Coronavirus: Serie A noch lange nicht vor Wiederbeginn

Deutschland - Im Jahr 2020 hält das Coronavirus fast die gesamte Welt in Schach. In vielen Ländern wurden teils gravierende Ausgangsbeschränkungen erlassen, um die Infizierten-Zahlen und die Zahl der Toten in überschaubarem Ausmaß zu halten sowie die Krankenhäuser und Ärzte keinesfalls zu überlasten. TAG24 berichtete über die Lage während der Corona-Pandemie. >>> Hier geht es zum aktuellen Live-Ticker. 

Update, 20. April, 23.22 Uhr: Serie A noch lange nicht vor Wiederbeginn

Der italienische Sportminister Vincenzo Spadafora hat die Hoffnungen der Fußball-Verantwortlichen auf eine baldige Wiederaufnahme der Serie A gedämpft. 

"Stand heute ist weder der Neustart der Liga noch das Training am 4. Mai gesichert", sagte Spadafora dem TV-Sender Rai 2.

Am Mittwoch werde es ein Treffen mit dem Fußball-Verband geben. Dann werde über die Pläne gesprochen. "Der Wiederbeginn des Trainings impliziert nicht den Wiederbeginn der Liga", betonte Spadafora.

Die Serie A ist seit dem 12. März unterbrochen. Zwölf Spieltage stehen noch aus. In Italien gelten noch bis zum 3. Mai die landesweiten Ausgangssperren. 

Nach dem Plan der Liga-Verantwortlichen sollen die Fußballer ab dem 4. Mai zunächst isoliert werden, das heißt unter anderem auf das Coronavirus getestet und in Camps streng kontrolliert werden. Nach drei Wochen könnten dann möglicherweise Partien - ohne Fans - gespielt werden.

CR7 bald wieder auf dem Feld?
CR7 bald wieder auf dem Feld?  © Luca Bruno/AP/dpa

Update, 20. April, 22.21 Uhr: Haseloff kündigt Entscheidung über Maskenpflicht in Sachsen-Anhalt an

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen auch die Menschen in Sachsen-Anhalt damit rechnen, künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. 

Die schwarz-rot-grüne Landesregierung werde am Dienstag über eine entsprechende Vorschrift beraten, kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Montagabend in der MDR-Sendung "Fakt ist" an. 

Sollte sich das Kabinett dafür entscheiden, müssten die Sachsen-Anhalter von Donnerstag an beim Einkaufen und beim Fahren mit Bus und Bahn einen Mundschutz tragen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).  © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. April, 21.23 Uhr: Altmaier: Länder-Unterschiede bei Lockerungen nicht optimal

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich kritisch über die unterschiedlichen Regeln verschiedener Bundesländer bei der Lockerung von Corona-Beschränkungen geäußert. 

Der gemeinsame Beschluss von Bund und Ländern werde von allen umgesetzt, "aber es gibt einzelne Bundesländer, die das in der einen oder anderen Richtung modifizieren", sagte Altmaier am Montagabend in der Sendung "ARD Extra". 

"Ich halte das nicht für optimal. Aber wir sind nun mal ein föderales Land, in dem die Bundesländer letzten Endes entscheiden."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (61, CDU).
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (61, CDU).  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Update, 20. April, 20.39 Uhr: Facebook begrenzt Organisation von Protesten gegen Corona-Auflagen

Facebook will die Organisation bestimmter Proteste gegen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Schutzmaßnahmen begrenzen. 

Wenn eine Demonstration von den Behörden verboten worden sei oder gegen die Vorschriften verstoße, wonach Menschen genügend Abstand voneinander einhalten müssten, dürfe diese nicht auf Facebook organisiert werden, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Montag. Facebook werde gegen entsprechende Inhalte vorgehen, hieß es weiter.

Indianapolis: Teilnehmer einer Demonstration wehren sich gegen die Auflagen.
Indianapolis: Teilnehmer einer Demonstration wehren sich gegen die Auflagen.  © Jeremy Hogan/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

In mehreren US-Bundesstaaten war es zuletzt zu kleineren Protesten gegen die von den jeweiligen Gouverneuren verhängten Ausgangsbeschränkungen gekommen. Bei manchen Demonstrationen wurde dabei klar gegen die von der Regierung empfohlene Distanz-Regel verstoßen. 

In den USA sind alle Menschen aufgerufen, immer mindestens etwa zwei Meter Abstand zu anderen Personen zu halten, um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen.

Update, 20. April, 20.31 Uhr: Kinder mit Covid-19 weisen ungewöhnliche blaue Flecken auf

Bislang nennen Wissenschaftler und Ärzte vor allem hohes Fieber und trockenen Husten als besonders markante Anzeichen einer COVID-19-Infektion. Doch jetzt warnen die Fachleute vor einem neuen Coronavirus-Symptom an den Füßen. Die ganze Geschichte >>> hier

Sind diese blauen Flecken auf Covid-19 zurückzuführen?
Sind diese blauen Flecken auf Covid-19 zurückzuführen?  © Screenshot https://www.fip-ifp.org/

Update, 20. April, 20.24 Uhr: Thüringen will Mundschutzpflicht gegen Corona einführen

Wie in mehreren anderen Bundesländern soll nun auch in Thüringen wegen der Coronavirus-Pandemie eine Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr eingeführt werden. 

Das sagte Regierungssprecher Günter Kolodziej am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" (Dienstag) berichtet. In Sachsen gilt eine Maskenpflicht seit Montag, Mecklenburg-Vorpommern zieht nächsten Montag nach, Bayern ebenfalls, in Baden-Württemberg entscheidet das Kabinett am Dienstag.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) wird die Maßnahme nach Angaben ihres Hauses am Dienstag dem Kabinett vorschlagen. Die Maskenpflicht soll dann ab Freitag gelten. Zur Begründung führte Werner eine gewünschte Vereinheitlichung der Regeln im Land an.

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen.
Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. April, 20.15 Uhr: Aktuelle Zahlen und Daten in den neuesten Grafiken

Die USA scheinen kaum Kontrolle über das Virus zu haben.
Die USA scheinen kaum Kontrolle über das Virus zu haben.  © TAG24
Deutschland kann derzeit etwas verschnaufen.
Deutschland kann derzeit etwas verschnaufen.  © TAG24
Die USA stehen im Vergleich extrem schlecht da. Mit Berücksichtigung der gesamten Bevölkerung aber zumindest prozentual besser als andere.
Die USA stehen im Vergleich extrem schlecht da. Mit Berücksichtigung der gesamten Bevölkerung aber zumindest prozentual besser als andere.  © TAG24
In Deutschland sind sehr viele Patienten wieder genesen.
In Deutschland sind sehr viele Patienten wieder genesen.  © TAG24
Mit bangen Blicken sehen viele auf diese Kurve und hoffen auf einen weiteren Abfall.
Mit bangen Blicken sehen viele auf diese Kurve und hoffen auf einen weiteren Abfall.  © TAG24

Update, 20. April, 19.52 Uhr: Erdogan kündigt viertägiges Ausgehverbot für 31 türkische Städte an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (66) hat wegen der Corona-Krise eine viertägige weitgehende Ausgangssperre für 31 Städte und Provinzen angekündigt. Sie beginne am Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) und ende am Sonntag um dieselbe Zeit, sagte Erdogan am Montag nach einer online abgehaltenen Kabinettssitzung. 

Am Donnerstag ist Nationalfeiertag in der Türkei, an dem das Land unter anderem der Eröffnung des türkischen Parlaments am 23. April 1920 gedenkt. Der islamische Fastenmonat Ramadan beginnt zudem am Freitag in der Türkei.

İstanbul: Recep Tayyip Erdogan (r), Präsident der Türkei, fliegt mit dem Präsidentenhubschrauber über das Istanbuler Ikitelli Basaksehir-Stadtkrankenhaus und andere medizinische Einrichtungen, die im Bezirk Sancaktepe als Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gebaut werden.
İstanbul: Recep Tayyip Erdogan (r), Präsident der Türkei, fliegt mit dem Präsidentenhubschrauber über das Istanbuler Ikitelli Basaksehir-Stadtkrankenhaus und andere medizinische Einrichtungen, die im Bezirk Sancaktepe als Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gebaut werden.  © Murat Kula/Turkish Presidency/dpa

Update, 20. April, 19.31 Uhr: Sportministerin Eisenmann zurückhaltend in Geisterspiel-Thematik

Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann hat sich zurückhaltend in der Frage von möglichen Geisterspielen im Fußball geäußert. 

"Zwischenrufe aus einzelnen Bundesländern zu diesem Zeitpunkt bieten keine Verlässlichkeit für die Bundes- und Zweitligisten", sagte Eisenmann (CDU) am Montag auf dpa-Anfrage. 

Sie halte es für am sinnvollsten, wenn sich die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) hinsichtlich möglicher Geisterspiele auf "einen gemeinsamen Nenner" verständigen.

Susanne Eisenmann (55, CDU).
Susanne Eisenmann (55, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 20. April, 19.05 Uhr: Vatikan verschiebt Welttreffen der Jugend und der Familien, das erst im Juni 2021 stattfinden sollte

Der Papst verschiebt wegen der Corona-Pandemie die Welttreffen der Jugend und der Familien jeweils um ein Jahr. Das teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Montag mit. 

Die Entscheidung habe Papst Franziskus (83) zusammen mit dem zuständigen Kurien-Gremium, dem Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben, getroffen. 

Das nächste Welttreffen der katholischen Familien war ursprünglich für Juni 2021 in Rom geplant gewesen. Es soll nun im Juni 2022 stattfinden.

Papst Franziskus (83).
Papst Franziskus (83).  © Evandro Inetti/ZUMA Wire/dpa

Der nächste Weltjugendtag wiederum, der für August 2022 in Lissabon angesetzt war, werde in Folge des neuen Terminplans auf den August 2023 verschoben.

Im Vatikanstaat selbst, so gab der Sprecher bekannt, wurde in den vergangenen Tagen der neunte Fall eines Geistlichen oder

Mitarbeiters des Heiligen Stuhls registriert, der positiv auf den Corona-Erreger getestet worden sei. Die Person sei zur Beobachtung ins Krankenhaus gekommen.

Update, 20. April, 18.48 Uhr: New Yorks neue Todeszahlen sinken erstmals seit Tagen unter 500

Im besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten erstmals seit Tagen wieder unter die Zahl von 500 gesunken. 

Die Zahl der täglichen Todesopfer sei auf 478 gesunken, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Montag bei seiner täglichen Pressekonferenz. 

Gouverneur Andrew Cuomo (62).
Gouverneur Andrew Cuomo (62).  © John Minchillo/AP/dpa

In den vergangenen Wochen waren täglich bis zu knapp 800 Menschen in dem Staat mit knapp 20 Millionen Einwohnern gestorben. 

Nach Verkündung von relativ strengen Ausgangsbeschränkungen vor einem Monat waren die Zahlen der neu Infizierten in New York zuletzt bereits deutlich zurückgegangen. Insgesamt mussten bislang auch deutlich weniger Patienten in Kliniken als zuvor prognostiziert.

Update, 20. April, 18.30 Uhr: Spahn zu Bundesliga-Geisterspielen: "Wieder ein Stück Normalität"

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU) hat sich offen für mögliche Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga ab dem 9. Mai gezeigt. "Mit dem Gesamtkonzept sind Geisterspiele sicher wieder möglich. 

Entscheidend ist, dass so das Infektionsrisiko minimiert wird. Das wäre für Millionen Fußballfans ab dem 9. Mai dann wieder ein Stück Normalität, wenn auch im leeren Stadion", sagte Spahn im Live-Programm der "Bild"-Zeitung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

Zuvor hatten bereits Markus Söder und Armin Laschet, die Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, diesen Termin ins Gespräch gebracht. 

"Voraussetzung ist, dass es ein durchdachtes Konzept gibt", sagte Laschet bei "Bild". Die Fußball-Bundesliga und 2. Bundesliga pausieren bis mindestens zum 30. April. Am Donnerstag will die Deutsche Fußball Liga über weitere Schritte und eine mögliche Saisonfortsetzung mit Geisterspielen beraten.

Update, 20. April, 18.10 Uhr: Eigentümer von Beate-Uhse-Website profitiert von Corona-Krise

Der Eigentümer der Internetseite von Beate Uhse verkauft wegen der Corona-Pandemie deutlich mehr Produkte. "Infolge der Corona-Krise stieg der Verkauf in Deutschland um durchschnittlich 94 Prozent, wobei täglich bis zu 800 Bestellungen mehr eingehen als an einem regulären Werktag", teilte die niederländische EDC Retail am Montag mit Blick auf die Ergebnisse für das erste Quartal 2020 in Veendam mit. 

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr nach der zweiten Insolvenz des Erotikkonzerns Beate Uhse dessen Online-Geschäft übernommen. "Am bisher umsatzstärksten Tag des Jahres 2020 konnte sogar ein Wachstum von 162 Prozent verzeichnet werden", hieß es weiter.

Krisengewinner: Der Eigentümer der Internetseite von Beate Uhse.
Krisengewinner: Der Eigentümer der Internetseite von Beate Uhse.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 20. April, 18 Uhr: Wird das Oktoberfest morgen früh abgesagt?

Es ist zwar noch einige Monate hin - dennoch stellen sich viele die Frage: Kann das Münchner Oktoberfest in Corona-Zeiten stattfinden? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (61, SPD) wollen nun über ihre Beratungen zu einer möglichen Absage informieren. Die Staatskanzlei kündigte eine Pressekonferenz für 9.00 Uhr am Dienstagmorgen an.

"Wir beide haben eine ähnliche Einschätzung, dass wir sehr skeptisch darüber sind, ob ein Fest in der Größe, mit der Internationalität und unter den Bedingungen überhaupt einen Sinn macht", sagte Söder am Montag in seiner Regierungserklärung im Landtag. Reiter hatte vergangene Woche eine Entscheidung zum Oktoberfest noch im April angekündigt.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (61, SPD).
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (61, SPD).  © Matthias Balk/dpa

Update, 20. April, 17.56 Uhr: Ölpreise geben kräftig nach - US-Preis auf tiefstem Stand seit 1986

Die Ölpreise sind am Montag kräftig gefallen. Besonders heftig traf es US-Rohöl. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) texanisches Leichtöl (WTI) zur Lieferung im Mai kaum mehr als 10 US-Dollar und damit so wenig wie seit 1986 nicht mehr. 

Das waren gut acht Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Juni-Lieferung fiel wesentlich schwächer um 1,68 Dollar auf 26,57 Dollar.

Analysten begründeten den Einbruch sowohl mit dem starken Einbruch der Erdölnachfrage infolge der Corona-Krise als auch mit Zweifeln an der Reaktion großer Ölproduzenten auf die Krise. Als Folge der globalen Ölschwemme drohen zudem knappe Lagerkapazitäten.

Fallen die Preise an der Tankstelle jetzt noch weiter?
Fallen die Preise an der Tankstelle jetzt noch weiter?  © Felix König/dpa

Update, 20. April, 17.40 Uhr: Pharmaindustrie beschleunigt Arbeit an Virus-Tests und Impfstoffen erheblich!

Pharmaindustrie und Arzneimittelbehörden haben ihre Arbeitsabläufe angesichts der Covid-19-Krise erheblich beschleunigt. Was sonst Monate oder Jahre brauche, werde nun binnen weniger Wochen erledigt, sagten Branchenvertreter am Montag bei einer Veranstaltung des Verbandes EFPIA. 

