Erster Coronavirus-Fall in Deutschland: Patient ist 33 Jahre alt, weitere Details bekannt!

München - Bei dem mit dem neuen Coronavirus infizierten Mann in Bayern handelt es sich um einen 33-Jährigen.

Klinikleiter Götz Brodermann zieht sich bei einem Pressetermin auf der Sonderisolierstation im Klinikum Schwabing einen Schutzanzug an.
Klinikleiter Götz Brodermann zieht sich bei einem Pressetermin auf der Sonderisolierstation im Klinikum Schwabing einen Schutzanzug an.  © Sven Hoppe/dpa

"Es geht ihm recht gut, gestern Vormittag hat er noch gearbeitet", sagte der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, am Dienstag in München bei einer Pressekonferenz.

Der Mann habe an einer Schulung seiner Firma Webasto teilgenommen, an der auch eine Kollegin aus dem Werk des Unternehmens in Shanghai teilgenommen habe.

Die Frau habe vor ihrer Reise nach Deutschland Besuch von ihren Eltern gehabt, die aus der besonders betroffenen Region Wuhan stammen. Sie sei am 23. Januar wieder zurückgeflogen und habe sich auf dem Heimweg krank gefühlt.

Der Belegschaft in der Stockdorfer Zentrale von Webasto hat das Management für diese Woche freigestellt, nicht ins Büro zu kommen, sondern zuhause zu arbeiten. Schon zuvor hatte das Unternehmen sämtliche Dienstreisen nach China für die nächsten zwei Wochen abgesagt.

Webasto stellt hauptsächlich Autodächer und Standheizungen her und hat in China mehr als zehn Standorte. Die größte Fabrik befindet sich in der Millionenmetropole Wuhan, in der die neuartige Lungenkrankheit zuerst ausgebrochen war.

Bayern schaltet Coronavirus-Hotline

Das Hauptgebäude der Firma Webasto in Stockdorf.
Das Hauptgebäude der Firma Webasto in Stockdorf.  © Peter Kneffel/dpa

Bayern schaltet nach dem Bekanntwerden des ersten bestätigten Coronavirus-Falls in Deutschland eine Hotline für besorgte Bürger. Das teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag in München mit.

Die Behörden nehmen "die Lage sehr ernst, aber wir sind auch gut vorbereitet". "Die Kontaktpersonenermittlung läuft auf Hochtouren."

Die bayerischen Behörden 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie. Das sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch, am Dienstag in München. "Die Zahl kann noch steigen."

Weitere Maßnahmen würden in Erwägung gezogen, sagte Huml. Gemeinsam mit dem Bund werde beraten, "ob es sinnvoll sein kann, an Flughäfen Fieber zu messen". Auch die Barmer-Krankenkasse hat bereits eine Hotline geschaltet.

In Deutschland hat es nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag zunächst keine weiteren Verdachtsfälle gegeben.

"Wir haben bislang keinen finden können, der noch weitere Symptome hat", sagte LGL-Präsident Andreas Zapf in München. Das sei aber "Stand jetzt, 10.30 Uhr".

Die Behörden seien derzeit damit beschäftigt, herauszufinden, mit wem die beiden Mitarbeiter der Firma Webasto Kontakt hatten. Das müsse jetzt "ganz rasch" gehen.

Update, 10.56 Uhr: Coronavirus-Fall: Behörden überprüfen Kindergarten

Jörg Säuberlich (l-r), Pressesprecher Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml (CSU), Andreas Zapf, Präsident des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und Martin Koch, Leiter der Task-Force Infektiologie.
Jörg Säuberlich (l-r), Pressesprecher Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml (CSU), Andreas Zapf, Präsident des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und Martin Koch, Leiter der Task-Force Infektiologie.  © Peter Kneffel/dpa

Nach dem ersten bestätigten Fall der neuartigen Lungenkrankheit in Deutschland überprüfen die bayerischen Behörden auch einen Kindergarten.

Der 33 Jahre alte Patient stamme aus dem Landkreis Landsberg und habe Kinder in dem Kindergarten. "Natürlich denken wir an Kinder und auch an die Kindergärten", sagte der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, am Dienstag in München.

Update 11.06 Uhr: Der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Deutschland liefert nach Ansicht der bayerischen Gesundheitsbehörden neue Erkenntnisse über die Ansteckungswege der Lungenkrankheit.

Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag in München mitteilte, hat sich der 33 Jahre alte Mann nach ersten Erkenntnissen bei einer Chinesin angesteckt, die zu dem Zeitpunkt noch keine Symptome der Krankheit zeigte. "Das ist neu, dass wir das so wissen", sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch.

Die Behörden müssten aber noch mit der Chinesin sprechen, um das zu bestätigen.

Update 14.50 Uhr: Kindergrippe bleibt offen

Die Kinderkrippe in Landsberg am Lech, in der das Kind des an dem Coronavirus erkrankten Mannes betreut wird, bleibt vorerst geöffnet. "Wir sehen derzeit keine Veranlassung dazu, die Krippe zu schließen", sagte ein Sprecher des dortigen Landratsamts am Dienstag."Weder die Frau noch das Kind des Patienten sind bisher erkrankt".

Die Eltern der betroffenen Einrichtung seien nicht eigens informiert worden, sagte der Sprecher. "Das ändert sich natürlich, wenn das Kind doch noch krank wird."

Update 16.30 Uhr: Münchner Vorort Gauting übt sich in Gelassenheit

Der Münchner Vorort Gauting sieht nach dem Coronavirusfall beim Autozulieferer Webasto derzeit keine Notwenigkeit zusätzlicher Maßnahmen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt sind von Seiten der Gemeinde Gauting keine weiteren Schritte zu veranlassen", teilte Bürgermeisterin Brigitte Kössinger am Dienstag mit. "Sofern sich neue Erkenntnisse ergeben, werden wir die Bevölkerung umgehend informieren."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0