bundesliga fehlt im Aufeinandertreffen zweier Spitzenteams! Die TSG 1899 Hoffenheim muss am heutigen Samstag (15.30 Uhr) ohne Andrej Kramaric (29) gegen Borussia Dortmund antreten.

Von den Stammspielern fehlt auch der Tscheche Pavel Kaderabek, der wie der kroatische Stürmer Kramaric zuletzt auf Länderspiel-Reisen mit der jeweiligen Nationalmannschaft war. Zudem steht der Ghanaer Kasim Adams nicht im Kader.

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Andrej Kramaric (29) fehlt der TSG 1899 Hoffenheim im Spiel gegen den BVB.
Andrej Kramaric (29) fehlt der TSG 1899 Hoffenheim im Spiel gegen den BVB.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 17. Oktober, 14.55 Uhr: Wirtschaftsminister Altmaier lädt zu "Innenstadt-Gipfel"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plant am kommenden Dienstag vor dem Hintergrund der Corona-Krise einen "Innenstadt-Gipfel". Der CDU-Politiker sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Das ist der Auftakt für einen Prozess zur Belebung unserer Innenstädte." Die Geschäfte in den Innenstädten kämpften schon seit Jahren mit dem wachsenden Online-Handel, durch Corona habe sich das verschärft. "Für mich gehören diese Läden zu unserer gewachsenen Kultur", so Altmaier.

Konkret will der Minister dem stationären Einzelhandel helfen, die Vorteile der Digitalisierung für sich selbst zu nutzen. "Wir können die Digitalisierung nicht zurückdrehen. Aber wir können dafür sorgen, dass sie zum Verbündeten des Einzelhändlers wird", sagte Altmaier.

So könnten die Kunden beispielsweise im Onlineshop über den Einzelhändler ihrer Wahl einkaufen und die Bestellung dann im Laden abholen, weil sie tagsüber nicht zu Hause seien und kein Paket in Empfang nehmen könnten. "Wenn dann auch noch die Logistik schneller oder regionaler ist als bei Amazon, wäre das ein zusätzlicher Vorteil." Der Marktanteil des Onlinehandels war während des Shutdowns im Frühjahr sprunghaft gestiegen.

Altmaier hatte bereits im Sommer der Deutschen Presse-Agentur gesagt, es müssen Konzepte zur Wiederbelebung der Innenstädte entwickelt werden. "Wir wollen verhindern, dass es zu einem Sterben der Geschäfte in den Innenstädten kommt." Dabei setzt er vor allem auf Digitalisierung, um Einzelhändler zu stärken und das Shoppen und Verweilen für Kunden in den Stadtzentren attraktiver zu machen.

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 17. Oktober, 14.52 Uhr: Baden-Württemberg ruft höchste Corona-Alarmstufe aus

Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen ruft die Landesregierung von Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe aus. 

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Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.  © dpa/Marijan Murat

Update, 17. Oktober, 14.50 Uhr: Bundespräsident Steinmeier in Corona-Quarantäne

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64) spricht auf dem Festakt zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit in der Metropolis-Halle.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64) spricht auf dem Festakt zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit in der Metropolis-Halle.  © dpa/Soeren Stache/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 14.40 Uhr: Positiver Corona-Test: RB Leipzig ohne Haidara

Fußball-Bundesligist RB Leipzig verzichtet in der Partie beim FC Augsburg nach einem positiven Corona-Testergebnis auf Amadou Haidara. Die Werte bei dem 22-Jährigen würden unterhalb der normalen Nachweisgrenze liegen und der Spieler sei nicht infektiös, teilten die Sachsen vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit. 

Trotz des positiven Ergebnisses einer PCR-Testung müsse Haidara deshalb nach Rücksprache mit den Gesundheitsbehörden auch nicht in Quarantäne. Der Mittelfeldspieler aus Mali sei in Absprache mit der Deutschen Fußball Liga dennoch "präventiv isoliert" worden, hieß es von Leipzig weiter.

Haidara stand bislang in allen Pflichtspielen dieser Saison in der Startelf von RB-Trainer Julian Nagelsmann. Vor gut einer Woche war Haidara noch mit seinem Nationalteam gegen Ghana im Einsatz und erzielte beim 3:0-Sieg einen Treffer. Das anschließende Spiel Malis gegen Iran war abgesagt worden.

Leipzigs Spieler Amadou Haidara am Ball.
Leipzigs Spieler Amadou Haidara am Ball.  © dpa/Jan Woitas/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 14.35 Uhr: CDU-Wirtschaftspolitiker rügt Missbrauch beim Kurzarbeitergeld

Aus der CDU kommt Kritik an der Ausweitung des Kurzarbeitergeldes in der Corona-Krise. Dadurch werde "dem Missbrauch Tür und Tor" geöffnet, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Das Corona-Kurzarbeitergeld werde häufig für freiwillige Auszeiten von Arbeitnehmern missbraucht, die sonst nicht bezahlt würden. Derzeit werde "in ganz Deutschland hunderttausenden Personen ohne finanzielle Beteiligung des Arbeitgebers ein Jahr Sabbatical auf Kosten der Allgemeinheit finanziert", sagte der Wirtschaftspolitiker.

Zugleich verleiteten die großzügigen Arbeitsmarkthilfen die Unternehmen zu Produktionsverlagerungen ins Ausland: "Die Metallindustrie bietet hier anschauliche Beispiele, wenn Tochtergesellschaften im Ausland voll ausgelastet werden und die Betriebsteile in Deutschland nur noch die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen, wenn die günstigen ausländischen Fabriken überlastet sind", sagte von Stetten.

Er halte das Kurzarbeitergeld in Deutschland zwar grundsätzlich für richtig, um von der Corona-Krise betroffenen Branchen zu helfen. Die wegen der Pandemie beschlossenen Erleichterungen bei den Hilfen gingen jedoch viel zu weit: Die Unternehmen sollten, anders als derzeit der Fall, nur in begründeten Ausnahmefällen von dessen anteiliger Mitfinanzierung befreit werden, forderte der CDU-Politiker.

Christian von Stetten (CDU).
Christian von Stetten (CDU).  © dpa/picture alliance/Sebastian Gollnow

Update, 17. Oktober, 13.40 Uhr: Rekordwert bei Corona-Fällen und neue Schutzmaßnahmen in Lettland

In Lettland hat die Zahl an Corona-Neuinfektionen am zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden am Samstag 188 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 148 erreicht worden.

Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnet bislang 3392 bestätigte Infektionen und 43 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Dabei hatten die täglichen Infektionszahlen zuletzt deutlich zugenommen - es wurde aber auch mehr getestet. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen in Lettland zuletzt bei 65,6 und damit unter dem deutschen Wert von 71,6. Der Baltenstaat ist als eines von wenigen EU-Ländern vom Auswärtigen Amt in Berlin bisher nicht als Risikogebiet eingestuft worden.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen gelten von diesem Samstag an in Lettland wieder strengere Schutzmaßnahmen: So dürfen sich bei privaten Feiern nun nicht mehr als 30 Personen in Innenräumen und 300 Personen im Freien versammeln. Zuvor hatte die Regierung in Riga bereits die erlaubte Teilnehmerzahl für öffentliche Veranstaltungen herabgesetzt und eine Maskenplicht im öffentlichen Raum verhängt.

Neue Einschränkungen gelten ab Samstag auch für Bars, Restaurants und Cafés, die nur noch bis Mitternacht gastronomische Dienstleistungen anbieten dürfen. Auch dürfen dort nun nicht mehr als vier Menschen an einem Tisch sitzen.

Ein Hinweisschild steht neben einem Spielplatz im beliebten Naherholungsgebiets Mezaparks in der lettischen Hauptstadt Riga.
Ein Hinweisschild steht neben einem Spielplatz im beliebten Naherholungsgebiets Mezaparks in der lettischen Hauptstadt Riga.  © dpa/Alexander Welscher

Update, 17. Oktober, 13.35 Uhr: Jetzt mehr als 30.000 Corona-Tote im Iran

Die Anzahl der Corona-Toten hat im Iran nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Schwelle von 30.000 überstiegen. Binnen 24 Stunden seien 253 Tote registriert worden; die Sterbefälle hätten damit 30.123 erreicht, sagte die Ministeriumssprecherin Sima Lari am Samstag. Gleichzeitig sei die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar auf 526.490 gestiegen, sagte sie laut der Nachrichtenagentur IRNA.

Der drastische Anstieg der Fallzahlen hat zu kritischen Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Corona-Patienten im Iran geführt. Nach Einschätzung des Corona-Krisenstabs spiegeln die Zahlen außerdem nur die Testergebnisse wider und es könnte weitaus mehr Corona-Tote und Infizierte im Land geben. Der Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland, wo nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Zahl der Infektionen aktuell bei mindestens 356.387 und die der Toten bei 9767 liegt.

Hassan Ruhani, Präsident des Iran.
Hassan Ruhani, Präsident des Iran.  © dpa/Ebrahim Seydi/Iranian Presidency

Update, 17. Oktober, 13.30 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern hebt Quarantänepflicht im Tourismus auf

Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. 

Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche am Samstag darauf, dass für Urlaub im Nordosten von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht. 

Die bislang geforderte mehrtägige Quarantäne und ein folgender zweiter Test entfallen somit.

Ein 40 mal 40 Meter großes Plakat hängt am wegen der Corona-Schutzmaßnahmen geschlossenen Hotel Neptun und wirbt für ein nachhaltig gutes Tourismusklima in Mecklenburg-Vorpommern.
Ein 40 mal 40 Meter großes Plakat hängt am wegen der Corona-Schutzmaßnahmen geschlossenen Hotel Neptun und wirbt für ein nachhaltig gutes Tourismusklima in Mecklenburg-Vorpommern.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 13 Uhr: In Köln nun mehr Infizierte als im April

Das Coronavirus breitet sich in Köln schneller aus. Mit 1078 aktiv nachgewiesenen Infizierten in Köln ist erstmals der Höchstwert vom 4. April 2020 (991 Infizierte) überschritten worden. Der Inzidenzwert lag am Samstagmorgen bei 78,7 im Vergleich zu 75,4 zum Vortag. Am Freitag befanden sich 111 Menschen in stationärer Behandlung in Krankenhäusern.

In Köln gelten strenge Verhaltensregeln, da die Stadt seit Tagen einen Inzidenz-Grenzwert von 50 überschritten hat und sich das Coronavirus weiter schnell ausbreitet. Die NRW-Landesregierung hatte am Freitag neue Regeln angekündigt, die ab diesem Samstag in Kraft treten.

Welche das sind und was das für die Stadt bedeutet, lest Ihr >>> hier.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63, parteilos) mit Mund-Nase-Schutz.
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63, parteilos) mit Mund-Nase-Schutz.  © Marius Becker/dpa

Update, 17. Oktober, 12.55 Uhr: Minister Laumann: 70.000 Menschen in NRW in Corona-Quarantäne

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) derzeit rund 70.000 Menschen wegen Corona in Quarantäne. Trotz Personallücken in den Gesundheitsämtern seien die nötigen Tests und Nachverfolgungen der Infektionsketten grundsätzlich aber gewährleistet, sagte er am Samstag im Deutschlandfunk.

NRW teste rund 350.000 Menschen pro Woche auf eine Infizierung mit dem Coronavirus - möglich seien derzeit sogar 400.000 pro Woche. Das Gesundheitssystem habe noch "sehr viele Kapazitäten" zur Versorgung Infizierter - auch in der Intensivmedizin. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands leben rund 18 Millionen Menschen.

Das NRW-Kabinett hatte am Freitag verschärfte Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen - darunter strenge Kontaktbeschränkungen und eine erweiterte Maskenpflicht, etwa in Fußgängerzonen, sowie eine Sperrstunde in Gebieten mit hohen Infektionsraten ab 23 Uhr.

Ein Schild weist auf die wegen "Covid 19-Virus Quarantäne" gesperrte Ortsdurchfahrt von Neustadt am Rennsteig hin. Im März stand die gesamte Ortschaft unter Quarantäne.
Ein Schild weist auf die wegen "Covid 19-Virus Quarantäne" gesperrte Ortsdurchfahrt von Neustadt am Rennsteig hin. Im März stand die gesamte Ortschaft unter Quarantäne.  © dpa/Michael Reichel/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 12.50 Uhr: Maas: Deutschland zur Aufnahme von Corona-Patienten aus EU bereit

Außenminister Heiko Maas hat mit Blick auf die stark steigenden Fallzahlen die Bereitschaft Deutschlands bekräftigt, wieder Corona-Patienten aus anderen EU-Staaten aufzunehmen. "Wenn es bei unseren Nachbarn in der Versorgung von Corona-Patienten Engpässe gibt, bieten wir natürlich schnell Hilfe an, wie unsere Kapazitäten dies erlauben", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). "Europäisch können wir das jetzt über das neue Frühwarnsystem viel besser koordinieren als im Frühjahr. Auf diese Solidarität setze ich, wenn es ein schwieriger Herbst wird."

Mehrere Bundesländer haben sich bereits zur Aufnahme von Patienten aus EU-Nachbarstaaten bereiterklärt. So wollen zum Beispiel Kliniken in Nordrhein-Westfalen erneut schwer kranke Covid-19-Patienten aus den Niederlanden versorgen. Auch Niedersachsen hatte Bereitschaft bekundet, dem Nachbarland zu helfen. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes gibt es auch Gespräche zwischen Bayern und Tschechien

Die EU stellt den Angaben zufolge 220 Millionen Euro für grenzüberschreitende Transporte von Patienten, Ausrüstung und Personal zur Verfügung.

Ein schwer kranker Covid-19-Patient aus Frankreich wird auf dem Flughafen Dresden International aus einem Ambulanzflugzeug in den Krankenwagen transportiert.
Ein schwer kranker Covid-19-Patient aus Frankreich wird auf dem Flughafen Dresden International aus einem Ambulanzflugzeug in den Krankenwagen transportiert.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 12.45 Uhr: FDP-Landeschef: Regierungen haben Zeit im Corona-Kampf vergeudet

Der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer hat Bund und Ländern vorgeworfen, wertvolle Zeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie vergeudet zu haben. Die Verantwortlichen hätten seit April Zeit gehabt für einheitliche Regelungen, sagte Theurer bei einer Landesvertreterversammlung am Samstag in Friedrichshafen. "Wo ist das einheitliche Reiserückkehrer-Management, wo ist die ganzheitliche Teststrategie, wo sind die Push-Nachrichten, wo die Menschen nach Testergebnissen benachrichtigt werden?" 

Stattdessen kehre man immer noch zu den Instrumenten des 19. Jahrhunderts zurück wie Stift, Papier und Quarantäne. So eine Politik müsse gestoppt werden. Die baden-württembergische FDP will bei einer Landesvertreterversammlung eine Landesliste für die Bundestagswahl im kommenden Jahr aufstellen. Als Spitzenkandidat soll Theurer die Partei in den Wahlkampf 2021 führen.

Michael Theurer, Landesvorsitzender der FDP in Baden-Württemberg.
Michael Theurer, Landesvorsitzender der FDP in Baden-Württemberg.  © dpa/Felix Kästle

Update, 7. Oktober, 12.40 Uhr: Dehoga: Corona-Maßnahmen zu kurzfristig - "Gäste schon im Haus"

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat die Informationspolitik der Staatsregierung kritisiert. Auch bei den jüngsten Maßnahmen habe viel zu wenig Zeit zwischen Bekanntgabe der neuen Regeln und deren Umsetzungspflicht geherrscht, bemängelte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert am Samstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei ein völlig unnötiges Ärgernis in der schwersten Krise des Gastgewerbes seit dem Zweiten Weltkrieg.

"Die Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaft schläft bereits im Haus, und wenn sie aufwachen, dann müssen am Morgen des Festtages aus der geladenen Gästeschar fünf erwählt werden. Das ist noch nicht einmal das Brautpaar mit deren Eltern. Wie soll das gehen?", fragte Geppert. Er kritisierte zugleich, dass die Regelwerke nur für Juristen zu verstehen seien. "Hier fehlt es zwischen dem Tweet eines Politikers und dem Gesetzestext noch etwas mehr an Kommunikationswillen."

"Gasthaus" steht an der Fassade eines Lokals.
"Gasthaus" steht an der Fassade eines Lokals.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 17. Oktober, 11.35 Uhr: Bericht: Berlin plant drastische Kontaktbeschränkungen

Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus plant der Berliner Senat laut "Tagesspiegel" eine drastische Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. Das gehe aus dem finalen Entwurf der neuen Infektionsschutzverordnung vor, berichtet die Zeitung (Samstag-Ausgabe). Zudem solle eine Maskenpflicht auf Märkten und anderen belebten öffentlichen Plätzen eingeführt werden. Beschlossen ist das aber noch nicht, die neuen Regeln stehen am Dienstag auf der Agenda.

Auf Anfrage äußerten sich dazu am Samstag weder die Senatskanzlei noch die Gesundheitsverwaltung. Hintergrund sind die rasant steigenden Fallzahlen in der Hauptstadt. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner stieg in den vergangenen sieben Tagen auf 83,2 (Stand Freitagabend). Damit liegt Berlin weiter deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50.

Nach Informationen des "Tagesspiegels" sieht der Entwurf vor, dass sich ab nächster Woche maximal fünf Personen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen – oder mehrere Angehörige zweier Haushalte. Ausgenommen davon seien sportliche Aktivitäten. Bislang galt die Fünf-Personen-Begrenzung zeitlich zwischen 23 Uhr bis 6 Uhr.

Die bisherigen Personenobergrenze bei Veranstaltungen soll den Plänen bestehen bleiben: Bis Ende des Jahres seien Veranstaltungen im Freien mit bis zu 5000 Personen erlaubt, in geschlossenen Räumen bis zu 1000 Personen. Weiterhin möglich sein sollen auch private Veranstaltungen und Feiern bis zu 50 Personen im Freien und bis zu zehn Personen in geschlossenen Räumen. Dafür muss ein Hygienekonzept vorliegen und eine Anwesenheitsdokumentation geführt werden. 

Der Fernsehturm ist zwischen sanierten Altbauten und einem Plattenbau-Hochhaus zu sehen.
Der Fernsehturm ist zwischen sanierten Altbauten und einem Plattenbau-Hochhaus zu sehen.  © dpa/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 11.30 Uhr: Ministerpräsidentin Dreyer ruft zu Verzicht auf Urlaubsreisen auf

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Menschen aus Corona-Risikogebieten dazu aufgerufen, von Urlaubsreisen abzusehen. "Je weniger Mobilität, umso besser", sagte die SPD-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe). Das gelte auch für Menschen aus anderen Gegenden. "Und wenn schon, dann lieber allein im Wald laufen als nach einem Sportturnier zur Fete."

Zudem wies Dreyer den Vorwurf zurück, die Länder hätten sich bei ihrem Treffen nicht auf eine gemeinsame Linie in der Corona-Politik festlegen können. "Alle halten sich an dieselben Zahlen", sagte die SPD-Politikerin. Der Stufenplan mit Maßnahmen, die bei 35 sowie bei 50 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner einsetzten, müsse jetzt "bundesweit ganz schnell, ganz konsequent" umgesetzt werden.

Bei dem Treffen am Mittwoch in Berlin hatten sich die Länder darauf geeinigt, bei mehr als 35 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen private Feiern auf maximal 15 Teilnehmer zu begrenzen. Rheinland-Pfalz ging diesen Schritt, ebenso wie Hessen und Nordrhein-Westfalen, nicht mit. Trotz steigender Neuinfektionen bleibe die Landesregierung bei einer Empfehlung. "Das Prinzip der Unverletzlichkeit der Wohnung ist ein sehr hohes Gut", sagte Dreyer der Zeitung. Sie wolle nicht Ordnungsämter und Polizei zur Kontrolle in Wohnungen schicken.

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz.
Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz.  © DPA/Arne Dedert

Update, 17. Oktober, 11 Uhr: Werner: Thüringen wird Sperrstunden-Regelung übernehmen

Auch in Thüringen müssen sich Gastronomen und Nachteulen auf eine mögliche Sperrstunde bei einer heftigeren Entwicklung der Corona-Infektionen einstellen. "Ein paar wenige Dinge werden wir jetzt noch aufnehmen müssen, beispielsweise die Sperrstunde ab 23 Uhr, wenn die Infektionszahlen noch weiter steigen", sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in einem am Samstag von ihrem Ministerium veröffentlichten Video.

Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder und die Kanzlerin am Mittwoch auf strengere Maßnahmen verständigt. Darin hieß es auch, dass es ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen eine entsprechende Sperrstunde geben soll. Anders als etwa in Bayern gibt es in Thüringen bislang keine solche Regelung.

Fraglich ist allerdings inzwischen, ob eine Sperrstunde grundsätzlich rechtlich standhält. In Berlin hat das Verwaltungsgericht die dortige Regelung am Freitag gekippt. Es argumentierte, eine Sperrstunde sei für eine nennenswerte Corona-Bekämpfung nicht erforderlich.

Am Freitag hatte derweil Gera angesichts steigender Fallzahlen eine neue Corona-Verfügung angekündigt. Diese trete ab Montag in Kraft und sehe unter anderem verschärfte Verpflichtungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen und Einschränkungen für private Treffen vor. 

Heike Werner (Die Linke), Arbeitsministerin von Thüringen.
Heike Werner (Die Linke), Arbeitsministerin von Thüringen.  © dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 10.50 Uhr: Merkel schwört Bürger auf Kampf gegen Corona ein: Jeder Tag zählt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts weiter steigender Infektionszahlen in Deutschland an die Bürger appelliert, zur Eindämmung der Corona-Pandemie beizutragen. "Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag", sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Podcast. "Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort."

Deutschland befinde sich in einer "sehr ernsten Phase" der Pandemie, sagte Merkel. "Tag für Tag steigt die Zahl der Neuinfektionen sprunghaft." Die Pandemie breite sich wieder rapide aus, schneller noch als zu Beginn vor mehr als einem halben Jahr. "Der vergleichsweise entspannte Sommer ist vorbei, jetzt stehen uns schwierige Monate bevor. Wie der Winter wird, wie unser Weihnachten wird, das entscheidet sich in diesen kommenden Tagen und Wochen. Das entscheiden wir alle durch unser Handeln."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).  © dpa/AP/AFP Pool/Kenzo Tribouillard

Update, 17. Oktober, 10.40 Uhr: Nonnemacher: Beherbergungsverbot aus Corona-Verordnung streichen

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat angekündigt, das Beherbergungsverbot aus der Verordnung zum Umgang mit dem Coronavirus zu streichen. "Wir leben in einem funktionierenden Rechtsstaat, in dem staatliches Handeln stets durch die Gerichtsbarkeit überprüft werden kann", erklärte Nonnemacher am Samstag. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts von Freitag, das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots vorläufig auszusetzen, werde selbstverständlich akzeptiert. Die Umgangsverordnung werde am Dienstag im Kabinett angepasst.

Das Gericht hatte am Freitag zwei Eilanträgen eines Hotels und einer Vermieterin von Ferienwohnungen gegen das Beherbergungsverbot stattgegeben. Damit ist das Übernachtungsverbot in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen für Besucher aus Regionen in Deutschland mit über 50 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche vorläufig außer Kraft gesetzt.

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.
Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.  © dpa/Soeren Stache/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 9.05 Uhr: FDP fordert weitere Verbesserungen an der Corona-Warn-App

Die Bundesregierung darf es aus FDP-Sicht nicht bei der aktuellen Überarbeitung der Corona-Warn-App belassen. "Die Erweiterung der Funktionen der Corona-Warn-App ist zwar sinnvoll, aber weitere Optimierungen sind dringend notwendig", sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP-Bundestagsfraktion, Bettina Stark-Watzinger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Auf jeden Fall darf es nicht passieren, dass nun erneut monatelang keine Weiterentwicklung mehr stattfindet."

Die Corona-Warn-App des Bundes wird an diesem Montag um zwei Funktionen erweitert. Zum einen können Positiv-Getestete freiwillig in einer Art Tagebuch Krankheitssymptome eintragen, um die Warnung von Kontakten noch präziser umsetzen zu können. Außerdem wird die App über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern funktionieren.

Stark-Watzinger forderte die Bundesregierung auf, angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens und der zunehmenden Überforderung der Gesundheitsämter zügig ein klares Konzept auszuarbeiten, wie die App beständig weiterentwickelt werden könne. Es gehe darum, einen noch besseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten zu können.

"Auch könnte es die Akzeptanz der App erhöhen, wenn endlich bekannte Schwächen wie ständige Fehlermeldungen, die fehlende Kompatibilität mit älteren Smartphone-Modellen und das Fehlen von Informationen über das regionale Infektionsgeschehen behoben werden." Stark-Watzinger schlug vor, einen Hackathon zur Optimierung der App zu veranstalten.

Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen.
Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen.  © dpa/Oliver Berg

Update, 17. Oktober, 8.25 Uhr: Kritik an Ferien trotz Corona: König bricht Urlaub ab

Nach harscher Kritik hat die niederländische Königsfamilie eine trotz der Corona-Krise unternommene Urlaubsreise nach Griechenland abgebrochen. "Wir sehen die Reaktionen von Menschen auf Berichte in den Medien. Und die sind heftig und sie berühren uns", hieß es in einer am späten Freitagabend veröffentlichten Mitteilung des Königshauses. "Wir wollen keinerlei Zweifel daran bestehen lassen: Um Covid-19 zu besiegen, ist es notwendig, dass die Richtlinien befolgt werden."

Zuvor hatten Abgeordnete von Oppositions- wie Regierungsparteien Kritik an der erst durch Medienberichte bekannt gewordenen Flugreise von König Willem-Alexander (53) und seiner Familie mit einer Regierungsmaschine zu deren Ferienhaus auf der Halbinsel Peloponnes geübt. Angesichts seiner Vorbildfunktion als Staatsoberhaupt hätte der König dem Aufruf der Regierung Folge leisten sollen, so viel wie möglich "in der eigenen Umgebung" zu bleiben, erklärte Joost Sneller von der Regierungspartei D66. Die Reise der königlichen Familie sei "unvernünftig und unbegreiflich".

Ähnlich äußerten sich Abgeordnete anderer Parteien. Zugleich wurde eine Erklärung von Ministerpräsident Mark Rutte gefordert. Der Regierungschef ließ daraufhin später am Abend wissen, er sei über die Urlaubspläne des Königs informiert gewesen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

König Willem-Alexander der Niederlande (M), seine Töchter Prinzessin Ariane (l) und Kronprinzessin Catharina-Amalia amüsieren sich im Garten von "Paleis Huis ten Bosch".
König Willem-Alexander der Niederlande (M), seine Töchter Prinzessin Ariane (l) und Kronprinzessin Catharina-Amalia amüsieren sich im Garten von "Paleis Huis ten Bosch".  © dpa/AP/Reuters-Pool/Piroschka Van De Wouw

Update, 17. Oktober, 8.22 Uhr: Nahverkehr hat wegen Corona-Krise weiterhin weniger Fahrgäste

Im öffentlichen Nahverkehr in d sind in der Corona-Krise weiterhin deutlich weniger Fahrgäste unterwegs als vor Pandemiebeginn. In den Bussen und Straßenbahnen des Schweriner Nahverkehrs zum Beispiel waren es von Januar bis September rund neun Millionen Fahrgäste, etwa 21,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie es auf Anfrage hieß. Auch in Rostock und Neubrandenburg gab es deutliche Rückgänge, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Zu Jahresbeginn blieben die Zahlen im Schweriner Nahverkehr noch nahezu unverändert, im Frühjahr brachen sie dann in Folge der Corona-Krise ein. Am höchsten war der Rückgang demnach während des Corona-Shutdowns im April, wo im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch ein Drittel der Fahrgäste unterwegs war. Danach erholten sich die Werte. Doch selbst im September wurden nach Angaben des Schweriner Nahverkehrs noch etwa 20 Prozent weniger Fahrgäste registriert. Durch die Corona-Krise fehlten demnach bis Ende September Einnahmen in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro.

In den Straßenbahnen und Bussen in Rostock wurden ebenfalls deutliche Rückgänge verzeichnet, wie die Rostocker Straßenbahn AG mitteilte. Den größten Einbruch bei den Zahlen gab es auch dort im April: Es waren rund 1,3 Millionen Fahrgäste unterwegs und damit etwa 60 Prozent weniger als im April 2019. In den Folgemonaten stiegen die Fahrgastzahlen kontinuierlich an, auf zuletzt etwa 3,1 Millionen im September. Das waren knapp elf Prozent weniger als im September 2019. Das Unternehmen rechnet in Folge der Corona-Pandemie mit einem Umsatzrückgang von mehr als fünf Millionen Euro.

Eine Straßenbahn sowie ein Linienbus des Nahverkehrs Schwerin (NVS) sind in der Innenstadt unterwegs.
Eine Straßenbahn sowie ein Linienbus des Nahverkehrs Schwerin (NVS) sind in der Innenstadt unterwegs.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 8.20 Uhr: Halloween in Zeiten von Corona: Experten raten zum Verzicht

Die bei Kindern beliebte Tradition, zu Halloween von Tür zu Tür zu ziehen und Süßigkeiten einzufordern, wird wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr vielfach kritisch gesehen. Das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium rät nach Angaben eines Sprechers diesmal zu großer Zurückhaltung beim Von-Tür-zu-Tür-ziehen an Halloween, das am 31. Oktober gefeiert wird.

Die Kitas der Hansestadt Lübeck werden nach Angaben des stellvertretenden Stadtsprechers Hansjörg Wittern den Eltern empfehlen, auf die "Süßigkeitenjagd" zu verzichten. Auch der Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher hatte jüngst davor gewarnt. Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen halte er es für riskant, wenn sich zu viele Menschen in engen Treppenhäusern tummelten, sagte er. 

Geschnitzte Halloween-Kürbisse mit Geister-Motiven stehen von innen beleuchtet vor einem Haus.
Geschnitzte Halloween-Kürbisse mit Geister-Motiven stehen von innen beleuchtet vor einem Haus.  © dpa/Bernd Weissbrod

Update, 17. Oktober, 8.15 Uhr: Übernachtung für Gäste aus deutschen Corona-Hotspots nun wieder möglich

Der Landestourismusverband in Sachsen sieht das Aussetzung des Beherbergungsverbots für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots mit Erleichterung. "Wir haben jetzt eine gewisse Sicherheit", sagte die stellvertretende Direktorin des Landestourismusverbandes (LTV), Andrea Kis. Vom heutigen Samstag an dürfen Gäste aus deutschen Corona-Risikogebieten wieder uneingeschränkt in Sachsen übernachten.

Der Freistaat hatte zuvor nach einem Treffen mit kommunalen Spitzenvertretern das Beherbergungsverbot gekippt. Auch negative Corona-Tests müssen nicht mehr vorgelegt werden. Vor allem mit Blick auf die an diesem Wochenende beginnenden Herbstferien hofft die Tourismusbranche auf neuen Schwung.

Der Verband geht davon aus dass die Möglichkeit des Reisens und Übernachtens von Gästen genutzt wird, die nun von anderen Regionen nach Sachsen ausweichen. Die Auswirkungen des Beherbergungsverbotes hatten sich zuvor bereits bemerkbar gemacht: Es habe Stornierungen gegeben, so Kis. Insgesamt sei das Buchungsverhalten in der Corona-Krise sehr kurzfristig, oft werde nur wenige Tage vor der Anreise gebucht. "Viele sind unsicher und warten lieber erst einmal ab."

Dass das Beherbergungsverbot gekippt ist, sei aber eine große Chance für die Branche, sagte Kis mit Blick auf die Herbstferien und die Wintersaison. Der LTV sieht die Branche mit ‎Hygienekonzepten und vielfältigen Maßnahmen gut gerüstet.

Eine S-Bahn fährt vor der historischen Altstadtkulisse Dresdens auf der Marienbrücke über die Elbe.
Eine S-Bahn fährt vor der historischen Altstadtkulisse Dresdens auf der Marienbrücke über die Elbe.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 8.12 Uhr: Prien zur Maskenpflicht: Schüler sind verantwortungsbewusst

Die von Montag an in Schleswig-Holstein geltende Maskenpflicht im Schulunterricht ab Klasse 5 wird aus Sicht von Bildungsministerin Karin Prien funktionieren. Dies habe auch schon freiwillig nach den Sommerferien geklappt, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Wir dürfen unseren Schülerinnen und Schülern viel zutrauen." 

Sie gingen gerade an weiterführenden Schulen verantwortungsbewusst mit den Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie um. "Das ist ein tolles Signal für gegenseitige Rücksichtnahme, die gerade an Schulen wichtig ist für ein gutes Miteinander und eine gute Arbeitsatmosphäre."

Die Maskenpflicht nach den Herbstferien ist auf zwei Wochen befristet. Die Elternbeiräte der weiterführenden Schulen unterstützten das Ministerium an dieser Stelle, sagte Prien. Und der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen rufe dazu auf, die Schüler beim Thema Mund-Nasen-Schutz zu unterstützen und zu ermutigen. "Unser Ziel für die nächsten Monate bleibt: Möglichst viel, möglichst lange Regelbetrieb für möglichst viele Schülerinnen und Schüler an möglichst vielen Standorten", sagte die Ministerin.

Ein Schüler einer Sechsten Klasse meldet sich zum Beginn des Unterrichts am ersten Schultag nach den Sommerferien an der Max-Planck-Schule in Kiel in einem Klassenraum.
Ein Schüler einer Sechsten Klasse meldet sich zum Beginn des Unterrichts am ersten Schultag nach den Sommerferien an der Max-Planck-Schule in Kiel in einem Klassenraum.  © dpa/Gregor Fischer

Update, 17. Oktober, 8.10 Uhr: Mehrere Politiker fordern vorgezogene Zahlungen von Weihnachtsgeld

Zur Stärkung des Einzelhandels und Entzerrung der Weihnachtseinkäufe fordern mehrere Politiker, Weihnachtsgeld-Zahlungen vorzuziehen. "Wir müssen den Einzelhandel jetzt unterstützen. Deshalb appelliere ich an Firmen, das Weihnachtsgeld schon mit dem Oktobergehalt auszuzahlen", sagte der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf der "Bild"-Zeitung (Samstag-Ausgabe). 

Dann könnten viele Menschen ihre Weihnachtseinkäufe schon in den nächsten Wochen erledigen und der Handel müsste sich dann "vor einem hoffentlich vermeidbaren zweiten Lockdown vor Weihnachten nicht ganz so stark fürchten", argumentierte Baldauf, der auch Spitzenkandidat der CDU Rheinland-Pfalz für die Landtagswahl 2021 ist.

Ähnlich äußerte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post. Vorgezogene Weihnachtsgeldauszahlungen würde die Lage in den Einkaufszonen im Weihnachtsgeschäft entspannen und wäre eine große Hilfe für den stationären Einzelhandel, sagte Post "Bild". FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagte der Zeitung: "Bevor das Ganze bei anonymen Online-Riesen landet, wäre es großartig wenn die Unternehmen, die trotz Corona noch Weihnachtsgeld zahlen können, dessen Auszahlung vorziehen."

Zwei kleine Geschenke liegen auf zahlreichen Banknoten.
Zwei kleine Geschenke liegen auf zahlreichen Banknoten.  © DPA/Monika Skolimowska/zb

Update, 17. Oktober, 8.05 Uhr: Millionen Schutzmasken im Katastrophenschutzlager

Rund zehn Millionen Masken zum Schutz vor dem Coronavirus liegen im Katastrophenschutzlager Mecklenburg-Vorpommerns. Darunter sind mit Stand Anfang Oktober rund 5,5 Millionen FFP2 und FFP3-Masken, wie das Innenministerium in Schwerin auf Anfrage mitteilte. Diese Masken schützen auch den Träger selbst. Weitere 4,5 Millionen sind demnach sogenannte OP-Masken, die überwiegend nur einmal verwendet werden. Zudem seien rund 700.000 weitere Mund-Nasen-Bedeckungen auf Lager. Diese können mehrfach getragen und auch gewaschen werden.

Der Bestand werde vor dem Hintergrund von steigenden Infektionszahlen regelmäßig überprüft. Wie viele Masken MV in einem Monat bestellt, nannte das Ministerium zunächst nicht. 

Zum Schutz vor dem Coronavirus hat das Land den Angaben zufolge bislang etwa 6,7 Millionen Masken im Bundesland verteilt. Diese seien an Landkreise, kreisfreie Städte, die Kassenärztliche Vereinigung, die Kassenzahnärztliche Vereinigung und an die Behörden der Landesverwaltung ausgehändigt worden.

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 (r.) und FFP3 liegen auf einem Tisch.
Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 (r.) und FFP3 liegen auf einem Tisch.  © dpa/Daniel Karmann

Update, 17. Oktober, 8 Uhr: Brinkhaus fordert bundeseinheitliche Linie bei Corona-Beschränkungen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat im Kampf gegen die in die Höhe schnellenden Corona-Infektionszahlen eine bundeseinheitliche Linie gefordert. "Alles andere ruft momentan nicht nur große Irritation in der Bevölkerung hervor - es behindert ein konsequentes, gebündeltes Vorgehen gegen Corona", schrieb der CDU-Politiker in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Brief an die Abgeordneten von CDU und CSU.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte die Unionsabgeordneten am Freitagabend in einer sogenannten fraktionsoffenen Videoschaltkonferenz ohne Anwesenheitszwang über die aktuelle Corona-Lage ins Bild gesetzt.

Brinkhaus schrieb, grundsätzlich bleibe es bei der Linie, dass die Unionsparteien auf Eigenverantwortung und Vernunft setzen würden. Ganz besonders gelte das während einer Pandemie. Was nicht unbedingt notwendig sei - jede Feier, jede Reise - solle vermieden werden. Der Fraktionschef betonte zugleich, auch wenn die Exekutive in solchen Krisen "oftmals das Prä hat, müssen wir für mehr Transparenz sorgen, um den Rückhalt in der Bevölkerung zu stärken". 

Die von ihm vorgeschlagene Debatte im Bundestag sei deshalb der richtige Ort, "um die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung öffentlich zu diskutieren und auch über den Nachsteuerungsbedarf zu sprechen". Brinkhaus will dies in der nächsten Plenarwoche tun, die am 26. Oktober beginnt.

Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 17. Oktober, 7.55 Uhr: Lehrer dürfen in den Herbstferien auch in Corona-Risikogebiete reisen

Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es mit Blick auf die Herbstferien keine Vorschriften, die ihnen das Reisen in Corona-Risikogebiete untersagen. Das gilt trotz der Gefahr, dass sie nach einer Reise eventuell vorübergehend ihren Dienst nicht wie üblich ausüben können. 

Weil Lehrer, die in den Ferien privat in ein ausländisches Corona-Risikogebiet reisten, den geltenden Verordnungen zufolge nach ihrer Rückkehr in Quarantäne müssten, habe das Land für sie Möglichkeiten geschaffen, von zu Hause aus zu arbeiten, sagte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Weitere generelle arbeits- oder disziplinarrechtliche Konsequenzen hat die Einreise in ein Risikogebiet nicht." An diesem Wochenende beginnen die Ferien.