Bis zum Ende des Jahres könne man deshalb mit Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 rechnen, erklärte Paul Stoffels von Johnson & Johnson und dessen Konzernteil Janssen Pharmaceutica.

Update, 20. April, 17.35 Uhr: Sportminister: Geisterspiele frühestens ab Mitte Mai vertretbar

Die Sportministerkonferenz hält Bundesliga-Fußball vor leeren Rängen "nach derzeitigem Diskussionsstand" ab Mitte oder Ende Mai für vertretbar. Auf ein genaues Datum hätten sich die für Sport zuständigen Ministerinnen und Minister bei einer Telefonschalte am Montag noch nicht festgelegt, heißt es in einer Mitteilung. 

Eine abschließende Einigung steht noch aus. Sollten sich die Konzepte für sogenannte Geisterspiele bewähren, könne der Spielbetrieb zu einem späteren Zeitpunkt auf die 3. Liga, die Bundesliga der Frauen und den DFB-Pokal ausgeweitet werden.

"Die Deutsche Fußball-Liga muss dabei strengste hygienische und medizinische Voraussetzungen schaffen, durchsetzen und mit geeigneten Maßnahmen überprüfen", sagte die Bremer Sportsenatorin und SMK-Vorsitzende Anja Stahmann (Grüne). 

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer soll einen Neustart der deutschen Bundesliga am 9. Mai laut Bild Live unterstützen.
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer soll einen Neustart der deutschen Bundesliga am 9. Mai laut Bild Live unterstützen.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

So müsse die Fernsehproduktion bei den Partien mit geringstmöglichem Personal und unter strengen hygienischen Auflagen stattfinden. Zudem müssten die DFL und die Vereine ihren Beitrag dazu leisten, dass sich auch rund um die Stadien keine Fangruppen versammeln. Auch in anderen Sportarten könnten Spiele ohne Zuschauer möglich werden, sollten die Ligen entsprechende Konzepte erarbeiten.

Die Fußball-Bundesliga und 2. Bundesliga pausieren bis mindestens zum 30. April. Am Donnerstag will die DFL über weitere Schritte und eine mögliche Saisonfortsetzung mit Geisterspielen beraten.

Update, 20. April, 17.29 Uhr: Virologe Drosten: Sorge vor unerwarteter Wucht der Infektionswelle

Der Berliner Virologe Christian Drosten (48) hat sich besorgt über möglicherweise bisher unbemerkte Effekte bei der Ausbreitung des Coronavirus geäußert. 

Noch zeigten sich verschleppte einzelne Fälle - zum Beispiel durch Reisen, Besuche oder Treffen aus Ausnahme-Gründen - nicht in den Zahlen, sagte Drosten am Montag im NDR-Podcast. 

Neben dem örtlichen Phänomen rechne er noch mit einem anderen Effekt: mit der Zeit zunehmend betroffenen älteren Altersgruppen, etwa Infektionsketten unter 65- oder 70-Jährigen, "weil eben doch man sich im Freundeskreis hier und da noch mal weiter trifft" oder weil Großeltern eben doch besucht würden. 

"Ich erwarte, dass es zu diesen Effekten kommt. Das sind Diffusionseffekte, die fast zwangsläufig sind", sagte der Charité-Experte.

Der Berliner Virologe Christian Drosten (48).
Der Berliner Virologe Christian Drosten (48).  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Wenn die sogenannte Reproduktionszahl nach Lockerung der Maßnahmen wieder über 1 kommen sollte - also ein Infizierter wieder mehr als einen anderen Menschen ansteckt -, könne die Epidemietätigkeit in nicht erwarteter Wucht wieder losgehen, sagte Drosten. 

Schon Ende vergangener Woche hatte er angesichts von Erkenntnissen aus der Spanischen Grippe vor der Gefahr einer zweiten Welle gewarnt, die nicht mehr nur an einzelnen Orten losrollt.

Drosten betonte auch, dass die Zahl der Infizierten in der Charité in Berlin seit Wochen zunehme. In den Intensivstationen werde es immer ein bisschen voller. Das sei ein Effekt, der ihn sorgenvoll stimme. 

Als Erkenntnis aus einer Studie mit epidemiologischen Modellierungen sagte der Virologe, dass Patienten am Tag vor Beginn der Symptome am stärksten infektiös seien. Die überwiegende Infektionstätigkeit sei dann nach vier Tagen mit Symptomen vorbei.

Update, 20. April, 17.22 Uhr: Söder und Laschet wollen Bundesliga ab 9. Mai

Markus Söder (53, CSU) und Armin Laschet (59, CDU) haben im Bild-Livetalk einen Neustart für die Bundesliga ins Gespräch gebracht. Denkbar könnte ein Start ab dem 9. Mai sein. 

Laschet sagte gegenüber BILD-Chef Julian Reichelt und BILD-Sportchef Matthias Brügelmann: "Voraussetzung ist, dass es ein durchdachtes Konzept gibt. Das, was die DFL in diesen Tagen vorgelegt hat, lässt erkennen, dass es Schutzvorkehrungen gibt. Ich könnte mir vorstellen, dass wir zum Zustand der Geisterspiele zurückkehren können."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Peter Kneffel/dpa

Update, 20. April, 17.12 Uhr: Autozulieferer Leoni bekommt Staatsbürgschaft über 330 Millionen Euro

Der schon vor dem Ausbruch des Corona-Virus wirtschaftlich in schwieriges Fahrwasser geratene Autozulieferer Leoni AG hat eine staatliche Kreditbürgschaft über 330 Millionen Euro erhalten. Die Bürgerschaft sei von der Bundesregierung sowie den Landesregierungen von Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gewährt worden, teilte Leoni am Montag in Nürnberg mit.

Die Bürgschaft sei notwendig geworden, weil die meisten Leoni-Kunden ihre Produktion zurückgefahren hätten und damit signifikante Absatzrückgänge zu verzeichnen gewesen seien.

Leoni stellt mit weltweit 95.000 Mitarbeitern unter anderem elektronische Bordnetze für die Automobilindustrie her. Im Rahmen eines Sanierungskonzeptes hatte sich das Unternehmen Ende vergangenen Jahres von rund 2000 Mitarbeitern getrennt, wie ein Sprecher am Montag sagte. 

Update, 20. April, 17.05 Uhr: Aktuelle Zahlen und Daten in den neuesten Grafiken

Gibt es in Deutschland bald mehr Heilungen als Infizierte?
Gibt es in Deutschland bald mehr Heilungen als Infizierte?  © TAG24
Die Welt steuert auf 2,5 Millionen Infizierte zu.
Die Welt steuert auf 2,5 Millionen Infizierte zu.  © TAG24
Die Kurve fällt, doch wird sie das weiterhin?
Die Kurve fällt, doch wird sie das weiterhin?  © TAG24

Update, 20. April, 16.59 Uhr: Bundesregierung prüft Corona-Hilfen für Vereine und Initiativen

Die Bundesregierung prüft Möglichkeiten, Vereinen in der Corona-Krise finanziell unter die Arme zu greifen. Das geht aus einem Brief des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Volkmar Vogel (CDU), an die Abgeordneten von Union und SPD hervor.

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, neben Wirtschaftsunternehmen stünden aktuell auch viele gemeinnützige Vereine, Initiativen und sonstige Träger der politischen Bildung, deren Projekte bisher vom Bund gefördert wurden, vor erheblichen Liquiditätsproblemen. 

Die Bundesregierung wolle nicht zusehen, "wie diese wichtigen Säulen des zivilgesellschaftlichen Engagements wegbrechen". Denn sie leisteten einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, im Sport, bei der Integration oder Extremismusprävention.

Volkmar Vogel (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages.
Volkmar Vogel (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages.  © Fabian Sommer/dpa

Deshalb wolle man im Einzelfall entweder "pragmatische Lösungen" im Zuwendungsrecht finden - etwa über eine Förderung von Online-Formaten, da wo Präsenzveranstaltungen zurzeit wegen der Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden können. 

Denkbar sei auch ein Verzicht auf den Einsatz von Eigenmitteln oder die Übernahme von anfallenden Stornokosten für abgesagte Veranstaltungen. 

Darüber hinaus habe das Innenministerium beim Finanzministerium und im Wirtschaftsministerium dafür geworben, auch gemeinnützige Einrichtungen, die schon durch den Bund gefördert werden, unter dem Haushaltstitel "Corona-Soforthilfe für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige" zu berücksichtigen.

Update, 20. April, 16.52 Uhr: Neue europäische Datenplattform für die Corona-Forschung

Um in der Corona-Krise schneller Impfstoffe, Medikamente und Testsysteme zu finden, sollen sich Forscher auf einer europäischen Datenplattform austauschen. 

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (61) kündigte die Gründung der "European COVID-19 Data Platform" am Montag an. 

Wissenschaftler hätten bereits einen großen Wissensschatz über das Coronavirus gesammelt und kein Forscher könne allein eine Lösung finden, sagte von der Leyen. 

Auf der Plattform könnten sie ihre Erkenntnisse speichern und die ihrer Kollegen nutzen. Die Kommission erwarte, dass binnen weniger Tage Zehntausende Beiträge hochgeladen würden.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (61).
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (61).  © Laurie Diffembacq/European Parliament/dpa

Update, 20. April, 16.47 Uhr: Baden-Württembergs Landesregierung strebt Maskenpflicht an

Die baden-württembergische Landesregierung strebt die Einführung einer Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus an.  

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen erfuhr, will das Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) an diesem Dienstag über die Pflicht einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen beraten.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90 / Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90 / Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.  © Jana Hoeffner/Staatsministerium Stuttgart/dpa

Update, 20. April, 16.43 Uhr: Anschlagsserie auf Sendemasten: Verschwörungstheorie über Corona

In Großbritannien und den Niederlanden sind Dutzende Brandanschläge auf Mobilfunk-Sendemasten verübt worden. In den Niederlanden wurden in den vergangenen Wochen 16 Anschläge verübt, zuletzt fingen am Wochenende zwei Sendemasten in Amsterdam Feuer. In Großbritannien wurden allein 20 Masten des Telekommunikationskonzerns Vodafone angezündet, wie Vodafone UK-Chef Nick Jeffery mitteilte.

Die niederländischen Ermittler gehen davon aus, dass Gegner des geplanten neuen 5G-Netzwerkes hinter den Anschlägen stecken. Es soll auch einen Zusammenhang mit Verschwörungstheorien geben, wonach die 5G-Strahlungen für den Ausbruch der Corona-Pandemie verantwortlich seien. Experten weisen solche Theorien als "totalen Unsinn" zurück.

Mobilfunk-Sendemasten haben wohl kaum was mit Corona-Infektionen zu tun (Symbolbild).
Mobilfunk-Sendemasten haben wohl kaum was mit Corona-Infektionen zu tun (Symbolbild).  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. April, 16.31 Uhr: Merkel zurückhaltend zu mehr Hilfen für Gastronomie und Kurzarbeiter

Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) hat sich zurückhaltend zu den Debatten über eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie geäußert. 

Der schwarz-rote Koalitionsausschuss werde sich am Mittwoch mit diesen Themen befassen und sich einen Überblick verschaffen, sagte Merkel Montag in Berlin. 

"Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir nicht jede Woche eine Maßnahme uns vornehmen und in der nächsten Woche wieder eine andere. Sondern dass wir nochmal überlegen: Wo stehen wir? Wo sind Probleme?"

Ein Restaurant in der Europa Passage Hamburg ist am frühen Morgen noch geschlossen, die Sitzgelegenheiten davor sind mit Flatterband abgesperrt. Zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte bis 800 Quadratmeter dürfen seit heute wieder öffnen.
Ein Restaurant in der Europa Passage Hamburg ist am frühen Morgen noch geschlossen, die Sitzgelegenheiten davor sind mit Flatterband abgesperrt. Zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte bis 800 Quadratmeter dürfen seit heute wieder öffnen.  © Christian Charisius/dpa

So gebe es etwa beim Thema Kurzarbeitergeld Menschen mit einem sehr geringen Einkommen im Gastronomie- oder im Dienstleistungsbereich. Es gebe aber auch Unternehmen, die auf 100 Prozent des Gehalts aufstockten. 

Der Koalitionsausschuss werde darüber reden, wo es Handlungsbedarf gebe. "Aber die Maßnahmen sind natürlich jetzt auch erst sehr kurz in Kraft", sagte Merkel. 

"Man muss jetzt aufpassen, dass wir nicht in zu kleinen Abständen immer wieder ein Gruppe ins Visier nehmen, sondern dass wir da mal uns einen Gesamtüberblick verschaffen."

Update, 20. April, 16.17 Uhr: Bundesregierung will Infektionsketten besser verfolgen

Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) hat nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts vor zu schnellen Lockerungen der Beschränkungen im Alltagsleben gewarnt. Die Minister beschlossen am Montag Maßnahmen, um Ansteckungsketten besser nachverfolgen zu können. Merkel erklärte, jede einzelne Infektionskette müsse geklärt werden können. 

Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU).
Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU).  © Markus Schreiber/AP/POOL/dpa

Die Beschlüsse:

  • Der öffentlichen Gesundheitsdienst soll gestärkt werden, wie bereits beschlossen: Pro 20.000 Einwohner soll mindestens ein Kontaktnachverfolgungsteam aus fünf Personen im Einsatz sein.
  • 105 mobile Teams sollen - finanziert vom Bundesgesundheitsministerium - geschaffen werden, zur Unterstützung bei Engpässen in Kommunen vor Ort.
  • Meldepflicht ab dem 22. April: Gesundheitsämter, die die Nachverfolgung so nicht leisten können, müssen das den Landesaufsichtsbehörden anzeigen, um Abhilfe schaffen zu können.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) soll eine Kontaktstelle mit 40 Mitarbeitern aufbauen, die jeweils für 10 Gesundheitsämter Ansprechpartner sind.

Update, 20. April, 16.13 Uhr: "Illegal, legal, scheißegal" - Aufrufe zu 1. Mai-Demonstrationen

Zehn Tage vor dem 1. Mai gibt es immer mehr Hinweise, dass es an dem Feiertag den Corona-Beschränkungen zum trotz Demonstrationen und Protestaktionen geben wird. 

Im Internet finden sich zahlreiche Aufrufe zum Demonstrieren in verschiedenen Städten. Auf der linksradikalen Seite Indymedia heißt es, in ganz Deutschland seien "Spontandemonstrationen, Autokorsos und Flashmobs" sowie andere unangemeldete Proteste angekündigt. 

"Illegal, legal, scheißegal: Ob unangemeldet oder angemeldet – in Berlin und bundesweit wird am (Revolutionären) 1. Mai protestiert + demonstriert".

Was erwartet Deutschland am 1. Mai 2020?
Was erwartet Deutschland am 1. Mai 2020?  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. April, 16.07 Uhr: CDU-Generalsekretär: Stehen in Corona-Krise auf dünnem Eis

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (34) hat in der Debatte um Lockerungen der Anti-Corona-Beschränkungen vor einem Überbietungswettbewerb gewarnt. Man stehe auf einem dünnen Eis, sagte Ziemiak am Montag in einer Videokonferenz nach Beratungen der Parteigremien.

Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) habe deutlich gemacht, dass sich Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus nicht ausruhen dürfe auf dem, was erreicht worden sei. Man solle sich nun nicht mit Vorschlägen überbieten, sondern weiter sehr vorsichtig sein. Ziemiak sagte weiter, in den Gremien habe es Kopfschütteln über die Öffnung von Outlet-Centern im SPD-geführten Rheinland-Pfalz gegeben.

