Coronavirus: 20-jähriger Niedersachse steckt sich beim Karneval an

Hannover/Landkreis Ammerland - In Niedersachsen gibt es einen neuen Coronavirus-Fall. Es handele sich um einen 20-Jährigen aus dem Landkreis Ammerland, der die vergangenen Tage bei seiner Mutter in Oldenburg verbracht habe, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

Eine Krankenschwester schaut auf zwei Abstrichröhrchen. (Symbolbild)
Eine Krankenschwester schaut auf zwei Abstrichröhrchen. (Symbolbild)  © Bernd Thissen/dpa

Der junge Mann und seine Mutter seien in häuslicher Quarantäne.

"Trotz dieses zweiten bestätigten Falles zirkuliert das Virus in Niedersachsen weiterhin nicht. Offenbar hat sich der junge Mann beim Karneval in der Nähe von Heinsberg in Nordrhein-Westfalen angesteckt", betonte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD).

Über die Einzelheiten zum neuen Fall in Oldenburg und die Maßnahmen wollten laut Ministerium die Stadt Oldenburg, der Landkreis Ammerland und die Gesundheitsämter noch am Nachmittag bei einer Pressekonferenz informieren.

Am Wochenende war die erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Niedersachsen bekanntgeworden. Ein 68 Jahre alter Mann aus Eltze in der Gemeinde Uetze (Region Hannover) hatte sich offensichtlich während einer Busreise nach Südtirol angesteckt. Auch in Bremen gibt es einen ersten bestätigten Fall.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der 20-Jährige aus dem Landkreis Ammerland in Palenberg bei Heinsberg in Nordrhein-Westfalen Karneval gefeiert und sich vermutlich dort angesteckt. Er werde medizinisch intensiv betreut, sein Zustand sei gut.

Nur 15 Prozent der Betroffenen weisen schwere Krankheitsverläufe auf

Der 20-Jährige steckte sich beim Karneval in Heinsberg an.
Der 20-Jährige steckte sich beim Karneval in Heinsberg an.  © Jonas Güttler/dpa

Auch in diesem Fall habe ein privates Labor den Test übernommen und das zuständige Gesundheitsamt informiert, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Behörden seien auf der Suche nach Kontaktpersonen des Patienten.

"Diese werden dann ebenfalls unter Quarantäne gestellt und bei auftretenden Symptomen getestet", erklärte Reimann. "Dieses Verfahren hat sich in der Region Hannover seit dem letzten Samstag bewährt und wird nun auch in Oldenburg und im Ammerland zur Anwendung kommen."

In fast allen Bundesländern gibt es inzwischen nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Vor allem in Nordrhein-Westfalen gibt es viele registrierte Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Erreger.

Doch nicht jeder Infizierte erkrankt. Die Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen.

Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Ziel ist, möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem zu erhalten.

Update, 16.50 Uhr: Dritter Fall in Niedersachsen bekannt

In Niedersachsen ist ein dritter Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Es handele sich um einen Mann aus dem Landkreis Cuxhaven, teilte der Landkreis am Dienstag mit.

Hintergrund sei eine Reise nach Norditalien. Der Erkrankte sei in häuslicher Quarantäne, seine Frau als Kontaktperson ebenso. Hinweise darauf, dass das Virus in der Bevölkerung des Landkreises zirkuliere, gebe es nicht.

Zuvor war ein weiterer Coronavirus-Fall aus dem Landkreis Ammerland bekanntgeworden, ein junger Mann und seine Mutter sind dort in Quarantäne.

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