Allerdings könne es bei verbeamteten Lehrern im Einzelfall sein, dass bei ihnen geprüft werde, ob sie gegen ihre Pflicht zur Gesunderhaltung verstoßen hätten, wenn sie wissentlich in ein ausländisches Corona-Risikogebiet einreisten, sagte der Sprecher. Da dem Ministerium bislang aber keine solchen Fälle bekannt seien, handle es sich dabei um eher theoretische Überlegungen. Diese gelten nach Angaben des Sprechers ohnehin nur für Corona-Risikogebiete außerhalb Deutschlands, weil es für Reiserückkehrer aus innerdeutschen Corona-Reisegebieten in Thüringen zumindest bislang keine Quarantäneregeln gibt.

Ein Lehrer steht in einem Gymnasium an der Tafel.
Ein Lehrer steht in einem Gymnasium an der Tafel.  © dpa/Julian Stratenschulte

Update, 17. Oktober, 7.50 Uhr: Neuköllns Gesundheitsstadtrat: "Sind im absoluten Krisenmodus"

Der Gesundheitsstadtrat des Corona-Hotspots Berlin-Neukölln hält eine Eindämmung des Virus wie im Sommer in seinem Bezirk für nicht mehr möglich. "Daran, dass wir das wieder einfangen können wie Mitte des Jahres, glaube ich nicht mehr", sagte der CDU-Politiker Falko Liecke der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind im absoluten Krisenmodus." Es müsse nun vor allem darum gehen, Risikogruppen wie Senioren und chronisch Kranke zu schützen - zum Beispiel, indem Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen eingeschränkt werden und Personal dort regelmäßig getestet wird.

Nur eine Erklärung, warum ausgerechnet in Neukölln die Fallzahlen so "durch die Decke" gegangen seien, gibt es Liecke zufolge nicht. Er sagte, ein Stück vermute er einen Zusammenhang mit der Bevölkerungszusammensetzung: Er verwies etwa auf eine große Zahl spaßorientierter, internationaler junger Leute, aber auch auf bildungsferne Gruppen und Menschen mit Sprachbarrieren.

Offenbar sei das Virus in der Schönwetterphase vor einigen Wochen "in die Bevölkerung reingesickert", sagte Liecke. Man könne keine lokalen Schwerpunkte mehr lokalisieren, es komme von überall. Ansteckungen habe es zum Beispiel in der Party- und Gastroszene, in Sportvereinen und unter Arbeitskollegen gegeben. Auch eine gewisse Ermüdung bei der Einhaltung der Corona-Regeln spiele eine Rolle.

Neukölln ist derzeit der Corona-Hotspot mit den bundesweit meisten Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen.

Menschen gehen zum U-Bahnhof Rathaus Neukölln. In Neukölln steigen die Infektionszahlen des Coronavirus seit mehreren Tagen an.
Menschen gehen zum U-Bahnhof Rathaus Neukölln. In Neukölln steigen die Infektionszahlen des Coronavirus seit mehreren Tagen an.  © dpa/Christophe Gateau

Update, 17. Oktober, 7.45 Uhr: Rufe nach mehr Reiseerleichterungen für internationale Paare

Grüne und Linke im Bundestag fordern von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) weitere Einreiseerleichterungen für unverheiratete Paare in der Corona-Krise. Die Grünen-Abgeordnete Franziska Brantner warf Seehofer vor, er erschwere "mit seinen bürokratischen Hürden unnötig das Wiedersehen Tausender unverheirateter Paare". Konstantin Kuhle von der FDP nannte die deutschen Regelungen "borniert und weltfremd". "Viele binationale unverheiratete Paare haben sich seit Monaten nicht gesehen und können in Corona-Zeiten nicht füreinander da sein."

Konkret geht es um die Lage von unverheirateten Paaren, bei denen ein Partner - der keine deutsche Staatsbürgerschaft hat - in einem Nicht-EU-Staat wohnt, der andere in Deutschland. Für die allermeisten Staaten weltweit gelten in der Pandemie Einreisebeschränkungen. Ausgenommen sind die anderen 26 EU-Länder, Großbritannien, Liechtenstein, die Schweiz, Norwegen und Island sowie einige wenige andere Staaten. Ansonsten dürfen in der Regel nur enge Verwandte, Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner kommen, vorausgesetzt sie erfüllen die sonstigen Einreisebedingungen, haben also etwa ein Visum.

Um auch unverheirateten Partnern die Einreise zu erleichtern, hatte Deutschland die Regeln zum 10. August gelockert. Wer kommen will, muss unter anderem nachweisen, dass er den Partner bereits mindestens einmal in Deutschland getroffen hat oder einen gemeinsamen Wohnsitz mit ihm im Ausland hatte. Das ließe sich einfacher regeln, erklärte Brantner. "Die Bundesregierung muss sich jetzt als Ratspräsidentin für eine praktikable Lösung wie eine einfache eidesstattliche Erklärung nach dem Modell Dänemarks einsetzen."

Dutzende Menschen treffen sich an der Deutsch-Schweizer Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen.
Dutzende Menschen treffen sich an der Deutsch-Schweizer Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen.  © dpa/Felix Kästle

Update, 17. Oktober, 7.40 Uhr: Holocaust-Überlebende sollen zusätzliche Corona-Hilfen bekommen

Überlebende des Holocausts sollen in der Corona-Krise mehr als eine halbe Milliarde Euro an zusätzlichen Hilfen von der Bundesregierung bekommen. Eine entsprechende Vereinbarung habe das Finanzministerium mit der Claims Conference, einem Zusammenschluss jüdischer Organisationen, getroffen, erklärte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Demnach können rund 240.000 Opfer des NS-Regimes weltweit über zwei Jahre 2400 Euro erhalten. Zuvor hatten internationale Medien berichtet.

"Deutschland steht damit in Zeiten der Covid-19-Pandemie in besonderer Weise zu seiner historischen Verantwortung für die durch das NS-Unrechtsregime verfolgten Menschen", erklärte das Ministerium. Der Bundesregierung sei aber auch bewusst, dass das unermessliche Leid, das den Überlebenden zugefügt wurde, nicht durch Geld aufgewogen werden könne. Der Bundestag muss den Plänen noch zustimmen.

Überlebende der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager im Nationalsozialismus gehören oft zur Corona-Risikogruppe - zum einen wegen ihres Alters, aber auch, weil sie durch ihre Zeit in den Lagern häufig gesundheitliche Probleme haben. Die Pandemie treffe sie besonders hart, erklärte das Finanzministerium.

Ebenfalls aufgestockt wurden Hilfen für die Pflege der Überlebenden in der eigenen Wohnumgebung und andere soziale Dienste. In diesem Programm will die Bundesregierung im kommenden Jahr 554 Millionen Euro bereitstellen - 30 Millionen mehr als zuletzt geplant.

Ein Mann geht in Berlin am Bundesfinanzministerium vorbei, das sich in einer Regenpfütze spiegelt.
Ein Mann geht in Berlin am Bundesfinanzministerium vorbei, das sich in einer Regenpfütze spiegelt.  © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Update, 17. Oktober, 7.35 Uhr: Verbraucher rechnen noch monatelang mit Corona-Einschränkungen

Die große Mehrheit der Verbraucher in Deutschland rechnet nicht mit einem raschen Ende der coronabedingten Einschränkungen. Gut zwei Drittel gingen davon aus, dass die Einschränkungen im Alltag noch mindestens sechs Monate dauerten, berichtete die Unternehmensberatung McKinsey am Samstag gestützt auf eine repräsentative Umfrage unter 1053 Bundesbürgern.

"Die Auswirkungen von Covid-19 auf das Verbraucherverhalten sind weiterhin sehr präsent", betonte der McKinsey-Experte Jesko Perrey. "Es ist weniger ein Krisenmodus als vielmehr eine aktive Anpassung an eine neue Normalität."

Ein Großteil der Bundesbürger hat der Umfrage zufolge wegen der Corona-Pandemie zurzeit Angst vor Flugreisen, dem Besuch von Großveranstaltungen und der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehr als jeder zweite wäre demnach sehr oder extrem besorgt, wenn er in den nächsten Wochen in ein Flugzeug steigen müsste. Bei dem Besuch von Großveranstaltungen wären es 48 Prozent der Befragten und bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs immerhin noch 43 Prozent.

Dagegen werden der Einkauf von Lebensmitteln und Treffen mit der Familie nach mehr als einem halben Jahr Corona-Krise nur noch von wenigen als wirklich besorgniserregend wahrgenommen. Nicht einmal jeder zehnte Befragte gab an, ernsthaft besorgt wegen der alltäglichen Einkäufe zu sein. Und auch Familientreffen lösten nur bei zehn Prozent der Befragten größere Unruhe aus, wie die Umfrage ergab.

Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.
Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.  © DPA/Arne Dedert

Update, 17. Oktober, 7.30 Uhr: Gesundheitsämter meist ohne Neueinstellungen trotz Corona-Pandemie

Weitgehend ohne zusätzliche Mitarbeiter müssen die kommunalen Gesundheitsämter in Sachsen bisher die Corona-Pandemie meistern. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei einigen Ämtern ergab, haben diese bisher kaum neue Mitarbeiter rekrutieren können. Es sei unter anderem schon wegen des Ärztemangels schwierig, geeignete Fachkräfte zu gewinnen, hieß es. 

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will die Ämter stärken. Sie wisse, dass dessen Mitarbeiter während der Corona-Pandemie oft an ihre Belastungsgrenzen gegangen seien, sagte sie. "Das öffentliche Gesundheitssystem ist über die Maßen strapaziert worden."

Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen.
Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 7.25 Uhr: Hessische Polizei registriert seit März rund 7860 Verstöße gegen Corona-Regeln

Hessens Polizei hat bislang rund 7860 Verstöße gegen die Corona-Regeln registriert. Das teilte das Innenministerium in Wiesbaden auf dpa-Anfrage mit (Stichtag 10. Oktober). Der größte Teil der Verfahren betraf seit März mit etwa 6500 Fällen die Kontaktbeschränkungen. Die Zahl der Verstöße gegen die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, liege bei rund 690, mehr als 440 Mal wurden angeordnete Schließungen etwa in der Gastronomie oder von Spielplätzen missachtet. Die Hygienevorschriften seien 90 Mal nicht eingehalten worden.

Die Zahl der Verstöße insgesamt waren im August (430) und September (420) recht konstant, im Oktober wurden in den ersten zehn Tagen 60 Fälle gezählt, wie das Ministerium mitteilte.

Ein Sprecher verwies darauf, dass in den Zahlen ausschließlich die Ordnungswidrigkeitsanzeigen erfasst seien, die von der Polizei gefertigt werden. Die Höhe der verhängten Bußgelder sowie eine statistische Erhebung aller Anzeigen werde nicht zentral erfasst, da die Zuständigkeit bei den Gesundheits- und Ordnungsämtern liege.

Eine Polizistin überprüft die Maskenpflicht.
Eine Polizistin überprüft die Maskenpflicht.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 17. Oktober, 7.20 Uhr: Kalayci: Mehr gestreute Infektionen und unkooperative Infizierte

Bei den Corona-Neuinfektionen in Berlin sehen die Gesundheitsämter ein immer diffuseres Bild. Nur etwas über zehn Prozent der Fälle seien Ausbrüchen zuzuordnen, bei rund 90 Prozent hingegen sei die Infektionsquelle nicht eindeutig festzustellen, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben eine sehr breite Streuung."

Die Senatorin erklärt das Auftauchen vermeintlich unklarer Einzelfälle allerdings auch mit Berichten von Amtsärzten, wonach generell die Kooperationsbereitschaft von Infizierten abnehme. Insbesondere nach Ausbrüchen bei großen Hochzeitsfeiern sei beobachtet worden, dass manche Menschen Angaben über ihre engen Kontakte verweigerten. "Das ist ein echtes Problem."

Durch Quarantäne und Tests bei engen Kontaktpersonen versuchen die Gesundheitsämter, Infektionsketten zu unterbrechen. Fehlen dazu Angaben, wird es für die Behörden schwierig: "Es entsteht dann ein offenes Infektionsrisiko, weil diese Menschen wieder andere anstecken und man die Verbindung zur Feier nicht nachvollziehen kann", sagte Kalayci. Sie bezeichnete die großen Hochzeitsfeiern wie zum Beispiel in Neukölln als Treiber des Infektionsgeschehens.

Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin von Berlin, besichtigt mit einem Mundschutz im Gesicht das Corona-Behandlungszentrum Jaffestraße.
Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin von Berlin, besichtigt mit einem Mundschutz im Gesicht das Corona-Behandlungszentrum Jaffestraße.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 17. Oktober, 7.15 Uhr: Gesundheitsämter stoßen wegen Corona an Kapazitätsgrenzen

Brandenburgs Gesundheitsämter stoßen mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen im Herbst an ihre personellen Kapazitätsgrenzen. Um einen Engpass zu verhindern, werden Mitarbeiter anderer Ämter sowie Bundeswehrsoldaten zur Verstärkung eingesetzt. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. 

"Die Gesundheitsämter sind derzeit sehr stark belastet. Insbesondere durch Teams der Bundeswehr als Unterstützung können die Aufgaben noch erfüllt werden", sagt Dominik Lenz, Sprecher im Potsdamer Gesundheitsministerium.

Im Landkreis Teltow-Fläming fehlt es generell an Personal, derzeit sind laut Kreissprecherin Heike Lehmann 70 Stellen unbesetzt. Problematisch gestaltet sich für viele Verwaltungen die Einstellung geeigneter Fachkräfte. Alle Hoffnungen richten sich deshalb auf den Bund, der in den kommenden fünf Jahren 5000 neue Stellen in den Gesundheitsämtern schaffen will.

Die Koordinatorin des Kontaktpersonenmanagement im Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen schiebt einen Ordner in eine Regalreihe zurück.
Die Koordinatorin des Kontaktpersonenmanagement im Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen schiebt einen Ordner in eine Regalreihe zurück.  © dpa/Marijan Murat

Update, 17. Oktober, 7.10 Uhr: Unternehmen greifen nur zögernd bei Corona-Überbrückungshilfe zu

Die Unternehmen in Rheinland-Pfalz haben nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nur zögerlich auf die vom Bund bereitgestellten Mittel der Corona-Überbrückungshilfe zugegriffen. Mit Stand 31. August - dem ursprünglich letztmöglichen Termin zur Antragstellung - wurden in dem Bundesland 1823 Formulare über ein Fördervolumen von 32,8 Millionen Euro eingereicht, wie aus Unterlagen des Ministeriums hervorgeht.

Ungeachtet der Zurückhaltung der Unternehmen werde das Programm in Rheinland-Pfalz zügig umgesetzt, betonte Minister Volker Wissing (FDP). Von den eingegangenen Anträgen seien bis zu dem Stichtag bereits 1164 Anträge bewilligt gewesen. Mit einer Bewilligungsquote von 64 Prozent habe Rheinland-Pfalz im deutschlandweiten Vergleich auf dem fünften Platz gelegen. Im Durchschnitt der Bundesländer waren den Angaben zufolge am 31. August 2020 erst 50 Prozent der Anträge bewilligt.

Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten der Unternehmen, die sich an der Höhe des Umsatzrückgangs bemessen. Die Bundesregierung hatte kürzlich diese Zuschüsse bis Jahresende verlängert sowie erhöht und mehr Firmen einen Zugang ermöglicht. Nach jüngsten Plänen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) soll die Regelung noch einmal bis Ende Juni 2021 verlängert werden.

Zahlreiche Banknoten zu 10, 20 und 50 Euro liegen auf einem Tisch.
Zahlreiche Banknoten zu 10, 20 und 50 Euro liegen auf einem Tisch.  © dpa/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 7.05 Uhr: Lorz: Kinder nicht mit möglichen Corona-Symptomen in Schule schicken

Zum Schulstart nach den Herbstferien am Montag appelliert Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) an die Eltern, ihre Kinder nicht mit Symptomen einer möglichen Coronavirus-Infektion in die Schule zu schicken. Hier gehe es ausdrücklich nicht um die normale Schnupfennase, die kein Problem sei. Aber bei den typischen Symptomen wie Fieber, trockenem Husten oder einem Verlust des Geschmackssinns sei Vorsicht geboten, sagte der Minister der dpa in Wiesbaden.

Seit Beginn des neuen Schuljahres hätten sich die Schulen nicht als Treiber der Pandemie gezeigt, betonte Lorz. "Unsere Schulen haben sich nicht zu Hotspots entwickelt. An jedem Tag konnten über 99 Prozent der Schüler zur Schule gehen." Trotzdem sei die Corona-Pandemie natürlich eine Belastung für alle in der Schulgemeinde. "Ich glaube, alle sehnen sich danach, die Pandemie irgendwann ad acta legen und einfach mal wieder ganz normal zur Schule gehen zu können."

Aber das Land werde voraussichtlich noch einen langen Atem brauchen. "Trotzdem glaube ich, mit jeder Woche, die erfolgreich ins Land geht, stellt sich eine gewisse Routine im Handling dieser Pandemie ein", sagte Lorz. "Das stimmt mich optimistisch für die bevorstehende kalte Jahreszeit."

Alexander Lorz (CDU), Kultusminister von Hessen, sitzt in einem Klassenraum.
Alexander Lorz (CDU), Kultusminister von Hessen, sitzt in einem Klassenraum.  © dpa/Andreas Arnold

Update, 17. Oktober, 7 Uhr: Förderung für Gesundheitsämter - nicht jedes Land hat unterzeichnet

Auch Monate nach der Ankündigung millionenschwerer Fördermittel für die Gesundheitsämter haben noch nicht alle Bundesländer die dafür notwendige Vereinbarung mit dem Bund unterzeichnet. Mit Stand vom 13. Oktober fehlten die Unterschriften von Hamburg, Bremen, Thüringen und Rheinland-Pfalz, wie aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der FDP-Abgeordnete Torsten Herbst, der die Anfrage gestellt hatte, sagte der dpa dazu: "Es ist ein einziges Trauerspiel, dass die Bundesregierung rund ein halbes Jahr nach dem Beschluss noch nicht einmal mit allen Bundesländern Verwaltungsvereinbarungen über die Mittel zur Digitalisierung der Gesundheitsämter abgeschlossen hat." Bund und Länder schafften nicht einmal ihre grundlegenden Hausaufgaben.

Wie aus einer früheren Antwort hervorgeht, wurden bis Mitte September von 50 Millionen Euro möglichen Fördermitteln 12,1 Millionen Euro beantragt. Das Geld soll vor allem die Digitalisierung in den 375 Gesundheitsämtern vorantreiben.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Berlin-Mitte mit Gesichtsschutzschirm telefonieren im Lagezentrum des Gesundheitsamtes Mitte.
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Berlin-Mitte mit Gesichtsschutzschirm telefonieren im Lagezentrum des Gesundheitsamtes Mitte.  © dpa/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Update, 17. Oktober, 6.55 Uhr: Bund will zusätzliche Helfer zur Corona-Nachverfolgung mobilisieren

Angesichts der stark steigenden Zahlen an neuen Corona-Infektionen versucht die Bundesregierung zusätzliche Helfer zu rekrutieren, um die Kommunen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zu unterstützen. "Der Bedarf ist enorm, es wird eine fünfstellige Zahl von Helfern benötigt", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der "Rheinischen Post" (Samstag-Ausgabe). 

Neben dem Bundeswehrkontingent von bis zu 15.000 Soldaten schaue man auch, "ob wir weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden mobilisieren können", sagte der CDU-Politiker. Er habe zudem die Hoffnung, zur Kontaktnachverfolgung auch eine größere Zahl von Studierenden zu gewinnen. Die Regierung sei mit der Hochschulrektorenkonferenz im Gespräch, damit die Freiwilligen keine Nachteile im Studium hätten.

Aus Sicht von Braun bewährt sich die Corona-Warn-App vor dem Hintergrund der dynamischen Pandemie-Entwicklung. "Die Warnungen nehmen derzeit drastisch zu, wir sehen einen steilen Anstieg", sagte der Kanzleramtschef. Bis Dienstag hätten bereits 10.860 positiv getestete Nutzer eine Warnung über die App an ihre anonymen Kontakte aussenden können. 

Die App ist mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird.

Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben.
Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 17. Oktober, 6.50 Uhr: 7830 Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Neuer Höchstwert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 7830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden. 

In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Ein Helfer der Johanniter hält im Corona Testzentrum am Flughafen Hannover ein Teststäbchen.
Ein Helfer der Johanniter hält im Corona Testzentrum am Flughafen Hannover ein Teststäbchen.  © dpa/Julian Stratenschulte

Update, 16. Oktober, 22.49 Uhr: Trump: Senioren sollen Corona-Impfstoff als erste bekommen

US-Präsident Donald Trump hat amerikanischen Senioren versprochen, dass sie einen Coronavirus-Impfstoff als erste und kostenlos bekommen sollen. 

Seine Regierung wolle auch Kooperationen mit den Drogerieketten Walgreens und CVS eingehen, um Impfdosen direkt an Altenheime zu verteilen, sagte Trump bei einem Auftritt vor Senioren in Fort Myers im Bundesstaat Florida. Er kündigte erneut an, dass die Impfstoffe bereits zum Jahresende verteilt werden sollen - während Experten seiner Regierung mit ihrer breiten Verfügbarkeit eher erst zu Mitte kommenden Jahres rechnen.

Trump räumte ein, dass die Senioren am schwersten von der Coronavirus-Epidemie getroffen wurden. Zugleich verteidigte er sein oft kritisiertes Vorgehen in der Krise und sagte, der Schutz der Älteren sei für ihn von Anfang an eine Priorität gewesen. Auf Bildern aus dem Saal war zu sehen, dass zwischen den Zuschauern zwar mehr Abstand war als bei vielen anderen Trump-Auftritten - viele von ihnen trugen aber keine Masken.

Donald Trump (74), Präsident der USA.
Donald Trump (74), Präsident der USA.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 21.26 Uhr: Forscher: Mehr als acht Millionen Corona-Infektionen in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als acht Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, gefolgt von Indien mit mehr als 7,3 Millionen Fällen. 

An dritter Stelle steht Brasilien, wo mehr als 5,1 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.

Die USA bekommen die Pandemie nicht unter Kontrolle. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen stieg am Donnerstag über die Marke von 60.000. Besonders stark war der Anstieg zuletzt in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri.

Update, 16. Oktober, 21.17 Uhr: Oberverwaltungsgericht stoppt Beherbergungsverbot in Brandenburg

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots vorläufig gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit.

Update, 16. Oktober, 21.15 Uhr: Beschlossen: Teil-Lockdown in Belgien

In Belgien müssen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben, wie Premierminister Alexander De Croo am Freitagabend nach einem Krisentreffen mit Vertretern seiner Regierung und der Gemeinschaften und Regionen ankündigte. 

Die Bürger sind außerdem angehalten, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten und nur noch mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts einen engeren Kontakt zu pflegen.

Auch der Alkoholverkauf nach 20 Uhr wird verboten und Weihnachtsmärkte werden abgesagt. Um Restaurants und Gaststätten vor dem Ruin zu bewahren, soll ein Unterstützungsplan erarbeitet werden. Premierminister De Croo räumte in einer Pressekonferenz ein, dass die Maßnahmen "sehr hart" seien. Es gehe nun aber darum, zu handeln und die Infektionszahlen zu senken, sagte er. Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. 

Zwei Polizeibeamte sprechen in Brüssel mit einer Frau (M), die Luftballons in Form eines Virus mit der Aufschrift "Beat The Virus" ("Bekämpft den Virus") hält.
Zwei Polizeibeamte sprechen in Brüssel mit einer Frau (M), die Luftballons in Form eines Virus mit der Aufschrift "Beat The Virus" ("Bekämpft den Virus") hält.  © Thierry Roge/BELGA/dpa

Update, 16. Oktober, 20.45 Uhr: US-Haushaltsdefizit wegen Corona auf 3,1 Billionen Dollar gestiegen

Wegen der Corona-Konjunkturpakete ist das US-Haushaltsdefizit auf 3,1 Billionen US-Dollar (2,65 Billionen Euro) gestiegen. Damit war das Minus im Haushaltsjahr 2020 bis einschließlich September um zwei Billionen höher als noch zu Jahresbeginn veranschlagt, wie das Finanzministerium am Freitag erklärte. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem der Fehlbetrag 984 Milliarden Dollar betrug, hat sich das Defizit damit etwa verdreifacht.

Um die schweren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu bewältigen, hat der US-Kongress seit März bereits Konjunkturmaßnahmen im Volumen von rund drei Billionen Dollar beschlossen. Deswegen lagen die Ausgaben im abgelaufenen Haushaltsjahr mit 6,5 Billionen deutlich über den Einnahmen von 3,4 Billionen, wie das Ministerium mitteilte.

Die öffentliche Verschuldung der US-Regierung ist während der Amtszeit von Präsident Donald Trump deutlich gestiegen und liegt nun bei rund 21 Billionen Dollar. Das entspricht fast der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA.

Zwischen Regierung und Kongress wird seit Monaten um ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket verhandelt. Trumps Republikaner und die Demokraten haben aber immer noch sehr unterschiedliche Vorstellungen dazu. Eine Einigung auf ein neues Paket schien vor der US-Wahl am 3. November daher zuletzt zunehmend unwahrscheinlich.

Update, 16. Oktober, 20.13 Uhr: Keine Zuschauer erlaubt: Bielefeld gegen Bayern Geisterspiel

Das erste Duell zwischen Aufsteiger Arminia Bielefeld und Fußball-Rekordmeister FC Bayern München seit elfeinhalb Jahren wird zum Geisterspiel. Wie der Verein am Freitagabend bekanntgab, sind für das Bundesliga-Spiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) keine Zuschauer zugelassen. Darüber habe am Abend die Stadt Bielefeld den Club informiert.

Da sich in Bielefeld mehr als 35 Menschen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage mit dem Coronavirus infiziert haben, war bereits am Donnerstag entschieden worden, dass nicht wie im vorherigen Heimspiel gegen den 1. FC Köln (1:0) 5460 Zuschauer in die Arena dürfen. 

Die Arminia hatte zumindest auf eine Erlaubnis für 300 Besucher gehofft. Offenbar wegen weiter gestiegener Zahlen - Bielefeld ist durch das Übersteigen der Zahl von 50 bei der 7-Tage-Inzidenz seit Freitag Risikogebiet - wurde dieser Antrag abgelehnt.

Update, 16. Oktober, 19.34 Uhr: Spanien meldet Rekordzahl von mehr als 15.000 Neuinfektionen

In Spanien sind am Freitag 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt mit denen vom Frühjahr vergleichbar, weil inzwischen viel mehr getestet wird. Der Prozentsatz der positiv getesteten Personen ist mit über elf Prozent hoch, wie das Gesundheitsministerium in Madrid weiter mitteilte. In Deutschland liegt er bei etwa 2,5 Prozent.

Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Donnerstag waren es 140, am Freitag schon 222. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. In Deutschland sind es derzeit 37.

Spanien ist eines der am härtesten von der Pandemie getroffenen Länder Westeuropas. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern mehr als 920 000 Infektionen und über 33.500 Tote registriert.

Mitarbeiter im Gastgewerbe protestieren in Barcelona gegen sich verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Es sind Schließungen im Gastgewerbe, sowie Einschränkungen sozialer Kontakte von bis zu zwei Wochen vorgesehen.
Mitarbeiter im Gastgewerbe protestieren in Barcelona gegen sich verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Es sind Schließungen im Gastgewerbe, sowie Einschränkungen sozialer Kontakte von bis zu zwei Wochen vorgesehen.  © Matthias Oesterle/ZUMA Wire/dpa

Update, 16. Oktober, 19.30 Uhr: Agentur: Belgien beschließt wegen Corona Teil-Lockdown

In Belgien sollen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Freitagabend unter Berufung auf Informationen aus einem Krisentreffen von Vertretern der Zentralregierung und der Gemeinschaften und Regionen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 6000 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 550 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet.

Update, 16. Oktober, 19.19 Uhr: 7334 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Freitag 4516 Neuinfektionen. 

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet). Rund 8700 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit jedoch noch frei.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 348.557 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9734. Das waren 24 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 287.600 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,22 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. 

Update, 16. Oktober, 18.59 Uhr: Rekordwert: Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Italien hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Marke von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Freitag 10.010 neue Fälle. Damit erreichten die neu gemeldeten Ansteckungen pro Tag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert. Am Donnerstag wurden mehr als 8800 neue Ansteckungen registriert, am Mittwoch waren es mehr als 7000 gewesen.

In Italien werden allerdings inzwischen sehr viel mehr Tests als am Anfang der Pandemie gemacht, so dass viele Experten von einem direkten Vergleich der Werte mit der ersten Welle abraten.

Damit haben sich in dem Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern bisher nachweislich 391.611 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstag wurden zudem 55 neue Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet - die Gesamtzahl solcher bekannten Todesfälle stieg damit auf 36.427.

Menschen warten in Mailand, bis sie in die stehende Straßenbahn einsteigen können. Italienische Gesundheitsbehörden erklärten, das Land sei in einer "akuten Phase", nachdem die Fälle der Corona-Infektionen wieder besorgniserregend steigen.
Menschen warten in Mailand, bis sie in die stehende Straßenbahn einsteigen können. Italienische Gesundheitsbehörden erklärten, das Land sei in einer "akuten Phase", nachdem die Fälle der Corona-Infektionen wieder besorgniserregend steigen.  © Luca Bruno/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 18.56 Uhr: Berliner Senat scheitert vorerst mit Sperrstunden-Widerspruch

Der Berliner Senat ist zunächst mit dem Versuch gescheitert, die Sperrstunde in der Hauptstadt weiter flächendeckend durchzusetzen. Das teilte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg am Freitag mit. Der Senat hatte eine sogenannte Zwischenverfügung beantragt. Die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus.

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23 Uhr öffnen dürfen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen.

Gegen die Sperrstunde waren elf Gastronomen mit Eilanträgen vorgegangen. Nach ihrer Ansicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten von 23 bis 6 Uhr. Der Senat hob hervor, dass sich nur die elf Gastronomen auf den Beschluss berufen könnten. Der Hotel- und Gaststättenverband ging am Freitag aber davon aus, dass nun viele Wirte länger öffnen werden.

Update, 16. Oktober, 18.51 Uhr: WHO zu steigenden Corona-Fällen in Europa: Nicht nachlässig werden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen vor Nachlässigkeit im Kampf gegen das Virus gewarnt. "Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Fälle war in Europa in der vergangenen Woche dreimal höher als beim ersten Höhepunkt im März2, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. 

"Auch wenn die Zahl der Todesfälle niedriger war, steigen die Krankenhauseinweisungen und viele Städte berichten, dass ihre Intensivstationen in den kommenden Wochen an ihre Kapazitätsgrenze stoßen werden." Tedros und die WHO-Experten appellierten an die Menschen, die Maßnahmen ernst zu nehmen. 

Update, 16. Oktober, 18.49 Uhr: Trudeau: Grenze zwischen Kanada und USA wegen Corona wohl weiter zu

Angesichts der steigenden Coronavirus-Infektionszahlen in den USA hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau keine baldige Öffnung der Grenze zwischen den beiden Ländern in Aussicht gestellt. "Die USA sind nicht in einer Situation, in der wir mit einem guten Gefühl die Grenzen öffnen könnten", sagte Trudeau in der kanadischen Radioshow "Smart Start". 

"Wir werden weiter dafür sorgen, dass die Sicherheit der Kanadier bei unserem Vorgehen an erster Stelle steht. Wir sehen die Fallzahlen in den USA und anderswo auf der Welt und wir müssen diese Grenzkontrollen aufrecht erhalten."

Die zeitweisen Schließungen der Landgrenzen zwischen den USA und Kanada aufgrund der Coronavirus-Pandemie waren im März in Kraft getreten und immer wieder verlängert worden, zuletzt offiziell bis zum 21. Oktober. Ziel ist, den nicht notwendigen Reiseverkehr zwischen den Ländern zu unterbinden und zugleich den Verkehr wichtiger Waren wie medizinischer Ausrüstung und Nahrung zu gewährleisten. 

Grenzübertritte aus Handels- oder Arbeitsgründen bleiben erlaubt. Es gibt auch weiterhin Flüge zwischen beiden Ländern.

Justin Trudeau (48), Premierminister von Kanada, will die Grenze zwischen Kanada und den USA wegen Corona wohl weiter zu lassen.
Justin Trudeau (48), Premierminister von Kanada, will die Grenze zwischen Kanada und den USA wegen Corona wohl weiter zu lassen.  © Sean Kilpatrick/The Canadian Press/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 18.20 Uhr: Boris Johnson will nationalen Lockdown unbedingt vermeiden

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie trotz gegensätzlicher Forderungen erneut gegen einen nationalen Lockdown in England ausgesprochen. "Ein Lockdown für das ganze Land macht doch keinen Sinn, wenn sich die Infektionsrate innerhalb Großbritanniens so stark unterscheidet", sagte Johnson am Freitag bei einer Pressekonferenz in London. Er könne aber nichts ausschließen.

Der wissenschaftliche Regierungsberater Patrick Vallance äußerte sich hingegen anders: Die Infektionen nehmen ihm zufolge "so ziemlich im ganzen Land" wieder deutlich zu. Auffallend sei dabei, dass sich nun wieder vor allem ältere Menschen ansteckten.

Der Oppositionsführer Keir Starmer und etliche Wissenschaftler hatten zuvor einen sogenannten Circuit Breaker für England gefordert - einen zwei- oder dreiwöchigen Lockdown, in dem das Land bis auf die Schulen heruntergefahren wird, um die Neuinfektionen nach unten zu drücken.

Die Fallzahlen steigen in Großbritannien, das fast 67 Millionen Einwohner hat, sprunghaft an. Zuletzt lagen sie Statistiken zufolge sogar bei rund 20.000 neuen nachgewiesenen Infektionen innerhalb eines Tages. Auch die Covid-19-Patienten in Kliniken und die Todesfälle nehmen wieder zu.

Der britisch Premier, Boris Johnson (56) will einen nationalen Lockdown unbedingt vermeiden.
Der britisch Premier, Boris Johnson (56) will einen nationalen Lockdown unbedingt vermeiden.  © Pa Video/PA Wire/dpa

Update, 16. Oktober, 18.17 Uhr: UN: Corona trübt Aussichten im Kampf gegen extreme Armut

Die Corona-Pandemie trübt die Aussichten im Kampf gegen extreme Armut. Auch bei guter wirtschaftlicher Erholung sei eine "vollständige Beseitigung der extremen Armut selbst unter den optimistischsten Annahmen höchst unwahrscheinlich", teilte die UN-Abteilung für Wirtschaft am Freitag mit. 

Auch könnten im Zuge der Krise in diesem Jahr zusätzlich 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben werden, hieß es. 2015 hatten Staats- und Regierungschefs der UN-Mitgliedstaaten als Ziel eine Beseitigung der extremen Armut bis 2030 beschlossen. Von ihr sind derzeit 680 Millionen Menschen betroffen.

Update, 16. Oktober, 17.44 Uhr: Steigende Corona-Zahlen: Neue Einschränkungen in vielen Ländern

Angesichts sprunghaft steigender Zahlen von Corona-Neuinfektionen führen viele Länder in Europa an diesem Samstag erneut strengere Beschränkungen des öffentlichen Lebens ein. Besonders dramatisch ist die Situation in Frankreich. Dort verhängt die Regierung erneut den Gesundheitsnotstand. In mehreren französischen Städten, darunter in Paris, gelten ab Samstag zudem von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens Ausgangssperren.

In der britischen Hauptstadt London dürfen sich ab Samstag Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr treffen. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht erlaubt.

In Polen werden mehr als 150 Regionen im ganzen Land, darunter die Hauptstadt Warschau und mehrere andere Großstädte, zu so genannten roten Zonen deklariert, in denen schärfere Auflagen gelten. Dort sind Hochzeitsfeiern künftig verboten, Schwimmbäder und Fitnessclubs werden geschlossen. 

In Tschechien beginnt die Armee am Samstag mit dem Aufbau eines Feldkrankenhauses. Es soll als Reserve mit einer Kapazität von bis zu 500 Betten gehalten werden, falls die Plätze in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen.

Update, 16. Oktober, 17.15 Uhr: Rekordwerte bei Corona-Neuinfektionen in Litauen und Lettland

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Litauen und Lettland haben Rekordwerte erreicht. In beiden baltischen Staaten wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga am Freitag so viele neue Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. 

In Litauen wurden demnach 284 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, in Lettland waren es 148. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 255 und 137. Im dritten Baltenstaat Estland wurden 37 Neuinfektionen festgestellt.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen riefen Litauens Präsident Gitanas Nauseda und die Regierungschefs von Lettland und Estland, Krisjanis Karins und Jüri Ratas, zu mehr Eigenverantwortung und der Befolgung von Hygiene- und Schutzempfehlungen auf. 

Update, 16. Oktober, 17.07 Uhr: Corona-Warn-App wird um Symptome-Tagebuch erweitert

Die Corona-Warn-App des Bundes wird am kommenden Montag um zwei Funktionen erweitert. Zum einen können Positiv-Getestete freiwillig in einer Art Tagebuch Krankheitssymptome eintragen, um die Warnung von Kontakten noch präziser umsetzen zu können. 

Außerdem wird die App über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern funktionieren. Über das baldige Update mit der Symptomtagebuch-Funktion hatte zuerst der "Spiegel" berichtet.

Durch die zusätzlichen Angaben soll die Risikoberechnung der App verbessert werden. Diese ermittelt für Kontaktpersonen von Infizierten, wie hoch ihr Ansteckungsrisiko ist. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Je mehr wir über die Symptome wissen und den Zeitraum der Symptome kennen, desto genauer können wir die Warnungen in der App einstellen."

Die App ist mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird. Die neue Version wird am Montagmittag in den App-Stores von Apple und Google erwartet.

Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen. (zu dpa «Corona-Warn-App wird um Symptome-Tagebuch erweitert») Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen. (zu dpa «Corona-Warn-App wird um Symptome-Tagebuch erweitert») Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++  © Oliver Berg/dpa

Update, 16. Oktober, 16.36 Uhr: Erstmals mehr als 2000 Corona-Neuinfektionen in der Slowakei

Die Slowakei hat am Freitag zum ersten Mal mehr als 2000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden 2075 neue Fälle registriert. Deutschland hatte bereits am Donnerstag beschlossen, die gesamte Slowakei von diesem Samstag an als Risikogebiet einzustufen.

Eindringlich schlug die slowakische Ärztekammer Alarm: "Die Personalsituation beginnt in einigen Krankenhäusern ernst bis kritisch zu werden. Es fehlen nicht nur Ärzte, sondern auch anderes Gesundheitspersonal", warnte Ärztekammer-Präsident Marian Kollar am Freitag vor Journalisten in Bratislava. Dem konservativen Gesundheitsminister Marek Krajci warf er Missmanagement und völlige Kommunikationsverweigerung gegenüber Experten vor. Das Ministerium habe bisherige Warnungen völlig ignoriert, kritisierte Kollar.

Update, 16. Oktober, 16.24 Uhr: Berliner Senat will gegen Gerichtsbeschluss zu Sperrstunde vorgehen

Der Berliner Senat will gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts, das die Sperrstunde in der Hauptstadt am Freitag gekippt hat, juristisch vorgehen. Er werde Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen die Entscheidung einlegen, teilte eine Senatssprecherin am Freitagnachmittag mit.