Ziemiak sagte, Thema in den Beratungen seien auch Maßnahmen gewesen, um die Konjunktur anzukurbeln, wenn es weitergehende Lockerungen der Beschränkungen gebe. Es gebe verschiedene Vorschläge, es gehe aber um ein Paket.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (34).
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (34).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 20. April, 16.02 Uhr: Merkel ruft Ministerpräsidenten in Corona-Krise zur Vorsicht auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) hat an die Regierungschefs der Länder appelliert, die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht zu früh und zu weitgehend zu lockern. 

Sie wolle, dass der gemeinsam beschlossene Spielraum "möglichst eng ausgenutzt wird, nicht möglichst weit", sagte die Kanzlerin am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts. "Es kann auch ein Fehler sein, dass man zu schnell voranschreitet."

Merkel bei der aktuellen Konferenz.
Merkel bei der aktuellen Konferenz.  © Markus Schreiber/AP/POOL/dpa

Merkel fügte hinzu: "Die Situation, die wir jetzt haben, ist trügerisch." Denn wie sich etwa die nun beschlossene Öffnung vieler Geschäfte auswirken werde, das "sehen wir in 14 Tagen, nicht vorher", erklärte sie. Diese Zeitverzögerung mache Entscheidungen so schwierig.

Merkel sagte außerdem zur aktuellen Corona-Lage: "Eine Zeit, wie wir sie nie, nie, nie erlebt haben!"

Update, 20. April, 15.52 Uhr: Giffey: Mehr Anrufe zu häuslicher Gewalt - Spielplätze teils öffnen?

Die Zahl der Hilferufe wegen Gewalt in Familien steigt nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey an. Seit etwa einer Woche beobachte man, dass die Zahl der Anrufe und Meldungen zu häuslicher Gewalt zunehme, sagte die SPD-Politikerin am Montag in Berlin. 

Dass Familien in der Corona-Krise viel Zeit auf engem Raum zu Hause verbrächten, erhöhe das Konflikt- und Stresspotenzial. Deswegen müsse genau abgewogen werden zwischen dem Gesundheitsschutz der Kinder vor dem Coronavirus und dem Kindeswohl insgesamt.

Giffey forderte eine Debatte darüber, Spielplätze insbesondere in Städten zumindest teilweise oder unter Auflagen wieder zu öffnen. 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (41, SPD).
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (41, SPD).  © Michael Kappeler/dpa

Alle Kinder bräuchten Bewegung und freies Spiel, sagte sie. Man müsse darüber reden, inwieweit eine teilweise Öffnung etwa mit einer Begrenzung der Zahl der Kinder möglich sei.

Am Montag hatte eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Experten erstmals über ein Konzept beraten, wie die Kinder-Tagesbetreuung schrittweise wieder in Gang kommen kann. 

Derzeit gibt es nur eine Notbetreuung für jüngere Kinder, der Zugang dazu ist etwa vom Beruf der Eltern abhängig. Noch gibt es - anders als bei den Schulen - keine konkrete Perspektive für eine schrittweise Öffnung. Giffey sieht die Empfehlung der Nationalakademie Leopoldina, Kitas bis zu den Sommerferien grundsätzlich geschlossen zu halten, sehr kritisch.

Update, 20. April, 15.49 Uhr: Offener Richtungsstreit um Datenschutz bei Corona-Warn-Apps

Um den Datenschutz bei der Umsetzung der geplanten Corona-Warn-Apps ist ein Richtungsstreit zwischen den beteiligten Wissenschaftlern entbrannt.

Rund 300 Experten unterzeichneten einen am Montag veröffentlichten offenen Brief, in dem sie vor der Gefahr von Überwachung und Missbrauch bei einer zentralisierten Speicherung von Daten warnen.

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Update, 20. April, 15.38 Uhr: Merkel wieder live: "noch lange nicht über den Berg"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) hat in der Corona-Krise weiter zu größter Vorsicht aufgerufen. 

"Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen", sagte die Kanzlerin am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts. 

Angela Merkel (65, CDU).
Angela Merkel (65, CDU).  © Markus Schreiber/AP/POOL/dpa

"Es wäre jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen Rückfall gehen." Mit harten Maßnahmen sei viel erreicht worden, und die Reproduktionszahl der Infektionsketten sei unter 1 gedrückt worden. 

An etlichen Tagen gebe es also mehr Genesene als neu Infizierte. Sie sagte aber, "dass wir am Anfang stehen und noch lange nicht über den Berg sind".

Update, 20. April, 15.10 Uhr: Nach massiver Kritik Telefon-Krankschreibung weiter möglich

Krankschreibungen wegen Erkältungen sind in der Corona-Krise nun doch weiterhin auch per Telefon möglich. Das teilte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen (G-BA), Josef Hecken, am Montag mit. 

Der Bundesausschuss, der mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen besetzt ist, werde sich im Laufe des Tages erneut mit dem Thema befassen und mit "hoher Wahrscheinlichkeit" eine Verlängerung der Regelung bis zum 4. Mai 2020 beschließen. 

Ärzte könnten "im Vorgriff auf diese Entscheidung" weiterhin aufgrund telefonischer Anamnese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen.

Die Dauer einer telefonischen Krankschreibung soll demnach auf eine Woche begrenzt werden und könne "bei fortdauernder Erkrankung" einmal verlängert werden. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

"Alle Verantwortlichen müssen derzeit tagesaktuell und auf unsicherer Erkenntnislage neu abwägen und entscheiden, wie eine schrittweise Herstellung des regulären Medizinbetriebes unter Wahrung des gebotenen Infektionsschutzes möglich ist", sagte Hecken.

Am 20. März hatte der G-BA die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung eingeführt. Bei einer Sitzung am vergangenen Freitag wurde sie nicht mehr verlängert - gegen die Stimmen von Medizinern und Krankenhäusern. 

Gesundheitspolitiker, Ärzteverbände, Gewerkschaften und Verbraucherschützer hatten das massiv kritisiert. Arbeitgeber hatten die Entscheidung begrüßt.

Update, 20. April, 15.02 Uhr: EU-Sportminister beraten über Lösungen für Leistungssport

Die EU-Sportminister beraten am Dienstag in einer Videoschalte erstmals über den Einfluss der Coronavirus-Pandemie auf den Sport. Dies geht aus einer Mitteilung der Europäischen Union hervor. 

In der Konferenz sollen unter anderem Möglichkeiten besprochen werden, um das Training von Leistungssportlern aufrechtzuerhalten und gleichzeitig deren Gesundheit zu schützen.

Derzeit liegt der Wettkampfsport in Europa komplett lahm, nur vereinzelt können Profisportler im Fußball in Kleingruppen trainieren. Sportstätten sind fast überall geschlossen. 

Zudem wollen sich die EU-Minister dazu äußern, welche weiteren nationalen und europaweite Maßnahmen nötig und gewünscht sind, um den Sportsektor in den einzelnen Ländern zu unterstützen. 

Außerdem geht es darum, welche Schritte vorbereitet werden müsse, um die bestehenden Beschränkungen aufzuheben und Leistungs- und Freizeitsport wiederzubeleben.

Update, 20. April, 14.53 Uhr: Corona-Krise brockt United Airlines Milliardenverlust ein

Die Corona-Pandemie bringt die US-Fluggesellschaft United Airlines tief in die roten Zahlen. Im ersten Quartal dürfte ein Verlust in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) vor Steuern anfallen, warnte das Unternehmen am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht. 

Anleger ließen die Aktie vorbörslich um knapp sechs Prozent fallen. Beim Umsatz rechnet United mit 8,0 Milliarden Dollar, was einem Rückgang um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entsprechen würde. Die Airline betonte indes, dass es sich bislang lediglich um vorläufige Quartalsergebnisse handele.

Flugzeugunternehmer möchte man in diesen Zeiten nicht sein (Symbolbild).
Flugzeugunternehmer möchte man in diesen Zeiten nicht sein (Symbolbild).  © Andreas Arnold/dpa

Update, 20. April, 14.49 Uhr: Münster führt Maskenpflicht beim Einkauf ein

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die Stadt Münster als erste nordrhein-westfälische Großstadt eine Maskenpflicht beschlossen. Sie soll ab dem nächsten Montag (27. April) in Läden, auf Märkten, in Bussen und öffentlichen Bereichen der städtischen Verwaltungsgebäude gelten, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag. 

Der Krisenstab habe sich dazu entschieden, weil seit der Wiederöffnung kleinerer Läden mehr Menschen in der Innenstadt unterwegs seien. 

Statt einer Maske dürfe es auch ein Schal oder ein Tuch vor Mund und Nase sein, sagte die Sprecherin weiter. "Antenne Münster" und die "Westfälischen Nachrichten" hatten zuvor berichtet.

Wer gegen die Maskenpflicht verstoße, der dürfe aus Geschäften oder Bussen verwiesen werden, sagte die Sprecherin. Bußgelder seien zunächst nicht vorgesehen. 

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) will keine Maskenpflicht, doch Münster interessiert das nicht.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) will keine Maskenpflicht, doch Münster interessiert das nicht.  © Federico Gambarini/dpa

Die Bürger hätten sich bislang an die geltenden Abstandsregeln gehalten. Man gehe davon aus, dass sie nun auch der Verpflichtung nachkommen, Mund und Nase beim Einkaufen oder Busfahren zu bedecken.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) lehnt hat bislang eine Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nase-Schutz abgelehnt. Er setze auf Freiwilligkeit, hatte er betont.

Update, 20. April, 14.41 Uhr: Bei telefonischer Krankschreibung deutet sich Lösung an

 In der Debatte über ein Auslaufen der telefonischen Krankschreibung deutet sich eine Lösung an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, er sei nach Gesprächen mit allen Beteiligten zuversichtlich, dass der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen "im Lichte der Debatte zeitnah eine gute Lösung" zur telefonischen Krankschreibung finden werde.

Von Ärzteverbänden, Gesundheitspolitikern und Verbraucherschützern hatte es anhaltende Kritik daran gegeben, dass die Sonderregelung für telefonische Krankschreibungen an diesem Montag ausläuft. 

Die Möglichkeit war im Zuge der Corona-Krise im März eingeführt, aber am Freitag vom Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen (G-BA) nicht mehr verlängert worden - gegen die Stimmen von Medizinern und Krankenhäusern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 20. April, 14.26 Uhr: Dresden erteilt Pegida Sondergenehmigung für Demo - Harsche Kritik

Das Dresdner Ordnungsamt hat der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung mitten in der Corona-Krise eine Kundgebung genehmigt und damit für Protest gesorgt. Selbst Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zeigte sich am Montag von der Entscheidung des Ordnungsamtes überrascht, die Versammlung am Montagabend zuzulassen. ^

"Ich prüfe das im Moment, ob das soweit rechtlich bestandskräftig ist", sagte Hilbert. Er halte angesichts des Infektionsgeschehens eine solche Demonstration in der gegenwärtigen Situation für nicht vertretbar.

Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD in Thüringen, Mitte Februar bei Pegida.
Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD in Thüringen, Mitte Februar bei Pegida.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Hilbert verwies darauf, dass neben den 80 zugelassenen Teilnehmern auch Polizisten und mutmaßliche Gegendemonstranten vor Ort sein dürften. Das Ordnungsamt begrenzte die Demo auf eine Dauer von 30 Minuten.

Pegida hatte am Sonntag im Internet bekanntgeben, nach "konstruktiver Abstimmung mit der Versammlungsbehörde und dem Gesundheitsamt" eine Sondergenehmigung bekommen zu haben. Nach der sächsischen Corona-Schutz- Verordnung sind Ansammlungen untersagt, allerdings können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.

Update, 20. April, 14.18 Uhr: Tochterunternehmen von Airline Norwegian melden Insolvenz an

Vier Tochtergesellschaften der norwegischen Fluggesellschaft Norwegian melden Insolvenz an. Dies sei am Montag beschlossen worden, teilte die Airline auf ihrer Internetseite mit. Es handelt sich demnach um Gesellschaften in Dänemark und Schweden, bei denen die Piloten und das Kabinenpersonal beschäftigt sind.

"Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Luftfahrtindustrie sind beispiellos. Wir haben alles getan, um diese Entscheidung in letzter Konsequenz zu vermeiden", sagte Konzernchef Jacob Schram. 

Die neue Normalität: Flieger fliegen nicht mehr (Archivbild).
Die neue Normalität: Flieger fliegen nicht mehr (Archivbild).  © Mikko Stig/Lehtikuva/dpa

"Es ist herzzerreißend, dass unsere schwedischen und dänischen Tochtergesellschaften für Piloten und Kabinenpersonal nun gezwungen sind, Insolvenz anzumelden, und es tut mir wirklich leid, welche Konsequenzen dies für unsere Kollegen haben wird."

Betroffen seien 1571 Piloten und 3134 Kabinenmitarbeiter. Das norwegische Personal sei nicht von der Insolvenz berührt, weil der norwegische Staat aufgrund des Virusausbruches die gehaltsbezogenen Kosten übernehme. "Leider gibt es in Schweden oder Dänemark keine gleichwertige Deckung", hieß es vom Unternehmen.

Update, 20. April, 14.10 Uhr: Lindner: Mehrwertsteuersenkung überfällig - aber nicht ausreichend

Eine Senkung der Mehrwertsteuer für das von der Corona-Krise besonders hart getroffene Gastgewerbe ist aus Sicht von FDP-Chef Christian Lindner (41) überfällig, aber nicht ausreichend. 

"Eine Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie wäre schon vor Corona sinnvoll gewesen", sagte Lindner am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Allerdings ist die Senkung der Mehrwertsteuer nur eine Schmerzlinderung."

"Keine Staatshilfe und keine Entlastung kann dauerhafte Schließung kompensieren", betonte Lindner. "Mehr noch: Eine Branche komplett dicht zu halten, ist eine echte Diskriminierung. Hier werden mittelständische Existenzen und Familienbetriebe vernichtet."

FDP-Chef Christian Lindner (41).
FDP-Chef Christian Lindner (41).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Wer tatsächlich die vielfältige Landschaft in der Gastronomie erhalten wolle, müsse endlich die Schutzkonzepte definieren, die für eine Öffnung unter Bedingungen nötig seien, sagte der FDP-Vorsitzende. "Insbesondere in der Außengastronomie ist das Verbot widersinnig."

Der Gaststättenverband Dehoga hatte als Teil eines Rettungspakets eine Herabsetzung des Mehrwertsteuersatzes von 19 Prozent auf einheitlich 7 Prozent im Gastgewerbe vorgeschlagen. 

Er fordert dies schon seit Jahren. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich für die Forderung stark gemacht. Anders als für Geschäfte, die seit Montag unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen dürfen, gibt es für Restaurants und Hotels noch keinen Zeitplan für Wiedereröffnungen.

Update, 20. April, 13.45 Uhr: Infektionsexperte pessimistisch für Olympia 2021 in Japan

Olympische Spiele in Tokio im Sommer 2021 sind nach Ansicht eines japanischen Gesundheitsexperten unrealistisch. "Um ehrlich zu sein, ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass die Olympischen Spiele nächstes Jahr ausgetragen werden", sagte der Fachmann für Infektionskrankheiten von der Universität Kobe, Kentaro Iwata, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten am Montag.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten Japan und das Internationale Olympische Komitee (IOC) Ende März nach langem Zögern die für diesen Sommer geplanten Spiele in Tokio verschoben. Sie sollen nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden.

Für die Durchführung von Olympia müssen Iwata zufolge zwei Voraussetzungen gegeben sein: "Covid-19 in Japan unter Kontrolle zu haben und Covid-19 überall unter Kontrolle zu haben." 

