Coronavirus: Flugzeug mit China-Rückkehrern in Frankfurt gelandet

Frankfurt am Main - Das Flugzeug der Bundeswehr mit Rückkehrern aus China an Bord wird am Samstagnachmittag in Frankfurt erwartet.

Der Airbus A310 "Kurt Schumacher" der Bundeswehr und eine Maschine der Bundesrepublik Deutschland kommen auf dem Flughafen Frankfurt am Main an.
Der Airbus A310 "Kurt Schumacher" der Bundeswehr und eine Maschine der Bundesrepublik Deutschland kommen auf dem Flughafen Frankfurt am Main an.  © Boris Roessler/dpa

Die Maschine war in der Nacht im besonders vom Ausbruch des neuartigen Coronavirus betroffenen Gebiet Wuhan gestartet. Nach Angaben der Behörden sind weder Erkrankte noch Verdachtsfälle in der Maschine.

Doch während die Maschine in China noch am Boden war, kam es laut Informationen der Bild-Zeitung zum Eklat. Denn die russische Regierung soll dem Flieger den Zwischenstopp in Moskau verweigert haben.

Dieser wäre jedoch notwendig gewesen, um aufzutanken. Am Donnerstag (30. Januar) waren im Vorfeld bereits Bundeswehr-Piloten in Moskau angereist, die das Steuer des Fliegers übernehmen sollten. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Zwischenlandung in der russischen Metropole noch in Aussicht gestellt.

Letztlich wurde mit Hochdruck eine Alternativroute geplant. Der Flieger mit den deutschen Rückkehrern machte seinen Zwischenstopp schließlich in Helsinki. Auch die Ersatz-Piloten-Crew musste schnellstens dorthin eingeflogen werden.

Die Rückreise ist freiwillig. Nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen sollen die Menschen schon an Bord von Medizinern begutachtet und befragt werden, danach auch in einem sogenannten Medical Assessment Center - eine umgewidmete Sporthalle.

Rückkehrer aus Wuhan werden vorerst in Rheinland-Pfalz untergebracht

Sollte dabei jemand Symptome zeigen, werde er in die Frankfurter Universitätsklinik in eine Isolierstation gebracht, heißt es vom Frankfurter Gesundheitsamt.

Danach sollen die Rückkehrer zu einem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Germersheim gebracht werden, wo sie für zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen.

Flugzeug mit China-Rückkehrern in Frankfurt gelandet

Rettungskräfte und Polizisten stehen an dem Flugzeug.
Rettungskräfte und Polizisten stehen an dem Flugzeug.  © Boris Roessler/dpa

Update 16.40 Uhr: Die aus dem chinesischen Coronavirus-Krisengebiet ausgeflogenen Bundesbürger sind wieder in Deutschland.

Die Bundeswehrmaschine mit mehr als 120 Menschen an Bord landete am Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr am Frankfurter Flughafen.

Nach medizinischen Untersuchungen sollten sie in eine Kaserne nach Germersheim in Rheinland-Pfalz kommen - dort müssen die China-Rückkehrer für zwei Wochen in Quarantäne bleiben. So lange dauert die Inkubationszeit des neuartigen Virus.

Einige Passagiere waren im Flieger von den anderen getrennt worden. "Die Passagiere wurden vor dem Start in China untersucht und waren beim Start des Fluges symptomfrei", sagte der Sprecher des Bundesgesundheitsministerium Hanno Kautz. "Aus Gründen der Vorsicht wurde während des Fluges jeder Passagier mit dem kleinsten Husten wie geplant separat gesetzt."

Der Airbus A310 der Luftwaffe war nach Angaben des Einsatzführungskommandos um 2.22 Uhr MEZ (9.22 Uhr Ortszeit) vom Flughafen des schwer von der Lungenkrankheit heimgesuchten Wuhan in Zentralchina gestartet. Mehr als 14 Stunden später twitterte die Luftwaffe: "Gelandet!" Rettungswagen und Helfer standen bereit.

In dem Flugzeug befanden sich nach Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium 128 Passagiere: 102 Bundesbürger, die anderen 26 stünden mit ihnen in familiärer Verbindung. Mitfliegen durfte nach Behördenangaben nur, wer gesund war.

Rückkehrer bereits an Bord von Medizinern begutachtet

Unter den Betroffenen herrschte vor dem Abflug in Wuhan Erleichterung: "Glücklich am Gate zu sein", berichtete eine Frau, die nicht genannt werden wollte, der Deutschen Presse-Agentur. Die Gruppe hatte sich schon am Vorabend am Flughafen versammelt und dort auch die Nacht verbracht. "War bis hier doch alles schon ganz schön anstrengend."

Nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen sollten die Rückkehrer schon an Bord von Medizinern begutachtet und befragt werden. Danach wurden sie in ein sogenanntes Medical Assessment Center gebracht - eine umgewidmete Sporthalle, in der Feldbetten und Untersuchungsräume bereitstehen. Dort waren weitere Untersuchungen geplant.

Sollte dabei jemand Symptome zeigen, werde er in die Frankfurter Universitätsklinik in eine Isolierstation gebracht, so das Frankfurter Gesundheitsamt. Für die Rückkehrer geht es schließlich zu einem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Germersheim, wo sie für zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen.

Dort sieht man sich gut vorbereitet: In der Südpfalz-Kaserne in Germersheim würden die "Menschen, die einiges durchgemacht haben", eine gute und angemessene Betreuung erhalten, sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler am Samstag.

"Ich hoffe, dass alle nach zwei Wochen gesund zu ihren Freunden und Familien zurückkehren können", betonte die SPD-Politikerin. In der Kaserne stehen insgesamt 128 Zimmer in einem bisher unbewohnten Gebäude auf dem Areal bereit.

In dieser Bundeswehr-Kaserne werden die deutschen Rückkehr die ersten 14 Tage in Quarantäne verbringen.
In dieser Bundeswehr-Kaserne werden die deutschen Rückkehr die ersten 14 Tage in Quarantäne verbringen.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Titelfoto: Boris Roessler/dpa