Außerdem werde der Senat eine sogenannte Zwischenverfügung beantragen. "Damit soll möglichst noch heute Klarheit geschaffen werden, dass auch die elf klagenden Gastronomen nicht nach 23 Uhr öffnen dürfen", heißt es in der Mitteilung. Falls das Oberverwaltungsgericht entsprechend schnell entscheidet, würde die Sperrstunde am Freitagabend weiterhin gelten.

Das Verwaltungsgericht (VG 14 L 422/20 und VG 14 L 424/20) hatte entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23 Uhr öffnen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte.

Update, 16. Oktober, 15.58 Uhr: Zu viele Corona-Pfunde auf den Rippen - Gesundheitsexperten besorgt

Die Corona-Pandemie wirkt sich laut Ernährungsmedizinern negativ auf das Gewicht von Kindern vor allem aus sozial benachteiligten Familien aus. 

"Das Risiko von Übergewicht und Fehlernährung steigt, ganz besonders bei den Schulkindern über zehn Jahren", sagte Prof. Berthold Koletzko von der Uni-Klinik München am Freitag.

Er berief sich dabei auf eine im Auftrag der Forscher durchgeführte, repräsentative Forsa-Umfrage. Sie hatte ergeben, dass 27 Prozent der Eltern und 9 Prozent der Kinder unter 14 Jahren zwischen dem Lockdown im März und der Umfrage im September zugelegt haben. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

An der Uni-Klinik München wurde eine beunruhigende Feststellung bei der Gewichtszunahme von Kindern beobachtet. (Symbolbild)
An der Uni-Klinik München wurde eine beunruhigende Feststellung bei der Gewichtszunahme von Kindern beobachtet. (Symbolbild)  © Ralf Hirschberger/dpa

Update, 16. Oktober, 15.50 Uhr: Trotz Corona: Bundestags-Delegation reist nach Italien

Ungeachtet der steigenden Zahl von Corona-Infektionen reist eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten am Sonntag nach Italien. Wie der Bundestag am Freitag mitteilte, will eine sechsköpfige Delegation des Wirtschaftsausschusses bis zum Donnerstag Gespräche in Rom und Mailand führen. Es gehe unter anderem um den Strukturwandel in Italiens Autoindustrie sowie um die deutsch-italienische Handelspartnerschaft.

Nach Angaben des Bundestags handelt es sich um die erste derartige Reise einer mehrköpfigen Abgeordneten-Delegation seit Monaten. Die vom Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Klaus Ernst (Linke), geleitete Delegationsreise finde unter strenger Einhaltung und Beachtung der Corona-Regeln statt.

Wegen hoher Infektionszahlen hatte die Bundesregierung erst am Donnerstag Kampanien und Ligurien zu Corona-Risikogebieten erklärt. Dazu zählen Rom und Mailand zwar nicht. Unter den weiteren regionalen Schwerpunkten des Infektionsgeschehens listet das Auswärtige Amt aber auch die Lombardei auf. 

Ein Sprecher des Bundestags erklärte, Dienstreisen von Abgeordneten müssten vom Parlamentspräsidium genehmigt werden. Reisen in Staaten, bei denen nur für bestimmte Regionen einen Reisewarnung bestehe, würden aber nur dann nicht genehmigt, wenn die konkret betroffenen Region besucht werden soll.

Update, 16. Oktober, 15.29 Uhr: Ronaldo postet Badefoto aus Quarantäne in Turin

Der positiv auf das Coronavirus getestete Juventus-Fußballstar Cristiano Ronaldo hat am Freitag aus seiner Quaranäte in Turin auf Instagram ein Foto verbreitet, auf dem er lässig, lachend und in Badehose in einem Indoor-Schwimmbad zu sehen ist. Dazu postete der 35-Jährige: "Lass nicht zu, dass das, was du nicht tun kannst, dem im Weg steht, was du tun kannst."

Einen Tag zuvor hatte ihm der italienische Sportminister Vincenzo Spadafora einen Verstoß gegen die Corona-Schutzmaßnahmen vorgeworfen. "Ich denke schon", sagte Spadafora im Sender Rai Radio Uno am Donnerstag auf die Frage, ob Ronaldo mit seiner Rückkehr nach Turin trotz seiner Corona-Quarantäne die geltenden Bestimmungen der Behörden verletzt habe.

Der Portugiese war am Mittwoch trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus nach Italien zurückgeflogen, um dort seine Quarantäne fortzusetzen. Er war zuvor bei der portugiesischen Nationalmannschaft in Lissabon positiv auf das Virus getestet worden und hatte sich daraufhin in Isolation begeben.

Update, 16. Oktober, 15.14 Uhr: EU will wegen Corona Schuldenerleichterungen für Afrika unterstützen

Die EU will den Staaten Afrikas wegen der Corona-Krise stärker unter die Arme greifen. Um zur Bewältigung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beizutragen, sollen nach einem Beschluss der Staats- und Regierungschefs vom Freitag internationale Bemühungen für Schuldenerleichterungen unterstützt werden. 

Zudem wurde vereinbart, die Unterstützung für Gesundheitssysteme auszubauen. Im aktuellen Kontext seien Solidarität und enge Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Pandemie von entscheidender Bedeutung, heißt es in den Gipfel-Beschlüssen.

Gleichzeitig machten die Staats- und Regierungschefs deutlich, dass sie von den afrikanischen Staaten ein entschlossenes Vorgehen gegen illegale Migration und Schleusernetzwerke erwarten. Eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft erfordere einen ausgewogenen Ansatz, der sich an den Grundsätzen der Solidarität, der Partnerschaft und der gemeinsamen Verantwortung orientiere, erklärten sie.

Update, 16. Oktober, 15 Uhr: NRW-Kliniken nehmen Covid-Patienten aus Niederlanden auf

Kliniken in Nordrhein-Westfalen wollen erneut schwerkranke Covid-19-Patienten aus den Niederlanden aufnehmen. Noch am Freitag oder am Samstag rechne man mit dem oder den ersten Patienten für die Intensivstation der Uniklinik in Münster, sagte eine Sprecherin. 

Das Klinikum koordiniert die landesweite Hilfe. Es sei noch nicht absehbar, wann genau wie viele Patienten kämen und in welchen Krankenhäusern man sie intensivmedizinisch versorgen werde. "Das hängt stark von der Entwicklung in den Niederlanden ab, wie man die Lage dort in den Griff bekommt."

In den Niederlanden steigt die Zahl der an Covid-19 Erkrankten deutlich an, mehr als 1500 Patienten werden dort bereits stationär behandelt. Das Land verfügt über sieben Intensivbetten pro 100.000 Einwohner, in Deutschland sind es 34 Betten.

Deutschland verfügt über deutlich mehr Intensivbetten als die Niederlande.
Deutschland verfügt über deutlich mehr Intensivbetten als die Niederlande.  © Felix Kästle/dpa

Update, 16. Oktober, 14.50 Uhr: Eilantrag gegen Beherbergungsverbot in Hamburg erfolglos

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat am Freitag einen Eilantrag gegen das sogenannte Beherbergungsverbot in dem Bundesland abgelehnt. 

Den Antrag hatte nach Angaben des Gerichts ein Ehepaar aus Köln (Nordrhein-Westfalen) gestellt, das am Freitag anreisen wollte. Er sei am Nachmittag vor der geplanten Reise vor Gericht gebracht worden. Aus Sicht des Gerichts hätte es nahe gelegen, "den Eilantrag zu einem früheren Zeitpunkt bei dem Gericht anhängig zu machen". Darin würden "komplexe, verfassungsrechtlich relevante Fragestellungen aufgeworfen", hieß es (Az. 6 E 4297/20).

Update, 16. Oktober, 14.38 Uhr: Bulgarien: Keine neuen Corona-Auflagen trotz stark steigender Zahlen

Trotz massiv steigender Corona-Zahlen will die Regierung in Bulgarien vorerst auf weitere Schritte zur Eindämmung der Pandemie verzichten. "Die (existierenden) Maßnahmen sind ausreichend und rechtzeitig", betonte Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Freitag im Parlament in Sofia. Regierungschef Boiko Borissow beruhigt die Bulgaren immer wieder, dass ein neuerlicher Lockdown wie im März und April nicht zu erwarten ist.

Auch in Bulgarien ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt stark gestiegen. Am Donnerstag wurde mit 914 neuen Fällen ein neuer Höchststand registriert, wie die Behörden am Freitag mitteilten. In dem Land mit seinen 6,9 Millionen Einwohnern sind demnach derzeit 9885 Menschen infiziert.

In Bulgarien gilt seit dem 22. Juni Maskenpflicht nur in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen wie etwa Supermärkten, Banken, Behörden und Kirchen. Cafés, Restaurants und Nachtbars sind unter Corona-Auflagen geöffnet. In dem ärmsten EU-Land wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 27.510 Infektionen registriert.

Update, 16. Oktober, 14.38 Uhr: Ergebnisse nach 40 Minuten: Forscher stellen Corona-Testmobil vor

Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft wollen mit einem neuartigen Verfahren und einem Corona-Testmobil Infektionen künftig schneller nachweisen. "Tests und Ergebnisse gibt es damit schnell und direkt vor Ort, etwa an möglichen Corona-Hotspots", sagte Fraunhofer-Projektverantwortlicher Gerd Geißlinger am Freitag bei der Vorstellung des Testmobils in Dresden.

Die Wissenschaftler haben dafür ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die bisherige minimale Auswertungszeit von derzeit 4 Stunden auf 40 Minuten verkürzt werden soll. Komplexe und kostspielige Analysegeräte würden zum Nachweis einer Corona-Infektion zudem nicht benötigt. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Das Corona-Testmobil der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Nachweiszeit soll dank neuer Analysegeräte von von vier Stunden auf 40 Minuten verkürzt werden.
Das Corona-Testmobil der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Nachweiszeit soll dank neuer Analysegeräte von von vier Stunden auf 40 Minuten verkürzt werden.  © xcitepress

Update, 16. Oktober, 14.21 Uhr: EU-Gipfel in Berlin wegen Corona abgesagt

Die Europäische Union hat ihren für November geplanten Gipfel in Berlin zur China-Politik wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen abgesagt.

"Im Sinne der Kontakte ist das glaube ich eine notwendige Botschaft", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Brüssel.

Update, 16. Oktober, 14.17 Uhr: Hamburg beschließt Sperrstunde ab 23 Uhr und Maskenpflicht in Schulen

Wegen der steigenden Corona-Zahlen müssen in Hamburg von Samstag an alle Gaststätten um 23.00 Uhr schließen. Die Sperrstunde gelte bis 5.00 Uhr morgens, teilte der Senat am Freitag mit. In diesem Zeitraum gelte zugleich ein allgemeines Verbot des Verkaufs und der Abgabe von alkoholischen Getränken.

Außerdem schränkt Hamburg die Teilnehmerzahl von Privatfeiern weiter ein. Innerhalb der eigenen Wohnung seien von Samstag an nur noch maximal 15 Personen erlaubt, bislang lag die Zahl bei 25.

Zudem müssen Hamburgs Berufsschüler und Schüler an den Oberstufen der allgemeinbildenden Schulen von kommender Woche an auch im Unterricht Mund-Nase-Masken tragen. Zudem sollen die Klassenräume in allen Schulen nach den Herbstferien alle 20 Minuten gelüftet werden, teilte der Senat am Freitag mit.

Update, 16. Oktober, 14.03 Uhr: Spahn rechnet mit Ende des Beherbergungsverbots

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass das umstrittene Beherbergungsverbot bald annähernd flächendeckend vom Tisch ist. "Ich habe den Eindruck, wir kommen zu einer Einheitlichkeit, die bedeutet, so gut wie kein Beherbergungsverbot mehr in Deutschland", sagte er am Freitag in Berlin.

Gerichte hatten zuletzt die Regelung in einigen Bundesländern aufgehoben. Zudem haben immer mehr Bundesländer, zuletzt Bayern und Hessen, angekündigt, sie auslaufen zu lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten bei ihren Beratungen am Mittwoch in Berlin keine Einigkeit zu den Beherbergungsverboten erzielen können und einen Beschluss bis nach den Herbstferien vertagt.

Zur Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts, die seit knapp einer Woche geltende Sperrstunde in der Hauptstadt vorerst auszusetzen, sagte Spahn, das bedauere er sehr. Die Gerichtsentscheidung erinnere daran, dass man gut begründen müsse, was man tue und dass immer auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit gestellt werde.

Jens Spahn (CDU) ist der Bundesgesundheitsminister.
Jens Spahn (CDU) ist der Bundesgesundheitsminister.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Update, 16. Oktober, 14.03 Uhr: Verfassungsschutz: Gesamte Behördenspitze mit Corona infiziert

Die gesamte Führungsriege des Bundesamtes (BfV) für Verfassungsschutz ist mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde am Freitag auf Anfrage. Zunächst hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Neben Präsident Thomas Haldenwang wurden demnach auch die beiden Vizechefs sowie einige Mitarbeiter positiv auf das neuartige Virus getestet.

"Die Amtsleitung führt die Dienstgeschäfte aus dem Homeoffice weiter», hieß es vom BfV. «Die Arbeitsfähigkeit des BfV ist vollumfänglich sichergestellt." Schon zu Beginn der Pandemie habe die Behörde einen Krisenstab eingerichtet.

Am vergangenen Dienstag hatte das Bundesamt mitgeteilt, Haldenwang sei am Montag gestestet worden, der Test sei positiv ausgefallen. Neben Haldenwang wurde ein weiterer Spitzenbeamter des BfV positiv getestet. Der heute 60-jährige Haldenwang führt seit rund zwei Jahren den deutschen Inlandsnachrichtendienst.

Thomas Haldenwang, der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, und eine ganze Menge seiner Kollegen haben Corona.
Thomas Haldenwang, der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, und eine ganze Menge seiner Kollegen haben Corona.  © Wolfgang Kumm/dpa Pool/dpa

Update, 16. Oktober, 14.02 Uhr: Bundesländer wieder zur Aufnahme von Corona-Patienten aus EU bereit

Einige Bundesländer haben angesichts stark steigender Infektionszahlen ihre Bereitschaft signalisiert, wieder Corona-Patienten von EU-Nachbarn zur Intensivpflege aufzunehmen. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag sagte, gibt es seiner Kenntnis nach bereits vorbereitende Gespräche zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden sowie zwischen Bayern und Tschechien.

Auf europäischer Ebene sei man bei der Koordination solcher grenzüberschreitender Verlegungen von coronabedingten Intensivpatienten ebenfalls vorangekommen. Die EU stelle 220 Millionen Euro für grenzüberschreitende Transporte von Patienten, Ausrüstung und Personal zur Verfügung, sagte der Sprecher.

Nach seinen Angaben sind zwischen dem 21. März und dem 12. April insgesamt 232 Intensivpatienten aus Italien, Frankreich und den Niederlanden in deutsche Kliniken eingeliefert worden, 44 kamen demnach aus Italien, 58 aus den Niederlanden und 130 aus Frankreich.

Nach Angaben eines Sprechers des Bundesgesundheitsministeriums würden derzeit Gespräche geführt, dass der Bund die Kosten für die Behandlung dieser Patienten aus dem EU-Ausland in deutschen Krankenhäusern auch weiterhin übernimmt.

Update, 16. Oktober, 14 Uhr: Giffey: Kitaschließungen nur "allerletztes Mittel"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage gegen flächendeckende Kita-Schließungen ausgesprochen. "Kitas selbst sind keine Infektionsherde und Kinder sind nicht die Infektionstreiber", sagte sie am Freitag in Berlin. 

Vorbeugende flächendeckende Schließungen seien derzeit nicht angezeigt, der Regelbetrieb müsse aufrechterhalten werden und Kita- und Schulschließungen dürften nur das allerletzte Mittel sein.

Die Ministerin bezog sich dabei auf Erkenntnisse aus der laufenden "Corona-Kita-Studie" des Robert Koch-Instituts und des Deutschen Jugendinstituts. Darin wird seit Mai anhand von Gesundheitsdaten und Befragungen von Einrichtungen untersucht, was die Pandemie für Kitas und die Tagespflege, Kinder und Eltern bedeutet. In den vergangenen Wochen hätten weniger als ein Prozent der Kitas in Deutschland coronabedingt ganz oder teilweise schließen müssen, teilte das Familienministerium mit. Die Zahl der gemeldeten Corona-Ausbrüche pro Woche bewegte sich im einstelligen Bereich - bei bundesweit mehr als 57.000 Kitas.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Giffey: "Es läuft sehr gut in den Kitas". Es gebe bei Kindern bis fünf Jahren eine unterdurchschnittliche Zahl an Infizierten und bei Kindern und jüngeren Menschen überdurchschnittlich sehr, sehr milde Verläufe.

Franziska Giffey (SPD) ist die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Franziska Giffey (SPD) ist die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Update, 16. Oktober, 13.54 Uhr: Ausgangssperren in Frankreich - Premier gegen Ausnahmen für Kultur

Frankreichs Premierminister Jean Castex hat sich gegen größere Ausnahmen bei den anstehenden Ausgangssperren ausgesprochen. "Damit die Regeln akzeptiert werden, müssen sie für alle gleich sein", sagte er am Freitag bei einem Besuch in Lille.

Zuvor hatte es Forderungen aus der Regierung gegeben, Ausnahmen für Theatervorführungen oder Kinovorstellungen zu erlauben. "Jeder muss ab 21 Uhr zu Hause sein - abgesehen von ganz speziellen Ausnahmen, die ich gestern aufgelistet habe", sagte Castex.

Im Kampf gegen das Coronavirus gelten Ausgangssperren von diesem Samstag an in Paris und acht weiteren Städten. Ausnahmen gelten für Menschen, die zur Arbeit gehen oder von der Arbeit kommen. Wegen medizinischer Notfälle, der Pflege von Angehörigen oder um den Hund auszuführen, dürfen die Menschen zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens ebenfalls vor die Tür. Sie müssen dann ein entsprechendes Formular bei sich tragen. Wer zum Bahnhof oder Flughafen will, muss das entsprechende Ticket vorzeigen.

Zur Überwachung der Ausgangssperren in den Metropolen sollen rund12.000 Polizisten eingesetzt werden. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss 135 Euro Strafe zahlen. Für Wiederholungstäter können mehrere tausend Euro fällig werden. In zahlreichen Städten, darunter auch Paris, sind Bars bereits komplett geschlossen.

Jean Castex ist der Premierminister von Frankreich.
Jean Castex ist der Premierminister von Frankreich.  © Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 13.51 Uhr: Einsatzort Gesundheitsamt: Bundeswehr hilft bei Kontaktnachverfolgung

Angesichts der stark steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen unterstützt die Bundeswehr Gesundheitsämter in Bremen und in Niedersachsen bei der Kontaktnachverfolgung. In der Hansestadt sind seit Anfang der Woche 20 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

"Die Kontaktnachverfolgung bleibt auch bei steigenden Fallzahlen ein elementarer Baustein, um Infektionsketten zu unterbrechen", sagte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) am Freitag.

In Niedersachsen unterstützen landesweit 80 Bundeswehrsoldaten Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung, allein in der Region Hannover sind es 40. Dort wie auch in Bremen ist der Einsatz zunächst bis zum 30. November befristet, es gebe aber die Option auf eine Verlängerung. Insgesamt wurden während der Corona-Pandemie in Niedersachsen 75 Amtshilfeanträge gebilligt.

Wie viele Kontaktpersonen letztlich auf einen positiv getesteten Fall kommen, lässt sich nur schwer sagen. Dies sei sehr unterschiedlich, so ein Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörden. Im Frühjahr seien es pro Fall durchschnittlich fünf Kontaktpersonen, im Sommer dagegen nur zwei gewesen. "Aktuell ist die Spannweite enorm und bewegt sich zwischen 2 und 250", so der Sprecher.

Update, 16. Oktober, 13.44 Uhr: Kultusminister setzten auf Lüften - Masken kein Automatismus

Trotz deutlich steigender Corona-Infektionszahlen sollen die Schulen und Kitas nach Auffassung der Kultusministerkonferenz (KMK) möglichst lange offen bleiben. "Lüften bleibt dabei das A und O", sagte die KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) am Freitag in Mainz nach zweitägigen Video-Beratungen der 16 Landes-Minister.

"Räume, die man nicht lüften kann, können auch nicht für den Unterricht genutzt werden." Bei höheren Infektionszahlen könne es sinnvoll sein, die Maskenpflicht auch im Unterricht anzuordnen. "Ein Automatismus macht aus unserer Sicht aber keinen Sin"», sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin. Diese Entscheidung müsse von der Situation vor Ort abhängig gemacht werden.

Gekippte Fenster reichten zum Lüften nicht aus. In diesen Räumen müsse geprüft werden, ob zusätzliche Geräte Sinn machten, sagte Hubig. Die Bundesländer seien sich einig, dass Lüftungsgeräte nur ergänzend sinnvoll seien. Bisher habe nur Bayern ein Finanzierungsprogramm für solche Geräte aufgelegt. CO2-Ampeln seien nach Einschätzung des Umweltbundesamtes nicht notwendig, könnten jedoch in Erwägung gezogen werden, um das Lüftungsverhalten einzuüben - solche Ampeln zeigen an, wie viel Luft verbraucht wurde. Die Behörde empfiehlt drei Mal pro Sunde intensives Lüften.

Alle 16 Minister seien sich einig, dass das Recht auf Bildung oberste Priorität haben müsse, sagte Hubig. "Die Schulen sind nicht die Treiber der Pandemie." Die meisten Infektionen gingen auf Partys und Familienfeiern zurück. Hubig appellierte an die Bürger, möglichst darauf zu verzichten, und wo das nicht gehe, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Die Minister seien sich auch einig gewesen, dass eine Verlängerung der Weihnachtsferien kein Beitrag sei, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen.

Soll schon gegen Corona helfen: Geöffnete Fenster in Schulen.
Soll schon gegen Corona helfen: Geöffnete Fenster in Schulen.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 16. Oktober, 13.38 Uhr: Bundespolizei soll auch bei Kontrollen in Berlin helfen

Beamte der Bundespolizei sollen auch in Berlin bei Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln helfen. Details werden nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres noch geklärt. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) habe am Donnerstag mit dem Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Telefon über das Thema gesprochen.

Am Freitag sei eine Telefonkonferenz auf der Ebene der Staatssekretäre geplant, in der es unter anderem um den Bedarf der einzelnen Bundesländer gehe, sagte ein Sprecher der Innenverwaltung am Freitag. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" über das Thema berichtet.

Bereits am Mittwoch hatten sich die Ministerpräsidenten bei ihrem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das Thema ausgetauscht. Die Bundespolizei sei seit vielen Jahren unterstützend bei Einsätzen in Berlin tätig, sagte der Sprecher. Auch bei den zahlreichen Demonstrationen in der Hauptstadt sei sie in den vergangenen Wochen und Monaten regelmäßig im Einsatz gewesen.

"Für die Unterstützung von Kontrollmaßnahmen zur Einhaltung der Infektionsschutzverordnung werden derzeit verschiedene Möglichkeiten geprüft." Die Absprachen mit dem Bund dazu liefen. "Wir gehen von einem kurzfristigen und unkomplizierten Verfahren aus", so der Sprecher. Der mögliche Einsatz der Bundespolizei zur Kontrolle der Corona-Regeln dürfe aber grundsätzlich nicht zu Lasten anderer Unterstützungseinsatze in Berlin gehen.

Update, 16. Oktober, 13.27 Uhr: Corona: Mehr als 1100 Bundespolizisten in Quarantäne

Bei der Bundespolizei befinden sich aktuell mehr als 1100 Beamte in Quarantäne. Unter den 1 127 Bundespolizisten in Quarantäne sind 94 mit dem Coronavirus infiziert, wie eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam am Freitag bestätigte.

Zuvor hatte die Funke Mediengruppe über die Zahlen berichtet. Zu Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Bundespolizei durch die Ausfälle wollte die Sprecherin keine Auskunft geben.

Die Bundespolizei hat rund 51.000 Mitarbeiter und ist unter anderem für die Sicherheit an Flughäfen und Bahnhöfen zuständig. Aktuell helfen Bundespolizisten vermehrt dabei, die Maskenpflicht in Zügen der Deutschen Bahn durchzusetzen.

Bundespolizisten kontrollieren auch in Zügen der Deutschen Bahn, da kann man sich schonmal eine Infektion abholen.
Bundespolizisten kontrollieren auch in Zügen der Deutschen Bahn, da kann man sich schonmal eine Infektion abholen.  © Annette Riedl/dpa

Update, 16. Oktober, 13.15 Uhr: Forscher: Corona begünstigt Gewichtszunahme sozial schwacher Kinder

Die Corona-Pandemie wirkt sich laut Ernährungsmedizinern negativ auf das Gewicht von Kindern vor allem aus sozial benachteiligten Familien aus. "Das Risiko von Übergewicht und Fehlernährung steigt, ganz besonders bei den Schulkindern über zehn Jahren", sagte Prof. Berthold Koletzko von der Uni-Klinik München am Freitag. 

Er berief sich dabei auf eine im Auftrag der Forscher durchgeführte, repräsentative Forsa-Umfrage. Sie hatte ergeben, dass 27 Prozent der Eltern und 9 Prozent der Kinder unter 14 Jahren zwischen dem Lockdown im März und der Umfrage im September zugelegt haben.

"Wenn man dann die sozioökonomische Schichtung anschaut, sieht man, dass Kinder aus Familien mit hohem Bildungsabschluss der Eltern wenig betroffen sind, aber dass eines von vier Kindern von Eltern mit Hauptschulabschluss eine Zunahme des Körpergewichts hat", berichtete Koletzko. "Das ist eine sehr beunruhigende Beobachtung." Schließlich hätten diese Kinder schon vor Corona ein höheres Risiko für Übergewicht und Adipositas gehabt. "Auf den hohen Ausgangswert kommt jetzt auch noch diese hohe Steigung."

Zwar zeige die Umfrage, dass sich 14 Prozent der Familien - auch ermöglicht durch Homeoffice der Eltern - gesünder ernährten und die Kinder dadurch weniger Wurst und Fleisch, dafür aber mehr Obst und Gemüse aßen. Doch gerade die über Zehnjährigen griffen auch besonders oft zu gezuckerten Softdrinks, Süßigkeiten und salzigen Knabbereien, hieß es.

Noch stärker machte sich die Pandemie bei den Eltern bemerkbar: Hier berichtete gut ein Viertel der Frauen und Männer gleichermaßen von eng gewordenen Hosen. Auch dies sehen die Forscher mit Sorge, droht doch schon wieder der nächste Lockdown. "Adipositas - also krankhaftes Übergewicht - ist einer der Risikofaktoren für schwere Krankheitsverläufe bei Covid-19", erläuterte der Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin an der TU München, Prof. Hans Hauner.

Update, 16. Oktober, 13.08 Uhr: Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbots

Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbots. Das kündigte die Staatskanzlei in einer Mitteilung vom Freitag an. 

Die geplante Abschaffung stehe auf der Tagesordnung für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am kommenden Montag.

Update, 16. Oktober, 12.51 Uhr: Flicks Appell bei steigenden Corona-Zahlen: "An die Regeln halten"

Bayern-Trainer Hansi Flick hat angesichts der stark zunehmenden Corona-Infektionen appelliert, sich an die Verhaltensregeln zu halten und auf die Kontakte zu achten. Das gelte auch im Profi-Fußball, in dem die Corona-Fälle auch zunehmen.

"Wir alle wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir alle sollten uns an die Regeln halten. Die Maske zu tragen, ist schon ein guter Schutz", sagte der 55-Jährige am Freitag in München. Es stelle sich auch immer wieder die Frage, mit wem man sich treffe. "Ist das sinnvoll, muss es unbedingt sein", fragte der Trainer des FC Bayern.

Auszuschließen seien Infektionen natürlich nie. "Bei uns ist, toi, toi, toi, noch kein Fall gewesen. Aber wir wissen auch alle, dass es relativ schnell gehen kann", sagte Flick zur Lage beim deutschen Rekordmeister: "Wir schützen uns hier vor Ort höchstmöglich. Das ist auch die Aufgabe von jedem. Wir müssen auch an die Leute denken, die als Risikogruppe gelten. Wir können sie schützen, indem wir uns schützen durch möglichst wenig Kontakte." Es seien doch insgesamt "wenige Dinge, die wir beachten müssen, die aber enorm positive Auswirkungen haben".

Münchens Trainer Hansi Flick fordert, dass sich auch Fußballer an die Corona-Regeln halten sollen.
Münchens Trainer Hansi Flick fordert, dass sich auch Fußballer an die Corona-Regeln halten sollen.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 16. Oktober, 12.35 Uhr: Grand Est als Risikogebiet ohne Auswirkung auf Grenzpendler

Die Einstufung der ostfranzösischen Region Grand Est als Risikogebiet hat für Grenzpendler keine Auswirkungen. Es gebe zum Saarland keine Maßnahmen an der Grenze: Diese seien für die saarländische Landesregierung "kein probates Mittel mehr", teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer am Freitag in Saarbrücken mit.

Als es im März zu deutschen Grenzkontrollen kam, sei die Situation eine andere gewesen: Es habe damals keine Testungen und Nachverfolgungen von Infektionsketten gegeben.

"Wir stehen in einem engen interregionalen Austausch mit unseren Partnern und setzen auf eine grenzüberschreitende Pandemiebekämpfung", sagte er. Nach der aktuellen Verordnung seien Berufspendler von der zweiwöchigen Quarantänepflicht ebenso ausgenommen wie Menschen, die sich weniger als 72 Stunden in Grand Est aufgehalten oder einen triftigen Reisegrund hätten. Nicht in Quarantäne müssten Personen mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein dürfe.

Zudem gilt im Saarland eine Quarantäne-Ausnahmeregelung: Für Personen, die für maximal 24 Stunden aus einem Risikogebiet ins Saarland einreisen, entfällt die Quarantänepflicht, um den Menschen aus der Großregion ihre beruflichen und familiären Angelegenheiten weiter zu ermöglichen. Grand Est gilt ab diesem Samstag als Risikogebiet.

Update, 16. Oktober, 12.31 Uhr: Grenzwert zu hoch: Freiburg gegen Werder doch ohne Zuschauer

Fußball-Bundesligist SC Freiburg muss sein Heimspiel gegen den SV Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) doch ohne Zuschauer austragen. Das sei am Freitagvormittag entschieden worden, teilten die Badener mit. 

Grund sei, dass der aktuelle Sieben-Tages-Grenzwert im Freiburger Stadtgebiet nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 37,2 pro 100.000 Einwohnern liegt und damit den in der Corona-Verordnung Sport des Landes Baden-Württemberg veranschlagten Schwellenwert von 35 überschreitet. Am Donnerstag hatte der Sieben-Tages-Wert noch bei 29,8 gelegen.

Ursprünglich wollten die Freiburger 3800 Zuschauer zu ihrem zweiten Heimspiel in dieser Bundesliga-Saison ins Schwarzwald-Stadion lassen. Alle Mitglieder und Fans, die sich bereits Tickets gekauft haben, bekommen den vollen Betrag zurückerstattet, wie der Club mitteilte.

Update, 16. Oktober, 12.28 Uhr: 210 Corona-Neuinfektionen in Hamburg - Sieben-Tage-Wert bei knapp 45

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist innerhalb eines Tages deutlich um 210 Fälle gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörde am Freitag mitteilte, stieg die Sieben-Tage-Inzidenz von 41,4 auf 44,9 Neuinfektionen. Der Wert, der die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, liegt nun seit gut einer Woche über dem als kritisch geltenden Wert von 35. Am Donnerstag waren 168 neue Fälle gemeldet worden.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Hamburg 9665 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2. Rund 7500 gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen, 100 mehr als am Vortag.

Bislang starben nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) 241 Menschen an Covid-19. Diese Zahl ist seit dem 2. Oktober unverändert. Das RKI zählte für Hamburg insgesamt 278 Tote, so viele wie am Vortag.In Hamburger Krankenhäusern wurden am Donnerstag unverändert 58 Covid-19-Patienten behandelt. Auf Intensivstationen lagen 17 Menschen, zwei mehr als am Vortag.

Update, 16. Oktober, 12.26 Uhr: Bauernpräsident: Schweinehaltung in größter Krise seit Jahrzehnten

Nach Ansicht des Bauernpräsidenten Joachim Rukwied steckt die Schweinehaltung in Deutschland in der größten Krise seit Jahrzehnten. Als Gründe nannte der 59-Jährige unter anderem Ausfälle bei Schlachtungen wegen der Corona-Pandemie und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Die Preise für Schweinefleisch seien im freien Fall. "Das ist dramatisch, das ist beschämend", sagte Rukwied am Freitag beim Deutschen Bauerntag in Erfurt.

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes hätte eigentlich bereits Ende Juni in Lübeck stattfinden sollen, fiel aber wegen der Corona-Pandemie aus. Das Programm für den Ersatztermin in Erfurt wurde reduziert, dennoch kamen mehr als 400 Delegierte zum Bauerntag.

Rukwied forderte mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP), auch über Sicherheitsmaßnahmen für die Freiland- und Auslaufhaltung von Schweinen zu sprechen. Man müsse darüber diskutieren, "ob nicht mindestens temporär - ähnlich wie beim Thema, wenn die Geflügelpest ausbricht, Freilandhaltungen in Gebäude gehören", sagte Rukwied. Es gebe Betriebe, bei denen die Sicherungsmaßnahmen nicht dem entsprächen, was notwendig wäre. «Der Gau am Ende wäre, wenn wir in einem Hausschweinebestand die ASP hätten. Ich mag mir das gar nicht ausdenken», sagte Rukwied.

Im Deutschen Bauernverband nach dessen eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der knapp 300.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland freiwillig Mitglied.

Joachim Rukwied ist der Präsident des Deutschen Bauernverbandes sowie des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg (LBV).
Joachim Rukwied ist der Präsident des Deutschen Bauernverbandes sowie des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg (LBV).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 16. Oktober, 12.17 Uhr: Corona-Anstieg: Nur noch 500 Fans bei Basketball-Pokal in Weißenfels

Aufgrund der gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen muss die Zuschauer-Kapazität beim Qualifikationsturnier zum deutschen Basketball-Pokal in Weißenfels deutlich reduziert werden. 

Wie Gastgeber Syntainics MBC am Freitag mitteilte, sind auf Anordnung des Landkreises nur noch 500 statt 1250 Fans für das Turnier am Wochenende zugelassen. Bei den Parallel-Veranstaltungen in Vechta und Bonn sind gar keine Zuschauer zugelassen.

"Damit einher geht auch eine Nichtzulassung von auswärtigen Fans. Als auswärtige Fans werden nach Rücksprache mit der easyCredit Basketball Bundesliga Personen definiert, die nicht in Mitteldeutschland ansässig sind", teilte der MBC via Twitter mit. Bereits gekaufte Tickets können von auswärtigen Zuschauern kostenfrei storniert werden.

Am Samstag und Sonntag treten acht Bundesligisten zum ersten Spieltag der Qualifikation in der Stadthalle Weißenfels an. Die Gruppenphase wird am 24. und 25. Oktober abgeschlossen. Die vier Gruppensieger qualifizieren sich für das Final-Turnier am 1. und 2. November in München.

Update, 16. Oktober, 12.15 Uhr: Zwei Hoffenheimer Fußballprofis positiv auf Corona-Virus getestet

Die TSG 1899 Hoffenheim vermeldet zwei positive Corona-Fälle bei seinen Fußballprofis, sieht die Bundesliga-Partie gegen Borussia Dortmund aber nicht gefährdet. "Die Spieler, die in den vergangenen knapp zwei Wochen auf Länderspiel-Reisen im Ausland unterwegs waren, wurden nach ihrer Rückkehr in Deutschland positiv auf die Virus-Erkrankung getestet", teilten die Kraichgauer am Freitag mit.

Beide Profis haben demnach keinerlei Kontakt zu Kollegen oder dem Betreuer-Team und befinden sich nun in häuslicher Quarantäne. Sie seien aktuell symptomfrei, hieß es weiter. 

Die Corona-Tests der anderen Spieler am Donnerstag und am vergangenen Dienstag seien allesamt negativ gewesen, erklärte Hoffenheim. Namen nannte die TSG nicht. Über ein Dutzend Profis waren zuletzt auf Länderspiel-Reisen, darunter auch der derzeitige Toptorjäger Andrej Kramaric (sechs Saisontreffer). Ein weiterer Hoffenheimer Spieler sei ebenfalls in Quarantäne wegen einer Corona-Erkrankung im direkten familiären Umfeld.

Update, 16. Oktober, 12.11 Uhr: Finnische Regierungschefin verlässt EU-Gipfel nach Corona-Kontakt

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin hat wegen eines Corona-Falls in ihrer Umgebung den EU-Gipfel in Brüssel verlassen. Sie kehre unverzüglich in ihr Heimatland zurück, lasse sich dort testen und werde sich in freiwillige Quarantäne begeben, teilte der finnische Staatsrat am Freitag mit.

Marin habe den schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven gebeten, Finnland bei der Abschlusssitzung in Brüssel zu vertreten. Der Mitteilung zufolge war die 34 Jahre alte Regierungschefin Anfang der Woche im Parlament in der Nähe des Abgeordneten Tom Packalen gewesen, der positiv auf Corona getestet wurde.

Sanna Mari ist die Ministerpräsidentin von Finnland.
Sanna Mari ist die Ministerpräsidentin von Finnland.  © Olivier Matthys/AP Pool/dpa

Update, 16. Oktober, 12.08 Uhr: Coronapositive besucht Tochter in Klinik - Anzeige erstattet

Das Harzklinikum hat Anzeige gegen eine coronapositive Frau erstattet, die trotz Symptomen und Quarantäne ihre operierte Tochter besucht hat. Auf der Erklärung, die alle Patienten und Besucher des Klinikums ausfüllen müssen, habe die Frau angegeben, keine Symptome zu haben, teilte das Harzklinikum am Freitag in Quedlinburg mit. 

Dabei habe sie kurz zuvor wegen solcher Symptome eine Fieberambulanz aufgesucht und sich testen lassen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses habe sie zu Hause bleiben sollen. Einen Tag nach dem Krankenbesuch habe das Gesundheitsamt dem Klinikum mitgeteilt, dass bei der Frau das Virus nachgewiesen wurde.

Das kommunale Klinikum hat die Frau nun wegen vorsätzlicher Gefährdung von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern angezeigt, wie es hieß. Auch die falschen Angaben auf der Patienten- und Besuchererklärung würden ihr zur Last gelegt.

Zu den Folgen des Besuchs vom 6. Oktober teilte das Harzklinikum weiter mit: "Infektionen von Patienten, Besuchern und Klinik-Mitarbeitern mit dem Corona-Virus sind nach diesem Vorfall bislang nicht bekannt geworden. Jedoch musste eine lange geplante Operation einer Patientin, die sich das Zimmer mit der Tochter der Besucherin geteilt hat, daraufhin abgesagt werden." Nähere Angaben zu Mutter und Tochter machte ein Klinikumssprecher nicht. Nur so viel: Beide seien erwachsen.