Laut Iwata könnte es Japan bis zum Sommer 2021 schaffen, die Coronavirus-Ausbreitung in den Griff zu bekommen. Aber er glaube nicht, dass dies allen Ländern der Welt bis dahin gelinge, sagte er.

Olympische Spiele seien daher nur unter völlig anderen Bedingungen vorstellbar - "etwa ohne Zuschauer oder mit einer nur sehr begrenzten Teilnahme", sagte der Professor. "Man muss so viele Athleten aus vielen, vielen Orten einladen, das ist nicht sehr kompatibel mit dieser Covid-19-Infektion, die eine Pandemie ausgelöst hat".

Ein Mann geht mit einem Mundschutz an einem Plakat vorbei, mit dem für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio geworben wird.
Ein Mann geht mit einem Mundschutz an einem Plakat vorbei, mit dem für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio geworben wird.

Update, 20. April, 13.38 Uhr: Virologe Christian Drosten erhält 50.000-Euro-Sonderpreis für Kommunikation

Der Virologe und Charité-Professor Christian Drosten (48) erhält in diesem Jahr den einmaligen "Sonderpreis für herausragende Kommunikation der Wissenschaft in der Covid-19-Pandemie".

Der Preis sei mit 50.000 Euro dotiert, teilten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stifterverband am Montag mit. 

Drosten erkläre den Menschen auf anschauliche, transparente und faktenbasierte Weise, was die Wissenschaft weiß, wie sie arbeitet und welche Unsicherheiten bestehen.

Als Spezialist für neu auftretende Infektionskrankheiten ist er zu einem der präsentesten Köpfe in der Corona-Krise geworden. 

Drosten ist Direktor des Instituts für Virologie am Campus Charité Mitte, Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) sowie Professor am Berlin Institute of Health (BIH). 

Virologe Christian Drosten.
Virologe Christian Drosten.

Update, 20. April, 13.30 Uhr: Spahn will Abschaffung der Telefon-Krankschreibung nochmal überdenken

Nach massiver Kritik am Auslaufen der telefonischen Krankschreibungen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU) Gespräche darüber angekündigt. 

Der Minister verwies am Montag zwar darauf, dass die Entscheidung von der Selbstverwaltung von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen getroffen wurde. Dennoch werde man im Lichte der Debatte das Gespräch mit der Selbstverwaltung suchen.

In der Corona-Krise war die Möglichkeit eingeführt worden, sich bei Erkältungssymptomen telefonisch krankschreiben zu lassen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen (G-BA) hatte dies am Freitag aber nicht mehr verlängert - gegen die Stimmen von Medizinern und Krankenhäusern. 

Arbeitnehmer, die sich wegen einer Erkältung krankschreiben lassen wollen, müssen dafür seit diesem Montag wieder beim Arzt vorsprechen.

Gesundheitspolitiker, Ärzteverbände, Gewerkschaften und Verbraucherschützer hatten das massiv kritisiert. Arbeitgeber hatten die Entscheidung, die Ausnahmeregelung auslaufen zu lassen, begrüßt. 

Der G-BA Vorsitzende Josef Hecken hatte den Schritt mit einer deutlichen Verlangsamung der Dynamik in der Corona-Krise begründet.

Gesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).
Gesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).

Update, 20. April, 13.23 Uhr: Frankreichs Regierungssprecherin ruft bei Sommerurlaub zu Geduld auf

Frankreichs Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye (40) hat die Französinnen und Franzosen beim Buchen des Sommerurlaubs zu Zurückhaltung geraten. 

"Ich weiß nicht, wo wir in der Entwicklung der Epidemie stehen werden, daher würde ich in dieser Angelegenheit eher zu ein wenig Geduld und Vorsicht aufrufen", sagte Ndiaye dem Sender Franceinfo am Montag. 

"Ich kann Ihnen nicht sagen, was mit einer Reise in die USA, einer Reise in ein afrikanisches oder asiatisches Land passieren wird." Ndiaye wies auch darauf hin, dass die Transportmittel derzeit sehr begrenzt sind und nicht klar sei, wie die Situation im Sommer sein werde.

Auch wer bald heiraten möchte, sollte vorsichtig sein. Zwar würden die strengen Ausgangsbeschränkungen voraussichtlich am 11. Mai aufgehoben, eine Hochzeitsfeier am 12. Mai sei aber keine gute Idee. 

"Wir werden das Versammlungsverbot nach dem 11. Mai nicht aufheben, und jeder muss in der Lage sein, sich unter diesen Umständen anzupassen", warnte Ndiaye. Man müsse nun erstmal einen Schritt nach dem anderen gehen.

Sibeth Ndiaye (40), Frankreichs Regierungssprecherin.
Sibeth Ndiaye (40), Frankreichs Regierungssprecherin.

Update, 20. April, 13.23 Uhr: Mehr als 200.000 Corona-Infektionen in Spanien, aber Zahlen sinken

Im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien ist die Zahl der seit Beginn des Ausbruchs erfassten Infektionen am Montag auf mehr als 200.000 gestiegen. 

Die Zahl der Neuinfektionen sinkt seit Tagen - sie lag zu Wochenbeginn bei rund 4200, wobei in den nächsten Tagen noch Nachmeldungen vom Wochenende dazukommen könnten, wie der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón, erklärte. 

Auch die Zahl der Todesfälle nimmt ab: In den vergangenen 24 Stunden seien 399 Opfer verzeichnet worden. "Heute ist die Zahl erstmals unter 400 gesunken, diese Daten machen uns Hoffnung", so Simón. 

Anfang April waren es zeitweise noch mehr als 900 Tote täglich.

Ein Apotheker desinfiziert seine Hände. Im besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien ist die Zahl der bestätigten Fälle am Montag auf mehr als 200.000 geklettert.
Ein Apotheker desinfiziert seine Hände. Im besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien ist die Zahl der bestätigten Fälle am Montag auf mehr als 200.000 geklettert.

Update, 20. April, 13.20 Uhr: Facebook will Link zu Corona-Umfrage weltweit anzeigen

Facebook will allen seinen mehr als 2,5 Milliarden Nutzern einen Link zu einer Umfrage von US-Forschern anzeigen, die Informationen über die Verbreitung von Coronavirus-Symptomen sammeln. 

Die zunächst auf die USA beschränkte Aktion solle nun global durchgeführt werden, kündigte Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Montag an. Das Online-Netzwerk sei als Plattform mit Milliarden Mitgliedern in einer einzigartigen Position, um Wissenschaftlern und Behörden zu helfen, schrieb er in einem Gastbeitrag in der "Washington Post".

Die Forscher der Universität Carnegie Mellon veröffentlichten am Montag erste Erkenntnisse aus der seit Anfang April laufenden Umfrage in den USA. Demnach bekommen sie pro Woche Antworten von rund einer Million Facebook-Nutzer. 

Daraus lasse sich zum Beispiel ableiten, dass in einigen New Yorker Vororten zwei bis drei Prozent der Einwohner Covid-19-Symptome hätten. Die weltweite Umfrage werde von der Universität von Maryland vorbereitet. Facebook hat keinen Zugang zu den Antworten der Nutzer.

Das Online-Netzwerk macht zudem anonymisierte Daten öffentlich, die Aufschluss über die Mobilitätsströme inmitten von Ausgeh- und Kontaktbeschränkungen geben. Ähnliche Informationen gibt es auch zum Beispiel von Mobilfunk-Anbietern sowie Apple und Google.

Update, 20. April, 13.12 Uhr: Rückschlag in Singapur: Wieder Anstieg bei Corona-Infektionen

Das für seine Corona-Strategie international beachtete Singapur hat im Kampf gegen das Virus einen Rückschlag erlitten. In dem südostasiatischen Stadtstaat wurde nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag ein Sprung von 1425 neuen Fällen verzeichnet - der bisher größte an einem Tag. 

Damit liegt das 5,8 Millionen Einwohner zählende Singapur jetzt mit 8014 bestätigten Fällen an der Spitze in Südostasien, vor Indonesien und den Philippinen. Elf Menschen starben bislang nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Die meisten neuen Fälle in Singapur beträfen Bewohner von Unterkünften für ausländische Arbeiter, erklärte das Gesundheitsministerium. 

Um die gesunden von den infizierten Arbeitern zu trennen, hat die Regierung eine Test-Kampagne gestartet. Etwa 200.000 Menschen, viele davon junge Bauarbeiter aus ganz Asien, teilen sich in der Stadt Schlafräume für 10 bis 20 Bewohner.

Während der Pandemie galt Singapur bisher als Beispiel, wie ein Land das Virus gut in den Griff bekommen kann: durch rigoroses Testen, Isolieren von Infizierten sowie Quarantäne für Menschen, die mit Infizierten in Kontakt waren. 

Ausgangsbeschränkungen wurden dort erst relativ spät verhängt; der Lockdown gilt seit dem 7. April.

Ein Mann mit Mundschutz bekommt in der Nähe des Wohnkomplexes "Toh Guan Dormitory" eine Gesundheitskontrolle von einem Arzt.
Ein Mann mit Mundschutz bekommt in der Nähe des Wohnkomplexes "Toh Guan Dormitory" eine Gesundheitskontrolle von einem Arzt.

Update, 20. April, 13 Uhr: Tragisch: 31-jähriger Italiener aus Bergamo in Leipzig trotz Intensivbehandlung gestorben

Er kam bereits im schwer kranken Zustand aus Italien nach Leipzig. Jetzt hat sein Leiden ein trauriges Ende gefunden.

Wie das Herzzentrum und Helios Park-Klinikum Leipzig in einer Pressemeldung berichtet, ist ein 31-jähriger Patient der mit dem Coronavirus infiziert war am Samstag gestorben.

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Update, 20. April, 12.52 Uhr: Flüchtlingshotel in Peloponnes unter Corona-Quarantäne

Auf der griechischen Halbinsel Peloponnes ist ein Hotel mit etwa 470 Flüchtlingen wegen des Coronavirus unter Quarantäne gestellt worden. 

Dies teilte das Migrationsministerium in Athen am Montag mit. In dem Hotel war einer Frau aus Somalia, die schwanger ist, positiv auf den Erreger getestet worden. Nun sollen alle Flüchtlinge und das Personal getestet werden.

In den vergangenen Wochen wurden bereits zwei Flüchtlingscamps nördlich von Athen unter Quarantäne gestellt. In griechischen Lagern leben nach Angaben des Migrationsministeriums insgesamt etwa 100.000 Menschen. Davon harren etwa 39 000 auf Inseln im Osten der Ägäis aus. Dort wurde bislang aber kein Corona-Fall diagnostiziert. 

In allen Lagern gelten bereits seit Wochen Ausgangsbeschränkungen. Zudem wurden Container mit Isolierstationen eingerichtet.

Update, 20. April, 12.43 Uhr: Polen können Schutzmasken und Einweghandschuhe am Automaten ziehen

Gesichtsmasken, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel für die Hände zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus gibt es in Polen aus dem Automaten. 

In Krakau seien bereits sechs solcher Geräte aufgestellt worden, in der Hauptstadt Warschau bislang zwei, teilte die Betreiberfirma auf ihrer Webseite mit. Bezahlen können die Kunden ausschließlich per Karte - aus Hygienegründen.

"Auch die Automatenbranche ist durch die Corona-Epidemie in eine schwere Krise geraten. Da hatte ich diese Idee", sagte der Unternehmer Aleksander Wasik. Ziel sei es, mehr als 20 Automaten in verschiedenen polnischen Städten aufzustellen. 

In Polen gilt seit der vergangenen Woche eine Mundschutz-Pflicht in der Öffentlichkeit. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag gibt es in dem Land derzeit 9453 bestätigte Coronavirus-Fälle und 362 Todesfälle.

An einem Automaten werden Schutzmasken, Einweg-Handschuhe und Desinfektionsmittel zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zum Verkauf angeboten.
An einem Automaten werden Schutzmasken, Einweg-Handschuhe und Desinfektionsmittel zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zum Verkauf angeboten.

Update, 20. April, 12.37 Uhr: US-Regierung war über Coronavirus-Entwicklung informiert

Die US-Regierung hat laut einem Medienbericht von eigenen Experten bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) laufend Informationen zur Corona-Lage in China erhalten. 

Hochrangige, von Präsident Donald Trump ernannte US-Gesundheitsbeamte hätten "regelmäßig auf den höchsten Ebenen" mit WHO-Vertretern beraten, als sich die Corona-Krise entfaltete, berichtete die "Washington Post" am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf ungenannte internationale und US-Beamte.

Trump hatte am Dienstag voriger Woche einen Stopp der US-Beitragszahlungen an die WHO veranlasst. Er machte die Organisation für die vielen Toten in der Krise mitverantwortlich und warf ihr vor, die Pandemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China dramatisch verschlimmert zu haben. 

Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der "schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus" gespielt habe. So lange lägen die Zahlungen auf Eis.

Trumps Schritt stieß international auf Kritik - auch weil dem US-Präsidenten selbst vorgeworfen wird, die Krise über eine lange Zeit kleingeredet zu haben.

17 Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums, darunter 16 der Gesundheitsbehörde CDC, hätten im Januar im Genfer Hauptquartier der WHO gearbeitet, zitierte die Zeitung eine Ministeriumssprecherin. Das ändere aber nichts an den Informationen, die man von der WHO-Führung erhalten habe. 

Sie hinterfragte zudem, wieso die WHO "China nicht härter unter Druck gesetzt hat". China habe über Wochen WHO-Experten hingehalten, ins Land einzureisen, und die WHO habe China für die Verzögerung nicht einmal kritisiert, sondern die Transparenz gelobt.

Ende Januar hatte Trump Pekings Corona-Strategie noch gelobt. "China hat sehr hart daran gearbeitet, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten wissen ihre Bemühungen und ihre Transparenz sehr zu schätzen", hatte er getwittert.

Update, 20. April, 12.10 Uhr: Wird Sommerurlaub in Österreich möglich sein?

Die österreichische Regierung ist grundsätzlich bereit, eine Öffnung der Grenzen für Sommerurlauber aus Deutschland zu erwägen. "Dazu wird es sicherlich Gespräche geben, aber das auch Schritt für Schritt", sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag in Wien. 

Fortschritte im Tourismus hingen natürlich von der Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland und Österreich ab. Wann genau ein solcher Schritt umgesetzt werden könne, sei noch unklar.

Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte zuvor erklärt, wenn Länder wie Deutschland auf einem sehr guten Weg seien, die Infektionen einzudämmen, dann gebe es durchaus die Möglichkeit, sich bilateral zu einigen.

Die Deutschen stellen in Österreich die wichtigste Gruppe unter den Touristen. Experten gehen davon aus, dass bis zu zwei Drittel der österreichischen Beherbergungsbetriebe ein Ausbleiben der deutschen Touristen nicht verkraften könnten.

Einen Plan für das stufenweise Hochfahren von Gastronomie und Tourismus will Österreich bis Ende April vorlegen. Dabei werde es Auflagen wie etwa Abstands- und Hygieneregeln geben, hieß es.

Touristen stehen auf einer Aussichtsplattform über dem Hallstätter See.
Touristen stehen auf einer Aussichtsplattform über dem Hallstätter See.

Update, 20. April, 12 Uhr: Bundesbank glaubt nicht an schnelle Erholung der Wirtschaft

Die Bundesbank rechnet trotz erster Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise aktuell nicht mit einer schnellen wirtschaftlichen Erholung in Deutschland. Substanzielle Restriktionen würden voraussichtlich bestehen bleiben müssen, bis eine medizinische Lösung verfügbar sei, zum Beispiel ein Impfstoff. 

