Fälle in Hamburg, Niedersachsen und Bremen: Coronavirus hat den Norden erreicht

Hamburg - Die Angst vor einer rasanten Ausbreitung des Coronavirus hält aktuell ganz Deutschland in Atem. Am Wochenende hat es die ersten Fälle in Hamburg, Bremen und Niedersachsen gegeben. Aber auch in Schleswig-Holstein hat sich am Samstagabend eine zweite Infektion mit dem Coronavirus bestätigt.

Auf einem Aufsteller der Gesundheitsbehörde wird im Flughafen Hamburg auf den Coronavirus hingewiesen.
Auf einem Aufsteller der Gesundheitsbehörde wird im Flughafen Hamburg auf den Coronavirus hingewiesen.  © Bodo Marks/dpa

Es handele sich um eine Person aus Lübeck, die sich wahrscheinlich auf einer Geschäftsreise in München angesteckt habe, teilten das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein und die Hansestadt am Samstagabend mit.

Behörden in Bayern hätten das Gesundheitsamt in Lübeck informiert. Die Person zeige bislang keine Symptome. Sie sei häuslich isoliert.

Auch in Hamburg gibt es bislang zwei bestätigte Fälle einer Coronavirus-Infektion. Zuerst war ein Kinderarzt des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), der in Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein lebt, positiv getestet worden. Ihm gehe es inzwischen besser. Wie der Kreis Segeberg am Samstag weiter mitteilte, wurde bei seiner Ehefrau das Virus bisher nicht nachgewiesen.

Bei der zweiten Person handle es sich um eine aus dem Iran stammende Frau, die in der Hansestadt gemeldet ist, teilte die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz am Samstagabend mit (TAG24 berichtete).

Wie am Samstag weiter bekannt wurde, ist auch ein 68 Jahre alter Mann aus Uetze in der Region Hannover infiziert (TAG24 berichtete). Auch er befindet sich nach Behördenangaben in einem guten Zustand. In Bremen ist eine Frau betroffen, auch sie zeigt nur leichte Symptome und liegt im Klinikum Bremen-Mitte.

Genau wie die Betroffenen aus Hamburg, hatten sich beide zuvor im Ausland aufgehalten: der Mann in Norditalien, die Frau im Iran.

Norddeutsche rüsten sich mit Hamsterkäufen

In einem Hamburger Supermarkt ist das Regal mit Einweg-Wasserflaschen leergefegt.
In einem Hamburger Supermarkt ist das Regal mit Einweg-Wasserflaschen leergefegt.  © Blaulicht-News.de

Obwohl Experten weiterhin zu Besonnenheit mahnen, rüsten sich auch die Menschen in Norddeutschland bereits mit Hamsterkäufen (TAG24 berichtete).

In vielen Apotheken und Supermärkten sind Desinfektionsmittel sowie Atemschutzmasken bereits seit Tagen ausverkauft.

Dabei handelt es sich bei der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nach Einschätzung der Hamburger Expertin Marylyn Addo noch um keine Pandemie in Deutschland: "Bis vor einigen Wochen hatten wir nur wenige Einzelfälle, die relativ schnell eingedämmt werden konnten", sagte die Leiterin der Sektion Infektiologie und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Für die Allgemeinbevölkerung gelte nach wie vor, sich so wie in der Grippesaison üblich zu verhalten: häufig Hände waschen, sich fernhalten von infizierten oder erkrankten Personen, Nies- und Husten-Etikette beachten. "Keine weiteren Maßnahmen darüber hinaus" - so lautet Addos Empfehlung.

Update, 9.58 Uhr:

Der 68 Jahre alter Mann aus der Region Hannover, der sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hat, ist zuvor in Südtirol gewesen. Das sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am Sonntag.

Dort soll er sich aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Virus infiziert haben.

Noch am Sonntagvormittag will Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) über weitere Details informieren.

Update, 11.58 Uhr:

In Niedersachsen gibt es neun weitere Verdachtsfälle. "Überwiegend" handele es sich dabei um Kontakte aus dem sozialen Umfeld des 68 Jahre alten Patienten, sagte Hauke Jagau, Präsident der Region Hannover, am Sonntag.

In 15 Fällen sei häusliche Quarantäne angeordnet, darunter sei die Ehefrau des 68-Jährigen, die keine Symptome zeige.

Das Paar sei auf einer Busreise nach Südtirol gewesen, insgesamt seien 47 Menschen vor allem aus Sachsen dabei gewesen.

Mustafa Yilmaz (l-r), Amtsarzt der Region Hannover, Matthias Pulz, Leiter Niedersächsisches Landesgesundheitsamt und Carola Reimann, Niedersachsens Sozialministerin (SPD), sprechen während einer Pressekonferenz.
Mustafa Yilmaz (l-r), Amtsarzt der Region Hannover, Matthias Pulz, Leiter Niedersächsisches Landesgesundheitsamt und Carola Reimann, Niedersachsens Sozialministerin (SPD), sprechen während einer Pressekonferenz.  © Peter Steffen/dpa

Update, 14.36 Uhr:

Nach Bekanntwerden der ersten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Bremen ist noch offen, ob die betroffene 58-Jährige weitere Menschen angesteckt hat.

Das sagte der Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin, Lukas Fuhrmann, am Sonntag. Der Zustand der Frau sei unverändert, sie habe nur leichte Symptome.

Update, 18.44 Uhr

In Schleswig-Holstein gibt es einen dritten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus. Es handelt sich um eine Frau aus Nusse, wie der Kreis Herzogtum Lauenburg und das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mitteilten.

Sie habe nach einem Karnevalsbesuch und dem Kontakt mit später als positiv bestätigten Patienten leichte Erkältungssymptome. Die Patientin befinde sich derzeit in häuslicher Isolation.

Eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus sei aufgrund des aktuell stabilen Gesundheitszustandes zunächst nicht vorgesehen, hieß es.

Titelfoto: Bodo Marks/dpa


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