Update, 16. Oktober, 12.06 Uhr: Wimbledon 2021 ohne Zuschauer? Veranstalter planen für drei Szenarien

Die Wimbledon-Organisatoren beschäftigen sich mit einer Auflage des Rasen-Klassikers 2021 ohne Zuschauer. Derzeit werde für drei mögliche Szenarien geplant, teilten die Tennis-Veranstalter am Freitag mit.

Man plane für ein Turnier mit der gewohnten vollen Zuschauerzahl, mit einer beschränkten Kapazität und für eine Auflage ohne Publikum. 2021 soll das Rasen-Turnier vom 28. Juni bis 11. Juli ausgetragen werden.

Anders als die US Open und die French Open war Wimbledon in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgefallen. Die US Open der Tennisprofis hatten als erstes Grand-Slam-Event nach der monatelangen Turnierpause ohne Publikum stattgefunden, bei den vom Mai in den Herbst verschobenen French Open war eine geringe Zuschauerzahl erlaubt gewesen.

Das berühmte Tennisturnier Wimbledon wurde 2020 abgesagt, 2021 könnte es womöglich ohne Zuschauer stattfinden.
Das berühmte Tennisturnier Wimbledon wurde 2020 abgesagt, 2021 könnte es womöglich ohne Zuschauer stattfinden.  © Bob Martin/AELTC/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 12 Uhr: RKI: Wieder mehr Corona-Ausbrüche in Altenheimen

In Deutschland werden laut Robert Koch-Institut (RKI) wieder vermehrt Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. "Da sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, nimmt die Anzahl der schweren Fälle und Todesfälle zu", schreibt das RKI in seinem Lagebericht von Donnerstagabend.

Im Frühjahr gab es mehrere große Corona-Ausbrüche in Altenheimen. Senioren gelten generell als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19. Die Zahl der Neuinfektionen insgesamt hat in Deutschland einen Höchstwert erreicht. So meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland nach RKI-Angaben vom Freitag 7334 neue Fälle binnen eines Tages.

Update, 16. Oktober, 11.51 Uhr: Fahrradmesse Eurobike fällt wegen Corona-Beschränkungen aus

Die Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen (Bodenseekreis) wird in diesem Jahr ausfallen. Eine Neubewertung der Situation während der Corona-Pandemie habe die Messebetreiber zu der Entscheidung bewogen, die für den 24. bis 26. November geplante Messe abzusagen.

Geschäftsführer Klaus Wellmann sagte am Freitag, die Reisebeschränkungen und das zeitweise Beherbergungsverbot stellten zu große Hürden dar. Die nächste Eurobike in Präsenzform soll es 2021 geben. Die Weichen dafür würden bereits gestellt, teilte der Messebetreiber mit. Kosten für Aussteller und bereits verkaufte Tickets für die nun ausfallende Veranstaltung würden erstattet.

Die Eurobike war zuvor bereits von September in den November verlegt worden. Zudem hatten die Veranstalter ein Hygiene- und Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Die Eurobike in Friedrichshafen ist eine der wichtigsten Messen der Fahrradbranche.

2019 konnte die Fahrradmesse "Eurobike" noch problemlos stattfinden, 2020 muss sie nun ausfallen.
2019 konnte die Fahrradmesse "Eurobike" noch problemlos stattfinden, 2020 muss sie nun ausfallen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 16. Oktober, 11.40 Uhr: Gericht entscheidet über Quarantäne-Eilanträge erst nächste Woche

Das Oberverwaltungsgericht Greifswald entscheidet an diesem Freitag noch nicht über die Eilanträge gegen die Quarantäneregeln für Urlauber aus Risikogebieten. Der Senat werde erst Anfang nächster Woche zusammenkommen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Der genaue Termin blieb offen.

Die Tourimusbranche in Mecklenburg-Vorpommern wartet mit Spannung auf eine Gerichtsentscheidung. Niedersachsen, Sachsen, Baden-Württemberg und das Saarland haben das Beherbergungsverbot für Gäste aus deutschen Corona-Hotspots schon wieder aufgehoben, in Bayern läuft es an diesem Freitag aus.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen an den bislang geltenden Regeln festhalten. Nach ihren Worten bedeuten sie kein Beherbergungsverbot. Gäste aus Risikogebieten müssen bei der Ankunft in MV einen negativen Corona-Test vorweisen und danach in Quarantäne. Diese können sie frühestens nach fünf Tagen verlassen, wenn auch ein zweiter Test negativ ist.

Update, 16. Oktober, 11.34 Uhr: Tschechien ruft Mediziner aus dem Ausland zurück

Wegen der Corona-Pandemie hat Tschechien seine im Ausland arbeitenden Ärzte aufgerufen, vorübergehend nach Hause zurückzukehren. Gesundheitsminister Roman Prymula begrüßte am Freitag einen entsprechenden Aufruf der tschechischen Ärztekammer (CLK). "Wir sind dankbar für jede helfende Hand", sagte der 56-Jährige.

Ärztekammer-Präsident Milan Kubek appellierte in dem Schreiben an seine Landsleute im Ausland, "ihren ehemaligen Kollegen in unseren Krankenhäusern zu helfen". Am dringendsten sei der Bedarf an Anästhesisten und Intensivmedizinern. Auch qualifiziertes Pflegepersonal werde gebraucht. 

Seit langem wandern jährlich Hunderte tschechischer Medizinabsolventen und Ärzte auf der Suche nach besseren Gehältern und Arbeitsbedingungen in andere EU-Länder wie Deutschland aus.

Unterdessen meldeten die tschechischen Behörden den zweiten Tag in Folge einen Tagesrekord bei den Corona-Neuinfektionen. Am Donnerstag kamen 9721 Fälle hinzu - so viele wie noch nie zuvor an einem Tag in Tschechien. Allerdings wurde auch mehr getestet. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg auf mehr als 149.000.

Roman Prymula, der Gesundheitsminister von Tschechien, steht Ende September vor einer Karte seines Landes, auf der die Corona-Warnstufen der einzelnen Landesteile zu erkennen sind.
Roman Prymula, der Gesundheitsminister von Tschechien, steht Ende September vor einer Karte seines Landes, auf der die Corona-Warnstufen der einzelnen Landesteile zu erkennen sind.  © Michal Kamaryt/CTK/dpa

Update, 16. Oktober, 11.27 Uhr: Eichsfeld auf Corona-Karte rot - Weimar weißer Fleck

Das Eichsfeld ist nach 73 neuen Corona-Fällen innerhalb der vergangenen sieben Tage auf der Corona-Karte des Robert Koch-Instituts rot eingefärbt. Der Landkreis ist damit der einzige in Thüringen, in dem die als kritisch geltende Marke von 50 neuen Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten wurde.

Dagegen ist die Stadt Weimar in Thüringen ein weißer Fleck - dort hat es innerhalb der vergangenen sieben Tage keine einzige Neuansteckung gegeben.

Auf ganz Thüringen verteilt hat es seit Donnerstag 75 neue Fälle von nachgewiesenen Corona-Infektionen gegeben. Damit sind am Freitag (0.00 Uhr) insgesamt 4711 Infektionen mit dem neuartigen Virus bekannt geworden. Als wieder genesen gelten 4050 Menschen. 196 Patienten sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Neben dem Eichsfeld sind der Landkreis Sömmerda mit einer Inzidenz von 46,1 und die Stadt Gera mit einer Inzidenz von 38,7 weitere Schwerpunkte des Corona-Geschehens in Thüringen. Sowohl im Kreis Sömmerda wie auch in Gera sind die Zahlen seit Donnerstag gestiegen. Auch der Saale-Holzland-Kreis nähert sich mit einer Inzidenz von 30,1 langsam der in Thüringen geltenden Grenze von 35 Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an, ab der verschärfte Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Update, 16. Oktober, 11.21 Uhr: Bayern hebt Teilnehmer-Obergrenze für Gottesdienste im Freien auf

Für Gottesdienste unter freiem Himmel gibt es in Bayern künftig keine Personenobergrenze mehr. Die bisherige Höchstzahl von 200 Teilnehmern gelte ab Samstag nicht mehr, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Dies sei für die Gläubigen und die Kirchen gerade mit Blick auf Allerheiligen und Weihnachten eine wichtige Botschaft. Es bleibe aber dabei, dass bei den Gottesdiensten die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und auch die Hygienekonzepte eingehalten werden müssten. "Ich vertraue hier auf die Umsetzung der Pfarrgemeinden und der Gottesdienstbesucher", sagte Herrmann.

Bei Gottesdiensten im Freien dürfen in Bayern künftig wieder bis zu 200 Personen teilnehmen.
Bei Gottesdiensten im Freien dürfen in Bayern künftig wieder bis zu 200 Personen teilnehmen.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 16. Oktober, 11.19 Uhr: Gericht kippt Berliner Sperrstunde

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt. 

Das sagte ein Gerichtssprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. In Kürze mehr dazu.

Update, 16. Oktober, 11.17 Uhr: Erste Probanden haben am UKE Covid-19-Impfstoff erhalten

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben erste Probanden bei einer klinischen Phase-I-Studie einen Impfstoff gegen Covid-19 erhalten. Bereits am vergangenen Freitag sei einer Frau der Impfstoff MVA-SARS-2-S injiziert worden, teilte das UKE am Freitag mit.

Danach sei fünf weiteren Probandinnen und Probanden der sogenannte Vektor-Impfstoff verabreicht worden. Insgesamt nähmen 30 Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren an der Studie teil. Der Impfstoff wurde den Angaben zufolge vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH entwickelt und wird nun am UKE auf seine Sicherheit, Verträglichkeit und spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht.

"Bisher verlief alles erwartungsgemäß und nach Plan", erklärte die Leiterin der UKE-Infektiologie und verantwortliche Prüfärztin, Marylyn Addo. Die Probandinnen und Probanden erhalten demnach zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen und werden danach jeweils einige Stunden ärztlich überwacht.

Im Anschluss müssen sie sich über sechs Monate immer wieder untersuchen lassen, um mögliche Nebenwirkungen sowie die Immunantwort anhand von Blutuntersuchungen und Befragungen festzustellen. Parallel dazu werde die Bildung von Antikörpern und T-Zellen im Körper gemessen und mit der Immunreaktion von genesenen Covid-19-Patienten verglichen.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat eine Studie zu Corona-Impfstoffen gestartet.
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat eine Studie zu Corona-Impfstoffen gestartet.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Update, 16. Oktober, 11.15 Uhr: In Bayern gibt es ab Samstag kein Beherbergungsverbot mehr

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern an diesem Freitag aus. 

Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift, "wir belassen es dabei", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Update, 16. Oktober, 11.11 Uhr: Elsässer stürmen Läden - Hamsterkäufe in Kehl

Gerüchte über Grenzschließungen haben nach Angaben der Stadt Kehl dort für einen "Ausnahmezustand" gesorgt. Wie eine Rathaussprecherin am Freitag mitteilte, gab es am Vortag meterlange Schlangen vor den Läden und Tabakgeschäften, unzählige Autos an Tankstellen und bis zu 100 Menschen gleichzeitig in den lokalen Drogeriemärkten.

"Es war so viel los, wie sonst nur an einem französischen Feiertag", berichtete sie. Trotz Nieselregens habe sich ein Meer von Menschen durch die Stadt bewegt. Auslöser seien Berichte verschiedener Straßburger Medien gewesen, wonach das Robert-Koch-Institut (RKI) die Région Grand Est aufgrund der Entwicklung der Corona-Lage zum Risikogebiet erklärt. 

Die Bundesregierung hat von Samstag an fast ganz Frankreich - darunter auch die Region Grand Est, zu dem das an Baden-Württemberg grenzende Elsass gehört - als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Update, 16. Oktober, 11.05 Uhr: Coronafälle bei Tiefkühlkost-Firma: zunächst keine weiteren Maßnahmen

Nachdem sich in einer Tiefkühlkost-Firma in Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis) dutzende Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben, plant die Verwaltung zunächst keine verschärfenden Maßnahmen. Wie eine Sprecherin am Freitag sagte, seien die Zahlen im Kreis "momentan noch akzeptabel". 

Mit den Angaben von Donnerstag lagen laut Sprecherin alle Testergebnisse vollständig vor. Demnach hatten sich 45 der insgesamt 165 Angestellten des Unternehmens nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Der Sprecherin zufolge ließ das Unternehmen Anfang der Woche die gesamte Belegschaft testen, nachdem Einzelfälle von Infizierten bekannt geworden waren. 

Ziel war es laut der Mitteilung, alle Beschäftigten zu testen und die Infektionsketten durch entsprechende Maßnahmen konsequent zu unterbrechen. Kontaktpersonen der Kategorie I wurden der Sprecherin zufolge ebenso wie die Infizierten in Quarantäne versetzt. Das zuständige Gesundheitsamt arbeite an der Kontaktnachverfolgung.

Das Unternehmen hatte die Präventionsmaßnahmen den Angaben zufolge weiter verschärft. Der Betrieb habe aufrechterhalten werden können, hieß es.

Eine Tiefkühlkost-Firma in Bobenheim-Roxheim bleibt trotz Corona-Fällen bei einigen Mitarbeitern weiterhin in Betrieb. (Symbolbild)
Eine Tiefkühlkost-Firma in Bobenheim-Roxheim bleibt trotz Corona-Fällen bei einigen Mitarbeitern weiterhin in Betrieb. (Symbolbild)  © Carmen Jaspersen/dpa

Update, 16. Oktober, 11.02 Uhr: Saarland verschärft seine Corona-Regeln

Das Saarland hat seine Regelungen für Gebiete mit gestiegenen Corona-Zahlen verschärft. Ab 50 Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner dürfen bei privaten Veranstaltungen in geschlossenen Räumen nur noch bis zu 25 Menschen zusammenkommen, wie aus der am Freitag in Kraft getretenen Corona-Verordnung der saarländischen Landesregierung hervorgeht. 

Zudem sollten sich in privaten Wohnungen dann nicht mehr als zehn Personen treffen. Im Saarland gelten bislang die drei Landkreise St. Wendel, Neunkirchen und Merzig-Wadern als Risikogebiete. Ab einem Wert von 35 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100 000 Einwohner werde die Teilnehmerzahl bei privaten Veranstaltungen in geschlossenen Räumen auf 50 Personen begrenzt. In Privaträumen würden dann bis zu 25 Personen empfohlen.

Nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums können Landkreise und der Regionalverband Saarbrücken zusätzlich weitere Schutzmaßnahmen für einen bestimmten räumlichen und zeitlichen Geltungsbereich erlassen. Hierzu gehörten zum Beispiel eine ausgeweitete Maskenpflicht oder die Gästezahl in Ladenlokalen zu begrenzen. Eine weitere Änderung der Verordnung: Das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten wurde ausgesetzt.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) teilte mit: "Leider mussten wir in den letzten Tagen eine Erhöhung des Infektionsgeschehen feststellen. Aus Sorge um die Gesundheit der Saarländerinnen und Saarländer haben wir die Verordnung anpassen müssen. Sobald das Infektionsgeschehen wieder stabil ist, können die Beschränkungen wieder ausgesetzt werden."

Update, 16. Oktober, 11 Uhr: Höchststand seit August: Mehr als 63 000 neue Corona-Fälle in USA

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA hat erneut einen Höchststand seit Mitte August erreicht. Am Donnerstag (Ortszeit) verzeichnete die Johns Hopkins Universität in Baltimore binnen 24 Stunden rund 63.600 Neuinfektionen, rund 4000 mehr als am Vortag. Ähnlich hoch waren die Zahlen zuletzt am 14. August gewesen, als rund 64.600 neue Fälle gemeldet wurden.

Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die Zahl der neuen Todesfälle blieb relativ stabil bei 904.

Die bislang höchste Anzahl der Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Universität am 16. Juli mit mehr als 77.300. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in den USA mehr als 7,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 217.700 starben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Während in den USA bereits viele Wähler Schlange stehen, um vorzeitig ihre Stimmen zur Präsidentschaftswahl im November abzugeben, steigen die Corona-Fallzahlen weiterhin rasant an.
Während in den USA bereits viele Wähler Schlange stehen, um vorzeitig ihre Stimmen zur Präsidentschaftswahl im November abzugeben, steigen die Corona-Fallzahlen weiterhin rasant an.  © Mikala Compton/Herald-Zeitung/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 10.57 Uhr: Ski-Weltcups in Schweiz in der Saison komplett ohne Zuschauer

Wegen der Corona-Krise werden alle alpinen Skirennen in der Schweiz in diesem Weltcup-Winter ohne Zuschauer gefahren. Das teilte der Verband Swiss Ski am Freitag mit. Betroffen sind die Frauen-Rennen in St. Moritz und Crans-Montana, die Männer-Events in Adelboden und Wengen sowie das gemeinsame Weltcup-Finale in Lenzerheide. Auch beim Skispringen in Engelberg sind keine Fans zugelassen. Auf Event-Zelte oder spezielle Zuschauer-Veranstaltungen rund um die Wettkämpfe werde ebenfalls verzichtet, hieß es.

Die Eidgenossen wollen mit dieser Entscheidung noch vor Beginn der Weltcup-Saison für Planungssicherheit bei den Veranstaltern sorgen. Dadurch sollen etwa teure Aufbauten von temporären Tribünen frühzeitig nicht nötig werden. Zugleich müssen die Weltcup-Orte aber auf Einnahmen aus Eintrittskarten und VIP-Paketen verzichten.

Auch beim Weltcup-Start an diesem Wochenende in Sölden in Tirol sind keine Fans zugelassen. In Österreich wurde zuletzt prognostiziert, dass auch beim Weltcup-Höhepunkt in Kitzbühel wohl keine Zuschauer neben der Strecke und im Ziel dabei sein werden. Mit Blick auf die WM im Februar in Cortina d'Ampezzo gingen die Veranstalter bisher davon aus, dass deutlich weniger Fans als möglich erlaubt sind.

Update, 16. Oktober, 10.51 Uhr: Kretschmann rechnet mit Ausrufung der kritischen Pandemiestufe

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angesichts der dramatischen Zunahme der Neuinfektionen im Südwesten eine zeitnahen Eintritt des Landes in die kritische Pandemiestufe in Aussicht gestellt. 

Die Bürger müssten damit rechnen, dass die Landesregierung spätestens am Montag die dritte Pandemiestufe ausrufe, sagte der Grünen-Politiker am Freitag bei der Hauptversammlung des Städtetags Baden-Württemberg, die per Videokonferenz stattfand. Diese beinhaltet weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. 

Wenn es so weitergehe, werde Baden-Württemberg am Wochenende bei mehr als 50 Neuinfektionen per 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegen, sagte der Regierungschef. "Wir können die Welle nur dann brechen, wenn wir jetzt handeln." Mehr denn je komme es auf die Eigenverantwortung der Menschen an.

Die Landesregierung hatte im September ein dreistufiges Alarm-System im Kampf gegen eine zweite Welle erarbeitet. Entscheidend für die Einstufung dabei ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, aber auch andere Faktoren. Die Pandemiestufe 2, die verschärfte Kontrollen und Appelle beinhaltet, war vergangene Woche ausgerufen worden. Die dritte, kritische Phase sieht weitere Einschränkungen wie eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen auf den Unterricht vor.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa

Update, 16. Oktober, 10.45 Uhr: Privates Geldvermögen in der Corona-Krise auf Rekordhoch

Nach einem Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie ist das Vermögen der Menschen in Deutschland im zweiten Quartal auf den Rekordwert von rund 6630 Milliarden Euro gestiegen. 

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen kletterte im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 253 Milliarden Euro oder 4,0 Prozent, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Grund war vor allem die Erholung an den Aktienmärkten nach den Kursstürzen zu Beginn der Krise.

"Die durch die Pandemie und die Unsicherheit über ihre wirtschaftlichen Folgen ausgelösten Bewertungsverluste bei Aktien im Vorquartal wurden zum großen Teil kompensiert" erläuterte die Bundesbank. Sparer setzten unter anderem weiter auf Bargeld und Bankeinlagen, die zwar wegen der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen, auf die sie aber schnell zugreifen können. Auch Nettokäufe von Aktien und sonstigen Anteilsrechten (Beteiligungen) waren mit 16 Milliarden Euro den Angaben zufolge ein wichtiger Faktor.

Wie schon in der Vergangenheit nutzen die Menschen die Niedrigzinsen, um sich billig Geld zu leihen, insbesondere für Wohnungsbaukredite. Nach Abzug der Schulden, stieg das Geldvermögen ebenfalls deutlich um 236 Milliarden auf rund 4722 Milliarden Euro. Die Bundesbank berücksichtigt bei der Berechnung Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen - nicht jedoch Immobilien. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor.

Update, 16. Oktober, 10.42 Uhr: Ernüchternde WHO-Ergebnisse zu Trump-Medikament Remdesivir

Mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wenig oder keinen Nutzen gezeigt. Darunter ist auch ein Mittel, das US-Präsident Donald Trump nach seiner Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 erhielt: Remdesivir. Das Arzneimittel ist auch in Europa zur Therapie von Covid-19 zugelassen.

Zwischenergebnisse legten nahe, dass die getesteten Medikamente wenig oder gar keinen Effekt hatten, teilte die WHO am Freitag mit. Geprüft wurden unter anderem, welchen Einfluss sie auf die Sterblichkeit, den Zeitpunkt für den Einsatz von Beatmungsgeräten und die Länge des Krankenhausaufenthalts hatten.

Im Rahmen der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie mit Tausenden Patienten in fast 500 Kliniken in mehr als 30 Ländern waren Remdesivir, Chloroquin/Hydroxychloroquin, Lopinavir/Ritonavir und Interferon-Regime geprüft worden. Die Medikamente waren ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt worden.

Die Ergebnisse seien noch nicht veröffentlicht, betonte die WHO, sondern müssten noch von Experten geprüft werden. Ein Manuskript wurde aber auf dem Server medRxiv der amerikanischen Yale-Universität hochgeladen.

Das angebliche Corona-Medikament Remdesivir hat laut Experten der WHO "wenig oder gar keinen Effekt".
Das angebliche Corona-Medikament Remdesivir hat laut Experten der WHO "wenig oder gar keinen Effekt".  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Update, 16. Oktober, 10.36 Uhr: EU-Gipfelchef Michel: Wir nehmen die Corona-Situation extrem ernst

Die Staaats- und Regierungschefs der EU-Staaten sind besorgt über die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa. "Wir nehmen die Situation extrem ernst", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Freitagmorgen in Brüssel wenige Stunden nach ausgiebigen Gipfel-Beratungen zum Thema in Brüssel.

Man sehe in ganz Europa eine Wiederausbreitung der Epidemie und die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten zu beschleunigen. Besonders sei dies bei Themen wie der Kontaktpersonen-Nachverfolgung und Testverfahren der Fall.

"Wir haben beschlossen, die Koordinierung auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs zu verstärken, um sicherzustellen, dass so schnell wie möglich Fortschritte bei der Eindämmung der Epidemie erzielt werden können", erklärte Michel zum Auftakt des zweiten Gipfeltages.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits in der Nacht betont, es gehe nun darum, ein ungebremstes Wachstum der Infektionszahlen zu verhindern. Deshalb werde es künftig regelmäßigere Konsultationen auch über Video geben. "Die Frage, wie wir aus dieser Pandemie herauskommen, die entscheidet über die Gesundheit von ganz vielen Menschen. Die entscheidet über die Frage: Wie viele Menschen müssen sterben? Und sie entscheidet auch über unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", sagte die CDU-Politikerin.

Charles Michel ist der Präsident des Europäischen Rates.
Charles Michel ist der Präsident des Europäischen Rates.  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 10.32 Uhr: Zwölf positive Corona-Fälle beim HSC Montpellier

Kurz vor dem Ligue-1-Spiel gegen AS Monaco hat der französische Fußballclub HSC Montpellier zwölf Corona-Fälle gemeldet. Acht Spieler und vier Mitarbeiter seien positiv getestet worden, teilte der Club am Freitag mit. 

Dabei wurden keine Namen genannt. Die gesamte Mannschaft unterzog sich demnach am Freitag weiteren Tests, die betroffenen Personen wurden isoliert. Die Mannschaft soll am Sonntag eigentlich nach Monaco reisen, nächste Woche steht ein Heimspiel gegen Stade Reims an.

Update, 16. Oktober, 10.30 Uhr: Corona: Weite Teile Sloweniens im teilweisen Lockdown

Wegen der stark steigenden Zahl von Ansteckungen mit dem Coronavirus gelten in Slowenien seit Freitag in weiten Teilen des EU-Landes Bewegungsbeschränkungen. Bewohner jener sieben von zwölf Regionen, die aufgrund der hohen Infektionszahlen als "rot" eingestuft wurden, dürfen ihre jeweilige Region nur mehr noch aus triftigen Gründen verlassen. Zu den "roten" Zonen gehören die Hauptstadt Ljubljana sowie die umliegenden Regionen.

In den "roten" Zonen sind außerdem seit Freitag öffentliche Veranstaltungen, Versammlungen, Hochzeiten und religiöse Zeremonien untersagt. Masken müssen auch im Freien getragen werden. Die restlichen fünf Regionen gelten als "orange". Dort gelten keine Bewegungsbeschränkungen, Masken müssen nur in öffentlich zugänglichen Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

In Slowenien, einem Land mit knapp mehr als zwei Millionen Einwohnern, ist die Zahl der Corona-Ansteckungen zuletzt sprunghaft angestiegen. Den letzten Tageswert gaben die Behörden am Donnerstag mit 745 an. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie im März 10.683 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 176 Tote wurden im Zusammenhang mit der Krankheit gemeldet.

Update, 16. Oktober, 10.29 Uhr: Aktive Corona-Fälle in Niedersachsen erreichen Rekordwert

In Niedersachsen gelten derzeit so viele Menschen als coronainfiziert wie noch nie seit Ausbruch des Virus. Die geschätzte Zahl der aktiven Fälle stieg am Freitag auf 4587, wie aus Daten des Landesgesundheitsamts hervorgeht. Der bisherige Höchstwert lag bei 4484 Fällen am 8. April.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte bereits am Donnerstag gesagt, es sei "besorgniserregend", dass es wieder ähnlich viele akut Infizierte gebe wie im April "auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle".

Als Regionen, die die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten, wies Niedersachsen am Freitag die Landkreise Cloppenburg (90,8), Emsland (68,5), Grafschaft Bentheim (72,2), Northeim (64,3), Osnabrück (51,1) und Vechta (84,7) sowie die Stadt Delmenhorst (172,8) aus.

Carola Reimann (SPD), die Sozial- und Gesundheitsministerin von Niedersachsen, hält den aktuellen Anstieg an Corona-Infektionen für "besorgniserregend".
Carola Reimann (SPD), die Sozial- und Gesundheitsministerin von Niedersachsen, hält den aktuellen Anstieg an Corona-Infektionen für "besorgniserregend".  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 16. Oktober, 10.21 Uhr: Weiter steigende Infektionszahlen in Brandenburg - 153 neue Fälle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg erneut gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 153 neue Fälle innerhalb eines Tages. Am Vortag waren es 144 Neuinfektionen. 

Mit jeweils 20 neuen Fällen war die Zahl der Neuinfektionen in Cottbus und im Landkreis Mittelmark am höchsten. Cottbus gilt bereits seit Donnerstag als Risikogebiet, weil dort die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über den kritischen Wert von 50 gestiegen war. Inzwischen liegt sie dort bei 70,2.

Aktuell sind 966 Menschen in Brandenburg erkrankt, 105 mehr als am Donnerstag. 60 Patienten werden stationär in Krankenhäusern behandelt, davon vier intensivmedizinisch beatmet. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen stieg um einen Fall auf 178. Als genesen gelten 4236 Personen, 47 mehr als am Vortag. Insgesamt wurden seit März in Brandenburg 5380 bestätigte Infektionen registriert.

Update, 16. Oktober, 10.18 Uhr: In Sri Lanka droht Maskenverweigerern Gefängnis

Maskenverweigerern droht im südasiatischen Inselstaat Sri Lanka künftig eine Haftstrafe. Wer sich im Kampf gegen das Coronavirus in der Öffentlichkeit nicht an Abstandsregeln halte, könne ebenfalls mit bis zu sechs Monaten Haft sowie umgerechnet 46 Euro Geldbuße bestraft werden, teilten die Behörden am Freitag mit.

"Die Gesetze sind ein Schutz für Gesundheitsmitarbeiter und für die Polizei bei der Umsetzung von Richtlinien zur Eindämmung des Virus", sagte der stellvertretende Polizeichef Ajith Rohana. So sei es nun auch Pflicht, in Läden und Büroräumen Handdesinfektionsmittel bereitzustellen und ein Kundenregister zu führen.

Mit den schärferen Regeln reagiert die Tropeninsel im Indischen Ozean auf die zweite Welle der Pandemie. Bislang hatte das Land mit seinen rund 22 Millionen Einwohnern nach offiziellen Zahlen vergleichsweise wenige Fälle: Etwa 3500 Corona-Infektionen und 13 Todesfällen wurden gemeldet.

Seit dem 3. Oktober seien aber knapp 1800 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, darunter etwa 1500 in einer Textilfabrik außerhalb Colombos. Landesweit wurden rund 10.000 Einwohner seither in Quarantänezentren untergebracht. Rund um die Hauptstadt gilt für 19 Gebiete eine Ausgangssperre.

In Sri Lanka kommt man schlimmstenfalls bis zu einem halben Jahr lang ins Gefängnis, wenn man keine Maske trägt.
In Sri Lanka kommt man schlimmstenfalls bis zu einem halben Jahr lang ins Gefängnis, wenn man keine Maske trägt.  © Tang Lu/XinHua/dpa

Update, 16. Oktober, 10.15 Uhr: Haseloff will weiter kein Bußgeld für Masken-Verweigerer

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will in Sachsen-Anhalt trotz der steigenden Infektionszahlen weiter kein Bußgeld für Masken-Verweigerer. "Es gibt derzeit keinen Anlass für eine Verschärfung", sagte der Regierungschef am Freitag im Landtag.

Die Sachsen-Anhalter würden sich "mehr als in den anderen Bundesländern" an die Regeln halten, zusätzliche Sanktionen könnten die hohe Akzeptanz gefährden. Sollten auch in Sachsen-Anhalt Hotspots entstehen, müsse man die Lage jedoch neu bewerten.

Die Linke hatte dem Ministerpräsidenten inkonsequentes Handeln vorgeworfen. Die designierte Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern kritisierte, dass Haseloff nach der Bund-Länder-Einigung am Mittwoch seine Amtskollegen aufgerufen hatte, die Beschlüsse "stringent und knallhart" einzuhalten, selbst aber die Maskenpflicht in Sachsen-Anhalt nicht durchsetzt.

Haseloff verteidigte außerdem erneut die Entscheidung, das sogenannte Beherbergungsverbot beizubehalten. Man dürfe nicht riskieren, Menschen aus den Hotspots anzulocken und einen Ausbruch hier zu riskieren. Sachsen-Anhalt sei bereit, am 8. November mit Bund und Ländern über eine gemeinsame Regelung zu verhandeln. "Wenn es keine bundeseinheitliche Regelung gibt, bleiben wir dabei."

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ist gegen Bußgelder für Masken-Verweigerer aber für das umstrittene Beherbergungsverbot.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ist gegen Bußgelder für Masken-Verweigerer aber für das umstrittene Beherbergungsverbot.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbid/dpa

Update, 16. Oktober, 10.11 Uhr: Verschärfte Regeln im Vulkaneifelkreis ab Samstag

Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen gelten im Vulkaneifelkreis ab Samstag (17. Oktober) strengere Corona-Regeln. Bei Feiern im privaten Raum seien dann maximal zehn Menschen aus bis zu zwei Haushalten erlaubt, teilte die Kreisverwaltung am Freitag in Daun mit. 

Die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen werde auf 100 Personen begrenzt. Sport sei ohne Zuschauer möglich. "Diese Maßnahmen sollen dazu führen, dass die Covid-19-Fallzahlen im Landkreis Vulkaneifel nicht weiter ansteigen", hieß es in einer Mitteilung. Die Regeln gelten bis zum 15. November.

Der kritische Wert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wurde am Mittwoch überschritten. Zuvor war bereits der benachbarte Eifelkreis Bitburg-Prüm als Risikogebiet ausgewiesen worden. Ein Teil der Infektionen im Vulkaneifelkreis gehe auf Infektionsketten mit Bezug zum Nachbarkreis zurück, hieß es. Auch Feiern im privaten Umfeld seien ein Grund für die Ausbreitung.

Update, 16. Oktober, 9.48 Uhr: Relativ wenig Corona-Infektionen und Quarantäne an Schulen

Bisher hat es laut einem Medienbericht nur relativ wenige Corona-Infektionen und Quarantäne-Maßnahmen an deutschen Schulen gegeben. Bis zum Start der Herbstferien hätten durchschnittlich 98 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an Präsenzunterricht teilnehmen können, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag) nach einer Umfrage bei den Kultusministerien der Länder.

Demnach waren in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern rund 0,04 Prozent der Schüler mit dem Coronavirus infiziert. In Berlin waren es 0,07 Prozent. Es gab zudem nur relativ wenige Quarantäne-Maßnahmen. So waren zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen am Stichtag 7. Oktober 98,1 Prozent der Schüler nicht von Quarantäne betroffen. In Bayern befand sich am 15. Oktober rund 1 Prozent der Schüler in Quarantäne.

"Wir haben die Beobachtung gemacht, dass es kein verstärktes oder im Vergleich zur übrigen Gesellschaft erhöhtes Infektionsgeschehen an Schulen oder Kitas gibt", sagte die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) dem RND. "Infektionen finden ganz überwiegend außerhalb der Schulen und Kitas statt und werden von außen hereingetragen."

Update, 16. Oktober, 9.37 Uhr: Kanzleramtsminister Braun: Hamstern ist wirklich nicht erforderlich

Der Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat deutlich gemacht, dass trotz steigender Zahlen von Coronavirus-Infektionen kein Grund für Hamsterkäufe besteht. "Die Versorgung im Einzelhandel ist gewährleistet", sagte der CDU-Politiker am Freitag im RTL/ntv-"Frühstart". Insofern sei ein normales Einkaufsverhalten im Supermarkt völlig in Ordnung. Da muss sich keiner Sorgen machen."

Die Corona-Lage bezeichnete Braun als "deutlich ernster" als im Frühjahr. Es gebe einen steilen Anstieg der Zahlen. "Wir erwarten nicht, dass die Zahlen morgen geringer werden." Steigende Zahlen bedeuteten, dass man im Augenblick nicht genug tue, um die Infektionen unter Kontrolle zu halten. Deshalb müsse man jetzt sehr entschieden handeln.

Auf die Frage, wie nah Deutschland an einem zweiten Lockdown sei, sagte Braun: "Das haben wir selber in der Hand. Das A&O ist eben jetzt Vorsicht, sofort." Mit vertretbaren Maßnahmen könne man in den nächsten 14 Tagen die Lage wieder stabilisieren. Einen Lockdown brauche man jetzt nicht.

Laut Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat Deutschland selbst in der Hand, ob es einen zweiten Lockdown geben wird.
Laut Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat Deutschland selbst in der Hand, ob es einen zweiten Lockdown geben wird.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 16. Oktober, 9.23 Uhr: Gladbach darf nur 300 Zuschauer gegen Wolfsburg zulassen

Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg darf am Samstag (20.30 Uhr/Sky) vor nur 300 Zuschauern im Borussia-Park ausgetragen werden. 

Dies teilte der Club am Freitagmorgen mit, nachdem das Gesundheits- und Ordnungsamt der Stadt Mönchengladbach die ursprünglich erteilte Ausnahmegenehmigung für 20 Prozent der Gesamtkapazität an Zuschauern wegen der erhöhten Corona-Zahlen widerrufen hatte. Die Neuinfektionen in Mönchengladbach sind am Freitag auf 36,8 pro 100.000 Einwohner gestiegen, der Grenzwert liegt bei 35.

Die zugelassenen Zuschauer werden per Los unter den bisherigen Ticketkäufern ermittelt, alle übrigen Ticketinhaber bekommen den Preis erstattet. Der Club hatte ursprünglich mit einer Zulassung von 10 800 Zuschauern gerechnet.

Update, 16. Oktober, 9.05 Uhr: Niedersachsen erlaubt Schlachthofbetrieb an Sonn- und Feiertagen

Angesichts der coronabedingt beschränkten Schlachtkapazitäten dürfen Schlachthöfe in Niedersachsen ab sofort auch an Sonn- und Feiertagen schlachten. Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung brachte das Landwirtschaftsministerium in Hannover auf den Weg.

Ziel sei es nach Angaben des Ministeriums, den "Schweine-Stau" in den Schlachthöfen aufzulösen, berichtete die "Nordwest-Zeitung" am Freitag. Wegen der Infektion von Mitarbeitern mit dem Corona-Virus war es zu vorübergehenden Schließungen von Schlachthöfen gekommen. In den niedersächsischen Mastbetrieben hat sich ein Überhang von 30.000 bis 40.000 Schweinen pro Woche aufgebaut.

Im Agrarausschuss hatte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Mittwoch ein Bündel an Maßnahmen angekündigt, um der im Agrarland Niedersachsen wichtigen Schweinebranche zu helfen. Die Möglichkeit, ausnahmsweise an Sonn- und Feiertagen zu schlachten, ist eine davon. Wie eine Sprecherin des Sozialministeriums am Freitag erklärte, müssen die Schlachthöfe die Ausnahmegenehmigung aber jeweils separat und begründet beim Ministerium beantragen.

Update, 16. Oktober, 8.57 Uhr: Lehrerverband fordert Maskenpflicht im Unterricht bis zum Frühjahr

Der nordrhein-westfälische Lehrerverband fordert die Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht bis ins kommende Frühjahr hinein. Verbands-Präsident Andreas Bartsch sagte der "Rheinischen Post" (Freitag).

"Es gibt ein probates Mittel, um einen verlässlichen Schulunterricht in den kommenden sechs Monaten anzubieten: die Maske. Das Gros der Schüler - so unsere Rückmeldungen - hat auch überhaupt kein Problem damit, Mund-Nasen-Schutz im Unterricht zu tragen. Das ist gelernt."

Bartsch sagte der Zeitung, die Diskussion um die Aufrechterhaltung des Unterrichts während einer neuen Corona-Welle nehme kuriose Züge an: "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste die Wärmflasche fordert. Tipps, dass sich die Schüler mit Pullover, Schal und Decke bei geöffneten Fenstern in den Unterricht setzen, gab es ja schon."

Die allgemeine Maskenpflicht im Unterricht gab es in den ersten Wochen nach den Sommerferien. Seitdem wurde sie nur von einzelnen Kommunen aufgrund hoher Infektionswerte wieder eingeführt. An vielen Schulen wurden zudem Einzelregelungen dazu getroffen.

Der Lehrerverband von NRW möchte die nächsten sechs Monate mit Masken unterrichten.
Der Lehrerverband von NRW möchte die nächsten sechs Monate mit Masken unterrichten.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update, 16. Oktober, 8.54 Uhr: Ärztekammer-Präsident sieht viele Menschen grundlos in Quarantäne

Eine Maskenpflicht im Freien ist nach Einschätzung der Landesärztekammer Hessen keine sinnvolle Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Gleiches gelte für ein Beherbergungsverbot, sagte Kammerpräsident Edgar Pinkowski der "Frankfurter Rundschau" (Freitag).