"Eine rasche und starke wirtschaftliche Erholung erscheint aus diesem Grund aus gegenwärtiger Perspektive eher unwahrscheinlich", hieß es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

Die Ökonomen der Deutschen Bundesbank erwarten wie andere Volkswirte auch, dass Europas größte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise in eine Rezession stürzt - die Wirtschaft also nicht mehr wächst, sondern schrumpft. Wie schnell und stark es danach wieder aufwärts geht, ist unklar. 

"Die Schwere der Rezession hängt maßgeblich davon ab, wann und in welchem Ausmaß die zur Bekämpfung der Pandemie eingeführten Einschränkungen weiter gelockert und durch Instrumente ersetzt werden können, welche die Wirtschaft weniger belasten", schreiben die Experten.

Dass die deutsche Wirtschaft in eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale gerät, erwartet die Notenbank jedoch nicht. Dagegen sprechen aus ihrer Sicht die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB), milliardenschwere Hilfspakete der Bundesregierung und das ausgebaute System der sozialen Sicherung.

Die geld-­ und finanzpolitischen Maßnahmen schafften die Voraussetzungen dafür, "dass sich die deutsche Wirtschaft wieder nachhaltig erholen kann, sobald die gesundheitlichen Bedrohungen durch das Coronavirus zurückgehen", heißt es im Monatsbericht.

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank.
Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank.  © Arne Dedert/dpa

Update, 20. April, 11.58 Uhr: Tschechien erlaubt Hochzeiten - Streit um Grenzschließung

Tschechien lockert einzelne Coronavirus-Maßnahmen und streitet über andere. Hochzeiten sind im kleinen Kreis seit Montag wieder erlaubt. Das Brautpaar müsse dabei keinen Mundschutz tragen, wohl aber die Gäste, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums in Prag mit. 

Teilnehmen dürfen maximal zehn Personen einschließlich des Hochzeitspaars, des Pfarrers oder Bürgermeisters und eines Standesbeamten. Eine schrittweise Rückkehr ins normale Leben sei notwendig, auch wenn man im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie nicht nachlassen dürfe, sagte Innenminister Jan Hamacek.

Sehr geteilt sind die Ansichten in der Frage, wann die Grenzen des EU-Mitgliedstaats wieder für Reisende geöffnet werden sollen. "Ich vertrete die Ansicht, dass die Grenzen ein Jahr geschlossen bleiben sollten, nicht aber zwei Jahre", sagte Präsident Milos Zeman bereits am Sonntag im Radiosender Frekvence 1. Der 75-Jährige gilt als wichtiger Meinungsmacher in Tschechien, hat aber offiziell nur repräsentative Befugnisse.

Tschechiens Außenminister Tomas Petricek sprach sich hingegen für erste Lockerungen beim Reiseverbot schon im Laufe des Mai aus. "Ich denke, dass die ersten Staaten, zu denen wir die Grenzen im gegenseitigen Einvernehmen öffnen werden, Österreich und die Slowakei sein könnten", sagte der Sozialdemokrat im Sender CT. Polen und Deutschland könnten zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Die Regierung in Prag koordiniert ihr Vorgehen mit den anderen Visegrad-Staaten (Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei). An den Grenzen zu Polen und der Slowakei finden daher von tschechischer Seite keine ständigen Kontrollen statt. Ausnahmen vom Ausreiseverbot gelten für Berufspendler, Lkw-Fahrer und in unabdingbaren Fällen wie für medizinische Behandlungen.

Seit Montag dürfen Handwerksbetriebe, Autohändler und Wochenmärkte wieder geöffnet haben. "Die Märkte finden selbstverständlich nur eingeschränkt und unter strengsten hygienischen Bedingungen statt", teilte Jiri Sedlacek vom tschechischen Markthändler-Verband mit.

In einer Woche sollen nach den Plänen der Regierung aus populistischer ANO und sozialdemokratischer CSSD Geschäfte mit einer Fläche bis 200 Quadratmetern folgen. In Tschechien gab es bis Montag 6787 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben 188 Menschen.

Update, 20. April, 11.35 Uhr: Walter-Borjans (SPD) bei Mehrwertsteuer-Senkung für Gastronomie zurückhaltend

Der SPD-Co-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans (67) hat sich zurückhaltend zu einer möglichen Mehrwertsteuersenkung für das von der Corona-Krise getroffene Gastgewerbe geäußert. "Eine befristete Absenkung der Mehrwertsteuer ist eine Variante", sagte der SPD-Chef am Montag in einem Interview mit dem Sender Bayern 2. 

Gastgewerbe und Gastronomie gehörten mit Sicherheit zu den Branchen, die Hilfe benötigten. Über den genauen Weg gebe es noch Diskussionen, sagte er.

Der Gaststättenverband Dehoga hatte als Teil eines Rettungspakets eine Herabsetzung des Mehrwertsteuersatzes von 19 Prozent auf einheitlich 7 Prozent im Gastgewerbe vorgeschlagen. Er fordert dies schon seit Jahren. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich für die Forderung stark gemacht.

"Es geht darum, dass man nicht mit der Gießkanne versucht, die Wirtschaft jetzt anzukurbeln", sagte Walter-Borjans. Vielmehr müssten Mittel nun punktuell richtig eingesetzt werden. Auch der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Rolf Mützenich, hatte bereits am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" zurückhaltend auf den Vorschlag reagiert.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk bekräftigte Walter-Borjans am Montag zudem die Forderung, Steuern für Menschen mit hohen Einkommen zur Finanzierung der Kosten in der Corona-Krise anzuheben. 

"Wenn wir das Prinzip 'starke Schultern tragen mehr als schwache' wieder zur Geltung bringen wollen, dann ist es sogar angezeigt, dass im oberen Bereich auch ein Stück mehr zu diesem Gemeinwesen beigetragen wird", sagte der SPD-Politiker.

Norbert Walter-Borjans (67, SPD).
Norbert Walter-Borjans (67, SPD).

Update, 20. April, 11.15 Uhr: Auch in Luxemburg gilt jetzt Maskenpflicht

Im Kampf gegen das Coronavirus gilt in Luxemburg seit Montag eine Maskenpflicht: Wer im Supermarkt einkaufen oder mit Bussen, Tram oder Zügen fahren will, muss jetzt eine Mund-Nase-Schutzmaske tragen. 

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel hat angekündigt, dass jeder Bürger bis zu fünf Masken bekommen soll, die von den Gemeinden ausgegeben werden. Alternativ sind auch Schals, Tücher oder selbst angefertigte Masken als Schutz zulässig.

In Luxemburg ist die Zahl der Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, auf 3550 gestiegen (Stand Sonntag). 73 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19.

Update, 20. April, 11.10 Uhr: Gewerbesteuern brechen ein - Linke fordert Kommunen-Schutzschirm

Die Corona-Krise sorgt für Milliardenverluste bei Städten und Gemeinden in Deutschland. So brachen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im März drastisch ein, wie aus Zahlen des Finanzministeriums hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. 

Demnach nahmen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen 70 Prozent weniger Gewerbesteuern ein als noch vor einem Jahr. Die Einnahmen der Länder aus der Gewerbesteuerumlage sanken um fast 60 Prozent."

"Kommunen droht in der Corona-Krise der Kollaps", warnte der Finanzpolitiker der Linken, Fabio De Masi. Seine Fraktion will in dieser Woche im Bundestag voraussichtlich einen Schutzschirm für Kommunen fordern. "Aufgaben, die den Kommunen in der Corona-Krise durch den Bund zugewiesen werden, müssen von Bund und Ländern finanziert werden", sagte De Masi der Deutschen Presse-Agentur.

Nötig sei außerdem ein Altschuldenfonds, um die Zins- und Tilgungsverpflichtungen überschuldeter Kommunen zu senken. Strukturschwachen Gemeinden sollte mit einem neuen Solidarpakt geholfen werden. Außerdem sollten die vierteljährlichen Gewerbesteuer-Abschlagszahlungen der Kommunen an den Bund vorübergehend ausgesetzt werden.

Auch der Deutsche Städtetag hatte bereits einen "kommunalen Rettungsschirm" gefordert. 

In den Städten und Gemeinden brechen nicht nur die Gewerbesteuern ein. Sie müssen in diesem Jahr auch mit weniger Einkommensteuer sowie weniger Einnahmen aus Kitabeiträgen, Bibliotheken, Schwimmbädern und Theatern rechnen. Zugleich steigen die Kosten etwa für Empfänger der Grundsicherung.

Update, 20. April, 11 Uhr: Lange Schlangen vor Tempeln und verzweifelte Obdachlose in Thailand

Das Verteilen von Essen an Bedürftige hat in Thailand Sorge vor einer Verschärfung der Corona-Krise ausgelöst. Ein Sprecher des Krisenzentrums der Regierung sagte am Montag, wer Essen oder anderes verteilen wolle, müsse zuvor die Behörden informieren. 

Diese sollen dann helfen, Abstand zu wahren. Vergangene Woche hatte sich an einem Tempel in der Hauptstadt Bangkok eine lange Schlange mit etwa 1000 Menschen gebildet. Für diese wurde dann vorsorglich Heim-Quarantäne angeordnet.

Am Wochenende war auf Bildern zu sehen, wie Obdachlose rennen und verzweifelt anstehen, um in einem Park in Bangkok eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 100 Baht (knapp 3 Euro) pro Person zu bekommen. 

In Thailand wurden bislang 2792 Fälle des Erregers Sars-CoV-2 gemeldet, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 47 Menschen starben. In dem südostasiatischen Land gilt der Ausnahmezustand.

Update, 20. April, 10.40 Uhr: Zahlen weltweit und in Deutschland im Vergleich

Hier einige Zahlen in Deutschland und der Welt im Vergleich. 

Die Zahlen im Vergleich, Stand 20. April, 10.20 Uhr.
Die Zahlen im Vergleich, Stand 20. April, 10.20 Uhr.

Update, 20. April, 10.32 Uhr: Bayern führt ebenfalls Mundschutzpflicht ein

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hat verkündet, dass in seinem Bundesland ab nächster Woche mit der Öffnung der Geschäfte auch die Mundschutzpflicht kommt. Diese gilt wie zb auch schon in Sachsen in allen Geschäften sowie im ÖPNV. 

Zudem verkündet der MP, dass Eltern in Bayern drei Monate lange keine Kitagebühren zahlen müssen. 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Sven Hoppe/dpa

Update, 20. April, 10.30 Uhr: Laschet verteidigt unter anderem Öffnung von Möbelhäusern

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59) hat die weitergehenden Lockerungen in seinem Bundesland nach der scharfen Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (65, beide CDU) verteidigt. 

Nordrhein-Westfalen sei das Land der Küchenbauer, sagte Laschet am Montag nach Angaben von Teilnehmern in einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums am Montag. Von anderen Teilnehmern hieß es zudem aber auch, Laschet habe Merkel grundsätzlich unterstützt.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte unter anderem angekündigt, man wolle bereits im ersten Schritt zusätzlich Möbelhäuser und Babyfachmärkte öffnen lassen.

Merkel hatte die Diskussionen über weitergehende Lockerungen der Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus zuvor im CDU-Präsidium außergewöhnlich scharf kritisiert. 

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen machte Merkel deutlich, wie unzufrieden sie sei, dass die Botschaft vorsichtiger Lockerungen in einigen Ländern zu "Öffnungsdiskussionsorgien" geführt habe. Dies erhöhe das Risiko eines Rückfalls sehr stark.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU).
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU).  © Federico Gambarini/dpa

Update, 20. April, 10.20 Uhr: Auf dem Weg zu neuer Normalität: Mehr Läden und erste Schulen öffnen

Deutschland beginnt an diesem Montag mit der vorsichtigen Lockerung von Einschränkungen in der Corona-Krise. Nach einem Monat Zwangspause dürfen Geschäfte unter einer Fläche von 800 Quadratmetern wieder aufmachen. 

Die Details hängen von Branche und Bundesland ab. In den ersten Ländern geht für die Abschlussklassen die Schule wieder los. Die strikten Kontakt- und Abstandsregeln gelten jedoch weiter. Und Sachsen führt sogar eine Maskenpflicht ein.

WER ÖFFNEN DARF: 

Nach dem jüngsten Beschluss von Bund und Ländern dürfen kleine und mittelgroße Geschäfte an diesem Montag wieder öffnen. Autohäuser, Fahrradhändler und Buchhandlungen dürfen sogar alle wieder aufmachen. Allerdings müssen sich die Kunden in manchen Bundesländern länger gedulden als anderswo.

DIE DISKUSSION DARÜBER: 

Der Einzelhandelsverband HDE forderte eine faire Lösung für die gesamte Branche. "Vielen Händlern helfen die getroffenen Beschlüsse nicht weiter", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei eine faire Regelung, die auf den ersten Blick für alle transparent sei. Unions-Fraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) plädierte in der "Rheinischen Post" (Montag) für verkaufsoffene Sonntage, um den Einzelhandel zu stärken.

WAS NOCH GELOCKERT WIRD: 

In Sachsen kehren die ersten Abschlussklassen an die Schule zurück, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten, am Donnerstag folgt Nordrhein-Westfalen. Berlin und Brandenburg beginnen mit den verschobenen Prüfungen, sie sind aber nicht die ersten: Hessen und Rheinland-Pfalz hatten an ihren regulären Prüfungsterminen festgehalten und bereits früher damit begonnen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der bayerische Gymnasiumsdirektor Heinz-Peter Meidinger, wünscht sich, dass "Kommunen und Landkreise für die jetzt ja noch überschaubare Anzahl an Abschlussschülern und deren Lehrkräfte einen einfachen Mundschutz zur Verfügung stellen", wie er der "Passauer Neuen Presse" (Montag) sagte.

Zudem öffnen in einigen Regionen auch die Zoos wieder. Sachsen ermöglicht als erstes Bundesland wieder Gottesdienste, mit maximal 15 Gläubigen. Und nicht nur dort dürfen an Hochschulen Labore, Bibliotheken und Archive unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Am Montag berät außerdem erstmals eine Arbeitsgruppe, wie eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas aussehen kann. Viele Eltern arbeiten derzeit nicht nur zuhause, sondern müssen sich dort auch noch um die Kinder kümmern.

WO NICHT GELOCKERT WIRD: 

In den meisten Bundesländern startet das Hochschulsemester - allerdings nicht mit herkömmlichen Vorlesungen und Seminaren, sondern nur mit digitalen Lehrveranstaltungen. Und Restaurants dürfen weiterhin nur liefern, andere wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Theater, Schwimmbäder und Spielplätze bleiben ganz zu.

WO VERSCHÄRFT WIRD: 

Quasi als Absicherung zu seinen sehr weit gehenden Lockerungen führt Sachsen als erstes Bundesland eine Maskenpflicht ein: Beim Einkauf und im Nahverkehr ist dort ab Montag ein Mund-Nasen-Schutz oder Schal zu tragen. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten dies bei der Festlegung des Kurses für die nächsten Wochen lediglich "dringend empfohlen".

WAS DIE LOCKERUNGEN BEDEUTEN: 

Sie gingen "an die Grenze dessen, was vertretbar ist", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". "Wir werden auf jeden Fall eine Zunahme von Infektionen erleben." In drei Wochen werde man sehen, ob die Lockerungen zu weitgehend gewesen seien. Bis Sonntagabend waren nach einer dpa-Auswertung mehr als 142.300 Infektionen und mindestens 4415 infizierte Tote registriert.

