Sorge um Coronavirus: So denken die Deutschen über die Krankheit

Köln/Deutschland - Die meisten Deutschen fürchten sich nicht vor dem neuen Coronavirus. Bei neun von zehn Deutschen (89 Prozent) ist die Sorge, dass sie oder Familienmitglieder sich mit dem Virus anstecken, weniger groß oder klein.

Wuhan: Medizinisches Personal in Schutzanzügen helfen mit dem Coronavirus infizierten Patienten bei ihrer Ankunft in einem Hilfskrankenhaus.
Wuhan: Medizinisches Personal in Schutzanzügen helfen mit dem Coronavirus infizierten Patienten bei ihrer Ankunft in einem Hilfskrankenhaus.  © Xiong Qi/XinHua/dpa

Das ergab eine Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend. Nur bei jedem Zehnten ist diese Sorge groß (7 Prozent) oder sehr groß (3 Prozent).

Für die Umfrage wurden am Montag und Dienstag dieser Woche insgesamt 1003 Wahlberechtigte in Deutschland per Telefon befragt.

Das Vertrauen der Bürger in die Behörden und Gesundheitseinrichtungen ist in Deutschland mit Blick auf das Virus hoch.

Vier von fünf Deutschen (82 Prozent) sind der Meinung, diese hätten die Situation alles in allem unter Kontrolle.

14 Prozent sehen das anders: Sie meinen, diese haben die Situation nicht unter Kontrolle.

In Deutschland gab es bis Donnerstagabend 13 Virusnachweise. 11 stehen im Zusammenhang mit der bayerischen Firma Webasto, die vorübergehend von einer infizierten Chinesin besucht worden war.

Darunter sind auch die Frau und zwei Kinder eines Webasto-Mitarbeiters. Zudem wurde das Virus bei zwei Menschen nachgewiesen, die am vergangenem Wochenende mit einer Bundeswehrmaschine aus China ausgeflogen worden waren.

Weitere Deutsche sollen auch China geholt werden

Zhangzhou: Mediziner gestikulieren durch das Fenster im Zhangzhou Municipal Hospital, in der südostchinesischen Provinz Fujian.
Zhangzhou: Mediziner gestikulieren durch das Fenster im Zhangzhou Municipal Hospital, in der südostchinesischen Provinz Fujian.  © -/XinHua/dpa

Die Bundesregierung will wegen der Ausbreitung des Coronavirus in China weitere deutsche Staatsbürger und ihre Angehörigen aus der Millionenstadt Wuhan zurück nach Deutschland holen.

Entsprechende Informationen des "Spiegel" bestätigte das Auswärtige Amt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Es gebe in Wuhan "einzelne Personen", die sich erst nach dem Rückholflug am vergangenen Samstag gemeldet oder es nicht rechtzeitig zum Flughafen geschafft hätten, hieß es aus dem Ministerium. "Wir bemühen uns intensiv darum, auch diesen Personen eine Ausreise zu ermöglichen."

Das gefährliche Coronavirus hatte sich von Wuhan aus verbreitet. Am Samstag hatte die Bundeswehr mehr als 100 Deutsche und einige Angehörige aus der Region Wuhan ausgeflogen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit in China stieg bis Donnerstag auf mehr als 28.000. Über 560 Menschen starben in China an der Krankheit. In Deutschland gab es bis Donnerstagabend 13 Virusnachweise.

Coronavirus tötete über 560 Menschen, über 28.000 Menschen infiziert

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat China in weniger als zwei Wochen das erste von zwei Notkrankenhäusern gebaut.
Im Kampf gegen das Corona-Virus hat China in weniger als zwei Wochen das erste von zwei Notkrankenhäusern gebaut.  © -/XinHua/dpa

Deutschlandweit gibt es neben den elf Fällen in Bayern noch weitere zwei Menschen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde.

Beide waren getestet worden, nachdem sie am vergangenen Wochenende zusammen mit mehr als 120 weiteren Passagieren aus China nach Deutschland geholt worden waren.

Außerhalb von Festland-China sind inzwischen in rund zwei Dutzend Ländern etwa 240 Infektionen bestätigt. In Hongkong und auf den Philippinen waren zwei Tote zu beklagen.

Die Zahl der Toten in China stieg noch einmal schneller als bisher. Innerhalb eines Tages starben bis Donnerstag 73 weitere Menschen, wie die chinesische Gesundheitskommission berichtete.

Damit stieg die Zahl der Toten in China auf 563. Die bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit kletterten auch stark um 3694 auf 28.018 Fälle. Die Kommission sprach von mehr als 24.000 Verdachtsfällen.

Die weltweit führenden Experten zum Coronavirus werden sich am nächsten Dienstag und Mittwoch in Genf treffen. Sie sollen alle Erkenntnisse zur neuen Lungenkrankheit zusammentragen.

Das neue Coronavirus 2019-nCoV.
Das neue Coronavirus 2019-nCoV.  © Grafik: C. Goldammer/dpa

Titelfoto: Xiong Qi/XinHua/dpa