Derzeit fänden zudem sehr viele anlasslose Tests statt, so dass mehr potenziell Infizierte gefunden würden. Es sei aber unklar, ob sie wirklich infektiös seien oder falsch positiv getestet würden. "Viele Leute werden in Quarantäne geschickt, obwohl nichts passiert, wenn sie Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten", sagte Pinkowski.

Die Teststrategie müsse angepasst werden, um gut über den Winter zu kommen. Regelmäßig getestet werden müsse das Personal in Altenheimen sowie anderes medizinisches Personal und Physiotherapeuten. Zudem müsse in den Gesundheitsämtern die bisherige Strategie der Nachverfolgung geändert werden. Sie sei bisher allein auf Eindämmung ausgerichtet. Nun müsse sie ergänzt werden um den Schutz gefährdeter Gruppen. Die Entdeckung und Verfolgung sogenannter Infektionscluster müsse vorrangig erfolgen.

"Das Virus ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Doch es wird uns über Jahre begleiten. Deshalb müssen die Schutzmaßnahmen so pragmatisch und vernünftig sein, dass sie von der Bevölkerung akzeptiert und eingehalten werden können", sagte Pinkowski.

Update, 16. Oktober, 8.43 Uhr: Peter Maffay: Corona-Leugner schaden der Gesellschaft

Rockstar Peter Maffay kritisiert die Äußerungen mancher Musikerkollegen zur Corona-Pandemie scharf. "Leute, die Corona leugnen, schaden der Gesellschaft. Das ist meine Überzeugung. Und sie schaden nicht nur sich selbst, sondern vor allem anderen", sagte der 71-Jährige dem Podcast "Die Wochentester" des "Kölner Stadt-Anzeigers".

Er halte die Negierung eines existenten Problems für "völlig falsch". "Corona ist ein Umstand, den man akzeptieren muss, weil er da ist. Ihn zu leugnen, halte ich für extrem gefährlich und extrem falsch."

Zuletzt hatte Schlagersänger Michael Wendler (48, "Egal") seinen Rückzug aus der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" erklärt und dies mit dem Vorgehen von Bundesregierung und Medien in der Corona-Pandemie begründet. 

Am Mittwoch löste Nena (60) mit einem rätselhaften Post auf Instagram kontroverse Diskussionen um mögliche Verschwörungstheorien aus - ihr Management betonte aber, dass sich Nena nicht zum Lager der Corona-Leugner zähle. Kollege Xavier Naidoo (49) kommentierte den Post der Sängerin, er selbst tauchte zuletzt immer wieder im Zusammenhang mit Verschwörungsmythen auf.

Peter Maffay kritisiert die Äußerungen einiger deutscher Musiker zur Corona-Pandemie scharf.
Peter Maffay kritisiert die Äußerungen einiger deutscher Musiker zur Corona-Pandemie scharf.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. Oktober, 8.38 Uhr: Rugby-Weltmeister Südafrika startet nicht in Australien

Wegen der Corona-Krise hat der dreimalige Rugby-Weltmeister Südafrika seine Teilnahme an der Championship in Australien abgesagt. Als Grund dafür nannten die Springboks die Unsicherheit durch die weltweite Covid-19 Pandemie. Die Gesundheit der Spieler habe Vorrang.

Zudem habe sich der Start der nationalen Profiliga verzögert. "Da die Zeit im Wesentlichen abgelaufen ist, haben wir keine andere Wahl", sagte Verbandschef Jurie Roux am Freitag in einer Erklärung. Damit starten bei dem Top-Turnier Down Under nur noch Gastgeber Australien, Argentinien und Neuseeland.

Update, 16. Oktober, 8.29 Uhr: Stamp: Bestehende Regeln besser umsetzen und Verstöße ahnden

Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Joachim Stamp (FPD) hat Forderungen nach Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen eine Absage erteilt. "Rufe nach immer härteren Maßnahmen sind nicht zielführend", sagte der Minister und FDP-Landeschef am Morgen bei "WDR 2".

Dinge müssten in Ruhe vorbereitet werden und nicht panisch. Das Beherbergungsverbot in einigen Bundesländern nannte Stamp als negatives Beispiel einen "Irrsinn". Es habe zu einem Massenansturm auf die Testzentren geführt.

"Deshalb ist es wichtig, dass wir heute im Kabinett alles in Ruhe beraten", sagte der Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Die bestehenden Regeln müssten umgesetzt und auch überprüft werden. Große Feiern mit vielen Menschen und Alkohol seien das Problem. Verstöße auch in Parks oder Fußgängerzonen müssten geahndet werden.

Thomas Kutschaty, SPD-Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag, hatte am Morgen kritisiert, dass die Bund-Länder-Beschlüsse in NRW zu langsam umgesetzt würden.

Joachim Stamp (FDP) ist der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Joachim Stamp (FDP) ist der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 16. Oktober, 8.25 Uhr: Umfrage: Angst vor Ansteckung mit Coronavirus nimmt zu

Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat laut einer Umfrage zugenommen. 43 Prozent der Menschen in Deutschland haben "sehr große" oder "eher große Angst"; im Juli waren es 40 Prozent gewesen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, keine Angst zu haben. Das geht aus dem aktuellen YouGov-Covid-19-Tracker hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

72 Prozent glauben zudem, dass die Coronavirus-Lage in Deutschland derzeit schlimmer wird. Auch die globale Krise sehen die meisten noch nicht beendet. 75 Prozent der Befragten glauben an eine Verschlechterung; Ende Juli waren es 66 Prozent gewesen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. In der vergangenen Woche hatte das RKI am Freitag 4516 Neuinfektionen gemeldet.

Update, 16. Oktober, 8.18 Uhr: FDP-Generalsekretär: Der Staat kann nicht alles kontrollieren

FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat zu mehr Eigenverantwortlichkeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Wir müssen die Pandemie bekämpfen, auch indem wir an die Menschen appellieren - das funktioniert auch", sagte der FDP-Politiker am Freitag im ARD-"Morgenmagazin".

"Keiner möchte krank werden, und keiner möchte andere infizieren." Ohne die Eigenverantwortung der Menschen könne die Pandemie nicht bekämpft werden. "Wir müssen erkennen, dass der Staat nicht alles kontrollieren kann."

Wissing sprach sich auch für mehr Einheitlichkeit zwischen den einzelnen Ländern in bestimmten Bereichen aus. Zum Beispiel beim Beherbergungsverbot, das mittlerweile in einigen Ländern wie Baden-Württemberg gerichtlich außer Kraft gesetzt wurde. Es müsse punktuell vorgegangen werden und nur die Bereiche reguliert werden, die hohe Infektionszahlen haben.

"Das Grundgesetz gilt auch während der Pandemiebekämpfung", sagte Wissing, der auch stellvertretender Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz ist, zu Einschränkungen bei Feiern in privaten Wohnungen. "Wir sind keine Untertanen, sondern freie Bürgerinnen und Bürger, und das muss der Staat auch respektieren." Die Bundesregierung müsse mehr begründen. "Viele Menschen auf der Straße stellen sich auch mehr Fragen als sie Antworten bekommen", kritisierte Wissing.

Volker Wissing ist der Generalsekretär der Bundes-FDP.
Volker Wissing ist der Generalsekretär der Bundes-FDP.  © Peter Steffen/dpa

Update, 16. Oktober, 8.04 Uhr: Österreich stellt Corona-Ampel für vier Bezirke auf Rot

Angesichts der sich ausweitenden Pandemie hat Österreich erstmals seine Corona-Ampel für vier Bezirke in drei westlichen Bundesländern auf Rot gestellt. 

Betroffen seien Wels Stadt in Oberösterreich, Hallein in Salzburg sowie Innsbruck Stadt und Innsbruck Land in Tirol, wie die Nachrichtenagentur APA am Donnerstagabend nach einem Treffen der zuständigen Expertenkommission berichtete. Für diese Bezirke bestehe ein sehr hohes Risiko, hieß es. Innsbruck-Land und Hallein grenzen an Bayern.

In ganz Österreich war die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages auf den Rekordwert von 1552 Fällen gestiegen. Laut Innenministerium wurden allein in Wien 480 neue Fälle registriert. Die Ampel für die Bundeshauptstadt bleibt aber weiter auf Orange. Im Vergleich zu Deutschland sind die Zahlen in Österreich - unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl - in etwa doppelt so hoch.

Die Corona-Ampel ist in Österreich seit Anfang September in Betrieb. Mit ihrer Hilfe wird die Infektionslage jede Woche neu bewertet und auf einer Karte farblich dargestellt - in der Regel für jeden Bezirk, entsprechend etwa den deutschen Landkreisen, sowie für das Bundesland Wien. Die Farben reichen von Grün (Risiko: niedrig) über Gelb (mittel) und Orange (hoch) bis Rot (sehr hoch). Kriterien sind Fallzahlen der vergangenen sieben Tage, Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen, Auslastung der Krankenhausbetten und Gesamtzahl an Tests.

Unter anderem in Innsbruck steht die Corona-Ampel nun auf rot.
Unter anderem in Innsbruck steht die Corona-Ampel nun auf rot.  © Expa/Erich Spiess/APA/dpa

Update, 16. Oktober, 7.56 Uhr: Alle drei Golf-Sommerturniere in Australien abgesagt

Wegen der Corona-Krise fallen erstmals seit 1945 die Australian Open der Golfprofis aus. Auch die Australian PGA Championship und die Women's Australian Open wurden wegen der Pandemie abgesagt, teilte Golf Australia am Freitag mit.

"Das ist beispiellos und ein echter Schlag für den australischen Golfsport und seine Fans", beklagte PGA-Chef Gavin Kirkman. Trotz der vorliegenden Notfallpläne sei nun "ein Punkt erreicht, an dem Entscheidungen getroffen werden müssen, und dies ist leider der Punkt".

Australien hat seine internationalen Grenzen seit März geschlossen. Selbst Reisen innerhalb bestimmter Landesteile unterliegen noch der obligatorischen 14-tägigen Quarantäne. Die Australian Open und die Australian PGA Championship waren ursprünglich für Ende November und Anfang Dezember geplant, wurden wegen Corona aber zunächst in den australischen Spätsommer verschoben.

Update, 16. Oktober, 7.45 Uhr: RKI: Weitere Kommunen in Hessen überschreiten kritischen Corona-Wert

Der Anstieg der Corona-Infektionen in Hessen hält an. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Freitag wurden innerhalb eines Tages weitere 671 Fälle bestätigt. Zwei weitere Menschen starben demnach an den Folgen einer Infektion, insgesamt gibt es bisher 571 Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie wurden 24.151 Infektionen gemeldet.

Kassel überschritt den Angaben zufolge die 100 bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tagen: Die nordhessische Stadt liegt nach einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft laut RKI bei einer Inzidenz von 100,9. Zu den Corona-Hotspots in Hessen zählen den Angaben zufolge nun auch Wiesbaden mit einem Wert von 53,1, zudem der Rheingau-Taunus-Kreis mit 56,6 und der Hochtaunuskreis mit 52,8.

Den kritischen Wert von 50 überschreiten weiter auch Offenbach (95,2) und Frankfurt (75,2) sowie der Kreis Groß-Gerau (84,5) und der Main-Taunus-Kreis (61,6).

Von Kommunen selbst gemeldete Zahlen können von den RKI-Zahlen abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die aus Berlin oder Wiesbaden.

Auch die nordhessische Stadt Kassel gehört nun zu den Corona-Risikogebieten.
Auch die nordhessische Stadt Kassel gehört nun zu den Corona-Risikogebieten.  © Swen Pförtner/dpa

Update, 16. Oktober, 7.39 Uhr: Bielefeld überschreitet Corona-Warnstufe knapp

Bielefeld hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitagmorgen die wichtige Grenze von 50 gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten. Mit 51,5 liegt der Wert in der Stadt in Ostwestfalen knapp über der Schwelle.

Damit gelten zunächst die strengeren Regelungen der Landesregierung für Corona-Hotspots. Die Stadt hatte bereits die Bundeswehr um Amtshilfe gebeten, um das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten bei Neuinfizierten zu entlasten.

Update, 16. Oktober, 7.35 Uhr: Australien erlaubt quarantänefreie Einreise aus Neuseeland

Neuseeländer aus Corona-freien Landesteilen dürfen erstmals wieder quarantänefrei ins Nachbarland Australien reisen. Ein Flugzeug aus Auckland mit 200 Passagieren an Bord landete am Freitag in Sydney. Es ist das erste Mal seit Ende März, dass internationale Gäste keine 14 Tage in Corona-Isolation müssen. 

Voraussetzung ist, dass sich die Besucher in den zwei Wochen zuvor nicht in einem Covid-19-Hotspot in ihrer Heimat aufgehalten haben. Zwei weitere Flüge sollten im Laufe des Tages landen. In Australien können Neuseeländer nun die australischen Bundesstaaten New South Wales mit der Metropole Sydney und dem Badeort Byron Bay sowie das Northern Territory mit dem Berg Uluru (Ayers Rock) besuchen. Andere Regionen bleiben noch gesperrt.

Umgekehrt soll die Regel aber derzeit noch nicht gelten: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern betont, Reisen ohne jegliche Isolatierung seien weiter zu risikoreich. Neuseeländer, die nach Australien reisen, müssen bei ihrer Heimkehr weiterhin in Quarantäne.

Der australische Premierminister Scott Morrison kündigte an, dass es ähnliche Vereinbarungen mit Japan, Südkorea und Singapur geben soll. Wahrscheinlich werde dies aber nicht vor 2021 geschehen. Wenn kein Impfstoff gegen das Virus auf den Markt komme, seien Reisen aus Europa und den USA voraussichtlich nicht vor 2022 möglich, hatte die Regierung zuvor bereits betont. Australien, besonders aber Neuseeland, sind bislang wegen extrem strikter Maßnahmen vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen.

Mit den Worten "wir haben Euch vermisst" begrüßt Australien am Sydney International Airport erstmals seit März wieder Gäste, die quarantänefrei aus Neuseeland einreisen dürfen.
Mit den Worten "wir haben Euch vermisst" begrüßt Australien am Sydney International Airport erstmals seit März wieder Gäste, die quarantänefrei aus Neuseeland einreisen dürfen.  © Dean Lewins/AAP/dpa

Update, 16. Oktober, 7.13 Uhr: 55 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten um weitere 55 Fälle erhöht. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich bislang 5510 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Donnerstagabend mitteilte. 

Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts gelten rund 4800 von ihnen als genesen. Am Mittwoch waren 65 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb bei 163. In Krankenhäusern werden den Angaben zufolge wie schon am Vortag 21 Covid-19-Patienten behandelt.

Update, 16. Oktober, 6.56 Uhr: Vermeidbare Gesundheitsrisiken erhöhen Corona-Todesrisiko

Die Corona-Pandemie trifft auf eine Weltbevölkerung, deren Gesundheit ohnehin schon gefährdet ist. Das ist das Fazit einer der weltweit größten Gesundheitsstudien. Besondere Risikofaktoren seien Übergewicht, ein zu hoher Blutzuckerwert, mangelnde Bewegung und Luftverschmutzung durch Feinstaub sowie die damit einhergehenden Krankheiten. 

Jene Faktoren bedrohten zudem die gesundheitlichen Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Studienserie "Global Burden of Disease", die in der Fachzeitschrift "The Lance" veröffentlicht wurde. 

"Viele dieser Risikofaktoren sind vermeidbar und behandelbar, und ihre Bekämpfung wird enorme soziale und wirtschaftliche Vorteile bringen", kommentiert Studienleiter Christopher Murray von der University of Washington in Seattle. 

Zusammengefasst zeige die Studie, so die Autoren, dass sich die Welt mit Blick auf die bis dahin stetig steigende Lebenserwartung an einem Wendepunkt befinden könnte. Sie empfehlen daher, dringend Maßnahmen zur Bekämpfung des globalen Zusammenspiels aus chronischen Krankheiten, sozialen Ungleichheiten und Covid-19 zu ergreifen.

Update, 16. Oktober, 6.30 Uhr: Schülervertretung: Schüler sollen selbst über Maskenpflicht abstimmen

Die Hamburger Schülervertretung hat Schülerinnen und Schüler aufgefordert, über die Einführung einer Maskenpflicht im Unterricht abzustimmen. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen gehe es darum, zumindest für die ersten beiden Wochen nach den Herbstferien die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung während der bisher Masken-freien Unterrichtsstunden zu fordern, sagte der Landesvorsitzende der Schülerinnenkammer Hamburg, Henry Behrens, der Deutschen Presse-Agentur.

In einer ersten Stichprobe mit rund 100 Schülern hätten sich 52 Prozent für und 48 Prozent gegen das Tragen einer Maske im Unterricht ausgesprochen. Über das Wochenende soll nun in einer größeren Onlineumfrage endgültig über die Position der Schülervertretung in dieser Frage entschieden werden.

Behrens selbst befürwortete eine generelle zweiwöchige Maskenpflicht in der Schule. "Es gibt Dinge, die schlimmer sind. Und wenn Operationen mit Maske durchgeführt werden, dann können sicherlich auch zwei Wochen Unterricht mit Maske passieren." Einen Aufruf zum freiwilligen Maske tragen würde er zwar auch unterstützen. Allerdings bezweifelte Behrens, dass sich dann alle Schülerinnen und Schüler daran halten würden. "Freiwillig ist gut, aber verpflichtend ist noch besser."

Ein zweiter sogenannter Lockdown müsse auf jeden Fall verhindert werden, sagte der 18-jährige Gymnasiast. "Wir können es uns nicht noch einmal erlauben, die Schulen zu schließen. Genau wie für die Wirtschaft hätte eine Schließung auch für die Schüler fatale Folgen. Viele hinken jetzt schon hinterher."

Die Schüler in Hamburgs Schulen wollen selbst über eine mögliche Verschärfung der Regeln entscheiden. (Symbolbild)
Die Schüler in Hamburgs Schulen wollen selbst über eine mögliche Verschärfung der Regeln entscheiden. (Symbolbild)  © Gregor Fischer/dpa

Update, 16. Oktober, 5.54 Uhr: Wegen Corona: Polizeigewerkschaft für Absage von Castortransport

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, den geplanten Castortransport von der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield ins südhessische Zwischenlager Biblis abzusagen. 

"Wenn nun von der Polizei erwartet wird, dass sie die Corona-Auflagen und den Gesundheitsschutz stärker durchsetzen soll, dann ist es aus unserer Sicht nicht vereinbar, dass Anfang November ein Nukleartransport von der Polizei quer durch Deutschland begleitet werden soll", sagte GdP-Vize Jörg Radek der Deutschen Presse-Agentur.

"Dafür gibt es keinen zwingenden Grund." Polizeikräfte, die dann zur Sicherung des Castortransportes im Einsatz wären, könne man nicht zeitgleich für den Infektionsschutz abstellen, sagte der GdP-Vize. Neben den Ordnungsämtern hilft auch die Polizei bei der Durchsetzung der Corona-Regeln. Bund und Länder wollen nach ihrem Beschluss vom Mittwoch zudem die Bundespolizei beim Gesundheitsschutz einsetzen.

Der Transport der sechs Behälter mit hoch-radioaktivem Müll aus dem britischen Sellafield war zunächst für das Frühjahr geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde er im März aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Bundesinnenministerium hielt den notwendigen Polizeieinsatz nicht für verantwortbar. Atomkraftgegner rechnen damit, dass der Transport etwa Anfang November im Hafen im niedersächsischen Nordenham ankommen wird.

Update, 16. Oktober, 5.33 Uhr: Mehr Hilfe von Kollegen für Berlins Ordnungsämter

Berlins Ordnungsämter bekommen bei der Kontrolle der Corona-Regeln noch mehr Hilfe von Kollegen. Mitarbeiter, die bisher Knöllchen für Falschparker ausgestellt haben, werden für die neuen Aufgaben an der Verwaltungsakademie Berlin weiterqualifiziert. 

Der erste zehntägige Sonderkurs für die Parkraumüberwachungskräfte endet nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres am Freitag. Die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten dann ihr Abschlusszertifikat. In der Woche danach startet der zweite Sonderkurs mit der gleichen Zahl von Teilnehmern.

Auf Initiative der Innenverwaltung sollen insgesamt 240 Mitarbeiter für die Parkraumüberwachung bei den Bezirken künftig die Ordnungsämter bei Kontrollen der Infektionsschutzverordnung verstärken. Geplant ist, dass sie den Allgemeinen Ordnungsdienst (AOD) befristet bis zum 30. September 2021 unterstützen. Bislang haben nach Angaben der Innenverwaltung 127 Mitarbeiter ihr Interesse bekundet.

Um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen besser kontrollieren zu können, schult Berlin 240 Mitarbeiter aus der Parkraumüberwachung um.
Um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen besser kontrollieren zu können, schult Berlin 240 Mitarbeiter aus der Parkraumüberwachung um.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. Oktober, 5.20 Uhr: 7334 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. 

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet). Rund 8700 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit jedoch noch frei.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 348.557 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9734. Das waren 24 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 287.600 Genesene.

Laut den Statistiken der Johns Hopkins Universität in Baltimore liegen die Zahlen sogar noch etwas höher. Demnach gab es hierzulande bereits 352.107 Infizierte und 9739 Todesälle in Folge einer Covid-19-Erkrankung.

Update, 16. Oktober, 5.13 Uhr: Thüringer Jusos-Chef: Land und Kommunen sollen Krankenhäuser übernehmen

Der Vorsitzende der Thüringer Jusos, Oleg Shevchenko, hat sich dafür ausgesprochen, eine Verstaatlichung von Thüringer Krankenhäusern in Angriff zu nehmen. "Wir haben in der Corona-Krise noch einmal deutlicher gemerkt, wie wichtig Daseinsfürsorge ist und wie wichtig es ist, dass der Staat reguliert und eben nicht der Markt", sagte Shevchenko der Deutschen Presse-Agentur. 

Über das Thema will die Jugendorganisation der SPD am Samstag bei einer Landeskonferenz in Weimar sprechen. Shevchenko plädiert dafür, ein Modell zu finden, bei dem sowohl das Land als auch die Kommunen an den Krankenhäusern beteiligt sind.

Nach Daten der Landeskrankenhausgesellschaft gehören fast 40 Prozent der 43 Thüringer Akutkliniken privaten Betreibern, darunter sind große Ketten wie Helios oder SRH. Knapp 35 Prozent sind Einrichtungen der Kommunen und des Landes, der Rest ist in der Hand frei-gemeinnütziger Träger. Das sind zum Beispiel kirchliche Häuser.

Oleg Shevchenko ist der Chef der Thüringer SPD-Jugendorganisation Jusos.
Oleg Shevchenko ist der Chef der Thüringer SPD-Jugendorganisation Jusos.  © ---/Oleg Shevchenko /dpa

Update, 16. Oktober, 5.09 Uhr: NRW-FDP kritisiert einzelne geplante Corona-Maßnahmen

Aus der FDP-Fraktion im Landtag in Düsseldorf kommt Kritik an einzelnen bundesweit vorgesehenen Maßnahmen zur Corona-Eindämmung. Insbesondere die geplante Beschränkung von Feiern in der Wohnung auf nur noch zehn Personen in den Regionen über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen stößt beim Koalitionspartner der CDU im Land auf Widerstand.

"Die Unverletzlichkeit der Privatwohnung ist für die FDP eine rote Linie, da hat der Staat auch in Pandemie-Zeiten nichts zu suchen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion Henning Höne der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe).

Auch sei er skeptisch, ob eine Sperrstunde dem Infektionsschutz dienlich sei. "Wenn in der Düsseldorfer Altstadt um 23 Uhr alle Gäste gleichzeitig vor die Kneipentüren geschickt werden, könnte die Ansteckungsgefahr sogar eher wachsen", sagte Höne der Zeitung weiter.

In einer außerordentlichen Sitzung will das nordrhein-westfälische Kabinett am Freitag über schärfere Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus entscheiden. In einer Video-Schalte soll festgezurrt werden, was die jüngste Bund-Länder-Einigung für das einwohnerreichste Bundesland bedeutet.

Update, 16. Oktober, 5.03 Uhr: Kombination aus Herbst und Corona-Krise belastet die Psyche

Die sich wieder zuspitzende Corona-Situation ist aus mehreren Gründen besonders belastend für die Psyche: "Wir haben die Krise schon einmal durchlebt - verbunden mit der Hoffnung, dass sie vorbei und durchschritten ist", erläutert die Psychotherapeutin Mirriam Prieß mit Blick auf die zwischenzeitliche Besserung im Sommer.

Nun komme eine Wiederholung, das sei immer sehr belastend. Hinzu kommt, dass es sich bei vielen Menschen negativ auf die Stimmung auswirke, wenn die Tage jetzt immer kürzer werden. Erneut mit den Beschränkungen und den Bedrohungen konfrontiert zu werden in einer dunklen Jahreszeit: Diese Kombination sei eine "hohe Belastung".

Für die Psyche sei generell jedes Auf und Ab und jedes Hin und Her ein Problem, so Prieß. Das gelte auch für diesen Wechsel zwischen einer Besserung und Verschlechterung der Corona-Situation.

Die kürzer werdenden Tage im Herbst und die wieder erstarkende Corona-Krise stellen eine "hohe Belastung" für die Psyche dar. (Symbolbild)
Die kürzer werdenden Tage im Herbst und die wieder erstarkende Corona-Krise stellen eine "hohe Belastung" für die Psyche dar. (Symbolbild)  © Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Update, 16. Oktober, 5 Uhr: Neue Inselärztin startet in Corona-Krise - bisher kein positiver Test

Mitten in der Hochzeit der Corona-Krise ist Annick Goltz vor einem halben Jahr als neue Inselärztin vom Festland nach Wangerooge gezogen. "Wir haben das ganz große Glück, bei zighundert Abstrichen bisher keinen einzigen Corona-Fall gehabt zu haben bisher."

Im Moment würden fast jeden Tag Tests aufs Festland zur Auswertung geschickt. "Die werden mit dem Flugzeug rüber nach Harlesiel geflogen und dann da von einem Fahrer des Oldenburger Labors abgeholt." 

Aus Angst, die medizinische Infrastruktur könnte nicht ausreichen, wurden die Ostfriesischen Inseln zu Anfang der Pandemie von Touristen abgeschottet. Genau zu der Zeit kam die 40 Jahre alte Goltz, die zuvor in einer Klinik in Rotenburg (Wümme) gearbeitet hatte, mit Mann und Tochter auf die Insel mit rund 1300 Einwohnern, um eine Praxis zu eröffnen.

"Es war insgesamt ruhiger, das muss man so sagen. Ich hab das auch sehr genossen, weil ich viel Zeit hatte, mit den Insulanern zu reden. Und das hat so ein bisschen die Eingewöhnung auch erleichtert."

Update, 16. Oktober, 4.31 Uhr: Volle Straßen und Plätze - Senatorin für Ausweitung der Maskenpflicht

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat sich nach den Bund-Länder-Beschlüssen für eine Ausweitung der Maskenpflicht auf bestimmte Orte im öffentlichen Raum ausgesprochen. "Es gibt Plätze und Straßen in Berlin, wo wir wissen, dass es einfach eng wird", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

An solchen Stellen mache das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch im Freien Sinn: "Unser Grundprinzip bei allen Maßnahmen ist ja, dass dort, wo Abstand halten nicht möglich ist, die Maske eingesetzt werden muss." Sie begrüße es, dass es sich um eine differenzierte, also zeitlich und örtlich begrenzte Maßnahme handle - das sei weniger hart als in manchen anderen Ländern, wo eine Mund-Nase-Bedeckung generell im Freien getragen werden müsse.

Kalayci kündigte an, die Maßnahme bei der Senatssitzung am kommenden Dienstag vorzuschlagen. Eine Liste mit Orten, die für eine Maskenpflicht in Frage kommen, könne man im Fall eines Beschlusses mit den Bezirken erstellen. Die Senatorin nannte als Beispiel etwa die Schloßstraße in Steglitz, wo sich ältere Menschen und Familien drängten. Eine Maskenpflicht gilt in Berlin unter anderem schon in Bussen und Bahnen, beim Einkaufen sowie in Büros - ausgenommen am eigenen Schreibtisch.

Die Entwicklung der Pandemie wertete Kalayci als "sehr, sehr dynamisch". "Wir sind jetzt in einer kritischen Phase, wo wir tatsächlich nicht wissen, wie die Maßnahmen, die wir zuletzt getroffen haben, wirken", sagte sie. Da sich Erfolge erst mit Verzögerung von rund 14 Tagen in den Fallzahlen niederschlagen könnten, werde mit besonderem Interesse auf die gemeldeten Neuinfektionen ab dem nächsten und übernächsten Wochenende geblickt, schilderte die Senatorin.

Dilek Kalayci (SPD), die Gesundheitssenatorin von Berlin, fordert eine Ausweitung der Maskenpflicht.
Dilek Kalayci (SPD), die Gesundheitssenatorin von Berlin, fordert eine Ausweitung der Maskenpflicht.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 16. Oktober, 3.47 Uhr: Kabinett entscheidet über strengere Corona-Vorsorge in NRW

Die Bürger in Nordrhein-Westfalen müssen sich auf weitere Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus einstellen. In einer außerordentlichen Sitzung entscheidet das nordrhein-westfälische Kabinett am Freitag über schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. In einer Video-Schalte soll festgezurrt werden, was die jüngste Bund-Länder-Einigung für das einwohnerreichste Bundesland bedeutet.

Auch in NRW sind die Neuinfektionszahlen in den vergangenen Wochen beständig geklettert und haben sich zuletzt einem neuen Tageshöchstwert genähert. Seit Beginn der Pandemie im März hat das Robert Koch-Institut in NRW bis zum Donnerstag bereits über 84.000 von bundesweit rund 341.000 bestätigten Infektionen registriert. Die weitaus meisten Patienten gelten als genesen. Neben zahlreichen Großstädten im Rheinland und in Westfalen - darunter Düsseldorf, Dortmund und Köln - gilt inzwischen fast das gesamte Ruhrgebiet als Risikogebiet.

Unmittelbar nach der Kabinettssitzung will sich Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei einem Corona-Gipfel mit allen Oberbürgermeistern und Landräten austauschen. Bei der Video-Konferenz (13.00 Uhr) sollen die neuen Regeln für NRW und Ergebnisse der Berliner Konferenz vorgestellt werden.

Anschließend (15.00 Uhr) wollen Ministerpräsident Armin Laschet, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Kommunalministerin Ina Scharrenbach (alle CDU) die Öffentlichkeit über die Ergebnisse und Maßnahmen unterrichten.

Update, 16. Oktober, 3.09 Uhr: Präsident des Landkreistages: "Wir haben die Lage noch im Griff"

Die Gesundheitsämter der deutschen Landkreise sind nach Aussage von Verbandspräsident Reinhard Sager "ziemlich belastet, aber überwiegend nicht überfordert". "Wir haben die Lage im Griff, obwohl die Last natürlich stetig aufwächst, auch in den Landkreisen", sagte der Präsident des Landkreistags der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

Im Bedarfsfall würden die Gesundheitsämter auf zusätzliches Personal aus der Kommunalverwaltung, auf Studenten oder Landesbedienstete zurückgreifen. Eine weitere Stufe sei die Unterstützung seitens des Robert Koch-Instituts oder der Bundeswehr.

"Es kommt darauf an, das exponentielle Wachstum des Virus wirksam zu begrenzen. Das ist entscheidend", mahnte Sager. Die geplante personelle Verstärkung der Gesundheitsämter werde erst im nächsten Jahr wirksam. In den nächsten Monaten müssten die Gesundheitsämter "mit den Ressourcen auskommen, die wir haben, und sie klug und koordiniert einsetzen".

Reinhard Sager ist der Präsident des Deutschen Landkreistages.
Reinhard Sager ist der Präsident des Deutschen Landkreistages.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. Oktober, 2.28 Uhr: Biden: Können weiteren Lockdown mit Masken verhindern

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat ein nationales Vorgehen gegen das Coronavirus und das Tragen von Masken angemahnt. Mit den Masken könne ein weiterer Lockdown verhindert werden, sagte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Fragestunde des Senders ABC mit Wählern in Philadelphia. US-Präsident Donald Trump hielt zur gleichen Zeit eine vom Fernsehsender NBC veranstaltete Fragestunde mit Wählern in Miami (Florida) ab.

Dem Präsidenten komme eine Vorbildfunktion zu, sagte Biden. Wenn der Präsident keine Maske trage oder sich über Menschen lustig mache, die sie tragen, kämen die Leute zu dem Schluss, dass es nicht wichtig sei. Doch es komme darauf an, was ein Präsident sage, sagte Biden. Der Demokrat zeigt sich in der Öffentlichkeit stets mit Mund-Nasen-Schutz, Trump, der sich mit Corona ansteckte, nur selten. Trump habe "enorme Gelegenheiten" in der Pandemie verpasst,

Eigentlich sollten sich die Kandidaten an diesem Donnerstag in einer gemeinsamen Fernsehdebatte den Fragen von Wählern stellen. Die Planungen für das zweite TV-Duell vor der Wahl am 3. November waren aber durcheinandergeraten, nachdem sich Trump Anfang Oktober mit dem Coronavirus infiziert hatte. Trump hatte sich geweigert, die Debatte online abzuhalten, um Ansteckungen auszuschließen. Biden kündigte daraufhin eine eigene TV-Veranstaltung an, Trump zog nach. Für den 22. Oktober ist die letzte TV-Debatte als direktes Aufeinandertreffen vor der Wahl geplant.

Update, 16. Oktober, 1.49 Uhr: Republikaner räumt nach Corona-Infektion Fehler ein

Der US-Republikaner Chris Christie, der sich im Weißen Haus mit Corona angesteckt haben könnte und schwer erkrankt war, hat Fehler im Umgang mit dem Virus eingeräumt. Während seiner sieben Tage auf der Intensivstation habe er Zeit zum Nachdenken gehabt, erklärte Christie am Donnerstag gegenüber der "New York Times".

Es sei ein Fehler gewesen, unter anderem bei einer Veranstaltung im Weißen Haus Ende September keine Maske getragen zu haben. Er habe angenommen, sich dort in einer "sicheren Zone" zu befinden. "Ich lag falsch."

Christies Infektion war nach der von US-Präsident Donald Trump Anfang Oktober bekannt geworden. Er hatte Trump zuvor auch bei Vorbereitungen der TV-Debatte gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden geholfen. Nach der Debatte und der Veranstaltung im Weißen Haus waren mehrere Personen im Umfeld des Präsidenten positiv getestet worden.

Christie, Ex-Gouverneur von New Jersey, warnte davor, das Virus auf die leichte Schulter zu nehmen. "Es ist etwas, das man sehr ernst nehmen muss", erklärte er und rief Menschen mit öffentlichen Ämtern auf, sich dafür einzusetzen, dass Amerikaner in der Öffentlichkeit Masken tragen, soziale Distanz wahren und sich häufig die Hände waschen. "Niemand sollte glücklich sein, das Virus zu bekommen, und niemand sollte hochmütig darüber sein, sich angesteckt zu haben oder andere anzustecken."

Chris Christie, der ehemalige Gouverneur von New Jersey, ruft alle Amerikaner dazu auf, Masken zu tragen. (Archivbild)
Chris Christie, der ehemalige Gouverneur von New Jersey, ruft alle Amerikaner dazu auf, Masken zu tragen. (Archivbild)  © Kevin R. Wexler/The Record/AP/dpa

Update, 16. Oktober, 1.10 Uhr: EU-Länder wollen bei Corona-Bekämpfung enger zusammenarbeiten

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen in ganz Europa haben die Staats- und Regierungschefs der EU eine intensivere Zusammenarbeit bei der Pandemiebekämpfung vereinbart. 

In einer Erklärung nach dem ersten Tag des EU-Gipfels in Brüssel sprachen sie sich in der Nacht zu Freitag für eine bessere Koordination bei den Quarantänevorschriften, der grenzüberschreitenden Kontaktverfolgung sowie bei Teststrategien, dem Aufbau von Impfkapazitäten und Reisebeschränkungen aus. Die derzeitige Situation sei "beispiellos" und gebe "Anlass zu ernsthafter Besorgnis".

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte nach den Beratungen, es gehe darum, ein ungebremstes Wachstum der Infektionszahlen zu verhindern. Deshalb werde es künftig regelmäßigere Konsultationen auch über Video geben. 

"Die Frage, wie wir aus dieser Pandemie herauskommen, die entscheidet über die Gesundheit von ganz vielen Menschen. Die entscheidet über die Frage: Wie viele Menschen müssen sterben? Und sie entscheidet auch über unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", betonte die CDU-Politikerin.

Update, 16. Oktober, 0.39 Uhr: Söder: Beherbergungsverbot wird Stück für Stück auslaufen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder geht nun auch auf Distanz zu dem bundesweit umstrittenen Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Hotspots. Die Einschränkungen für Reisende aus Gegenden mit besonders hohen Infektionszahlen seien im Kampf gegen die Seuche "in der Tat nicht das Wichtige. Das wird jetzt auch Stück für Stück auslaufen", sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

Das liege auch daran, dass Gerichte die Verbote teilweise kassieren. Söder sagte mit Blick auf Bayern: "Auch bei uns wird das so sein, dass wir das Stück für Stück auslaufen lassen" - Voraussetzung sei aber, dass die Menschen sich an die neuen, strengeren Kontaktbeschränkungen hielten.

Am Donnerstag hatte die bayerische Regierung beschlossen, dass das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots bis auf Weiteres in Kraft bleiben soll. Es solle aber bis nach den Herbstferien regelmäßig überprüft werden. Bisher dürften Touristen aus Gegenden mit besonders hohen Corona-Zahlen nur in ein Hotel, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Update, 16. Oktober, 0.04 Uhr: Harris pausiert Wahlkampfreisen nach Corona-Fällen

Die demokratische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, Kamala Harris, setzt nach zwei Corona-Fällen in ihrem Umfeld für den Rest der Woche ihre Wahlkampfreisen aus. Das sei lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, betonte ihr Wahlkampfteam am Donnerstag. 

Man habe am Mittwochabend erfahren, dass Harris' Kommunikationschefin Liz Allen und ein Mitglied einer Flugbesatzung positiv getestet worden seien. Harris sei mit ihnen am 8. Oktober unterwegs gewesen. Dabei hätten aber alle N95-Masken benutzt, die auch den Träger schützen sollen.

Harris müsse nach Vorgabe der US-Gesundheitsbehörde CDC nicht in Quarantäne gehen, weil sie nicht in unmittelbarer Nähe der Infizierten binnen zwei Tagen vor deren positiven Tests gewesen sei, hieß es. Dennoch werde sie bis Ende der Woche auf Reisen verzichten und sich auf Online-Events beschränken. Harris hatte am Dienstag und Mittwoch an der Anhörung der Kandidatin für das Oberste Gericht der USA, Amy Coney Barrett, als Vorsichtsmaßnahme von ihrem Büro aus statt im Sitzungssaal teilgenommen.