WIE LANGE DAS NOCH GEHEN WIRD: 

Die strikten Kontaktbeschränkungen gelten bislang bis zum 3. Mai. Am 30. April wollen Merkel und die Ministerpräsidenten erneut beraten. Die Abstandsgebote und verschärften Hygieneregeln werden nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aber noch lange gelten. 

Er rechne noch "über Monate" damit, sagte er am Sonntagabend im ZDF. "Bis es einen Impfstoff gibt, werden wir miteinander und aufeinander aufpassen müssen." Nach Einschätzung von Experten ist mit einem Impfstoff nicht vor dem nächsten Frühjahr zu rechnen.

Ein Spender mit Desinfektionsmittel steht für die Schüler vor dem Rheingau-Gymnasium zu Beginn der Abiturprüfungen bereit.
Ein Spender mit Desinfektionsmittel steht für die Schüler vor dem Rheingau-Gymnasium zu Beginn der Abiturprüfungen bereit.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 20. April, 9.43 Uhr: Merkel kritisiert "Öffnungsdiskussionsorgien" - Rückfallrisiko erhöht

Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) hat die Diskussionen über weitergehende Lockerungen der Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus außergewöhnlich scharf kritisiert. 

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen machte Merkel am Montag in einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums deutlich, wie unzufrieden sie sei, dass die Botschaft vorsichtiger Lockerungen in einigen Ländern zu "Öffnungsdiskussionsorgien" geführt habe. Dies erhöhe das Risiko eines Rückfalls sehr stark.

Sie mache sich größte Sorgen, dass sich die gute Entwicklung bei den Corona-Infektionen wieder umkehre, weil sich zu wenige Menschen an die Kontaktbeschränkungen halten würden, machte Merkel demnach deutlich. Die Diskussion über Lockerungen sei nicht hilfreich.

Die Kanzlerin verwies nach diesen Angaben auf die am 30. April geplanten nächsten Verhandlungen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen. Wichtiger sei allerdings noch, wie es eine Woche später aussehe. 

Erst am 8. oder 9. Mai werde man einen Überblick darüber haben, wie man in der Wirtschaft vorankomme und wie es in den Schulen aussehe. Merkel habe klar gemacht, dass sie darauf setze, dass sich alle an die bestehenden Kontaktregeln hielten. Sie sei da aber skeptisch.

Hessens Ministerpräsident und CDU-Vize Volker Bouffier sowie die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner kritisierten nach diesen Angaben etwa das Vorgehen im SPD-geführten Rheinland-Pfalz, wo Zoos und Shopping-Malls wieder öffnen sollten. Die SPD habe dort auch erlaubt, dass Parteiveranstaltungen wieder stattfinden könnten.

Unter Leitung von Merkel wollte um 11 Uhr das Corona-Kabinett über die Lage beraten. Von 13 Uhr an sollte dann auch der CDU-Vorstand mit Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer zu einer Schaltkonferenz zusammenkommen. Im Anschluss wollte Generalsekretär Paul Ziemiak in einer digitalen Pressekonferenz über die Ergebnisse informieren.

Bund und Länder hatten sich nach fast vier Wochen Zwangspause vergangene Woche darauf geeinigt, dass von diesem Montag an kleine und mittlere Geschäfte bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen. 

Die Details hängen von Branche und Bundesland ab. In den ersten Ländern sollte für die Abschlussklassen die Schule wieder losgehen. Die strikten Kontakt- und Abstandsregeln sollen allerdings mindestens bis zum 3. Mai weiter gelten.

Angela Merkel kritisiert die Diskussionen um die Öffnungen scharf.
Angela Merkel kritisiert die Diskussionen um die Öffnungen scharf.  © Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool/dpa

Update, 20. April, 9.27 Uhr: Fliegen demnächst nur noch mit Maskenpflicht und viel Abstand in den Sitzreihen?

Beim Wiederanlaufen des Flugbetriebs könnten Passagiere zum Tragen von Schutzmasken verpflichtet werden. Ein entsprechender Vorschlag für die Zeit vom Boarding über den gesamten Flug bis nach dem Verlassen des Flugzeugs findet sich in einem Konzeptpapier der deutschen Luftfahrtbranche, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das 20-Punkte-Programm sieht zudem an den Flughäfen zahlreiche Maßnahmen vor, um das corona-bedingte Abstandsgebot einhalten zu können. Dazu gehören unter anderem luftigere Warteschlangen und -bereiche, der Einsatz von mehr Passagierbussen und zeitlich gestreckte Prozesse etwa beim Einsteigen und der Gepäckabfertigung. 

An den Abflughäfen könnten zudem gezielt Passagiere auf Fieber überprüft werden. Grundsätzlich müssten die Fluggäste bereits beim Einchecken erklären, dass sie keine ansteckenden Krankheiten haben.

In dem Papier nicht enthalten ist hingegen der jüngste Vorschlag des Easyjet-Chefs Johan Lundgren, in den Dreierreihen den jeweiligen Mittelsitz freizulassen. Dies würde das Platzangebot im Flugzeug sofort um ein Drittel reduzieren.

Die Vorschläge an die Bundesregierung sind zwischen Fluggesellschaften und Flughäfen auf nationaler Ebene abgestimmt worden. Sie sollten zunächst für einen Zeitraum von sechs Wochen gelten, schlagen die Autoren vor. 

Ähnliche Überlegungen gibt es auf europäischer Ebene, ohne dass bereits konkrete Vorschläge vorlägen. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Passagiere tragen Mundschutz am Malaysischen Flughafen "Sultan Azlan Shah Airport".
Passagiere tragen Mundschutz am Malaysischen Flughafen "Sultan Azlan Shah Airport".  © Zulfadhli Zulkarnain/BERNAMA/dpa

Update, 20. April, 9.15 Uhr: Coronavirus lässt Gewinn von Philips einbrechen

Der niederländische Medizintechnikkonzern Philips hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren bekommen. Der Gewinn sank im ersten Quartal von 162 Millionen Euro im Vorjahr auf 39 Millionen Euro, wie der Konkurrent von Siemens Healthineers am Montag in Amsterdam mitteilte. 

Der Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe, um 2 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Schwach entwickelte sich dabei das Geschäft in China - dort verzeichnete das Unternehmen einen zweistelligen Rückgang.

"Der Start von 2020 war gekennzeichnet von dem Covid-19-Ausbruch", sagte Konzernchef Frans van Houten laut Mitteilung. Das Geschäft sei seit Ende Januar in China und Asien sowie seit März im Rest der Welt von den Auswirkungen des neuartigen Coronavirus betroffen. 

Alle Regionen würden auch noch im zweiten Quartal die Pandemie zu spüren bekommen. Für das zweite Halbjahr rechnet Philip mit einer Rückkehr zur Normalität und einer höheren Profitabilität.

Bereits im ersten Quartal hat Philips wegen einer starken Nachfrage nach Monitor-Systemen und Beatmungsgeräten im Zuge der Coronavirus-Pandemie deutlich mehr Aufträge erhalten. 

Man habe die Produktion von Beatmungsgeräten erhöht, um zusätzliche Instrumente an Krankenhäuser in den am stärksten betroffenen Regionen in China, Südeuropa und den USA liefern zu können. Das Unternehmen plane, die Produktion bis zum dritten Quartal zu vervierfachen.

Update, 20. April, 9 Uhr: Heizungsbauer Viessmann produziert jetzt Beatmungsgeräte

Der Heizungsbauer Viessmann hat einen Teil seiner Produktion umgestellt, um in der Corona-Krise dringend benötigte Beatmungsgeräte herzustellen. 

Innerhalb weniger Tage sei eine Produktionslinie für Gas-Wandgeräte am Unternehmenssitz im nordhessischen Allendorf (Eder) zur Herstellung der intensivmedizinischen Geräte umgebaut worden, teilte Viessmann am Montag mit. Nach der noch nicht erfolgten Sonderzulassung des auch mobil einsetzbaren Geräts sei eine Produktion von 600 Stück pro Tag möglich.

Dem Unternehmen zufolge konnten viele Teile der Gasheizungen übernommen werden. Die Geräte ermöglichten eine individuelle Einstellung der Druckniveaus sowie der Atemfrequenz und erlauben, den Sauerstoff variabel beizumischen. 

An der Entwicklung seien Wissenschaftler und Mediziner der RWTH Aachen, des dortigen Lehrkrankenhauses Luisenhospital und weiterer Krankenhäuser beteiligt.

Eine Viessmann-Filiale in Hamburg.
Eine Viessmann-Filiale in Hamburg.  © imago images / Waldmüller

Update, 20. April, 8.49 Uhr: Neuseeland stoppt unkontrollierten Ausbruch des Coronavirus

Neuseeland hat nach Einschätzung von Premierministerin Jacinda Ardern (39) den "unkontrollierten Ausbruch" der Lungenkrankheit Covid-19 gestoppt. Der Ausnahmezustand wird aber um fünf Tage verlängert. Lockerungen der Corona-Beschränkungen soll es nach dem 27. April geben, wie Ardern am Montag erklärte.

"Wir haben daran geglaubt, dass entschlossenes, hart und früh ansetzendes Handeln uns die allergrößte Chance gibt, das Virus auszumerzen", sagte Ardern. Und das sei passiert. Seit dem 26. März ist der Pazifikstaat mit rund 5 Millionen Einwohnern im verordneten Stillstand mit strengen Auflagen für Verkehr, Arbeit und Alltag.

Ardern betonte, die Maßnahmen seien erst der Anfang gewesen. "Ich fühle auch eine riesige Verantwortung dafür, sicherzustellen, dass wir die Errungenschaften (...) nicht verlieren." Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bislang 1440 Virus-Fälle verzeichnet, 12 Menschen starben.

Ardern sagte, wie in nur wenigen anderen Ländern sei es gelungen, die verheerende Welle zu stoppen. Die Reproduktionszahl des Virus liegt demnach bei 0,48. Das bedeutet: Zehn Infizierte geben das Virus im Schnitt an 4,8 andere Menschen weiter; damit geht die Zahl der täglichen Neuansteckungen zurück. Bei einem Wert unter 1 flaut eine Epidemie nach und nach ab. In Deutschland lag er jüngst bei 0,7.

Derzeit gilt in Neuseeland die Ausgangssperre bei Stufe 4. Wenn dies nächste Woche auf Stufe 3 gesenkt wird, heißt das: Die Menschen sollen weiter zu Hause bleiben, Schulen dürfen aber zum Teil wieder öffnen, kleine Hochzeitsfeiern und Beerdigungszeremonien sind wieder erlaubt, wie Radio New Zealand erläuterte. Am 11. Mai will die Regierung entscheiden, wie es in Neuseeland weitergeht.

Jacinda Ardern.
Jacinda Ardern.  © Mark Mitchell/NZ HERALD POOL/dpa

Update, 20. April, 8.43 Uhr: Ehemaliger Bundesliga-Manager spricht sich für Investoren im Fußball aus

Der ehemalige Bundesliga-Manager Wolfgang Holzhäuser hat sich für "Investoren-Modelle" zur Zukunftssicherung von Fußballvereinen ausgesprochen. 

Die Corona-Krise zeige, dass ein Teil der Profi-Clubs nicht krisenfest sei, schrieb er in einem Beitrag für den "Kicker" (Montag). Die Clubs sollten die Gelegenheit nutzen, um "ihre Finanzierung auf eine langfristige, damit solidere und breitere Basis zu stellen", meinte der ehemalige Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen.

"Eine Abgabe von Anteilen am Club an Investoren oder Werbepartner ist eine Möglichkeit, die Finanzstruktur auf solide Füße zu stellen, sofern dies der Verbandsvorschrift, wonach kein Investor mehr als 49,9 Prozent haben darf (50+1-Klausel), entspricht", meinte Holzhäuser. 

Der 70-Jährige sprach sich dabei für eine "Bindung der Mittel von mindestens drei, besser fünf Jahren" aus. Zudem müsste der Verein ein Vorkaufsrecht bekommen, wenn der Investor nach dem Ende des Vertrags auch aussteigen will.

Der ehemalige Bundesliga-Manager Wolfgang Holzhäuser.
Der ehemalige Bundesliga-Manager Wolfgang Holzhäuser.  © Imago Images / Hartenfelser

Update, 20. April, 8.24 Uhr: Bund will Kosten für ausländische Corona-Patienten übernehmen

Der Bund will die Kosten für die Behandlung schwerkranker ausländischer Corona-Patienten in Deutschland übernehmen. "Europa steht auch in Krisenzeiten zusammen", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut Mitteilung am Montag vor einer Sitzung des Corona-Kabinetts. 

Deutschlands Krankenhäuser versorgten auf ihren Intensivstationen bereits mehr als 200 schwerkranke Corona-Patienten aus europäischen Partnerländern. Man sei bereit und in der Lage, weitere aufzunehmen. "Das ist unser Verständnis von europäischer Solidarität."

Die Vorschläge zur Kostenübernahme liegen der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin heißt es, Behandlungskosten würden üblicherweise Ländern in Rechnung gestellt. Dies soll nun wegfallen. "Es handelt sich dabei ausschließlich um Covid-19-bedingte Notfälle, für die die jeweiligen Kapazitäten der betreffenden EU-Nachbarländer nicht ausreichen." Die mutmaßlichen Kosten bezifferte das Ministerium auf bis zu 20 Millionen Euro.

Die entsprechende Gesetzesänderung soll zunächst bis Ende September gelten. Damit würden auch «Unsicherheiten» bei den Krankenhäusern beseitigt, hieß es.

Update, 20. April, 8.17 Uhr: Volkswagen fordert staatliche Kaufprämie in Corona-Krise

Der Autobauer Volkswagen fordert wegen der drohenden Nachfrageflaute in der Corona-Krise eine neue staatliche Förderprämie. "In dieser Situation sollte eine Prämie breit angelegt sein und auch moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor umfassen", sagte der bei der Marke VW fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Montag). 

"Die bisherige Förderung von Elektrofahrzeugen sollte fortgesetzt werden", sagte Brandstätter. 

Ein neues Fördermodell könnte sich an eingesparten Emissionen des klimaschädlichen Abgases Kohlendioxid (CO2) orientieren. "Wir gehen damit aus der Krise hinaus und hinein in die grüne Transformation."

An den bestehenden Klimazielen wolle VW auf jeden Fall festhalten. "Klimaschutz bleibt eine Menschheitsaufgabe. Daran ändert die Corona-Pandemie überhaupt nichts", sagte er. "Viele profitieren davon, wenn es in der Automobilindustrie wieder losgeht", betonte Brandstätter die Bedeutung der Branche für die deutsche Volkswirtschaft. 

Deutschlands wichtigster Industriezweig stehe für zehn Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung.

Volkswagen fordert staatliche Kaufprämie in Corona-Krise
Volkswagen fordert staatliche Kaufprämie in Corona-Krise  © Sina Schuldt/dpa

Update, 20. April, 7.38 Uhr: Japans Exporte sinken stärker als erwartet

Die Folgen der Corona-Pandemie haben die japanischen Exporte mit voller Wucht getroffen. Die Ausfuhren seien im März um 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen, teilte das japanische Finanzministerium am Montag in Tokio mit. Im Februar waren die Exporte lediglich um ein Prozent gefallen. 

Volkswirte hatten zwar mit einem deutlich höheren Minus als zuletzt gerechnet, dabei aber nur einen Rückgang von etwas mehr als neun Prozent auf dem Zettel.

