Coronavirus in Hamburg: Dritte Infektion bestätigt

Hamburg - In Hamburg gibt es einen dritten bestätigten Covid-19-Fall.

Die Infizierte reiste per Flugzeug nach Hamburg. (Archivbild)
Die Infizierte reiste per Flugzeug nach Hamburg. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die an dem neuen Coronavirus erkrankte Frau sei in der vergangenen Woche aus dem Iran über Frankfurt am Main nach Hamburg gereist, teilte die Gesundheitsbehörde am Montag mit.

Nach positiver Testung auf das Sars-CoV-2-Virus habe das Gesundheitsamt umgehend eine häusliche Isolation der Frau angeordnet, auch für ihre Kontaktpersonen.

Zum genauen Gesundheitszustand der Patientin wurde nichts mitgeteilt. Es gebe keine Verbindung zu den beiden bisherigen Fällen.

Am vergangenen Freitag hatte das Universitätsklinikum Eppendorf berichtet, dass ein Arzt der Kinderklinik nach einer Italienreise infiziert ist.

In der Nacht zum Samstag hatte die Feuerwehr eine Frau in die Asklepios-Klinik St. Georg gebracht.

Auch sie war aus dem Iran zurückgekommen und muss wie der Kinderarzt zwei Wochen in häuslicher Isolation bleiben.

Update, 16.40 Uhr

Ein Aufsteller am Hamburger Flughafen informiert in drei Sprachen über das Coronavirus.
Ein Aufsteller am Hamburger Flughafen informiert in drei Sprachen über das Coronavirus.  © Bodo Marks/dpa

Die angeordnete häusliche Isolation der Frau gilt auch für ihre Kontaktpersonen.

Mittlerweile ist klar, dass alle Patienten und Mitarbeiter am UKE, mit denen der infizierte Arzt Kontakt hatte, sowie dessen Ehefrau nach Angaben des UKE und des Kreises Segeberg negativ getestet wurden.

Passagiere eines am Montag aus Teheran gekommenen Flugzeuges mussten in Hamburg sogenannte Ausstiegskarten ausfüllen, auf denen unter anderem nach Aufenthaltsort, Sitzplatznummer und Wohnadresse gefragt wird.

Allerdings seien nicht genug Karten an Bord der Iran-Air-Maschine gewesen, eine Mitarbeiterin des Flughafenärztlichen Dienstes habe für Nachschub gesorgt, teilte die die Gesundheitsbehörde weiter mit. Dadurch habe sich der Ausstieg der Passagiere verzögert.

Nach einem Erlass des Bundesgesundheitsministeriums müssen nicht nur Flugreisende aus China und dem Iran, sondern auch aus Norditalien, Japan und Südkorea diese Angaben seit Samstag machen. Wie der neue Hamburger Covid-19-Fall zeigt, dürften allerdings nicht alle Menschen mit Direktflügen aus den Risikogebieten kommen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg riet Patienten erneut, sich zunächst beim Arztruf 116117 zu melden. Nach einer telefonischen Abklärung der Krankheitssymptome könne entweder ein Bereitschaftsarzt nach Hause kommen oder der Patient gehe in eine Praxis, die auf den Umgang mit Sars-CoV-2-Infizierten eingestellt sei, sagte ein Sprecher.

Für Fragen rund um die Krankheit verweist die Hamburger Gesundheitsbehörde auf eine neue telefonische Hotline mit der Nummer 040-428284000.

Die Versorgung der Frau, die in der Nacht zum Samstag in das Krankenhaus von St. Georg gebracht wurde, sei reibungslos gelaufen, sagte ein Sprecher der Asklepios-Kliniken. "Das hat super geklappt." Sie sei durch einen separaten Eingang in einen abgetrennten Bereich gebracht worden und habe niemanden anstecken können.

Unterdessen reagierten auch Unternehmen in Hamburg auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Der Nivea-Hersteller Beiersdorf sagte seine geplante Bilanzpressekonferenz am Dienstag ab und setzte stattdessen eine Telefonkonferenz an.

Das Hamburger Medienunternehmen Gruner + Jahr ("Stern", "Brigitte") verzichtet bis Ende Juni auf Krankschreibungen seiner Mitarbeiter. Für die nächsten vier Monate müssten keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt werden, berichtete Personalleiter Stefan Waschatz.

Der für den 8. bis 10. Mai geplante Hafengeburtstag soll jedoch stattfinden, wie die Veranstalter am Montag sagten.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa


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