Im Zuge der Kontaktrückverfolgung wurde eine weitere Person im Umfeld von Harris und Präsidentschaftskandidat Joe Biden positiv auf Corona getestet. Es handele sich um einen Mitarbeiter des Unternehmens, das das Flugzeug von Biden chartert. Die Person sei bei Bidens Reisen nach Ohio und Florida am Montag und Dienstag mit im Flugzeug gewesen, allerdings stets in mehr als 15 Metern Entfernung von Biden und mit Maske. Bidens Arzt und die medizinischen Berater der Kampagne sähen keine Notwendigkeit, dass sich Biden in Quarantäne begeben müsse, erklärte Wahlkampfmanagerin Jen O'Malley Dillon.

Kamala Harris tritt bei den US-Wahlen im November als Vize-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten an.
Kamala Harris tritt bei den US-Wahlen im November als Vize-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten an.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 23.35 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Israel übersteigt Marke von 300.000

In Israel haben sich seit dem Ausbruch der Pandemie mehr als 300.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Donnerstagabend 300.201 Infektionen registriert. 

Mehr als 200.000 Fälle waren in dem Land am 23. September und mehr als 100.000 Fälle am 21. August ausgewiesen worden. Israel hat rund neun Millionen Einwohner. In Deutschland, das etwa neunmal so viele Einwohner hat, wurden zuletzt insgesamt 341.223 Infektionen registriert. In Israel starben bislang 2127 Menschen in Verbindung mit einer Corona-Infektion, in Deutschland 9710.

Update, 15. Oktober, 22.57 Uhr: Experte enttäuscht über neue Corona-Maßnahmen: "Es geht um die Wurst"

Der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hat sich enttäuscht über die Ergebnisse der Bund-Länder-Runde im Kampf gegen Corona geäußert. "Wir haben Zeichen, dass das Virus sich gerade unkontrolliert ausbreitet", sagte Professor Michael Meyer-Hermann am Donnerstagabend im ZDF-"heute-journal".

Er habe deshalb am Mittwoch bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Kanzleramt eine "große Warnung" ausgesprochen. "Die Maßnahmen, die erfolgt sind, sind nicht die, die ich mir erhofft hatte", bedauerte Meyer-Hermann.

Die Nachverfolgung der Infektionen könne vielerorts nicht mehr gewährleistet werden. "Die Bevölkerung muss einfach verstehen, dass es jetzt um die Wurst geht", sagte der Experte. Die Menschen müssten Feste viel stärker einschränken und auf Reisen - wenn möglich - verzichten und konsequent Maske tragen. Der Professor zeigte kein Verständnis für Maskenmuffel. "Das ist doch eine kleine Mühe." Die Alternative sei ein Lockdown, den viele kleine Unternehmen nicht überleben würden. Viel besser wäre es, wenn die Menschen einfach immer eine Maske aufsetzten, wenn sie aus dem Haus gingen, sagte Meyer-Hermann in den ARD-"Tagesthemen".

Von einem Reiseverbot für Menschen aus sogenannten Hotspots würde der Infektionsforscher indes absehen. "Ich glaube, das ist ein Menschenrechtseingriff, der sehr radikal ist", sagte Meyer-Hermann. Ein solcher Schritt müsse sehr gut überlegt sein. Er setze stattdessen auf Einsicht bei der Bevölkerung.

Michael Meyer-Hermann ist der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.
Michael Meyer-Hermann ist der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 15. Oktober, 22.33 Uhr: Trump verbreitet in Pandemie falsche Aussage zu Masken

Auch nach seiner inzwischen überstandenen Covid-19-Erkrankung zieht US-Präsident Donald Trump den Sinn von Masken im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Zweifel - mit falschen Aussagen. "85 Prozent der Menschen, die eine Maske tragen, fangen es sich ein", sagte Trump am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt in Greenville im US-Bundesstaat North Carolina. 

Er verwies dabei fälschlicherweise auf Daten der Gesundheitsbehörde CDC. Tatsächlich hatten nach einer CDC-Untersuchung 85 Prozent einer Gruppe von Coronavirus-Infizierten im Juli angegeben, sie hätten in den 14 Tagen zuvor oft oder immer eine Maske getragen.

Stoffmasken schützen nach Einschätzung von Experten andere Personen vor infizierten Trägern eines Mund-Nasen-Schutzes - nicht den Träger selber. Beim Wahlkampfauftritt am Donnerstag trugen Trump und die große Mehrheit seiner Anhänger keinen Mund-Nasen-Schutz. "Masken, keine Masken, Sie können alles tun, was sie wollen, aber sie brauchen trotzdem die Hilfe vom Boss", sagte der Präsident, der dabei in Richtung Himmel zeigte und sich offensichtlich auf Gott bezog.

Trump verwies auf Aussagen des führenden US-Gesundheitsexperten Anthony Fauci, der zu Beginn der Pandemie nicht zum Tragen von Masken geraten hatte. Als Trump Faucis Namen nannte, kam es zu vereinzelten Buh-Rufen. "Aber er ist ein netter Kerl, also behalte ich ihn in meiner Umgebung", sagte Trump. Der Republikaner unterstellte Fauci: "Er ist ein Demokrat, jeder weiß das." Fauci hatte zuletzt dagegen protestiert, ohne seine Zustimmung in einem Wahlkampfvideo Trumps zitiert zu werden. Der renommierte Immunologe hat sowohl unter demokratischen als auch republikanischen Präsidenten gearbeitet.

Update, 15. Oktober, 22 Uhr: Schwimm-Olympiasiegerin Pellegrini positiv auf Corona getestet

Italiens Schwimmstar Federica Pellegrini (32) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Das gab die Olympiasiegerin und sechsmalige Weltmeisterin am Donnerstag bekannt. "Ich habe gerade schlechte Nachrichten erhalten", sagte der 32-Jährige in einem tränenreichen Video auf Instagram. "Ich habe heute Nachmittag einen Corona-Test gemacht, und das Ergebnis ist positiv", sagte sie. 

Seit Mittwoch habe sie sich krank gefühlt. Sie werde nun zehn Tage isoliert zu Hause verbringen.

24. Juli 2019 in Südkorea: Bei der Schwimm-Weltmeisterschaft gewann Federica Pellegrini im 200 Meter Freistil der Frauen die Goldmedaille.
24. Juli 2019 in Südkorea: Bei der Schwimm-Weltmeisterschaft gewann Federica Pellegrini im 200 Meter Freistil der Frauen die Goldmedaille.  © Lee Jin-Man/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 21.39 Uhr: Mehr als 30.600 Infektionen in Frankreich binnen 24 Stunden!

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 30.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Donnerstagabend 30.621 neu erfasste Infektionen. 

Damit gab es einen neuen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich. Zudem habe es gut 1200 neue Fällen gegeben, die in Krankenhäuser gebracht werden mussten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 33.125. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Die Regierung hatte am Mittwoch die Wiedereinführung des Gesundheitsnotstands von diesem Samstag an angekündigt. 

In mehreren französischen Städten, darunter in Paris, gelten ab Samstag zudem von 21.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens Ausgangssperren. 

Außerdem sind private Feiern wie etwa Hochzeiten in Festsälen oder anderen öffentlichen Orten landesweit nicht mehr erlaubt. Zur Überwachung der Ausgangssperren in den Metropolen sollen rund 12.000 Polizisten eingesetzt werden.

Emmanuel Macron (42), Präsident von Frankreich, trifft am Donnerstag zu einem EU-Gipfel im Gebäude des Europäischen Rates ein. Sein Land ächzt derzeit wieder erheblich unter Corona.
Emmanuel Macron (42), Präsident von Frankreich, trifft am Donnerstag zu einem EU-Gipfel im Gebäude des Europäischen Rates ein. Sein Land ächzt derzeit wieder erheblich unter Corona.  © Olivier Matthys/AP Pool/dpa

Update, 15. Oktober, 21.32 Uhr: Spahn will schärfere Regeln für Einreise aus Auslands-Risikogebieten

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) dringt auf schärfere Regeln für Einreisen aus Corona-Risikogebieten im Ausland. 

Das geht aus einem Gesetzentwurf für ein "Drittes Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" hervor, über den das Nachrichtenportal ThePioneer (Freitag) berichtet. 

Demnach soll das Gesundheitsministerium ermächtigt werden, per Verordnung weitreichende Vorgaben für Reisende, Airlines, Bus- oder Bahn-Unternehmen zu erlassen. Das Papier ist eine Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen von Union und SPD, die den Gesetzentwurf einbringen sollen.

Konkret plant Spahns Ministerium folgendes: Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland reisen will, kann demnach verpflichtet werden, gegenüber dem Robert Koch-Institut (RKI) Angaben zur Person sowie zu Aufenthaltsorten zehn Tage vor und zehn Tage nach der Einreise zu machen. 

Ließ sich am Mittwoch gegen Grippe impfen: Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).
Ließ sich am Mittwoch gegen Grippe impfen: Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).  © Hannibal Hanschke/Reuters-Pool/dpa

Zu diesem Zweck könnte eine digitale Einreiseanmeldung eingeführt werden. Das RKI würde die Daten an die jeweils zuständigen Behörden an den Zielorten der Reisenden weiterleiten, heißt es in dem Entwurf, der ThePioneer nach eigenen Angaben vorliegt.

Fluglinien sowie Bus- und Bahn-Unternehmen wären verpflichtet, Passagierlisten und Sitzpläne an das RKI weiterzugeben.

Außerdem sieht der Gesetzentwurf Einschränkungen bei der Lohnfortzahlung nach dem Infektionsschutzgesetz vor. Diese ist als Ausgleich für Verdienstausfall während einer Quarantäne gedacht.

Laut Entwurf soll eine Entschädigung ausgeschlossen sein, "wenn der Quarantäne eine vermeidbare Reise in ein 48 Stunden vor Reiseantritt ausgewiesenes Risikogebiet zugrunde liegt".

Update, 15. Oktober, 20.47 Uhr: Bereits elf Corona-Fälle in päpstlicher Schweizergarde

Im Vatikan sind sieben weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf elf, wie die Schweizergarde am Donnerstag mitteilte. 

Alle Infizierten seien isoliert worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz.

Ein größerer Corona-Ausbruch unter den Gardisten könnte daher auch für den Papst gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren zur Risikogruppe gehört. Dem Argentinier war im Alter von 21 Jahren wegen einer schweren Pneumonie ein Teil der rechten Lunge entfernt worden. Er gilt aber für sein Alter als relativ gesund.

Die katholische Medienplattform Vatican News hatte Anfang Oktober berichtet, dass die Gardisten wegen Corona zur Vorsicht im Umgang mit dem Papst aufgefordert worden seien. 

Mundschutz und Abstand seien geboten. Allerdings erzählte ein junger Mann, der zu seiner Rekrutenvereidigung (4. Oktober) interviewt wurde, dass Franziskus ihm auch schon die Hand gedrückt habe.

Zwei uniformierte Gardisten der Päpstlichen Schweizergarde stehen mit Mund-Nasen-Schutz im Mai 2020 am Eingang zum Vatikan.
Zwei uniformierte Gardisten der Päpstlichen Schweizergarde stehen mit Mund-Nasen-Schutz im Mai 2020 am Eingang zum Vatikan.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 20.20 Uhr: Heidelberger Team in Quarantäne: Eröffnungsspiel in der ProA abgesagt

Das für Freitag angesetzte Eröffnungsspiel der 2. Basketball-Bundesliga ProA zwischen den Römerstrom Gladiators Trier und den Academics Heidelberg muss verlegt werden. Das Heidelberger Team musste sich am Donnerstag in Quarantäne begeben, wie die Liga mitteilte.

Update, 15. Oktober, 20.07 Uhr: Österreich stellt Corona-Ampel für vier Bezirke auf Rot

Angesichts der sich ausweitenden Pandemie hat Österreich erstmals seine Corona-Ampel für vier Bezirke in drei westlichen Bundesländern auf Rot gestellt. 

Betroffen seien Wels Stadt in Oberösterreich, Hallein in Salzburg sowie Innsbruck Stadt und Innsbruck Land in Tirol, wie die Nachrichtenagentur APA am Donnerstagabend nach einem Treffen der zuständigen Expertenkommission berichtete. Für diese Bezirke bestehe ein sehr hohes Risiko, hieß es. Innsbruck-Land und Hallein grenzen an Bayern.

Die Corona-Ampel ist in Österreich seit Anfang September in Betrieb. Mit ihrer Hilfe wird die Infektionslage jede Woche neu bewertet und auf einer Karte farblich dargestellt - in der Regel für jeden Bezirk, entsprechend etwa den deutschen Landkreisen, sowie für das Bundesland Wien. 

Die Farben reichen von Grün (Risiko: niedrig) über Gelb (mittel) und Orange (hoch) bis Rot (sehr hoch). Kriterien sind Fallzahlen der vergangenen sieben Tage, Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen, Auslastung der Krankenhausbetten und Gesamtzahl an Tests. 

Außerdem wird berücksichtigt, ob eine Region viele Touristen oder Pendler hat.

Sebastian Kurz (34), Österreichischer Bundeskanzler.
Sebastian Kurz (34), Österreichischer Bundeskanzler.  © Herbert Neubauer/APA/dpa

Update, 15. Oktober, 19.59 Uhr: EU-Ratschef Michel verteidigt physischen EU-Gipfel

EU-Ratschef Charles Michel (44) hat die Entscheidung für einen physischen EU-Gipfel in Brüssel trotz verschärfter Corona-Lage in Europa verteidigt. 

"Es steht fest, dass wir uns an Covid-19 anpassen müssen", sagte der Belgier am Donnerstag während des EU-Gipfels. Es gebe jedoch einige Themen, bei denen die persönliche Anwesenheit der EU-Staats- und Regierungschefs unabdingbar sei, um Entscheidungen zu treffen. "Die Debatte über den Brexit heute erforderte die physische Anwesenheit der Spitzenpolitiker."

Zudem berate man sich vor jedem EU-Gipfel mit den Delegationen. Mehrere Gipfel-Teilnehmer hätten deutlich gemacht, dass sie auch künftig vom Thema abhängig machen wollten, ob es ein physisches Treffen gibt.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (42) hatte zuvor kritisiert, dass der Gipfel in Brüssel stattfand. Man hätte besser auf eine Videokonferenz zurückgreifen sollen, sagte sie nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau. Sie betonte jedoch wie Michel, dass bei einigen Themen ein persönliches Treffen unabdingbar sei.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62) musste den EU-Gipfel am Donnerstag indes direkt nach Beginn verlassen. Die 62-Jährige begab sich in Quarantäne, weil jemand aus ihrem Stab positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Mehr Infos >> HIER

EU-Ratschef Charles Michel (44).
EU-Ratschef Charles Michel (44).  © Kenzo Tribouillard/AFP Pool/dpa

Update, 15. Oktober, 19.55 Uhr: Motorradstar Rossi verpasst Rennen in Aragon wegen Corona

Motorrad-Pilot Valentino Rossi wird wegen eines positiven Coronavirus-Tests das Rennen in der MotoGP am Wochenende in Aragon verpassen. 

Er habe sich nach dem Aufwachen nicht wohl gefühlt und sich mit leichtem Fieber zweimal testen lassen, teilte der 115-fache Grand-Prix-Sieger am Donnerstag über Twitter mit.

Das Ergebnis des zweiten Tests, welches ihm am Nachmittag übermittelt wurde, sei leider positiv ausgefallen. 

"Ich bin traurig und wütend, denn ich habe mich an das Protokoll gehalten. Seit der Rückkehr aus Le Mans habe ich mich selbst isoliert. Aber es ist, wie es ist, und ich kann die Situation nicht ändern", schrieb der 41 Jahre alte Italiener.

Update, 15. Oktober, 19.33 Uhr: Corona-Ampel der EU online - Deutschland mangels Daten grau

Bürger können sich ab sofort auf einer Ampel-Karte im Internet über die Corona-Lage in Europa informieren. 

Die europäische Gesundheitsagentur ECDC veröffentlichte am Donnerstag erstmals eine Europa-Karte, auf denen Regionen je nach Infektionslage grün, orange oder rot markiert sind. Deutschland erschient dort noch grau, weil noch keine Daten zur Zahl der durchgeführten Corona-Tests vorlagen.

Um der Bevölkerung einen besseren Überblick zu verschaffen, hatte sich eine Mehrheit der EU-Staaten am Dienstag auf die Ampel-Karte geeinigt. Für grüne Gebiete mit wenigen Infektionen sollen demnach künftig keine Einreiseverbote mehr verhängt werden. 

Gemeinsame Standards für Reisende aus stärker betroffenen - also orange oder rot markierten - Regionen sind jedoch nicht vorgesehen. Ebenso wenig gibt es einheitliche Kriterien für Quarantäne- und Testpflichten. Auch ist die Empfehlung nicht bindend.

Grundlage der Hauptkarte ist die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen - die sogenannte 14-Tage-Inzidenz -, dazu kommen die Quote positiver Tests sowie die Anzahl durchgeführter Tests pro 100 000 Einwohner. 

Hinzu kommen drei weitere Karten, die jeweils nur eines dieser Kriterien abbilden. Die ECDC will die Grafiken eigenen Angaben zufolge jeden Donnerstag auf Grundlage der nationalen Daten aktualisieren.

So sieht die Karte der ECDC aus.
So sieht die Karte der ECDC aus.  © Screenshot/ecdc.europa.eu

Deutschland erscheint auf drei der vier Karten bislang noch grau. Einzig auf der Grafik mit den registrierten Corona-Infektionen der vergangenen zwei Wochen je 100.000 Einwohner ist Deutschland farblich markiert: die Bundesländer Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland wurden dabei in der zweithöchsten Warnstufe einsortiert.

Grüne Regionen sind Gebiete, in denen die 14-Tage-Inzidenz unter 25 und die Rate positiver Tests unter 4 Prozent liegt. Orange sind Regionen, in denen die Inzidenz unter 50, die Rate positiver Tests aber bei 4 Prozent oder darüber liegt. Ebenfalls orange sind Regionen, in denen die Inzidenz zwischen 25 und 150 Fällen liegt, die Rate positiver Tests aber unter 4 Prozent.

Bei einer 14-Tage-Inzidenz ab 50 sowie einer Positivrate ab 4 Prozent werden Regionen rot markiert - oder bei einer Inzidenz höher als 150. Zudem gibt es graue Regionen mit unzureichenden Daten.

Auf der Hauptkarte erscheinen derzeit viele Länder der EU rot. Einzelne Regionen wie etwa weite Teile Norwegens und Finnlands, sowie circa die Hälfte Griechenlands und Teile Süditaliens erscheinen grün.

Update, 15. Oktober, 19.27 Uhr: Bund Deutscher Karneval rät zu Verzicht auf Umzüge und Sitzungen

Der Bund Deutscher Karneval (BDK) ruft wegen Corona für die Session 2020/21 zum Verzicht auf Rosenmontagszüge und große Narren-Sitzungen auf. 

"Das gebietet die Verantwortung für die Aktiven der Vereine wie auch für das Publikum", sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess am Donnerstagabend im saarländischen Bexbach. Zudem werde die Turniersaison im karnevalistischen Tanzsport abgesagt - die deutsche Meisterschaft in Köln im März finde nicht statt. Der BDK zählt bundesweit rund 2,6 Millionen Mitglieder in mehr als 5300 Vereinen und Zünften.

"Es trifft uns emotional alle. Es ist natürlich ein großes Desaster gerade für ganz viele Aktive, die sich in den letzten Monaten schon vorbereitet haben", sagte Fess. 

Angesichts der hohen Corona-Fallzahlen müsse man aber Verantwortung übernehmen. Klar sei in der bevorstehenden Session: Karneval, wie "wir ihn in den letzten Jahren erlebt haben, wird es in allen 16 Bundesländern so nicht geben".

Klaus-Ludwig Fess, Präsident vom Bund Deutscher Karneval (BDK) (Archiv).
Klaus-Ludwig Fess, Präsident vom Bund Deutscher Karneval (BDK) (Archiv).  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Das heiße aber trotz allem nicht, dass der Fasching oder Karneval ausgesetzt sei. "Er wird andere Formen finden müssen", sagte Fess. In alternativen kleineren Formaten - wie zum Beispiel Platzkonzerte unter Einhaltung von Abstandsregeln und digital präsentierte karnevalistische Unterhaltung. Der BDK habe sich immer gegen ein pauschales Verbot von Fastnachts- und Karnevalsveranstaltungen ausgesprochen.

Vizepräsident Peter Krawietz wandte sich direkt an die Vereine: "Wir empfehlen, nehmen Sie Abstand von Großveranstaltungen in Sälen mit großen Menschenansammlungen. Organisieren sie keine Umzüge in stark bevölkerten Gemeinden und Ortschaften."

Zudem solle auf Alkohol verzichtet werden. Die Empfehlung gelte auch für Regionen, die keine Risikogebiete seien - und bis zum Ende der Session Ende Februar 2021.

Bislang habe der BDK einmal eine bereits laufende Session abgesagt: 1991 beim Golfkrieg, sagte Krawietz. "Ich erinnere mich nicht, dass man von Anfang an gesagt hat, die auf uns zukommende Kampagne wird wahrscheinlich nicht stattfinden können in der Art, das muss man immer wieder betonen, wie wir das normal gewöhnt sind."

Update, 15. Oktober, 18.55 Uhr: Steigende Coronazahlen: Polen verhängt weitere Einschränkungen

Vor dem Hintergrund sprunghaft steigender Corona-Neuinfektionen führt Polen erneut massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens ein. 

"Wir müssen jetzt auf die Bremse treten, um unser Gesundheitssystem zu verteidigen", sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Donnerstag in Warschau.

Ab Samstag werden mehr als 150 Regionen im ganzen Land, darunter die Hauptstadt Warschau und mehrere andere Großstädte, als sogenannte rote Zonen deklariert, in denen schärfere Auflagen gelten. 

Dort sind Hochzeitsfeiern künftig verboten, Schwimmbäder und Fitnessclubs werden geschlossen. Restaurants dürfen für Gäste nur von sechs bis 21 Uhr geöffnet haben, nach dieser Zeit können sie ihre Speisen nur zum Mitnehmen anbieten. Die Schulen gehen wieder zu Fernunterricht über.

"Die Einschränkungen sollen uns vor einer weiteren Ausbreitung des Virus schützen, aber gleichzeitig möchten wir, dass die Wirtschaft soweit wie möglich funktioniert", sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki. Er war der Pressekonferenz per Video zugeschaltet, da er sich derzeit in Quarantäne befindet.

Zuvor hatte das Gesundheitsministerium bekannt gegeben, dass die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen erstmal die Marke von 8000 überschritten hatte. Innerhalb von 24 Stunden kamen 8099 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1306).

Im gleichen Zeitraum starben 91 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 3308 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, etwa halb so viel wie Deutschland. Zum Vergleich: In Deutschland waren es nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen.

Update, 15. Oktober, 18.42 Uhr: Alles wegen Corona? Juventus Turin macht Verlust von fast 90 Millionen Euro

Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin hat die vergangene Saison mit einem Verlust von insgesamt 89,7 Millionen Euro abgeschlossen. 

Dieser soll durch die Aktienprämienreserve gedeckt werden, wie die Aktionärsversammlung des Traditionsclubs am Donnerstag entschied. Der Verlust ist damit fast doppelt so hoch wie in der Vorsaison, als Juve ein Minus von 39,9 Millionen Euro meldete.

Bei der Vorstellung der Bilanz Mitte September hatte der Verein von Superstar Cristiano Ronaldo (35) vor allem die Coronavirus-Pandemie als Grund für den Verlust angeführt. 

"Nach 20 Jahren kontinuierlichen Wachstums sind die Umsätze im europäischen Fußballs erstmals stark zurückgegangen", sagte Club-Präsident Andrea Agnelli, der auch Chef der europäischen Clubvereinigung ECA ist, am Donnerstag.

Club-Präsident Andrea Agnelli (Archiv).
Club-Präsident Andrea Agnelli (Archiv).  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Update, 15. Oktober, 18.39 Uhr: Kein weiterer Corona-Fall beim "Club" - Pauli-Spiel gesichert

Nach einem positiven Corona-Test beim ehemaligen Kapitän Hanno Behrens sind beim 1. FC Nürnberg keine weiteren Spieler infiziert. Das gab der Fußball-Zweitligist am Donnerstag nach einer weiteren Testung an den Profis, Trainern und Betreuern bekannt. 

Auf das anstehende Auswärtsspiel am Montagabend beim FC St. Pauli habe der Corona-Fall damit "Stand jetzt auch keine Auswirkungen", sagte Nürnbergs Sportvorstand Dieter Hecking laut Mitteilung. 

"Nach Rücksprache mit den Behörden und der DFL dürfen wir aufgrund der negativen Testergebnisse den Trainingsbetrieb fortsetzen." Zugleich gaben die Franken bekannt, dass es sich bei dem betroffenen Spieler um Mittelfeldakteur Behrens handelt. 

"Es ist für niemanden angenehm, sich mit diesem Virus zu infizieren. Aber ich habe wohl Glück gehabt. Die Symptome sind bislang ausgeblieben. Mir geht es gut", sagte der 30-Jährige, der nun in häuslicher Quarantäne ist.

Der Nürnberger Hanno Behrens (30) ist bisher ohne Symptome.
Der Nürnberger Hanno Behrens (30) ist bisher ohne Symptome.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 15. Oktober, 18.35 Uhr: Auch das Saarland kippt Beherbergungsverbot

Auch das Saarland streicht das Beherbergungsverbot. Damit entfällt von diesem Freitag an für Reisende aus innerdeutschen Hotspots die Pflicht, bei der Übernachtung im Saarland einen negativen Corona-Test vorzulegen, wie Regierungssprecher Alexander Zeyer am Donnerstag mitteilte.

Update, 15. Oktober, 18.33 Uhr: Kuba größtenteils wieder für Urlauber offen

Der Großteil Kubas ist nach fast sieben Monaten wieder für ausländische Besucher offen. Internationale Flüge sind seit Donnerstag an den Flughäfen des Karibikstaates - mit Ausnahme von Havanna - wieder zugelassen. 

Nach Angaben des kubanischen Gesundheitsministeriums werden Besucher bei Ankunft auf das Coronavirus getestet. In jedem Hotel werde es ein Ärzteteam geben, alles werde bargeldlos bezahlt. Der deutsche Ferienflieger Condor will ab dem 31. Oktober je drei Flüge pro Woche aus Frankfurt und Düsseldorf zu Kubas beliebtestem Touristenziel, der Halbinsel Varadero, anbieten.

Kuba hatte im März wegen der Corona-Pandemie seine Grenzen geschlossen. Im Juli gab es zwar eine erste Wiederöffnung für ausländische Touristen; erlaubt waren aber nur Charter-Flüge und Aufenthalte in All-Inclusive-Resorts auf fünf bestimmten Inseln, ohne Kontakt zur Lokalbevölkerung. Nun steht die Hauptsaison - etwa zwischen November und April - vor der Tür.

Ein Passagierflugzeug der Condor startet am Frankfurter Flughafen - bald auch wieder nach Kuba (Symbolbild).
Ein Passagierflugzeug der Condor startet am Frankfurter Flughafen - bald auch wieder nach Kuba (Symbolbild).  © Arne Dedert/dpa

Der Tourismus ist die zweitwichtigste Einnahmequelle des sozialistischen Inselstaates. Rund eine halbe Million der etwa elf Millionen Kubaner arbeiten in der staatlichen Tourismusindustrie, die zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Durch das Fehlen dieser Einnahmen leidet Kuba stark unter den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Der Tourismus hatte schon 2019, unter anderem wegen verschärfter US-Sanktionen, einen Rückgang erlebt. Deutschland war im vergangenen Jahr mit rund 175.000 Besuchern das viertwichtigste Herkunftsland von Kuba-Touristen.

Kuba hat bisher etwas mehr als 6000 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 und 123 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 offiziell registriert. Deutschland verzeichnete allein von Mittwoch auf Donnerstag mehr Corona-Fälle.

Update, 15. Oktober, 18.30 Uhr: ARD-Hörspieltag wegen Corona ausschließlich online

Die ARD-Hörspieltage wird es wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nun ausschließlich online geben. 

Sämtliche vom 4. bis zum 8. November an den beiden Austragungsorten in Karlsruhe geplanten Veranstaltungen würden abgesagt, teilte der Südwestrundfunk am Donnerstag mit. 

"Das Festival lebt vom gemeinsamen Hören und dem direkten Austausch. Das ist in diesem Jahr nicht möglich, da Gesundheit und Schutz unseres Publikums den absoluten Vorrang haben", sagte Festivalleiter Ekkehard Skoruppa laut Mitteilung.

Update, 15. Oktober, 18.29 Uhr: Israel beschließt Lockerungen der Corona-Beschränkungen

Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen will Israel seit fast einem Monat geltende Beschränkungen wieder lockern. Das sogenannte Corona-Kabinett beschloss am Donnerstagabend eine Reihe von Erleichterungen. 

Diese sollen am Sonntag in Kraft treten. Bedingung ist allerdings, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen nicht deutlich höher liegt als 2000. Zuvor war bereits eine Wiederöffnung des internationalen Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv von Freitag an beschlossen worden. Am Donnerstag meldete das israelische Gesundheitsministerium 2004 neue Fälle.

Von Sonntag an dürfen gemäß der neuen Entscheidung dann auch Einrichtungen ohne Publikumsverkehr ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die Auflage, dass Bürger sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen, wird aufgehoben.

Versammlungsbeschränkungen gelten allerdings weiter - in Innenräumen dürfen sich nicht mehr als 10 und draußen nicht mehr als 20 Menschen versammeln. 

Auch Kindergärten und Vorschulen werden von Sonntag an wieder geöffnet, ebenso Naturparks und Strände. Restaurants dürfen Mahlzeiten zur Abholung verkaufen. Die Klagemauer, die Grabeskirche sowie der Tempelberg in Jerusalem sollen unter Auflagen für Besucher zugänglich sein.

Israel, Jaffa am 8. Oktober: Menschen skandieren Parolen während eines Protests gegen den Premierminister Netanjahu, trotz eines landesweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie.
Israel, Jaffa am 8. Oktober: Menschen skandieren Parolen während eines Protests gegen den Premierminister Netanjahu, trotz eines landesweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Die Pandemie verlief in Israel zunächst glimpflich, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach Lockerungen und einer massiven Zunahme der Fallzahlen im Laufe des Sommers galt seit dem 18. September ein zweiter landesweiter Lockdown.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen konnte von mehr als 9000 am 30. September auf nun rund 2000 gedrückt werden. In Deutschland, das etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel hat, meldeten die Gesundheitsämter am Donnerstag 6638 Fälle in 24 Stunden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich in Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern nach offiziellen Angaben mindestens 299.502 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. 2109 Menschen starben bisher in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Update, 15. Oktober, 18.25 Uhr: Bricht Ronaldo die Corona-Regeln?

Der italienische Sportminister Vincenzo Spadafora hat Superstar Cristiano Ronaldo (35) von Juventus Turin einen Verstoß gegen die Corona-Schutzmaßnahmen vorgeworfen. 

"Ich denke schon", sagte der Minister am Donnerstag im Sender Rai Radio Uno auf die Frage, ob Ronaldo mit seiner Rückkehr nach Turin trotz seiner Corona-Quarantäne die geltenden Bestimmungen der Behörden verletzt habe.

Der Portugiese war am Mittwoch trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus nach Italien zurückgeflogen, um dort seine Quarantäne fortzusetzen. 

Der 35-Jährige war zuvor bei der portugiesischen Nationalmannschaft in Lissabon positiv auf das Virus getestet worden und hatte sich daraufhin in Isolation begeben.

Eine Rückkehr der Fans in die Stadien in Italien schloss Spadafora bis mindestens Mitte November aus. "Die Regionen haben 25 Prozent der möglichen Zuschauer vorgeschlagen. Aber im Moment können wir das nicht genehmigen", sagte der Sportminister. 

"Wir müssen sehen, wie die Infektionskurve von jetzt bis Mitte November verläuft."

Superstar Cristiano Ronaldo (35) im Juli.
Superstar Cristiano Ronaldo (35) im Juli.  © Marco Alpozzi/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Update, 15. Oktober, 18.21 Uhr: Trump trotz Zunahme der Neuinfektionen gegen neue Corona-Auflagen

Trotz zunehmender Corona-Neuinfektionen hat US-Präsident Donald Trump (74) die Verhängung neuer Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie abgelehnt. 

"Wir werden keine neuen Lockdowns mehr machen", sagte Trump am Donnerstag in einem telefonischen Interview mit dem TV-Sender Fox Business. Die Lage in den USA sei gut, so Trump. Als es im Sommer in Florida und Arizona eine starke Zunahme der Infektionen gegeben habe, hätten die Bundesstaaten die Situation unter Kontrolle gebracht, sagte er.

Trump hat die erneute Stilllegung weiter Teile des öffentlichen Lebens, das Verhängen eines sogenannten Lockdowns, bereits häufig abgelehnt. In dem Interview wiederholte er auch seine Ansicht, wonach solche strengen Auflagen zu mehr Problemen führten, als sie lösten - darunter Selbstmorde und Gewalt. 

US-Präsiden Donald Trump (74) strahlt.
US-Präsiden Donald Trump (74) strahlt.  © Evan Vucci/AP/dpa

"Das Heilmittel darf nicht schlimmer sein als das Problem selbst", sagte er. Der Republikaner Trump griff auch erneut demokratische Gouverneure an, die sich für strengere Regeln einsetzten. Die Gouverneurin des Bundesstaats Michigan, Gretchen Whitmer, beschimpfte er dabei als "Diktatorin".

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA stieg mit fast 60.000 an einem Tag auf den höchsten Stand seit Anfang August. Am Mittwoch wurden rund 59.500 Menschen positiv getestet, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Die Zahl der Todesfälle blieb demnach relativ stabil bei 985.

Insgesamt wurden in den USA der Universität zufolge seit Beginn der Pandemie 7,9 Millionen Infektionen gezählt, rund 217 000 Menschen starben.

Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Update, 15. Oktober, 18.04 Uhr: 8800 Corona-Neuinfektionen in Italien

Die Kurve der Corona-Infektionen in Italien steigt weiter rasant: Die Gesundheitsbehörden zählten in dem Mittelmeerland am Donnerstag mehr als 8800 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. 

Das waren rund 1500 mehr als am Vortag. Zugleich wurde damit der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie im Februar erreicht.

In Italien werden allerdings inzwischen sehr viel mehr Tests als am Anfang der Pandemie gemacht, so dass viele Experten von einem direkten Vergleich der Werte mit der ersten Welle abraten. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Rom registrierte das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern am Donnerstag 83 neue Covid-19-Tote - fast doppelt so viele wie am Mittwoch.

Insgesamt stieg die Zahl der Infektionen mit Sars-CoV-2 auf fast 382.000 Fälle. Nachdem die täglichen Neuinfektionswerte im Sommer stark gesunken waren, gingen sie im Laufe des Oktobers plötzlich steil nach oben. 

Die Regierung hat wegen der beschleunigten Virus-Ausbreitung mehrfach Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht verschärft.

Update, 15. Oktober, 18.02 Uhr: Regierung ruft Finnen zum Arbeiten im Homeoffice auf

Finnland verzeichnet im europäischen Vergleich relativ niedrige Infektionszahlen, doch auch im hohen Norden steigen die Corona-Werte an. 

Die Regierung in Helsinki legt ihren Bürger deshalb nun ausdrücklich ans Herz, zur Eindämmung des Coronavirus so weit wie möglich ins Homeoffice auszuweichen oder anderweitig dem Büro fernzubleiben. 

Die Empfehlung zur Distanzarbeit richtet sich an Arbeitnehmer im ganzen Land und sowohl an den öffentlichen als auch den privaten Sektor, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Sie gilt vorläufig bis zum Jahresende. Abgesegnet werden soll das Ganze formell auf einer Kabinettssitzung in der kommenden Woche.

Die finnische Regierung kann Empfehlungen wie diese aussprechen, die dann aber von den einzelnen Regionen und Kommunen umgesetzt werden müssen. Letztlich sollen mit diesen Maßnahmen größere Beschränkungen wie während der ersten Corona-Hochphase im Frühjahr verhindert werden.

Sanna Marin (34), Ministerpräsidentin der Republik Finnland.
Sanna Marin (34), Ministerpräsidentin der Republik Finnland.  © Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa

Die Schulen sollen weiter offengehalten werden, sagte Bildungsministerin Li Andersson nach Angaben des Rundfunksenders Yle auf einer Pressekonferenz in Helsinki. Mit den entsprechenden Empfehlungen gebe man jedoch die Möglichkeit, auf andere Angebote wie Distanzunterricht auszuweichen.

Finnland mit seinem rund 5,5 Millionen Einwohnern hat nach Angaben des Gesundheitsinstituts THL bislang knapp 13.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. 350 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Erkrankung gestorben.

Mit etwa 50 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen steht Finnland europaweit relativ gut da und derzeit etwas besser als Deutschland.

Update, 15. Oktober, 17.52 Uhr: Mehrheit der Basketball-Vereine will Corona-Hilfen beantragen

Die meisten Vereine der Basketball-Bundesliga (BBL) werden wegen der Coronavirus-Krise auf staatliche Unterstützung setzen. 

"Die deutliche Mehrheit der Clubs wird das beantragen, und das macht auch Sinn", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz bei einer Gesprächsrunde am Donnerstag. 

"Wir wissen, es wird ein harter Winter in allen Belangen auch für unsere Liga." Sollten es längerfristig keine oder nur wenig Zuschauereinnahmen geben, "dann müssen Staatshilfen fließen".

Update, 15. Oktober, 17.50 Uhr: Niederlande wollen wieder Corona-Patienten nach Deutschland bringen

Die Niederlande wollen wieder Corona-Patienten ins benachbarte Deutschland bringen. 

Er erwarte, dass die ersten Patienten am Freitag oder Samstag verlegt werden könnten, sagte der Leiter des Netzwerkes Akute medizinische Versorgung, Ernst Kuipers, am Donnerstag. 

Wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete, wolle das Nationale Koordinierungszentrum für Patientenverteilung nicht warten, bis die niederländischen Krankenhäuser keine ausreichenden Kapazitäten mehr haben.

Deutsche Kliniken hatten im Frühjahr zahlreiche Patienten aus dem Nachbarland aufgenommen, weil es dort anfangs nicht genügend Plätze auf Intensivstationen gab. 

Mark Rutte (53), Minsterpräsident der Niederlande.
Mark Rutte (53), Minsterpräsident der Niederlande.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

Allein in Nordrhein-Westfalen hatten Krankenhäuser bis Anfang April mehr als 100 Betten für niederländische Corona-Patienten zur Verfügung gestellt.

Schon vor der Ankündigung von Kuipers war deutlich geworden, dass die Gesundheitsversorgung in den Niederlanden wegen der Ausbreitung des Coronavirus gefährdet ist. In Amsterdam, Rotterdam und Den Haag mussten die Notaufnahmen von Krankenhäusern bereits zeitweilig geschlossen werden.