Die Ausfuhren in die USA, dem neben China wichtigsten Handelspartner des Landes, sanken um 16,5 Prozent - das ist der stärkste Rückgang seit 2011. Vor allem die Autoindustrie war wegen der Folgen der zahlreichen Corona-Beschränkungen stark betroffen. 

Ein Containerschiff in Tokio.
Ein Containerschiff in Tokio.  © Koji Sasahara/AP/dpa

Update, 20. April, 7.17 Uhr: SPD verlangt von Karliczek Öffnung des Bafögs

Die SPD macht Druck auf Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), das Bafög vorübergehend für Studenten zu öffnen, die wegen der Corona-Krise ihren Job verloren haben. Karliczek will lediglich zinslose Kredite gewähren. Denn staatliche Bafög-Zahlungen für Studierende gibt es grundsätzlich nur, wenn ihr Einkommen und das ihrer Eltern nicht über bestimmten Grenzen liegt.

SPD-Vizefraktionschefin Bärbel Bas sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag) über Karliczek: "Das, was sie bislang vorgelegt hat, reicht nicht aus." 

Der bildungspolitische Fraktionssprecher Oliver Kaczmarek sagte: "Unser Vorschlag ist, das Bafög für sie kurzzeitig zu öffnen. Dazu muss ein Härtefallfonds geschaffen werden, aus dem diese Studenten Bafög erhalten können."

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Karliczek hatte argumentiert, eine Bafög-Änderung würde ein parlamentarisches Gesetzgebungsverfahren mit sich bringen. "Die hierfür notwendige Zeit (...) haben wir nicht." 

Die Kapazitäten der Bafög-Ämter sollten außerdem denjenigen schnell zur Verfügung stehen, "die jetzt pandemiebedingt Neu- oder Änderungsanträge stellen und auf dringliche Unterstützung angewiesen sind", schrieb Karliczek. Eine Soforthilfe für nicht Bafög-berechtigte Studierende sei auf diesem Weg nicht zu schultern.

Update, 20. April, 7.06 Uhr: VW fährt Produktion in Zwickau schrittweise wieder hoch

Der Autobauer Volkswagen fährt in dieser Woche seine Fahrzeugproduktion teilweise wieder hoch. Im Zwickauer VW-Werk gibt es von Montag an entsprechende Vorbereitungen. 

"Wiederanlaufen wird das Band dann am Donnerstag", sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zwickau sei damit das erste Fahrzeugwerk in Deutschland, das der Autohersteller schrittweise wieder in Betrieb nehme. Europaweit soll zuerst im slowakischen Bratislava losgelegt werden, wo die Bänder bereits am Montag wieder anlaufen sollen.

In Sachsen nimmt von Donnerstag an auch das Motorenwerk in Chemnitz seine Arbeit wieder auf. In den Werken Wolfsburg, Emden, Dresden und Hannover soll es den Angaben zufolge am 27. April losgehen.

Die 8000 Mitarbeiter am Standort Zwickau sollen schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Bis 3. Mai sei aber der Großteil weiterhin in Kurzarbeit, hieß es. Wann der Stand vor der Corona-Pandemie erreicht wird, sei derzeit nicht absehbar.

Der Autobauer Volkswagen fährt in dieser Woche seine Fahrzeugproduktion teilweise wieder hoch.
Der Autobauer Volkswagen fährt in dieser Woche seine Fahrzeugproduktion teilweise wieder hoch.  © dpa/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Update, 20. April, 6.46 Uhr: Im Zuge der Lockerungen: Kanzleramtschef Braun appelliert an Disziplin

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat an die Menschen in Deutschland appelliert, die Lockerungen der harten Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise diszipliniert und mit Bedacht zu nutzen. 

"Jetzt geht es darum, die Disziplin, die wir beim zu Hause bleiben gezeigt haben, auch in andere Bereiche zu übertragen", sagte Braun der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn die Infektionszahlen wieder zu stark steigen würden, "werden wieder mehr Einschränkungen nötig werden, weil sonst ein Teufelskreis entsteht".

Bund und Länder hatten sich vergangene Woche darauf geeinigt, dass von diesem Montag an Geschäfte mit einer Ladenfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen. 

Ebenfalls erlaubt ist dies - unabhängig von ihrer Größe - auch Kfz- und Fahrradhändlern sowie Buchhandlungen. Einzelne Bundesländer setzen die Entscheidungen allerdings unterschiedlich je nach den örtlichen Gegebenheiten um.

Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts (CDU).
Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts (CDU).  © Frank Rumpenhorst/dpa Pool/dpa

Der Kanzleramtschef mahnte: "Im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und auch in den Schulen und Hochschulen müssen wir die Disziplin entwickeln, die Hygiene- und Abstandsregeln im Alltag einzuhalten." Dies sei schwieriger als zu Beginn der Beschränkungen. 

"Aber je besser wir es schaffen, desto mehr können wir schrittweise zu einem weitgehend normalen Wirtschafts- und Sozialleben zurückkehren."

Update, 20. April, 6.25 Uhr: Unionsfraktionsvize Linnemann warnt vor Missbrauch von Corona-Hilfen

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Carsten Linnemann, hat Bürger und Betriebe davor gewarnt, staatliche Corona-Hilfen zu missbrauchen. Schnelle Hilfen seien zwar angezeigt, sagte Linnemann der "Rheinischen Post" (Montag). 

Finanzämter würden aber anhand der Steuererklärungen prüfen, ob die gezahlten Hilfen auch gerechtfertigt gewesen seien. "Unser Geld ist endlich. Wir können nicht jede Firma retten", sagte der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion.

Wie mögliche staatliche Beteiligungen an "systemrelevanten Unternehmen" finanziert werden, müsse später entschieden werden, sagte Linnemann. An den Kosten sollten sich indes alle beteiligen - ob "CEOs, Bischöfe, Beamte oder Politiker." 

Wie ein solcher Beitrag aussehen könnte, solle diskutiert werden, "sobald wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist."

Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstands Union.
Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstands Union.  © Christian Charisius/dpa

Update, 20. April, 5.56 Uhr: Neue Corona-Regeln. Was sich heute ändert, was bleibt.

Nach einem Monat weitgehenden Stillstands in Deutschland werden von diesem Montag an die ersten Corona-Auflagen schrittweise gelockert.

WAS SICH ÄNDERT:

1. Geschäfte mit einer Ladenfläche bis zu 800 Quadratmetern dürfen wieder öffnen. Für Buchhandlungen, Auto- und Fahrradhändler gilt die Begrenzung nicht. Wann wo geöffnet wird, entscheiden die Länder.

2. Zoos öffnen ebenfalls wieder, in manchen Regionen schon ab Montag.

3. Die ersten Schüler kommen in Sachsen für Prüfungsvorbereitungen in die Schulen zurück. Berlin und Brandenburg beginnen mit den Prüfungen, als erste hatten aber Hessen und Rheinland-Pfalz begonnen.

4. An Hochschulen dürfen Prüfungen stattfinden. Labore, Bibliotheken und Archive dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen.

5. Krankschreibungen per Telefon bei Erkältungssymptomen sind ab Montag nicht mehr möglich. Wer ein Attest braucht, muss zum Arzt.

Ein Dekorateur bekleidet eine Schaufensterpuppe.
Ein Dekorateur bekleidet eine Schaufensterpuppe.  © Frank Rumpenhorst/dpa

6. Sachsen führt als erstes Bundesland am Montag eine flächendeckende Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften ein.

7. Sachsen erlaubt auch Gottesdienste wieder, die anderswo noch verboten bleiben. Teilnehmen dürfen maximal 15 Gläubige.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit einem Mundschutz.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit einem Mundschutz.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

WAS BLEIBT:

1. Kitas bleiben geschlossen, die Notbetreuung soll aber ausgeweitet werden. Auch hier regeln die Länder selbst, wie sie vorgehen.

2. Die Kontaktbeschränkungen mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern gelten weiterhin.

3. Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter "Großveranstaltung" fällt, wird noch geklärt. Bundesligaspiele vor Publikum werden in dieser Saison nicht mehr stattfinden.

4. Auf Reisen, auch zu Verwandten, soll weiterhin verzichtet werden. Touristische Übernachtungen sind nicht gestattet. Für Auslandsreisen gilt weiterhin die weltweite Reisewarnung.

6. Restaurants und Bars dürfen nur Außer-Haus-Service anbieten.

7. Geschlossen bleiben auch Kultureinrichtungen, Schwimmbäder, Spielplätze, Fitnesscenter, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Friseure dürfen ab 4. Mai wieder aufmachen.

Die Kitas bleiben zu, die Notbetreuung wird jedoch ausgeweitet.
Die Kitas bleiben zu, die Notbetreuung wird jedoch ausgeweitet.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 20. April, 3.41 Uhr: Fast eine halbe Million Alleinerziehende arbeiten in "systemrelevanten Jobs"

Mehr als 450 000 Alleinerziehende in Deutschland arbeiten in sogenannten systemrelevanten Bereichen. Allein im Gesundheitswesen sind es 179 000, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) vorlagen. 

Die Zahlen waren zuvor von der Links-Fraktion angefragt worden. Als systemrelevant gelten Wirtschaftssektoren, die auch in Krisenzeiten und somit während der derzeitigen Coronavirus-Pandemie aufrechterhalten werden müssen.

Eine systemrelevante Beschäftigung ist bisher maßgeblich für den Zugang zu einer Notbetreuung von Kindern ab dem Kita-Alter bis zur sechsten Klasse. Details sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Bund und Länder hatten sich am vergangenen Mittwoch bereits im Grundsatz auf eine Ausweitung der Notbetreuung verständigt. Viele Landesregierungen haben seitdem etwa angekündigt, weitere Berufsgruppen und Alleinerziehende einzubeziehen oder die Regeln so zu lockern, dass es reicht, wenn ein Elternteil in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeitet. 

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte für bundesweite Regelungen geworben, die insbesondere auch Alleinerziehende berücksichtigen sollten.

Über 250.000 Alleinerziehende arbeiten in systemrelevanten Jobs.
Über 250.000 Alleinerziehende arbeiten in systemrelevanten Jobs.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 20. April, 2.25 Uhr: Kuba meldet über 1000 Corona-Fälle

In Kuba haben sich mehr als 1000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 

Insgesamt seien bei 26 982 durchgeführten Test 1035 Patienten positiv getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium der Karibikinsel am Sonntag (Ortszeit) mit. 

Bislang sind 34 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Kuba verfügt über zahlreiche gut ausgebildete Ärzte und bietet allen Bürgern eine kostenlose Gesundheitsversorgung. Allerdings fehlt es in den Kliniken des Landes oftmals an moderner Ausstattung und Material. Zuletzt waren Tausende Medizinstudenten im ganzen Land von Tür zu Tür gegangen, um unentdeckte Corona-Fälle aufzuspüren.

Update, 20. April, 1.47 Uhr: Zuständigkeit für Corona-Tests: Trump wälzt Verantwortung an Bundesstaaten ab

US-Präsident Donald Trump hat die Verantwortung für Tests in der Corona-Krise den Gouverneuren der Bundesstaaten zugeschoben. Die Gouverneure "wollten bei der Öffnung totale Kontrolle über ihre Staaten haben, aber jetzt wollen sie, dass wir, die Bundesregierung, die Tests ausführen", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus. 

Tests "sollten eine lokale Angelegenheit" sein. Trump sagte den Bundesstaaten Unterstützung durch seine Regierung vor.

In den USA schaukelt sich der Streit zwischen dem Republikaner Trump und Gouverneuren einiger Bundesstaaten immer weiter hoch. Sowohl republikanische als auch demokratische Gouverneure beklagen einen Mangel an flächendeckenden Tests, die Voraussetzung für die von Trump angestrebte schrittweise Wiedereröffnung der Wirtschaft sind.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht im Weißen Haus über das Coronavirus.
Donald Trump, Präsident der USA, spricht im Weißen Haus über das Coronavirus.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Das Fehlen von Tests sei von Anfang an das Problem Nummer eins gewesen, sagte der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, am Sonntag dem Sender CNN. Die Kapazitäten seien immer noch "nicht annähernd dort, wo sie sein sollten"

US-Vizepräsident Mike Pence versprach bei der Pressekonferenz, dass die Testkapazitäten ausgeweitet würden. Man werde mit den Gouverneuren zusammenarbeiten.

Update, 19. April, 23.20 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Kretschmer: Lockerungen bedeuten mehr Infektionen

Die Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen wird nach Einschätzung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dazu führen, dass sich mehr Menschen mit dem Virus infizieren. 

Die Lockerungen gingen "an die Grenze dessen, was vertretbar ist", sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". "Wir werden auf jeden Fall eine Zunahme von Infektionen erleben." 

In drei Wochen werde man sehen, ob die Lockerungen zu weitgehend gewesen seien.

Sachsen geht bei den Lockerungen weiter als andere Länder und dehnt die Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder sehr weit. 

Bereits an diesem Montag werden dort nicht nur wie in anderen Ländern eine Reihe weiterer Geschäfte geöffnet, sondern unter strengen Regeln auch Gottesdienste zugelassen und bereits die ersten Abschlussklassen zurück in die Schulen geholt. 

Verbunden ist das aber mit Verschärfungen an anderer Stelle: Als erstes Bundesland führt Sachsen an diesem Montag eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz beim Einkauf und im Nahverkehr ein. 

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Bundesweit gilt sonst nur die dringende Empfehlung, dort solche Alltagsmasken zu tragen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte in der Sendung mit Blick auf die bundesweiten Regelungen etwa zur Öffnung kleiner und mittlerer Geschäfte: "Wenn diese Lockerungen dazu führen, dass wir mit niedrigen Infektzahlen zurechtkommen, dann wird es selbstverständlich weiter Lockerungen geben."

Update, 19. April, 22.10 Uhr: Abstandsgebote und Hygieneregeln werden noch Monate andauern

Die Abstandsgebote und verschärften Hygieneregeln werden nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU) noch lange gelten. Er rechne noch "über Monate" damit, sagte er am Sonntagabend im "heute journal" im ZDF. 

"Bis es einen Impfstoff gibt, werden wir miteinander und aufeinander aufpassen müssen."

Spahn wies auf die Bedeutung der Gesundheitsämter hin, die die Infektionsketten klären und Kontaktpersonen identifizieren müssen. Kanzlerin Angela Merkel (65) hatte erklärt: "Es muss unser Ziel sein, jede Infektionskette verfolgen zu können." Von Praktikern wird aber beklagt, dass dies nicht gewährleistet ist.

"Es hapert an bestimmten Stellen", sagte Spahn. Die Gesundheitsämter hätten bisher "nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen". Er fügte hinzu: "Wir wollen sie personell stärken und eben auch digital stärken." 

Bekannt ist, dass in den öffentlichen Gesundheitsdiensten dafür zusätzliche Personalkapazitäten geschaffen werden sollen - mindestens ein Team von 5 Personen pro 20.000 Einwohner.

Die geplante App zur anonymisierten Nachverfolgung etwaiger Kontakte solle "im Laufe des Mais" angewendet werden können, sagte Spahn. "Es muss gerade bei Datenschutz und Datensicherheit möglichst perfekt sein, bevor wir starten."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).  © dpa/Christian Charisius

Update, 19. April, 22 Uhr: Israelis demonstrieren mit Masken und Abstand gegen Netanjahu

Mit Sicherheitsabstand wegen der Corona-Krise haben Tausende Israelis in Tel Aviv gegen den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (70) demonstriert. 