In Krankenhäusern und auf Intensivstationen des Landes nimmt die Zahl der Covid-19-Patienten schnell zu. Die Regierung verschärfte die Anti-Corona-Maßnahmen und verhängte einen "Teil-Lockdown".

Wie ANP berichtete, zählte das Land mit rund 17 Millionen Einwohnern zuletzt gut 7800 Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

Update, 15. Oktober, 17.40 Uhr: Viele Ballermann-Wirte wollen nicht Wiedereröffnen!

Die Gäste fehlen: Viele Ballermann-Wirte auf Mallorca zeigen kaum Interesse an der Wiedereröffnung wie sie jetzt bei kleineren Lokalen wieder möglich ist. 

Eines der wenigen Lokale, die ihre Türen am Donnerstag wieder öffneten, war das Et Dömsche mit Kölsch vom Fass. Die vor allem bei deutschen Touristen beliebte Vergnügungsmeile mit "Bier-" und "Schinkenstraße" an der Playa de Palma war vor drei Monaten geschlossen worden, weil sich Gäste nicht an die Corona-Maßnahmen gehalten hatten. 

Mitte August wurde Mallorca wie der Rest Spaniens außer den Kanaren zum Risikogebiet erklärt und das Auswärtige Amt sprach eine Reisewarnung aus.

Da die Corona-Zahlen inzwischen wieder niedriger sind, hatte die Regionalregierung die teilweise Wiedereröffnung erlaubt. Diskotheken und größere Partytempel dürfen aber weiterhin nicht öffnen. 

Einige Lokale wie das "Deutsche Eck" hatten die Eingänge zwischenzeitlich kurzerhand von der Bierstraße zu Seitenstraßen verlegt, die nicht von der Schließungsverfügung vom Juli betroffen waren. Sie konnten deshalb weiter Gäste empfangen.

"Im ersten Moment habe ich einen Lachanfall bekommen", zitierte die deutschsprachige Mallorca Zeitung Miki Ferrer von "Palma Beach", einer Initiative von Wirten für einen gehobeneren Tourismus. 

Mitte Juli 2020: Dichtes Gedränge herrscht an der "Bierstraße". Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren.
Mitte Juli 2020: Dichtes Gedränge herrscht an der "Bierstraße". Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren.  © Michael Wrobel/Birdy Media/dpa

"Nach allem, was passiert ist, sollen wir wieder aufmachen, wenn keine Leute mehr da sind?", kommentierte Ferrer die Ankündigung der Lockerungen.

Medien und Nutzer sozialer Netzwerke hatten im Juli Fotos und Videos veröffentlicht, auf denen zu sehen war, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - ohne Abstand und Maske dicht gedrängt getrunken, getanzt und gefeiert hatten.

Angetrunkene Männer und Frauen hatten afrikanische Straßenhändler umarmt und geflirtet, ohne sich um die Corona-Regeln zu scheren.

"Die positive Entwicklung der epidemiologischen Situation auf der Insel Mallorca erlaubt es, bestimmte Einschränkungen in bestimmten Zonen wie in Magaluf oder der Playa de Palma zu verändern", hatte die Regionalregierung zur Begründung der Lockerung mitgeteilt.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, die auf den Balearen zeitweilig auf deutlich über 100 geklettert war, konnte auf den Mittelmeer-Inseln zuletzt auf Werte um die 55 gedrückt werden.

Update, 15. Oktober, 17.34 Uhr: Gericht bestätigt abendliches Alkohol-Ausschankverbot in München

Gaststätten in München dürfen nach 22.00 Uhr wegen Corona vorerst weiter keinen Alkohol ausschenken. 

Das Verwaltungsgericht München wies am Donnerstag die Eilanträge zweier Restaurants gegen die entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt zurück. Die Regelung sei angesichts weiter steigender Infektionszahlen verhältnismäßig, argumentierte die Kammer.

Die Anwälte der Restaurants hielten die Regelung der Stadt für rechtswidrig, da sie nicht zwischen unterschiedlichen Betrieben wie Speiserestaurants und Schankgaststätten differenziere. 

In einem Restaurant ändere sich um 22.00 Uhr nichts gegenüber einem früheren Zeitpunkt, da die Gäste weiter auf ihren Plätzen blieben.

Update, 15. Oktober, 17.23 Uhr: Frankreichs Kinobranche fordert Lockerung von Covid-Ausgangssperre

Frankreichs Kinobranche verlangt eine Lockerung der angekündigten nächtlichen Corona-Ausgangssperre. 

Der Präsident des Nationalen Verbandes der französischen Kinos (FNCF), Richard Patry, forderte die Regierung auf, den Zuschauern, die vor Beginn der Ausgangssperre um 21.00 Uhr ins Kino gingen, die Rückkehr nach Hause zu ermöglichen. 

"Eine Stunde, um die Kultur zu retten, eine Stunde, um das französische Kino zu retten. Das ist nicht viel verlangt", sagte er am Donnerstag dem französischen Radiosender France Info.

In Frankreich dürfen die Kinos unter Einhaltungen der Gesundheitsvorschriften seit dem 22. Juni wieder öffnen. Laut Patry sind seitdem mehr als 20 Millionen Zuschauer wieder in die Kinosäle zurückgekehrt - ohne dass ein Corona-Cluster ausgebrochen sei.

Frankreich will mit der nächtlichen Ausgangsperre, die von 21.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens dauern soll, gegen die steigenden Infektionszahlen kämpfen. Sie ist ab Samstag gültig und betrifft den Großraum Paris sowie acht weitere große Städte wie Lille und Lyon. 

Was wird nur aus dem Kino? Ein Bild aus goldenen Zeiten: Marion Cotillard, Schauspielerin aus Frankreich, steht vor der Premiere des Films "La Belle Epoque" im Rahmen der 72. Internationalen Filmfestspiele eingehakt zwischen zwei Männern auf dem Roten Teppich.
Was wird nur aus dem Kino? Ein Bild aus goldenen Zeiten: Marion Cotillard, Schauspielerin aus Frankreich, steht vor der Premiere des Films "La Belle Epoque" im Rahmen der 72. Internationalen Filmfestspiele eingehakt zwischen zwei Männern auf dem Roten Teppich.  © Petros Giannakouris/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 17.18 Uhr: Niederlande und Frankreichs Grenzregion als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. 

Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.

Update, 15. Oktober, 17.17 Uhr: Vizekanzler Scholz: Larifari hilft jetzt nicht

Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) hat die Bürger angesichts steigender Corona-Zahlen zu mehr Rücksicht aufgefordert. 

"Wir müssen etwas tun, um die zu schützen, die wir lieben und deren Gesundheit uns wichtig ist", sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. 

"Das geht nicht, wenn man nur an sich denkt und sich für unverletzbar hält." Deshalb seien Regeln wichtig - zum Abstandhalten und auch zum manchmal nervigen Maskentragen. "Larifari hilft nicht, Regeln einhalten ist jetzt cool", betonte Scholz.

In Gegenden mit steigenden Corona-Infektionszahlen sollen künftig wieder schärfere Beschränkungen für die Bevölkerung gelten. 

Dazu gehören eine erweiterte Maskenpflicht auch an manchen Plätzen im Freien, Sperrstunden für die Gastronomie sowie deutlich strengere Teilnehmerbeschränkungen für Feiern und andere Zusammenkünfte.

Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD).
Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 15. Oktober, 17.09 Uhr: Dänemark rät nun auch von Reisen nach Italien und Polen ab

Die dänische Regierung rät ihren Bürgern nun auch von nicht-notwendigen Reisen in das Urlaubsland Italien ab. Gleiches gelte für Bulgarien, Liechtenstein, Litauen, Polen, San Marino und den Vatikan, teilte das dänische Außenministerium am Donnerstag mit. 

Grund dafür sei eine zu hohe Zahl an Corona-Neuinfektionen in diesen Staaten. Wer dort wohnt, muss ab Samstag einen triftigen Grund für die Einreise nach Dänemark vorweisen.

Damit erfüllen kaum noch Länder aus der EU und dem Schengenraum die dänischen Vorgaben - Deutschland als eines der wenigen allerdings schon, weshalb die Einreise nach Dänemark aus der Bundesrepublik weiter generell gestattet ist. 

Allerdings schränkte das Außenministerium in Kopenhagen nun ein, dass man sich nach der Heimkehr nach Dänemark testen lassen muss, wenn man in einer Region mit mehr als 50 Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner gewesen ist - das umfasst nach dänischen Angaben in Deutschland bislang die Bundesländer Berlin und Bremen. 

Mette Frederiksen (42), Ministerpräsidentin von Dänemark.
Mette Frederiksen (42), Ministerpräsidentin von Dänemark.  © Yves Herman/Reuters Pool/AP/dpa

Die Hauptstadtregion Kopenhagen ist wiederum von der deutschen Bundesregierung zum Risikogebiet erklärt worden.

Dänemark aktualisiert seine Reiserichtlinien jeden Donnerstag. Von nicht-notwendigen Reisen raten die dänischen Behörden ab, wenn es in dem jeweiligen Land in den vergangenen zwei Wochen mehr als 30 neue wöchentliche Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Damit die Maßnahme rückgängig gemacht wird, muss dieser Wert auf unter 20 fallen. Wer aus einem der betroffenen Länder nach Dänemark zurückkehrt, wird aufgefordert, für 14 Tage zu Hause zu bleiben.

Update, 15. Oktober, 17 Uhr: Deutschland verlängert Grenzkontrollen zu Österreich

Deutschland verlängert die Grenzkontrollen zu Österreich erneut um ein halbes Jahr. 

Das habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU) in Abstimmung mit Österreich entschieden, teilte das Innenministerium am Donnerstag in Berlin mit. Dies erfolge aus "migrations- und sicherheitspolitischen Gründen", hieß es weiter.

Die Kontrollen laufen seit Herbst 2015, nachdem sich Zehntausende Flüchtlinge und andere Migranten von Griechenland über die Balkan-Route auf den Weg nach Westeuropa gemacht hatten. Mit der aktuellen Corona-Krise haben sie nichts zu tun. 

Eigentlich gibt es im Schengen-Raum, dem 26 europäische Länder angehören, keine stationären Personenkontrollen an den Grenzen. In den vergangenen Jahren hatten aber mehrere Staaten eine Ausnahmeregelung genutzt und wieder teilweise Grenzkontrollen eingeführt.

Die aktuellen Grenzkontrollen waren bis zum 11. November vorgesehen. Eine erneute Verlängerung um ein halbes Jahr muss die Bundesregierung an die Brüsseler EU-Kommission melden, was das Innenministerium nun getan hat.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU).
Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU).  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 15. Oktober, 16.55 Uhr: Lega-Chef wirbt auf Corona-Maske für Trump

Matteo Salvini (47), der Chef der rechten italienischen Lega, ergreift neuerdings auf besondere Art Partei im US-Wahlkampf. Der Oppositionsführer in Rom zeigte sich mehrfach mit einer Coronaschutz-Maske, auf der "Trump 2020" zu lesen war. 

Am Donnerstag veröffentlichte der 47 Jahre alte Politiker auf Facebook Bilder von sich mit diesem Mund-Nasen-Schutz bei einem Protest seiner Partei gegen die Steuerpolitik. Vor zwei Tagen postete der Ex-Innenminister auf Twitter ein Foto mit ähnlicher Maske aus dem Senat, der kleineren Parlamentskammer, in Rom. 

Salvini gilt seit langem als Fan von US-Präsident Donald Trump (74). Der Italiener war beim Maskentragen bisher während der Pandemie nicht immer ganz streng - wie der US-Präsident.

Matteo Salvini (47, rechts), der Chef der rechten italienischen Lega, lässt sich, mit einer Maske die für den US-Präsidenten Trump wirbt, fotografieren bei einem Protest gegen die Steuergesetze vor dem Sitz der Finanzbehörde.
Matteo Salvini (47, rechts), der Chef der rechten italienischen Lega, lässt sich, mit einer Maske die für den US-Präsidenten Trump wirbt, fotografieren bei einem Protest gegen die Steuergesetze vor dem Sitz der Finanzbehörde.  © Mauro Scrobogna/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 15. Oktober, 16.44 Uhr: Von der Leyen verlässt EU-Gipfel vorzeitig und begibt sich in Quarantäne

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62) hat den EU-Gipfel in Brüssel am Donnerstagnachmittag frühzeitig verlassen und sich in Corona-Quarantäne begeben. 

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Update, 15. Oktober, 16.40 Uhr: RKI-Chef Wieler: Abriegelung von Corona-Hotspots denkbar

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie schließt der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler (59), eine Abriegelung von Risikogebieten nicht mehr aus. 

"Vor neun Monaten habe ich in einem ähnlichen Interview gesagt, dass ich mir das nicht vorstellen kann. Inzwischen kann ich mir vorstellen, dass solche Maßnahmen durchgeführt würden", sagte Wieler am Donnerstag dem Fernsehsender Phoenix. Zuvor hatte sein Institut den Rekordwert von 6638 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet.

"Wenn die Maßnahmen nicht verschärft werden, werden die Infektionszahlen weiter hochgehen", warnte der RKI-Chef und nannte eine Zahl von bis zu 10.000 Neuinfektionen täglich. 

Vor diesem Hintergrund warb er auch für die umstrittenen Beherbergungsverbote zur Einschränkung der Reiseaktivität: "Mobilität ist einer der Treiber dieser Pandemie."

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler (59) blickt mit Sorge in die Zukunft.
Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler (59) blickt mit Sorge in die Zukunft.  © Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

Update, 15. Oktober, 16.34 Uhr: Franziskus warnt vor Schulabbruch von Millionen Kindern

Papst Franziskus will mit einem globalen Pakt für Bildung den Kindern und Jugendlichen weltweit zu besseren Chancen verhelfen. 

"In der aktuellen Gesundheitskrise - wo es viel Verzagtheit und Orientierungslosigkeit gibt - sind wir der Meinung, dass dies der Zeitpunkt ist, einen globalen Bildungspakt für und mit den jüngeren Generationen zu unterzeichnen", sagte der Papst in einer Videobotschaft am Donnerstag in Rom. 

In dem Pakt würden "Familien, Gemeinschaften, Schulen und Universitäten, Institutionen, Religionen, Regierende, ja, die gesamte Menschheit dazu verpflichtet, reife Menschen heranzubilden". In der italienischen Hauptstadt tagten in der Päpstlichen Lateranuniversität internationale Experten zu dem Thema.

Die Idee zu einer Übereinkunft für bessere Bildung hatte das 83 Jahre alte katholische Kirchenoberhaupt bereits lange vor der Corona-Krise. Doch jetzt könnten etwa zehn Millionen Kinder weltweit wegen der Wirtschaftskrise, die durch die Pandemie ausgelöst wurde, zum Schulabbruch gezwungen sein, warnte er. 

Die Generalsekretärin der UN-Bildungsorganisation Unesco, Audrey Azoulay, sagte mit einem Video-Grußwort ihre Unterstützung zu.

Papst Franziskus (83).
Papst Franziskus (83).  © Tiziana Fabi/AFP Pool/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 16.31 Uhr: Harris pausiert Wahlkampfreisen nach Corona-Fällen

Die demokratische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, Kamala Harris (55), setzt nach zwei Corona-Fällen in ihrem Umfeld für den Rest der Woche ihre Wahlkampfreisen aus. Das sei lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, betonte ihr Wahlkampfteam am Donnerstag. 

Man habe am Mittwochabend erfahren, dass Harris' Kommunikationschefin Liz Allen und ein Mitglieder einer Flugbesatzung positiv getestet worden seien. Harris sei mit ihnen am 8. Oktober unterwegs gewesen. Dabei hätten aber alle N95-Masken benutzt, die auch den Träger schützen sollen.

Harris müsse nach Vorgabe der US-Gesundheitsbehörde CDC nicht in Quarantäne gehen, weil sie nicht in unmittelbarer Nähe der Infizierten binnen zwei Tagen vor deren positiven Tests gewesen sei, hieß es. 

Dennoch werde sie bis Ende der Woche auf Reisen verzichten und sich auf Online-Events beschränken. Harris hatte am Dienstag und Mittwoch an der Anhörung der Kandidatin für das Oberste Gericht der USA, Amy Coney Barrett, als Vorsichtsmaßnahme von ihrem Büro aus statt im Sitzungssaal teilgenommen.

Die demokratische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, Kamala Harris (55).
Die demokratische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, Kamala Harris (55).  © Carolyn Kaster/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 16.01 Uhr: Wegen Corona-Zahlen: Frankfurt bis 31. Oktober ohne Zuschauer

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt muss seine Heimspiele wegen stark gestiegener Corona-Zahlen bis 31. Oktober ohne Publikum austragen. 

Dies teilte die Stadt Frankfurt am Donnerstag mit. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (62, Grüne) sagte zur Begründung: 

"Das ist jetzt der Weg, dass es bei solchen Infektionswerten keine Veranstaltungen mit Publikum mehr gibt. Wir kommen in dieser Situation nicht drum herum, wir können nicht ausscheren und Sonderwege gehen. Es tut mir verdammt leid."

Am Mittwoch betrug die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohnern an sieben aufeinanderfolgenden Tagen noch 70,9 und war damit nicht mehr weit entfernt von der höchsten Warnstufe des Landes Hessen. 

In den beiden Heimspielen gegen Bielefeld und Hoffenheim waren zuletzt Zuschauer erlaubt, gegen die TSG sogar 8000. 

Von den Maßnahmen betroffen ist zunächst nur das Spiel gegen Werder Bremen am 31. Oktober, da die Eintracht zuvor Auswärtsspiele in Köln (18. Oktober) und beim FC Bayern (24. Oktober) bestreitet.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (62, Grüne).
Gesundheitsdezernent Stefan Majer (62, Grüne).  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 15. Oktober, 15.55 Uhr: Von der Leyen fordert einheitliche Quarantäne- und Testregeln in EU

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62) hat die EU-Staaten zu weiterer Koordinierung der Corona-Maßnahmen aufgerufen. Die Corona-Lage werde mehr und mehr besorgniserregend, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. 

Die EU-Staaten hätten sich zwar in dieser Woche auf eine Ampel-Karte verständigt, auf der Regionen je nach Infektionslage farblich markiert werden. 

Aber ihrer Meinung nach sollte es darüber hinaus eine Einigung auf die Länge einer Quarantäne sowie auf die Notwendigkeit von Tests geben. "Ich rufe alle Beteiligten dazu auf, dass wir hier ebenfalls eine Einigung finden. Das ist wichtig."

Mit Blick auf die Verhandlungen über einen Handelspakt mit Großbritannien nach dem Brexit sagte von der Leyen, dass bereits viel gute Arbeit geleistet worden sei. Die EU habe eine klare Position: "Wir wollen einen guten Deal, aber nicht zu jedem Preis."

Zwei entscheidende Punkte seien noch offen: die Frage gleicher Wettbewerbsbedingungen im Gegenzug für britischen Zugang zum EU-Binnenmarkt sowie die Fischerei-Rechte. 

Normalerweise nennen EU-Vertreter zusätzlich noch die Überwachung des künftigen Abkommens als wichtigen Punkt.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62).
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62).  © Olivier Matthys/AP Pool/dpa

Update, 15. Oktober, 15.53 Uhr: Gericht setzt Niedersachsens Beherbergungsverbot aus - Überblick

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. 

Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht am Donnerstag in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks.

Die Beherbergungsbetriebe, beispielsweise Hotels und Pensionen, müssen sich «mit sofortiger Wirkung» nicht mehr an die entsprechende Verordnung halten, wie das Lüneburger Gericht mitteilte. Bis zu einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren in der Sache könne es noch Monate dauern, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

Das Verbot war erlassen worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Reisenden aus deutschen Regionen mit mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurden Urlaubsaufenthalte damit erschwert. 

Am Donnerstag standen 54 Regionen auf der Liste der betroffenen Regionen. Zwar sah die Regelung eine Reihe von Ausnahmen vor, etwa nach Vorlage eines negativen Corona-Tests, dennoch stellte es sich laut dem Oberverwaltungsgericht in Niedersachen "nicht als notwendige infektionsschutzrechtliche Schutzmaßnahme dar". Es sei zweifelhaft, ob das Verbot geeignet und erforderlich sei, hieß es.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (61, SPD).
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (61, SPD).  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Niedersachsens Landesregierung hatte sich den Beherbergungsverboten anderer Bundesländer zunächst nicht angeschlossen, nach wenigen Tagen aber doch nachgezogen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begründete das damit, dass das Land anderenfalls eine besondere Anziehung für Touristen gehabt hätte, die vom Urlaub in den übrigen Ländern ausgeschlossen wurden.

Auch in Baden-Württemberg war das Beherbungsverbot am Donnerstag vom Verwaltungsgerichtshof gekippt worden. In Sachsen kündigte die Regierung nach einem Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern aus dem Freistaat an, dass es ab Samstag das umstrittene Beherbergungsverbot nicht mehr geben wird.

Mehrere Bundesländer halten weiter daran fest.

Update, 15. Oktober, 15.46 Uhr: Keine Isolation: Gericht kippt NRW-Verordnung zu Corona im Pflegeheim

Die Bewohnerin eines Pflegeheims im Kreis Lippe darf wegen Corona nicht länger isoliert werden. Das Verwaltungsgericht Minden gab in einem Eilverfahren dem Antrag der Frau statt, wie das Gericht am Donnerstag zu der Entscheidung vom Vortag mitteilte. 

Sie klagt gegen eine Allgemeinverfügung des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. In dieser Verfügung vom 31. August 2020 wird vorgegeben, dass Pflegebedürftige isoliert werden müssen, bei denen bei einem konkreten Anlass eine Corona-Infektion nicht ausgeschlossen werden kann. 

Das Verwaltungsgericht Minden kritisiert für diesen Schritt die fehlende Rechtsgrundlage. Außerdem wird in dem Beschluss bemängelt, dass die Pflegeeinrichtung selbst entscheidet, wer isoliert wird - und nicht die zuständige Behörde. Auch sei die Formulierung "konkreter Anlass" in der Verfügung zu ungenau (Az.: 7 L 729/2).

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Gegen ihn kann Beschwerde am Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen eingelegt werden.

Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz (Archivbild).
Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz (Archivbild).  © -/Deutsche Stiftung Patientenschutz/dpa

"Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Minden hat Signalwirkung. Denn in vielen Bundesländern wurde das allgemeine Betretungsverbot aufgehoben und an die Einrichtungen delegiert. Doch freiheitsentziehende Maßnahmen der Isolation bedürfen hoheitsrechtlicher Entscheidungen", sagte Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz zu dem Beschluss.

Der Staat dürfte sich nicht vor der Verantwortung drücken, wenn es um Eingriffe in die Grundrechte der Pflegeheimbewohner gehe. Die Bundesländer seien aufgefordert, ihre Corona-Schutzverordnungen für Pflegeheime zu überprüfen, sagte Brysch.

Sollte die Entscheidung aus Minden rechtskräftig werden, "dann hat das Schwarze-Peter-Spiel vieler Landesregierungen ein Ende."

Update, 15. Oktober, 15.41 Uhr: Erneut Rekord an Corona-Neuinfektionen in Litauen

In Litauen haben die Corona-Neuinfektionen zum dritten Mal in diesem Monat einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius wurden am Donnerstag 255 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert in dem baltischen EU-Land von 205 Neuinfektionen war am Samstag erfasst worden. 

Update, 15. Oktober, 15.40 Uhr: BVB-Profi Akanji weiter isoliert - Mit Abwehrsorgen gegen Hoffenheim

Borussia Dortmund muss nach einem positiven Corona-Test bei Manuel Akanji (25) weiter auf die Rückkehr des Abwehrspielers in den Kader warten. 

"Er wird nicht da sein und muss momentan bis zum 17. Oktober in Quarantäne bleiben", sagte Trainer Lucien Favre am Donnerstag mit Bezug auf das Bundesliga-Spiel seines Teams am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei 1899 Hoffenheim. 

Der Schweizer Fußball-Verband hatte Mitte der vergangenen Woche - wenige Stunden vor dem Testspiel gegen Kroatien - das positive Testergebnis bei Akanji gemeldet.

Sein Fehlen verschärft die Personalprobleme des BVB in der Abwehr. Dan-Axel Zagadou und Nationalspieler Nico Schulz, der sich im Test-Länderspiel der DFB-Elf gegen die Türkei eine Muskelverletzung zugezogen hatte, stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.

Manuel Akanji (25) fällt für Dortmund derzeit aus.
Manuel Akanji (25) fällt für Dortmund derzeit aus.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Update, 15. Oktober, 15.36 Uhr: Gericht setzt Niedersachsens Beherbergungsverbot aus

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht am Donnerstag in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks.

Update, 15. Oktober, 15.35 Uhr: Corona-Angst lässt Dax einknicken

Die Notierungen am deutschen Aktienmarkt sind am Donnerstag unter der Last steigender Corona-Infektionen eingebrochen. Nach den strengeren Vorschriften in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, schließen Marktexperten inzwischen auch einen erneuten Lockdown in Europa nicht mehr aus. 

Der Dax reagierte darauf am Donnerstag mit deutlichen Verlusten von zuletzt minus 2,92 Prozent auf 12.647,42 Zähler. Zeitweise war er knapp unter die Marke von 12.600 Punkten gefallen.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verlor 1,99 Prozent auf 27 333,03 Punkte. Auch europaweit notierten die Börsen tief im Minus: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 2,82 Prozent auf 3181,08 Zähler ein. An der Wall Street zeichnete sich zuletzt ein ebenfalls schwächerer Auftakt ab.

Jetzt geht es auch beim DAX wieder bergab.
Jetzt geht es auch beim DAX wieder bergab.  © Arne Dedert/dpa

Im Dax gerieten vor allem Werte unter Druck, die unter einem Konjunkturrückschlag besonders leiden würden. Im Einklang mit dem europaweit sehr schwachen Trend stellten die Autowerte im Leitindex die größten Verlierer - für Volkswagen, Daimler und BMW ging es jeweils mehr als vier Prozent abwärts.

Die als defensiv geltenden Immobilienwerte wie Vonovia und Deutsche Wohnen konnten sich mit dünnen Kursverlusten noch am besten halten.

Der Euro verlor und wurde am frühen Nachmittag zu 1,1704 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1750 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,58 Prozent am Vortag auf minus 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,21 Prozent auf 146,48 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,48 Prozent auf 176,17 Punkte.

Update, 15. Oktober, 15.32 Uhr: Hoffenheim plant mit gut 6000 Zuschauern - Hübner weiter außen vor

Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim plant für das Spiel gegen Borussia Dortmund an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit 6030 Zuschauern. 

Dies sagte Pressesprecher Holger Kliem am Donnerstag bei einer Online-Medienrunde. Derzeit überschreite man den kritischen Wert an Corona-Infektionen nicht. 

"Wir sind nahezu stündlich im Austausch. Stand jetzt spielen wir mit Zuschauern", fügte der Sprecher an. Angesichts steigender Corona-Zahlen drohen einigen Clubs an diesem Wochenende wieder Geisterspiele oder Partien mit stark reduziertem Zuschauerkontingent.

Drei Wochen nach dem furiosen 4:1-Sieg über Rekordmeister FC Bayern will das Team von Sebastian Hoeneß gegen den BVB für die nächste Bundesliga-Überraschung sorgen. 

Verzichten muss der Coach dabei auf Abwehrchef und Kapitän Benjamin Hübner, der nach einer Verletzung am Sprunggelenk noch nicht einsatzbereit ist. "Er ist weiterhin verletzt und wird nicht zur Verfügung stehen", sagte Hoeneß.

Hoffenheim-Trainer Sebastian Hoeneß (38) will natürlich den BVB bezwingen - möglichst vor den Augen von ein paar tausend Live-Zuschauern.
Hoffenheim-Trainer Sebastian Hoeneß (38) will natürlich den BVB bezwingen - möglichst vor den Augen von ein paar tausend Live-Zuschauern.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 15. Oktober, 15.28 Uhr: Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA deutlich gestiegen

Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der andauernden Corona-Krise wieder deutlich gestiegen. In der Woche bis zum 10. Oktober stellten 898.000 Menschen einen entsprechenden Antrag, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. 

Das war der höchste Stand seit August. In der Woche davor waren es 845.000 - die Zahl wurde um 5000 nach oben korrigiert.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarktes in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Unmittelbar vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl meist bei rund 200 000 pro Woche gelegen.

In der Woche bis 26. September erhielten nach Angaben des Arbeitsministeriums rund 25,3 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosenhilfe. Ein Jahr zuvor waren es in der gleichen Woche nur 1,4 Millionen Menschen gewesen.

Die Coronavirus-Pandemie ist in den USA weiterhin nicht unter Kontrolle. Seit deren Beginn haben sich mehr als 7,9 Millionen der rund 330 Millionen Amerikaner mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Rund 217 000 starben nach einer Covid-19-Erkrankung.

US-Präsiden Donald Trump (74).
US-Präsiden Donald Trump (74).  © Gene J. Puskar/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 15.26 Uhr: Dänische Regierungschefin hätte EU-Gipfel lieber per Video abgehalten

Dänemarks Ministerpräsidentin hätte es wegen der aktuellen Corona-Lage lieber gesehen, wenn der EU-Gipfel online statt vor Ort in Brüssel abgehalten worden wäre. 

Es wäre aufgrund der steigenden Infektionszahlen in ganz Europa angebrachter gewesen, eine Videokonferenz mit von zu Hause zugeschalteten Staats- und Regierungschefs zu veranstalten, sagte Regierungschefin Mette Frederiksen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau am Donnerstag bei ihrer Ankunft in Belgien.

Das bedeutet nicht, dass die Dänin gegen physische EU-Gipfel ist. Man müsse immer ein Gleichgewicht finden, sagte sie. Sie glaube zum Beispiel nicht, dass man im Juli eine Einigung auf den mehrjährigen EU-Haushalt und den Corona-Wiederaufbau gefunden hätte, ohne sich persönlich in Brüssel zu treffen. 

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen (42).
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen (42).  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

"Es gibt einige Diskussionen, bei denen man etwas näher beieinander sein muss. Und dann gibt es andere Treffen, wo man mit einer Videokonferenz auskommen kann", wurde sie von Ritzau zitiert.

Bei dem zweitägigen Gipfel beschäftigen sich Frederiksen, Kanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU diesmal unter anderem mit dem Klimaschutz und dem künftigen Verhältnis zu Großbritannien.

Auch die Corona-Pandemie wird Thema sein.

Update, 15. Oktober, 15.22 Uhr: Brüssel drängt EU-Staaten zu Impfvorbereitungen

Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten in der Corona-Krise eine gemeinsame Strategie zur vorrangigen Impfung bestimmter Bevölkerungsgruppen. 

Dabei geht es um die Frage, wer das heiß ersehnte Mittel zuerst bekommt, sollte sich einer der Impfstoff-Kandidaten als wirksam erweisen. Zudem müssten die EU-Staaten Vorbereitungen für die Impfungen treffen, etwa Kühlketten und medizinisches Personal organisieren, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag in Brüssel.

Vor der Zulassung eines Impfstoffs habe Sicherheit oberste Priorität, und anschließend werde das Mittel auch keine Patentlösung gegen die Pandemie sein. Aber es werde helfen, Leben zu schützen und die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. "Es wird den Bürgern Hoffnung geben und das, was sie ebenfalls brauchen: Berechenbarkeit in ihrem Leben", sagte Kyriakides.

Die EU-Kommission hat im Namen aller EU-Staaten Rahmenverträge mit Pharmaherstellern ausgehandelt, die aussichtsreiche Impfstoffkandidaten am Start haben. 

Stella Kyriakides (64), EU-Kommissarin für Gesundheit.
Stella Kyriakides (64), EU-Kommissarin für Gesundheit.  © Aris Oikonomou/AFP Pool/AP/dpa

Insgesamt würden den Mitgliedstaaten damit bis zu 1,3 Milliarden Impfdosen aus diesem Portfolio der potenziellen Impfstoffkandidaten zur Verfügung stehen, mit der Option auf 500 Millionen weitere, sagte Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas. Ob diese wirklich wirksam und sicher sind, wird noch getestet, der Zulassungstermin ist offen.

Sobald ein Stoff zugelassen sei, hätten alle 27 Staaten gleichzeitig Zugang zu ersten Lieferungen, verteilt nach der Bevölkerungszahl, bekräftigte die Behörde.

Da anfangs nur geringe Mengen zur Verfügung stünden, sollten die EU-Staaten jedoch festlegen, wer den schützenden Piks zuerst bekommt, so etwa medizinisches Personal, Menschen über 60 Jahre, Kranke und Personen mit sozialen Nachteilen. Grundsätzlich sollte das Prinzip einer kostenlosen Impfung gelten, sagte Margaritis Schinas.

Kyriakides äußerte sich sehr besorgt über die starke Zunahme von Corona-Infektionen in fast allen EU-Staaten. "Die Zeit läuft uns davon", sagte sie. 

"Oberste Priorität für jeden sollte sein, alles Nötige zu tun, um die verheerenden Konsequenzen allgemeiner Lockdowns abzuwenden."

Update, 15. Oktober, 15.17 Uhr: Bayern lässt Beherbergungsverbot bis auf Weiteres in Kraft

In Bayern bleibt das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots bis auf Weiteres in Kraft. 

Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) kündigte nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag in München aber an, die Regelung bis nach den Herbstferien regelmäßig zu überprüfen, etwa in Hinblick auf ein Urteil in Baden-Württemberg oder im Hinblick auf die weitere Entwicklung von Risikogebieten und das Vorgehen anderer Bundesländer.

Update, 15. Oktober, 15.16 Uhr: Corona-Krise lässt Zahl der Beschäftigten im Maschinenbau sinken

Die Corona-Krise hat den deutschen Maschinenbau bislang Tausende Jobs gekostet. Die exportorientierte Branche beschäftigte im August fast 41.000 Menschen weniger als im Vorjahresmonat. 

"Größere Rückgänge konnten dank der erweiterten Kurzarbeiterregelungen vermieden werden", sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA am Donnerstag. 

Allein gegenüber Juli verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um 2165 Beschäftigte auf 1,025 Millionen. Viele Unternehmen hoffen, durch Kurzarbeit und Einstellungsstopp härtere Einschnitte zu vermeiden.

Ende September hatten einer VDMA-Umfrage zufolge 64 Prozent der interviewten Maschinen- und Anlagenbauer Kurzarbeit angemeldet. Ähnlich hoch war der Anteil der Firmen, die einen Einstellungsstopp verhängt haben. Fast jeder vierte Maschinenbauer (23 Prozent) kommt der Umfrage zufolge jedoch nicht um einen signifikanten Personalabbau herum.

Die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen ist infolge der Corona-Krise eingebrochen. Zugleich belasten eine zunehmende Abschottung internationaler Handelsmärkte und der Umbruch in der Automobilindustrie die Branche.

Ein Arbeiter baut in einem Werk ein Getriebe zusammen.
Ein Arbeiter baut in einem Werk ein Getriebe zusammen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 15. Oktober, 15.13 Uhr: Verband: Existenzsorgen im Gastgewerbe wachsen

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat mit scharfer Kritik auf den Beschluss von Bund und Ländern reagiert, die Entscheidung zu den Beherbergungsverboten zu vertagen. 

Im Gastgewerbe würden Existenzsorgen und Frust wachsen, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick am Donnerstag. Der Verband appelliere dringend an die Bundesländer, die Beherbergungsverbote auszusetzen. 

"Beherbergungsverbote entsprechen nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit." Zöllick verwies auch auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Baden-Württemberg. 

Dieses kippte das Beherbungsverbot für das Bundesland am Donnerstag, in Sachsen wurde das Verbot von der dortigen Landesregierung aufgehoben. Der Deutsche Ferienhausverband sprach von einem «verheerenden Signal», das von der Vertagung des Themas am Mittwoch ausgegangen sei.

Dehoga-Präsident Guido Zöllick (50) (Archivbild).
Dehoga-Präsident Guido Zöllick (50) (Archivbild).  © picture alliance / Paul Zinken/dpa

Bund und Länder hatten bei ihren Corona-Beratungen am Mittwoch keinen einheitlichen Kurs bei dem Thema gefunden. Bis zum 8. November soll die Maßnahme auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

"Dann sind die Herbstferien vorbei und der Schaden kann nicht mehr gutgemacht werden", kritisierte der Ferienhausverband. "Die Maßnahmen sind existenzgefährdend", hieß es vom Dehoga.

Umso wichtiger sei jetzt, dass die Hilfen für das Gastgewerbe verlängert, ausgeweitet und nachhaltig verbessert werden.

Update, 15. Oktober, 15.09 Uhr: Zu viele Neuinfektionen: Doch keine Fans bei Basketball in Vechta

Wegen zu vieler Corona-Neuinfektionen kann Rasta Vechta am Samstag zum Start des Vorrundenturniers um den deutschen Basketball-Pokal nun doch nicht auf die Unterstützung von Zuschauern hoffen. Dafür ist der niedersächsische Landkreis zu stark vom Coronavirus betroffen. 

Update, 15. Oktober, 15.08 Uhr: Geisterspiel droht: Bielefeld gegen Bayern vor maximal 300 Zuschauern

Arminia Bielefeld muss das erste Duell mit Rekordmeister FC Bayern München seit elfeinhalb Jahren womöglich als Geisterspiel bestreiten. 

Da sich in Bielefeld mehr als 35 Menschen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage mit dem Coronavirus infiziert haben, könnten die Tribünen der heimischen Arena am Samstag (18.30 Uhr) leer bleiben. Wie die Ostwestfalen am Donnerstag mitteilten, wird derzeit geprüft, ob zumindest 300 Besucher dabei sein können.

Ursprüngliche Pläne sahen 5460 Fans vor. Aber aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens und auf Basis der geltenden Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen wird die Ausnahmegenehmigung für 20 Prozent der Zuschauergesamtkapazität nicht erteilt, wie die Arminia erklärte.

Diese Entscheidung schmälert die Vorfreude der Ostwestfalen auf das erste Bundesliga-Topspiel am Samstagabend in der Vereinshistorie. 

"Für alle Fans, die jahrelang solchen Spielen entgegengefiebert haben, ist das sehr schade. Und schade ist es auch für die Profis, die in der vergangenen Saison Großes geleistet haben, um genau solche Spiele zu erleben", klagte Samir Arabi.

Trainer Hansi Flick vom FC Bayern München kann sich Samstag auf wenige, bis gar keine Zuschauer einstellen.
Trainer Hansi Flick vom FC Bayern München kann sich Samstag auf wenige, bis gar keine Zuschauer einstellen.  © Matthias Balk/dpa

Update, 15. Oktober, 15.01 Uhr: Lauterbach: Reiseverbot aus Regionen mit hohen Infektionszahlen

Im Streit um Beherbergungsverbote in den Bundesländern hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein Reiseverbot für Menschen aus Regionen mit hohen Fallzahlen gefordert. 

"Für besonders hohe Infektionszahlen sollte für die Region dann besser sogar ein komplettes Reiseverbot gelten, bis sich die Lage dort beruhigt hat", sagte Lauterbach im Interview der Rheinischen Post (Freitag). Um vor die Welle des exponentiellen Wachstums zu kommen, sollten Reiserückkehrer und Reisewillige nicht mehr getestet werden, erklärte er weiter.

Lauterbach übte zudem Kritik an der gescheiterten Einigung bei Thema Beherbergungsverbot. "Es bleibt falsch, dass die Länder bis zum 8. November beim Beherbergungsverbot völlig unterschiedliche Regelungen treffen und Negativtests verlangen." 

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57).
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57).  © Jörg Carstensen/dpa

Ihm zufolge werden besonders in den Ballungsräumen wichtige Testkapazitäten dadurch weggenommen. "Die Gesundheitsämter in den Hotspots bräuchten jetzt sehr schnell Hilfe von Bundeswehr und Bundespolizei, um die Menschen in Infektionsketten zu informieren und in Quarantäne zu schicken", forderte er.

Am Mittwoch hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU), Bundesminister und die Ministerpräsidenten der Länder in Berlin über Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten. 

In Sachen Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten erzielten Bund und Länder jedoch keine Einigung. Bis zum 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Update, 15. Oktober, 14.55 Uhr: Telefonische Krankschreibung ab Montag wieder bundesweit möglich

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind ab kommendem Montag wegen der Corona-Lage wieder bundesweit möglich. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschusses im Gesundheitswesen am Donnerstag. 

Die Regelung soll zunächst bis zum Jahresende gelten. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung könne telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen besetzt. Er ist das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen. 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, die Regelung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen im Herbst und Winter wieder auszudehnen. Das Instrument habe die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet.

Den gelben Schein gibt es nur noch bis Ende des Jahres, dann wird alles digital.
Den gelben Schein gibt es nur noch bis Ende des Jahres, dann wird alles digital.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Wie der AOK-Bundesverband am Donnerstag mitteilte, gab es im März und April dieses Jahres mehr krankheitsbedingte Fehltage von Arbeitnehmern als im Mittel der vergangenen zehn Jahre. Demnach lag der Krankenstand im März knapp zwei Prozentpunkte und im April noch 0,4 Prozentpunkte über dem Monatsdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

"Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung wegen Atemwegserkrankungen, die von Anfang März bis Ende Mai 2020 galt, dürfte einen Einfluss auf die erhöhten Krankenstände im Vergleich zu den Vorjahren gehabt haben", hieß es in einer Mitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

«Gleichzeitig sprechen die Daten dafür, dass Ärzteschaft und Beschäftigte mit dieser temporären Regelung verantwortungsvoll umgegangen sind», sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Instituts. Im Mai und Juni 2020 sei der Krankenstand leicht hinter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre zurückgeblieben.

Die Zwischenbilanz bei den Krankschreibungen für das Jahr 2020 falle insgesamt eher unspektakulär aus.

Update, 15. Oktober, 14.50 Uhr: Betreiber sehen keine neuen Einschränkungen für Messen

Die deutschen Messegesellschaften gehen nach den Corona-Beschlüssen vom Mittwoch davon aus, dass sie weiter Messen ausrichten können. Sie berufen sich auf die Einigung der Länderchefs und der Bundeskanzlerin. 

Diese wollen zwar die Teilnehmerzahl von Veranstaltungen auf 100 begrenzen, wenn es an einem Ort innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben hat. 

Beschlossen wurde aber auch: "Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes." Nach Angaben des Branchenverbands Auma liegen für die in nächster Zeit geplanten Messen entsprechende Konzepte vor.

"Messen können weiter stattfinden", zeigte sich der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (Auma) am Donnerstag überzeugt. Bei keiner Messe seit dem Neustart im September habe es Beanstandungen zum Gesundheitsschutz gegeben, argumentierte der Verband. 

Hannover: Krankenhausbetten stehen in einer Messehalle auf dem Messegelände Hannover. Messegesellschaften würden ihre Hallen lieber mit Besuchern füllen.
Hannover: Krankenhausbetten stehen in einer Messehalle auf dem Messegelände Hannover. Messegesellschaften würden ihre Hallen lieber mit Besuchern füllen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Zudem hätten Bund und Länder auch keine Einschränkungen für Einkaufszentren und Warenhäuser beschlossen. Dort seien die Abläufe mit denen in Messehallen vergleichbar.

Zahlreiche Messen wurden in diesem Jahr abgesagt. Andere in den kommenden Monaten fallen mehrere Nummern kleiner aus, etwa die Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen im November und die Berliner Ernährungsmesse Grüne Woche im Januar. Sie sind dieses mal Fachbesuchern vorbehalten.

In den nächsten Monaten stehen eine Reihe weiterer bekannter Messen an, etwa die Kunstmesse Art Cologne in Köln. Andere Leistungsschauen sind vom Winter ins Frühjahr verschoben worden, darunter die Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt.

Update, 15. Oktober, 14.24 Uhr: Bayerisches Kabinett verschärft Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen

In bayerischen Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten künftig strikte Beschränkungen für private Kontakte, zudem wird die Maskenpflicht in den betroffenen Städten und Landkreisen deutlich ausgeweitet. Das hat das Kabinett am Donnerstag beschlossen. Mit den Gegenmaßnahmen geht die Staatsregierung zum Teil über einen gemeinsamen Beschluss von Bund und Länder vom Mittwoch hinaus.

Schon bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Region dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal 10 Personen treffen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal fünf Personen treffen. Die Gesundheitsämter müssen dies zwingend anordnen. "Das ist eine Muss-Vorschrift für die Kommunen in der Umsetzung", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung.

Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Region müssen zudem überall dort Masken getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen - etwa in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, in allen öffentlichen Gebäuden, aber auch auf Begegnungs- und Verkehrsflächen wie etwa in Fahrstühlen und in Eingangsbereichen von Hochhäusern. Zudem gilt dann eine Maskenpflicht für Zuschauer bei sportlichen Veranstaltungen sowie durchgängig auf Tagungen, Kongressen, Messen und in Kulturstätten.

Zudem gelten bei hohen Corona-Zahlen regional künftig strikte Sperrstunden in der Gastronomie. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen müssen Gaststätten um 23.00 Uhr schließen, zudem darf dann an Tankstellen kein Alkohol mehr verkauft werden, und es gilt dann ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 gelten die Sperrstunde und die beiden anderen Verbote schon ab 22.00 Uhr.

Update, 15. Oktober, 14.18 Uhr: Sperrstunde in Frankfurt wird bis Ende Oktober verlängert

Angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen in Frankfurt wird die seit der vergangenen Woche geltende Sperrstunde um 23 Uhr bis Ende Oktober verlängert. Das hat der Verwaltungsstab der Stadt am Donnerstag beschlossen. Parallel zur Sperrstunde in Bars, Kneipen und Restaurants werde ein generelles Alkoholverkaufsverbot in der Zeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens eingeführt, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nach der Sitzung des Krisenstabs.

Am Mittwoch noch hatte die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohnern an sieben aufeinanderfolgenden Tagen 70,9 betragen und war damit nicht mehr weit entfernt von der höchsten Warnstufe des Landes Hessen.

Update, 15. Oktober, 14.14 Uhr: Söder sieht täglich wachsende Gefahr für zweiten Lockdown

Angesichts des starken Anstiegs von Corona-Fällen auch in Bayern sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine täglich wachsende Gefahr für einen erneuten Lockdown. "Die Lage ist leider ernst, und sie wird jeden Tag ernster", sagte er am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Corona sei immer dramatischer in ganz Europa aktiv. Auch wenn es keinen Grund zur Panik gebe, sei die Situation sogar deutlich komplexer als im vergangenen Frühjahr. Denn jetzt stehe der Winter vor der Tür, und zugleich "explodieren die Zahlen in ganz Europa".

Söder betonte, dass sich Bayern auf Anfrage aus Tschechien bereit erklärt habe, Intensivpatienten aufzunehmen. Landesweit seit die Auslastung bei den Intensivbetten bereits bei mehr als 40 Prozent.

Söder betonte, die Staatsregierung werde alles tun, um einen Lockdown zu verhindern. Ob jedoch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin dafür ausreichten, sei zu bezweifeln.

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, kommt zu Beginn einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie in der Staatskanzlei in den Saal.
Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, kommt zu Beginn einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie in der Staatskanzlei in den Saal.  © Matthias Balk/dpa Pool/dpa

Update, 15. Oktober, 14.13 Uhr: Rekord an neuen Corona-Infektionen in Belgien

Die Zahl der Corona-Infektionen in Belgien ist auf Rekordhoch. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten am Donnerstag 7481 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen zwei Wochen seien auf 100.000 Einwohner rund 494 Infektionen gemeldet worden.

In der vergangenen Woche lag die Zahl der Neuinfektionen mit 5421 den Angaben zufolge doppelt so hoch wie in der Vorwoche. Besonders hoch sind die Infektionszahlen in der Hauptstadt Brüssel. Dort gab es in den vergangenen zwei Wochen mehr als 880 registrierte Fälle pro 100.000 Einwohner. Allerdings war der Zuwachs in Brüssel zuletzt geringer als in allen anderen Regionen Belgiens.

Update, 15. Oktober, 13.21 Uhr: SPD-Spitze verteidigt Corona-Beschlüsse

Die SPD-Chefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben die Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Runde gegen wachsende Kritik verteidigt. Die sprunghaft steigende Zahl an Infizierten und jeder Blick über die Grenzen zeigten, wie ernst die Lage sei, sagten sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. 

"Die gemeinsam beschlossenen Maßnahmen zeigen in die richtige Richtung." Dabei habe man sich die Entscheidung über die Verhältnismäßigkeit von Beschränkungen nicht leicht gemacht. "Am Ende ist eines sicher: Das wirksamste Mittel gegen Corona ist und bleibt Vorsicht, Verantwortungsbewusstsein und Solidarität jedes und jeder Einzelnen", erklärten Esken und Walter-Borjans. Notfalls müssten Bund und Länder auch noch einmal nachschärfen.

Saskia Esken, Parteivorsitzende der SPD, steht bei der Sommerreise der SPD-Spitze bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Innenstadt.
Saskia Esken, Parteivorsitzende der SPD, steht bei der Sommerreise der SPD-Spitze bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Innenstadt.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 15. Oktober, 13.17 Uhr: Leopoldina: Corona-Regeln nicht ausreichend

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sieht die neu aufgestellten Corona-Regelungen der Bund-Länder-Runde als unzureichend an. "In den kommenden Tagen und Wochen kann die Eindämmung der Pandemie nur noch dann gelingen, wenn die Bundesländer verpflichtende und einheitliche Schutzmaßnahmen vereinbaren und durchsetzen", sagte der Präsident der Leopoldina, Gerald Haug, am Donnerstag in Halle. Dazu gehöre, bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tagen strengere Maßnahmen verpflichtend einzuführen. Bislang sei dies als Empfehlung formuliert.

Ziel sei, einen erneuten Lockdown zu verhindern. "Nur so wird das Vertrauen in die politischen Entscheidungen und die Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahmen gestärkt", teilte die Leopoldina mit.

Update, 15. Oktober, 13.10 Uhr: Osnabrück gegen Darmstadt wird verlegt

Das Zweitligaspiel des VfL Osnabrück gegen den SV Darmstadt 98 wird wegen zweier Coronafälle in der Mannschaft der Niedersachsen und der daraus resultierenden Quarantäne zahlreicher Spieler wie erwartet verlegt. Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Donnerstag mitteilte, kann die Partie im Stadion an der Bremer Brücke nicht wie ursprünglich geplant an diesem Sonntag stattfinden. Das Spiel soll am 28. Oktober (18.30 Uhr) nachgeholt werden.

Gemäß der Spielordung ist die Verlegung einer Partie möglich, sobald nicht mindestens 15 Spieler einsatzfähig sind. Dies ist beim VfL der Fall. Der zuständige Gesundheitsdienst hatte nach den Positivtests der beiden Lizenzspieler einen Großteil des Teams bis zum kommenden Mittwoch (21. Oktober) in häusliche Quarantäne geschickt. Als nächstes Pflichtspiel des VfL ist die Begegnung beim 1. FC Heidenheim am 25. Oktober angesetzt. Darmstadt empfängt tags zuvor den FC St. Pauli.

Update, 15. Oktober, 12.57 Uhr: "Sweet 16"-Geburtstagsparty wird zum Superspreader-Event

Nach einer großen Geburtstagsfeier eines Teenagers im US-Bundesstaat New York sind mindestens 37 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Dutzende Menschen von der Sweet-16-Party sind erkrankt", sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch (Ortszeit). "Das zeigt, wie ein Event so viele Fälle erzeugen kann". Mehr als 80 Menschen hätten an der Feier teilgenommen, die Ende September von einem Partyveranstalter auf der Halbinsel Long Island vor New York organisiert worden sei.

Dabei ist die Teilnehmerzahl bei solchen Events in der Region aufgrund von Corona-Auflagen derzeit auf 50 beschränkt. Mehr als 270 Menschen mussten den Angaben nach im Zusammenhang mit der Party in Quarantäne, darunter zahlreiche Jugendliche aus umliegenden Schulen. Eine davon habe sogar vorübergehend geschlossen werden müssen.

Update, 15. Oktober, 12.54 Uhr: WHO Europa: Corona-Maßnahmen müssen verstärkt werden

Angesichts steigender Infektionszahlen in Europa spricht sich das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO für eine zielgerichtete Ausweitung der Corona-Maßnahmen aus. Die Reaktionen auf die wachsenden Fallzahlen müssten an die nationalen und subnationalen Gegebenheiten angepasst werden, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. "Aber ganz allgemein ist es Zeit, um die restrikten Maßnahmen zu verstärken - mit Lockdowns als allerletztem Ausweg."

Man wisse heute sehr präziser als während der ersten Corona-Hochphase im März, was getan werden könne und müsse, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Kluge. Regierungen sollten sich nicht mit relativ kleinen Maßnahmen zurückhalten, um so größere Beschränkungen wie im Frühjahr zu vermeiden. "Eine Menge liegt in unseren Händen - in den Händen der Regierungen und der Menschen." Es müsse unter anderem alles dafür getan werden, dass Schulen offen bleiben könnten.

Die Region Europa, zu der die WHO insgesamt 53 Länder zählt, habe nun mit fast 700.000 gemeldeten Fällen die höchsten wöchentlichen Zahlen seit Beginn der Pandemie verzeichnet, berichtete Kluge. Innerhalb von nur zehn Tagen sei die Gesamtzahl der Infektionen von sechs auf sieben Millionen angestiegen.

Hans Kluge, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Region Europa, sitzt bei einem Gipfeltreffen zum Coronavirus mit Vertretern der Europäischen Union und der WHO.
Hans Kluge, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Region Europa, sitzt bei einem Gipfeltreffen zum Coronavirus mit Vertretern der Europäischen Union und der WHO.  © Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 15. Oktober, 12.46 Uhr: Gericht kippt Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg

Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg hat mit Beschluss vom Donnerstag einem Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland stattgegeben. Dieses gilt bislang für Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 oder mehr neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen registriert wurden. Die Antragsteller kommen aus dem Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen, der über dieser Marke liegt. Sie hatten einen Urlaub im Kreis Ravensburg gebucht.

Das Beherbergungsverbot ist in Baden-Württemberg damit vorläufig mit sofortiger Wirkung außer Vollzug gesetzt, wie das Gericht am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Es können keine Rechtsmittel eingelegt werden.

Update, 15. Oktober, 12.18 Uhr: Dax schwächer - Corona-Sorgen nehmen wieder zu

Die zuletzt hoffnungsvolle Stimmung an den Börsen schlägt angesichts steigender Corona-Infektionen und der Furcht vor erneut scharfen Einschnitten für die Wirtschaft in Sorge um. Marktexperten schließen inzwischen auch einen erneuten Lockdown in Europa nicht mehr aus. Der Dax reagierte am Donnerstag mit deutlichen Verlusten von zuletzt 3,08 Prozent auf 12.626,34 Zähler.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verlor 2,31 Prozent auf 27.243,79 Punkte. Auch europaweit notierten die Börsen tief im Minus: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor zuletzt mehr als zweieinhalb Prozent.

Update, 15. Oktober, 12.08 Uhr: Mann will mit falschem Attest Maskenpflicht am Flughafen umgehen

Ein Mann hat am Münchner Flughafen mit einem im Internet heruntergeladenen Attest versucht, die Maskenpflicht zu umgehen. Als Polizisten den 38-Jährigen auf seine fehlende Mund-Nasen-Bedeckung ansprachen, habe er ihnen ein angebliches ärztliches Dokument gezeigt, das ihn von der Maskenpflicht befreien sollte, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

 "Es ist aber bekannt, dass solche gefälschten Atteste im Netz kursieren», sagte ein Polizeisprecher. «Es gibt dubiose Ärzte, die so etwas anbieten." Deshalb seien die Polizisten am Mittwoch misstrauisch geworden und hätten herausgefunden, dass der Mann das falsche Attest für 20 Euro aus dem Internet heruntergeladen hatte. Gegen ihn wird nun wegen Urkundenfälschung ermittelt.   

Update, 15. Oktober, 12.04 Uhr: Linksfraktionschef wirft Merkel Verunsicherung der Menschen vor

Nach dem Corona-Treffen im Kanzleramt hat der Co-Chef der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Verunsicherung der Bevölkerung vorgeworfen. "Wer wie die Bundeskanzlerin Beschlüsse verkündet und gleichzeitig das Signal sendet, diese reichen nicht aus, verunsichert in einer sehr komplizierten Lage die Menschen zusätzlich", sagte Bartsch der «Welt». Die weitgehende Disziplin der Bürger sei aber das wichtigste Kapital.

Bartsch forderte außerdem eine Beteiligung von Bundestag und Landesparlamenten im Corona-Krisenmanagement. "Wenn Anti-Corona-Maßnahmen Grund- und Freiheitsrechte einschränken, dürfen sie nicht nur im Kanzleramt, sondern müssen auch in den Parlamenten diskutiert und entschieden werden." Für das Beibehalten des Beherbergungsverbots für Urlauber aus deutschen Risikogebieten zumindest bis zum 8. November zeigte Bartsch wenig Verständnis: "Wer hat eigentlich dem Virus gesagt, wann die Herbstferien in Bayern enden?"

Update, 15. Oktober, 11.42 Uhr: Schärfere Corona-Regeln für London: Keine Treffen zwischen Haushalten

In der britischen Hauptstadt London gelten ab Samstag schärfere Corona-Regeln. Angesichts rapide steigender Infektionszahlen dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr miteinander treffen, wie der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan am Donnerstag bekannt gab. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht erlaubt.

"Niemand möchte weitere Einschränkungen, aber dies ist notwendig, um die Londoner zu schützen", sagte Khan. Es werde ein "schwieriger Winter" für die Hauptstadt mit ihren rund neun Millionen Einwohnern. Draußen sind weiterhin Treffen mit bis zu sechs Personen erlaubt.

Der Schatten eines Mannes mit einer schützenden Gesichtsmaske ist auf einem Schild auf der London Bridge zu sehen, als Pendler die London Bridge im Zentrum Londons während des morgendlichen Berufsverkehrs überqueren.
Der Schatten eines Mannes mit einer schützenden Gesichtsmaske ist auf einem Schild auf der London Bridge zu sehen, als Pendler die London Bridge im Zentrum Londons während des morgendlichen Berufsverkehrs überqueren.  © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Update, 15. Oktober, 11.35 Uhr: Erster Ort in Österreich wieder unter Quarantäne

In Österreich wird der Ort Kuchl im Salzburger Land wegen der Corona-Neuinfektionen unter Quarantäne gestellt. Die Ein- und Ausreise aus der Gemeinde mit rund 6600 Einwohnern sei bis auf einige Ausnahmen ab Samstag bis zum 1. November nicht mehr erlaubt, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer am Donnerstag. "Die Situation läuft völlig aus dem Ruder", sagte der ÖVP-Politiker über die Lage im Ort. Insgesamt bezeichnete er die Entwicklung im Bundesland als dramatisch. Die Kapazitäten in den Kliniken drohten in weniger als zwei Wochen, an ihre Grenzen zu kommen. Dann wäre ein Lockdown wohl unvermeidlich.

In Österreich ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages auf den Rekordwert von 1552 Fällen gestiegen. Laut Innenministerium wurden allein in Wien 480 neue Fälle registriert. Im Vergleich zu Deutschland sind die Zahlen - unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl - in etwa doppelt so hoch.

Update, 15. Oktober, 11.31 Uhr: Neapel legt nach Corona-Strafe Berufung ein

Der italienische Fußball-Erstligist SSC Neapel legt Einspruch gegen das am grünen Tisch als verloren gewertete Duell gegen Juventus Turin ein. "Der SSCN hat die Regeln und Gesetze immer respektiert. Wir warten zuversichtlich auf das Ergebnis der Berufung und glauben fest an die Gerechtigkeit", erklärte der Serie-A-Club.

Am Mittwoch hatte ein Sportrichter den Antrag von Napoli auf Verschiebung des Spiels gegen Meister Juve abgelehnt, das Spiel mit 0:3 gewertet und Neapel zudem mit dem Abzug eines weiteren Zählers bestraft.

Update, 15. Oktober, 11.26 Uhr: Neue Testverordnung - Schnelltests vor allem in Pflegeheimen

Der Einsatz von Schnelltests soll sich zunächst wie angekündigt auf den Gesundheits- und Pflegebereich konzentrieren. Für den privaten Bereich, etwa um sich "freizutesten" oder gar für Selbsttests, seien sie nicht gedacht, machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin deutlich. Die neue Testverordnung ist seit diesem Donnerstag in Kraft.

Der Test müsse durch medizinisches Personal angewendet werden. "Es geht immer noch darum, tief in die Nase zu kommen. Das kann man nicht alleine bei sich selbst, als Laie schon gar nicht." Auch Schnelltests in Schulen sind nach Spahns Angaben zunächst nicht vorgesehen. "Wir fangen an vor allem mit dem Gesundheitswesen." Es gehe darum, zuerst einmal die "Meistgefährdeten", wie Pflegebedürftige, Patienten und auch Beschäftigte im Gesundheitswesen zu schützen. Dann werde man sehen, ob die Schnelltests in weiteren Lebensbereichen eine zusätzliche Sicherheit geben könnten.

Update, 15. Oktober, 11.13 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen steigt auf mehr als 8000

In Polen ist die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen sprunghaft gestiegen und hat erstmals die Marke von 8000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 8099 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1306). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Im gleichen Zeitraum starben 91 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Erst am Mittwoch hatten die Behörden 6526 neue Fälle gemeldet - dies war der bisherige Rekordwert. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, etwa halb so viel wie Deutschland. Zum Vergleich: In Deutschland waren es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen.

Update, 15. Oktober, 11.06 Uhr: Hertha-Neuzugang Guendouzi positiv auf Corona getestet

Neuzugang Mattéo Guendouzi vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC ist mit dem Coronavirus infiziert. Ein Test des 21 Jahre alte Franzosen vom Dienstagnachmittag fiel positiv aus. Ein zweiter am Mittwoch ebenfalls. Das teilte der Berliner Verein am Donnerstag mit. Guendouzi sei isoliert worden und befände sich nun für zehn Tage in Quarantäne, hieß es von der Hertha. Er zeige keine Symptome und es gehe ihm gut.

Weitere Maßnahmen seien nicht notwendig, teilte der Tabellen-13. mit, der für diesen Donnerstag eigentlich eine Medienrunde mit dem Kapitän der französischen U21-Nationalmannschaft angesetzt hatte. Guendouzi habe bisher keinen Kontakt mit der Hertha-Mannschaft gehabt oder anderen Mitarbeitern.

Matteo Guendouzi (l) kniet vor Anpfiff auf dem Rasen.
Matteo Guendouzi (l) kniet vor Anpfiff auf dem Rasen.  © Mike Hewitt/Pool Getty/AP/dpa

Update, 15. Oktober, 11 Uhr: Corona-Krise machte Top-Transfers für Union Berlin möglich

Trotz vieler negativer Folgen hatte die Corona-Krise einen positiven Effekt auf den Transfersommer des 1. FC Union Berlin. "Ich weiß nicht, ob Spieler wie Joel Pohjanpalo oder Loris Karius oder Max Kruse für uns ein Thema gewesen wären, wenn es Corona nicht gegeben hätte. Denn wir haben klar gesagt: Das geht bei uns, und hier ist Ende", sagte Profifußball-Geschäftsführer Oliver Ruhnert der Welt (Donnerstag). Auf Transfers für den Fußball-Bundesligisten bezogen, habe "Corona nicht nur geschadet, sondern auch geholfen", sagte Ruhnert. Er ergänzte aber auch: "So schlimm diese ganzen damit einhergehenden Probleme in Bezug auf das Virus auch sind."

Nach dem Klassenerhalt sorgten die Eisernen mit der Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Kruse für Aufsehen und liehen zudem Karius und Pohjanpalo aus. Leihgeschäfte namhafter Profis seien für die Berliner aber nur dann möglich, wenn die Arbeitgeber einen großen Teil des Lohns weiterzahlen. "Solche Verpflichtungen wären sonst für uns nicht zu realisieren", sagte Ruhnert.

Update, 15. Oktober, 10.32 Uhr: AfD sieht in Corona-Beschlüssen "neuerlichen Lockdown auf Raten"

Die AfD im Bundestag hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern als willkürlich und schädlich für die Wirtschaft kritisiert. "Die Ergebnisse dieses Gipfels bedeuten einen neuerlichen Lockdown auf Raten. Die ohnehin am Boden liegende Wirtschaft wird weiter stranguliert", sagte die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel am Donnerstag in Berlin.

"Die beschlossenen Maßnahmen richten nachweislich erheblichen wirtschaftlichen Schaden an, während ihr Nutzen zur Eindämmung der Pandemie nicht nachweisbar ist", kritisierte Weidel. Die zahlreichen Verbote und Einschränkungen wie das Beherbergungsverbot oder die Sperrstunde seien willkürlich und unverhältnismäßig. "Beschränkungen der Personenzahl bei Feiern und sonstigen Zusammenkünften sind nur schwer zu kontrollieren und greifen in Grundrechte ein."

Update, 15. Oktober, 10.20 Uhr: Israel lockert Flugbeschränkungen in Corona-Krise

Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen hat die israelische Regierung eine Lockerung der Flugbeschränkungen beschlossen. Von Freitag an sollten Restriktionen am internationalen Flughafen Ben Gurion für Reisende aufgehoben werden, teilte das Büro des Ministerpräsidenten am Donnerstag mit.

Seit Verhängung eines zweiten Lockdowns am 18. September sind internationale Flugreisen nur in Ausnahmefällen erlaubt gewesen. Wenn Israelis in sogenannte "grüne Länder" mit niedrigen Corona-Infektionszahlen reisen, müssen sie nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne.

Es ist die erste Lockerungsmaßnahme seit Beginn des Lockdowns Mitte September. Andere Beschränkungen sollen mindestens bis Sonntag in Kraft bleiben.

Update, 15. Oktober, 10.18 Uhr: Europapolitiker Manfred Weber ist in Corona-Quarantäne

CSU-Vize Manfred Weber hat sich in Corona-Quarantäne begeben. Er sei darüber informiert worden, dass er mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person in Kontakt gewesen sei, schrieb der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament am Donnerstag auf Twitter. 

Er sei nun in Selbstisolation und warte auf ein erstes Testergebnis. "Passt alle auf euch auf."

Update, 15. Oktober, 9.18 Uhr: Stadt in China testet 10 Millionen Menschen in wenigen Tagen

Nach einem neuen Ausbruch des Coronavirus hat die ostchinesische Metropole Qingdao innerhalb von vier Tagen einen Massentest bei zehn Millionen Menschen durchgeführt. Wie die lokale Gesundheitskommission am Donnerstag mitteilte, wurden seit dem Wochenende 13 Infektionen entdeckt. 9,94 Millionen Proben seien gesammelt worden, von denen über sieben Millionen bereits ausgewertet seien.

Die erste Infektion mit Sars-CoV-2 war über das Wochenende in einem Krankenhaus der Stadt entdeckt worden, woraufhin der Test der gesamten Bevölkerung angeordnet wurde. Getestet wurden auch Menschen aus anderen Städten, die in den letzten Tagen aus Qingdao zurückgekehrt waren. So wurden etwas Qingdao-Rückkehrer in Peking von ihren Arbeitgebern oder Nachbarschaftskomitees aufgefordert, sich testen zu lassen.

Konsequenzen hatte der Ausbruch in Qingdao für den Chef der städtischen Gesundheitskommission. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag berichtete, wurde Direktor Sui Zhenhua suspendiert. 

Anwohner melden sich für COVID-19-Tests an einem Testpunkt im Distrikt Shibei.
Anwohner melden sich für COVID-19-Tests an einem Testpunkt im Distrikt Shibei.

Update, 15. Oktober, 9.18 Uhr: Ryanair streicht Winterflugplan wegen Buchungseinbruch zusammen

Europas größter Billigflieger Ryanair streicht seinen Winterflugplan wegen der verschärften Reisebeschränkungen in der Corona-Krise weiter zusammen. Von November bis März werde Ryanair voraussichtlich nur rund 40 Prozent so viele Flüge anbieten wie im vergangenen Winter, teilte das irische Unternehmen am Donnerstag in Dublin mit. 

Bisher hatte das Management rund 60 Prozent angepeilt. Ryanair begründete die Kürzung damit, dass sich der Rückgang der Ticketbuchungen für November und Dezember verschärft habe. Ryanair hatte das Flugprogramm schon für Oktober auf 40 Prozent zusammengestrichen.

Update, 15. Oktober, 9.07 Uhr: Frankreichs Gastrobranche verärgert über neue Ausgangssperren

Bei Frankreichs Gastronomen herrscht große Wut über die von Präsident Emmanuel Macron angekündigten nächtlichen Ausgangssperren. "Wir sind am Ende unserer Kräfte, wir können das nicht mehr", sagte Didier Chenet, Präsident des Hotel- und Gastroverbands GNI, dem Sender Franceinfo am Donnerstag. Diese Maßnahme werde ergriffen, um eine bestimmte Anzahl von Menschen abzuschrecken, die Gastronomen seien diejenigen, die den Preis dafür zahlten.

"Wie gehen wir mit unseren Mitarbeitern um, die um 21.00 Uhr zu Hause sein müssen? Wie gehen wir mit unseren Kunden um? Wann schmeißen wir sie raus?", fragte Chenet. "Wir sind keine Bettler, wir wollen arbeiten, aber da wir an der Arbeit gehindert werden, sollten die Schuldigen die Verantwortung übernehmen." Die Schuld liege bei der Regierung. Dass Kurzarbeit zu 100 Prozent finanziell vom Staat ausgeglichen werden, reiche nicht aus, so Chenet.

Update, 15. Oktober, 9.04 Uhr: Neuer Corona-Rekord trotz verschärfter Regeln in Tschechien

Trotz verschärfter Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie steigen die Corona-Zahlen in Tschechien weiter an. Am Mittwoch wurden 9544 neue Fälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Donnerstag bekanntgab. Das war der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 140.000. Rund 2700 Menschen werden im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1172.

Die Regierung kündigte an, rund 4000 Krankenhausbetten zu kaufen, um unter anderem in Messehallen Behelfseinrichtungen für einen möglichen Ansturm aufzubauen. "Die Zahlen sind katastrophal - es eilt wirklich sehr", sagte Ministerpräsident Andrej Babis der Agentur CTK zufolge vor seinem Abflug zum EU-Gipfel in Brüssel. Er habe über mögliche Hilfen auch "mit der bayerischen Seite" gesprochen, man wolle die Situation aber möglichst allein meistern.

Update, 15. Oktober, 8.04 Uhr: Spahn zu verschärften Corona-Maßnahmen: "Haben es selbst in der Hand"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appelliert an die Bevölkerung, die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen wegen der sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen mitzutragen. "Wir haben es selbst in der Hand, diese Entwicklung zu stoppen", sagte er am Donnerstagmorgen im Deutschlandfunk. Das Signal des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder, bei dem für Regionen mit hohen Infektionszahlen etwa Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum vereinbart wurden, sei wichtig. Es gebe ein gemeinsames Grundverständnis, das die Menschen nun aber auch unbedingt beibehalten müssten.

Spahn betonte, Ziel sei es, die Pandemie in eine zu bewältigende Größenordnung zu bringen, "damit Schule und Kita und Einzelhandel geöffnet bleiben können". Gelinge dies, seien keine weiteren Verschärfungen oder gar ein zweiter Lockdown nötig, schätzte er. Das beschlossene Stufenmodell, wonach auch bei durchschnittlich 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen schon Einschränkungen etwa bei privaten Feiern gelten können, sei ein wichtiger Schritt nach vorn, sagte Spahn. "Es ist nicht nur die Großveranstaltung. Es ist auch das gesellige Zu-Hause-Sein."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt seinen Impfausweis, nach seiner Grippeimpfung.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt seinen Impfausweis, nach seiner Grippeimpfung.  © Hannibal Hanschke/Reuters-Pool/dpa

Update, 15. Oktober, 7.58 Uhr: Kanzleramtschef: Müssen alle vorsichtiger sein als beschlossen

Kanzleramtsminister Helge Braun hat die Bevölkerung aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Pandemie mehr zu tun als nun von Bund und Ländern vereinbart. Die Beschlüsse seien ein wichtiger Schritt, würden aber vermutlich nicht ausreichen, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. "Und deshalb kommt's jetzt auf die Bevölkerung an. Dass wir nicht nur gucken: Was darf ich jetzt? Sondern wir müssen im Grunde genommen alle mehr machen und vorsichtiger sein als das, was die Ministerpräsidenten gestern beschlossen haben."

Es könne jetzt überhaupt keine Frage mehr geben, "dass das jetzt der Beginn einer sehr großen zweiten Welle ist", führte Braun aus. "Und am Anfang dieser zweiten Welle haben wir es in der Hand, diese Infektionen aufzuhalten." Er warnte, wenn die Infektionen hochgingen, leide am Ende auch die Wirtschaftskraft.

Update, 15. Oktober, 7.53 Uhr: Roche mit Umsatzrückgang - Corona-Tests treiben Diagnostiksparte

Der Pharmakonzern Roche hat in den ersten neun Monaten 2020 weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Dabei belastete neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auch der starke Schweizer Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag in Basel mitteilte. Der Umsatz sank um 5 Prozent auf knapp 44 Milliarden Franken (fast 41 Mrd Euro). Währungsbereinigt erzielte Roche ein leichtes Plus von 1 Prozent. Während das Geschäft mit Medikamenten währungsbereinigt um 1 Prozent sank, konnte die Diagnostiksparte dank der hohen Nachfrage nach Covid-19-Tests ein Wachstum von 9 Prozent erzielen.

Dank der Corona-Tests sowie einer anhaltend guten Nachfrage nach neuen Medikamenten konnten sich die Umsätze im dritten Quartal Roche zufolge mit einem währungsbereinigten Plus von 1 Prozent stabilisieren. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Konzern.

Update, 15. Oktober, 7.24 Uhr: Chef der Australian Open fordert Lockerung der Quarantänepflicht

Der Vorstandsvorsitzende der Australian Open, Craig Tiley, hat eine Lockerung der Quarantänepflicht für internationale Tennisspieler bei den Australien Open im Januar 2021 gefordert. Er rechne damit, dass die australische Regierung den Spielern Sondergenehmigungen erteile, damit sie sich gut und von der Öffentlichkeit isoliert auf das Turnier vorbereiten können. Das sagte Tiley der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag.

Er sei "absolut" zuversichtlich, dass die Australian Open wie geplant vom 18. bis 31. Januar in Melbourne stattfinden werden, sagte Tiley. Derzeit müssen sich Einreisende für 14 Tage isolieren. Bei den US Open und den French Open hatte es für die Sportler Sonderregelungen gegeben.

Update, 15. Oktober, 5.22 Uhr: RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen - rund 1500 mehr als am Mittwoch. Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden. Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er Marke überschritten worden. Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. "Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden", schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer "Freitestung" habe die Situation weiter verschärft.

Ein Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen hält in der Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Dresden International einen Coronavirus-Test in den Händen.
Ein Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen hält in der Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Dresden International einen Coronavirus-Test in den Händen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 15. Oktober, 4.45 Uhr: Kultusminister beraten über Corona und vergleichbare Schulabschlüsse

Die Kultusminister der Länder beraten an diesem Donnerstag und Freitag über die Lage der Schulen in der Corona-Pandemie und über eine bessere Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) findet wegen Corona erneut als Videokonferenz statt.

Auf der Tagesordnung stehen Gespräche über die Einrichtung des lange geplanten Bildungsrates. Das Gremium, vorwiegend aus Wissenschaftlern, soll die Länder in bildungspolitischen Fragen beraten. Zudem deutet sich an, dass die Länder bei einer geplanten vertraglichen Vereinbarung für mehr Vergleichbarkeit bei Schulabschlüssen zum Abschluss kommen könnten. In der Vergangenheit wurde immer wieder darüber diskutiert, ob etwa das Abitur in verschiedenen Bundesländern wegen unterschiedlicher Anforderungen gleich viel "wert" sei.

Update, 15. Oktober, 4.30 Uhr: Corona-Beschlüsse gehen laut Patientenschützern nicht weit genug

Der Deutschen Stiftung Patientenschutz gehen die schärferen Maßnahmen von Bund und Ländern in Corona-Hotspots nicht weit genug. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die schärferen Regeln für Corona-Hotspots können hier nur ein erster Schritt sein. Denn wie die wenigen Beamten der Ordnungsämter das überwachen sollen, bleibt offen."

Auch fehlten "verbindliche Zielvorgaben zur Stabilisierung der Gesundheitsämter oder zum Aufbau kommunaler pflegerisch-medizinischer Unterstützungsgruppen". Der Streit über die Beherbergungsverbote überlagere hier Problemlösungen. "Für die Hochrisikogruppe ist das gefährlich."

Brysch argumentierte weiter: "Steigen die Neuinfektionen, steigen - verzögert - auch die schweren Krankheitsverläufe und die Corona-Toten." Betroffen seien insbesondere pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen.

Eugen Brysch, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Patientenschutz.
Eugen Brysch, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Patientenschutz.  © -/Deutsche Stiftung Patientenschutz/dpa

Update, 15. Oktober, 3.48 Uhr: Argentinische Fußballliga nimmt Spielbetrieb wieder auf

Nach einer monatelangen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie soll in Argentinien bald wieder der Ball rollen. Die erste Fußballliga werde am 30. Oktober den Spielbetrieb wieder aufnehmen, teilte der Präsident des Fußballverbands AFA, Claudio Tapia, am Mittwoch nach einem Treffen mit Kabinettschef Santiago Cafiero, Sportminister Matías Lammens und Gesundheitsminister Ginés González García mit. Die anderen Ligen sollen im Laufe des Novembers und Anfang Dezember folgen. Die Partien werden allerdings ohne Zuschauer ausgetragen.

Wegen der Corona-Krise hatte die laufende Fußballsaison seit Mitte März pausiert und war Ende April endgültig abgebrochen worden. Seit Anfang August trainieren die argentinischen Vereine wieder. Allerdings hat die Pandemie das südamerikanische Land weiter fest im Griff. Zuletzt wurden pro Tag rund 15.000 neue Infektionen registriert. Insgesamt haben sich in Argentinien bislang über 930.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, fast 25.000 damit infizierte Patienten sind gestorben.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa


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