Die Demonstranten auf dem zentralen Rabin-Platz trugen am Sonntag Gesichtsmasken und standen auf markierten Positionen jeweils zwei Meter von einander entfernt, damit die Polizei die Kundgebung nicht auflöst. Teilnehmer schwenkten schwarze sowie israelische Fahnen und riefen "Demokratie, Demokratie, Demokratie".

Sie protestierten gegen aus ihrer Sicht anti-demokratische Maßnahmen unter anderem im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. Zudem forderten die Demonstranten, angeklagten Politiker per Gesetz von der Regierungsbildung auszuschließen. 

Der rechtskonservative Netanjahu ist wegen Korruption in drei Fällen angeklagt.

Menschen demonstrieren auf den Straßen mit entsprechendem Abstand, aufgrund des Coronavirus. Die Demonstranten warfen Netanjahu vor, die Coronavirus-Krise als Vorwand zu benutzen, um die demokratischen Institutionen des Landes zu untergraben.
Menschen demonstrieren auf den Straßen mit entsprechendem Abstand, aufgrund des Coronavirus. Die Demonstranten warfen Netanjahu vor, die Coronavirus-Krise als Vorwand zu benutzen, um die demokratischen Institutionen des Landes zu untergraben.  © dpa/AP/Oded Balilty

Update, 19. April, 21.24 Uhr: Baumärkte und Gärtnereien öffnen - Sorge vor Ansturm

Nach vier Wochen Zwangspause dürfen die Gärtnereien, Bau- und Gartenmärkte ab Montag auch in Bayern wieder öffnen. Größte Sorge des Bayerischen Gärtnereiverbands (BGV): ein Ansturm von Kunden. 

"Bitte nicht alle an einem Tag!", sagte Verbandsgeschäftsführer Jörg Freimuth der dpa.

Rund 10.000 Schutzmasken verschickte der Verband am Freitag an seine Mitgliedsunternehmen, weitere 10.000 sollen am Dienstag folgen. Sie sind für die Kunden und das Personal bestimmt. Wie in Supermärkten gibt es Zugangsbeschränkungen und Schutzschilde an den Kassen. Um zu großen Andrang und Warteschlangen zu vermeiden, haben viele Betriebe auf jede Werbung verzichtet.

Dabei zählt für die Branche eigentlich jeder Tag: Von Mitte März bis Anfang Juni machen die bayerischen Gärtnereien 60 Prozent ihres Jahresumsatzes, so Freimuth. Im Gegensatz zu ihren Kollegen in den anderen Bundesländern mussten sie jedoch schließen.

Update, 19. April, 21.12 Uhr: Rom-Profis verzichten auf Gehalt von vier Monaten

Die Fußball-Profis der AS Rom verzichten wegen der Coronavirus-Pandemie auf das Gehalt von vier Monaten. Das gab der italienische Erstligist am Sonntag bekannt. Auch das Trainerteam um Chefcoach Paulo Fonseca (47) habe sich freiwillig dazu bereit erklärt, dem Club durch die "Wirtschaftskrise" zu helfen, welche "die Welt des Fußballs" erfasst habe, teilte die Roma mit.

Zudem bezahlen die Spieler und Trainer demnach die Differenz des eigentlich gekürzten Gehalts der Club-Angestellten, die wegen der Krise staatliche Unterstützung beziehen.

Die Spieler hätten selbst angeboten, auf die Gehälter für März, April, Mai und Juni zu verzichten. Für den Fall, dass die Saison fortgesetzt und abgeschlossen wird, sei eine Art Prämiensystem abhängig vom Erreichen sportlicher Ziele vereinbart worden. Einzelne Vereinbarungen mit den Spielern und Trainern sollen "in den kommenden Wochen" getroffen werden.

Der Spielbetrieb in der Serie A ruht seit dem 12. März, zwölf Partien stehen noch aus. 

Roms Trainer Paulo Fonseca (47). (Archivbild)
Roms Trainer Paulo Fonseca (47). (Archivbild)  © dpa/AP/Lefteris Pitarakis

Update, 19. April, 21 Uhr: Tourismus-Geschäft trotz Corona-Krise nicht abschreiben

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (46) will trotz der Corona-Krise das Sommergeschäft im Tourismus noch nicht abschreiben. Er glaube daran, "dass so viel Disziplin da ist, dass man auch im Restaurant, in den Gaststätten sich an die Regeln hält und es dann auch möglich ist, den Tourismus wieder hochzufahren", sagte der CDU-Politiker am Sonntag im "Bericht aus Berlin" der ARD. Er habe das Sommergeschäft "auf jeden Fall nicht abgeschrieben".

Einen festen Zeitpunkt für eine mögliche Lockerung der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie im Bereich Tourismus nannte Günther nicht. 

Dafür erklärte er, wie eine Lockerung in Schleswig-Holstein vonstatten gehen könnte - die Reihenfolge habe das Land bereits festgelegt: "Wir beginnen bei uns mit den Zweitwohnungen, die im Moment nicht betreten werden dürfen, dann kommen die privaten Vermietungen, dann die Hotels dran", erklärte der Regierungschef. Zuletzt würden dann Tagestouristen wieder zugelassen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (46). (Archivbild)
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (46). (Archivbild)  © dpa/Carsten Rehder

Update, 19. April, 20.50 Uhr: Brasiliens Präsident protestiert gegen Ausgangsbeschränkungen

Im Konflikt um den richtigen Umgang mit dem Coronavirus sind in Brasilien zahlreiche Regierungsanhänger auf die Straße gegangen und haben ein Eingreifen der Streitkräfte gefordert.

Die Proteste am Sonntag in der Hauptstadt Brasília richteten sich gegen die von mehreren Provinzgouverneuren verhängten Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Krankheit. 

"Jeder in Brasilien muss verstehen, dass er sich dem Willen des brasilianischen Volkes zu unterwerfen hat", rief der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro (65) seinen Anhängern von der Ladefläche eines Geländewagens aus zu.

Der Ex-Militär hat das Coronavirus immer wieder als "leichte Grippe" bezeichnet und sich gegen eine Einschränkung des öffentlichen Lebens ausgesprochen. Bolsonaro fürchtet vor allem, dass der Lockdown der brasilianischen Volkswirtschaft schaden könnte.

Wegen Meinungsverschiedenheiten über den richtigen Umgang mit der Coronavirus-Pandemie hatte Bolsonaro zuletzt seinen Gesundheitsminister entlassen. Auch mit den Gouverneuren der wichtigen Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo sowie mit Parlamentspräsident Rodrigo Maia (49) geriet er aneinander. 

Selbst bei den zahlreich im Kabinett vertretenen Militärs wie Vizepräsident General Hamilton Mourão (66) sorgte Bolsonaro mit seinem laxen Ansatz für Entsetzen.

In dem größten Land Lateinamerikas haben sich bislang 37.437 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, 2388 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. In den Ballungsräumen geraten die Kliniken zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen.

Update, 19. April, 20.45 Uhr: Mainz nach Maßnahmen für Corona-Krise gewappnet

Fußball-Bundesligist Mainz 05 ist nach Aussage seines kaufmännischen Vorstandes Jan Lehmann (49) in der Corona-Pandemie gut aufgestellt.

"Wir wären durch unsere drastischen Sparmaßnahmen auf alles vorbereitet, könnten jedes Szenario auch ohne Entlassungen wirtschaftlich bewältigen!", sagte der 49-Jährige am Sonntag bild.de. Dies gelte für einen Saisonabbruch, eine Fortsetzung mit oder ohne Zuschauer und auch unabhängig von der Ligen-Zugehörigkeit.

Durch die Kürzungen der Gehälter von Spielern, den Trainern, dem Vorstand und anderen Führungskräften, Kurzarbeit für Mitarbeiter und das Aussetzen von Projekten spart der Verein demnach etwa zehn Millionen Euro. Der FSV Mainz 05 galt als einer der Clubs, der durch die Corona-Krise in Gefahr geraten könnte.

Laut Lehmann hat bislang noch kein Großsponsor sein Geld zurück verlangt, weil derzeit nicht gespielt wird. 

Die 36 Profi-Vereine der Deutschen Fußball Liga wollen am Donnerstag das weitere Vorgehen während der Coronavirus-Pandemie besprechen. Bislang ist der Spielbetrieb bis mindestens zum 30. April ausgesetzt.

Lehmann geht davon aus, dass die Saison mit Geisterspielen fortgesetzt wird. "In unserem Etat ist der Anteil der Ticket-Einnahmen im Verhältnis zu anderen Clubs relativ klein", sagte er. 

"Wir verlieren aber ohne Zuschauer pro Heimspiel rund eine Million Euro, und Spiele ohne Fans im Stadion sind auf Dauer auch keine schöne Vorstellung."

Update, 19. April, 20.40 Uhr: Weit von Klarheit über Corona-Ursprung entfernt

In der Debatte um den genauen Ursprung des Coronavirus sieht die Beraterin von US-Präsident Donald Trump (73), die Ärztin Deborah Birx (64), abschließende Klarheit in weiter Ferne. 

"Jedes Mal, wenn wir ein neues Virus haben, ist es wichtig, seinen Ursprung herauszufinden, und ich denke, wir sind noch weit davon entfernt, ihn herauszufinden", sagte Birx am Sonntag dem TV-Sender CBS. Man wisse lediglich, dass das neuartige Virus aus China stamme - woher genau, sei unklar. 

"Ich habe keinen Beweis dafür, dass es ein Unfall in einem Labor war", sagte Birx. Derzeit sei allgemeiner Konsens, dass sich das Virus von einem Tier auf den Menschen übertragen habe.

Experten gehen davon aus, dass es von Fledermäusen stammt und direkt oder über ein anderes Tier als Wirt auf den Menschen übergesprungen sein könnte.

In den USA gibt es Berichte unter Berufung auf amerikanische Geheimdiensterkenntnisse, wonach das Virus aus einem Forschungslabor in China stammen könnte. Demnach soll das Virus im Institut für Virologie in Wuhan versehentlich von einem Mitarbeiter in die Stadt gebracht worden sein, was der Leiter des Instituts bereits zurückwies. 

Trump hatte China am Samstag für die weltweite Verbreitung verantwortlich gemacht und Konsequenzen angedroht. Dabei sei entscheidend, ob ein Fehler gemacht worden sei, der außer Kontrolle geriet, oder eine Absicht dahinterstand, sagte Trump.

Die Ärztin Deborah Birx (64) neben US-Präsident Donald Trump (73).
Die Ärztin Deborah Birx (64) neben US-Präsident Donald Trump (73).  © dpa/AP/vPatrick Semansky

Update, 19. April, 20.35 Uhr: Amazon lässt französische Verteilzentren vorerst geschlossen

Der Online-Versandhändler Amazon lässt seine Logistikzentren in Frankreich nach einem Gerichtsurteil zu Corona-Schutzmaßnahmen weiterhin geschlossen. 

Die Mitarbeiter würden sicher noch bis einschließlich Mittwoch zu Hause bleiben, teilte das Unternehmen in Frankreich am Sonntag mit. 

Angesichts eines Urteils eines Gerichts im Pariser Vorort Nanterre sei man weiterhin "perplex". Mit Interesse warte man nun auf den Berufungstermin am Dienstag, teilte das Unternehmen mit.

Kunden in Frankreich können weiterhin bei Händlern bestellen, die ihre Waren über die Amazon-Plattform verkaufen, aber sich selbst um den Versand kümmern. Zudem sollen sie über Amazons Logistiknetz in anderen Ländern weiter versorgt werden, wie ein Sprecher in der vergangenen Woche sagte. Die Gerichtsentscheidung war von der Gewerkschaftsgruppe Union Syndicale Solidaires erwirkt worden.

Update, 19. April, 20.33 Uhr: Betriebsräte sollen Beschlüsse auch per Schalte fassen dürfen

Die Bundesregierung will angesichts der geltenden Kontaktbeschränkungen Betriebsräten laut einem Medienbericht ermöglichen, Beschlüsse auch in Telefon- und Videokonferenzen zu fassen. Das sehe ein Gesetzentwurf vor, für den es am Montag im Bundestag eine Verbändeanhörung gebe, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Bisher muss ein Betriebsrat Beschlüsse mit der Mehrheit der Stimmen "der anwesenden Mitglieder" fassen.

Die Gewerkschaften tragen die Änderung mit, weil sie bis Jahresende befristet sein soll, wie DGB-Chef Reiner Hoffmann (64) der Zeitung sagte. 

Es gibt dem Bericht zufolge aber Befürchtungen, dass im Falle einer dauerhaften Änderung Arbeitgeber das ausnutzen und etwa Betriebsräten von Filialen die Fahrt zur Sitzung der Arbeitnehmervertretung verweigern könnten.

Update, 19. April, 20.26 Uhr: Tennis-Verband will "Coronakonforme" Serie in Deutschland und Österreich

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) will am Montag gemeinsam mit dem österreichischen Verband eine Turnierserie in der Corona-Krise ankündigen. 

Teilnehmen sollen unter anderen Profis wie der Österreicher Dominic Thiem (26) sowie die Deutschen Jan-Lennard Struff (29) und Philipp Kohlschreiber (36). "Damit diese Spieler weiterhin Matchpraxis haben können. Allerdings coronakonform", erklärte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff am Sonntag dem TV-Sender Sky.

Es werde dafür gesorgt, "dass wir ohne Zuschauer mit nur zwei Spielern auf der Anlage ein Match spielen", meinte Hordorff. Das Ganze werde gestreamt, einige Fernsehanstalten hätten schon Interesse signalisiert.

"Das wird über sechs Wochen lang eine Serie sein mit 32 Herren und 24 Damen mit wenig Reisen, bei denen alle Vorschriften, die von den Regierungen und Landesregierungen erlassen sind, berücksichtigt sind", betonte der DTB-Funktionär. 

Laut dem Portal tennisnet.com soll die Serie in Österreich am 25. Mai beginnen, in Deutschland am 8. Juni. Die offizielle internationale Turnierpause wegen der Corona-Pandemie dauert noch mindestens bis zum 13. Juli.

DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff. (Archivbild)
DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff. (Archivbild)  © dpa/Christoph Schmidt/picture alliance

Update, 19. April, 20.15 Uhr: Die neuen Zahlen aus Deutschland, Europa und der Welt im Überblick

Die Ausbreitung in Deutschland.
Die Ausbreitung in Deutschland.  © TAG24
Die Ausbreitung in Deutschland.
Die Ausbreitung in Deutschland.  © TAG24
Coronsvirus-Infektionen weltweit.
Coronsvirus-Infektionen weltweit.  © TAG24

Update, 19. April, 19.57 Uhr: Mehrwertsteuersenkung für Gastronomen?

Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (53, CSU) nach einer Mehrwertsteuersenkung für die von der Corona-Krise geplagte Gastronomie stößt auf verhaltene Reaktionen. 

SPD-Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich (60) sagte am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin": "Das wird erstmal nicht der entscheidende Schlüssel sein." Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61, SPD) habe aber angekündigt, dass es möglicherweise zu weiteren Hilfen für diesen Bereich komme.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (46, CDU) sagte in der Sendung: "Wir sollten nicht zu viel in diesen Zeiten versprechen." Es gehe um aktuelle Hilfen, nicht um Erleichterungen in ferner Zukunft.

Mützenich regte - wie zuvor schon sein SPD-Parteifreund, Sozialminister Hubertus Heil (47) - an, beim Kurzarbeitergeld nachzusteuern. "Natürlich sind das Milliarden(kosten), aber in den anderen Bereichen sind das auch Milliarden." Er warf der Union vor, das zu behindern: "Die Union bremst." Es gehe darum, für die nächsten Monate Planungssicherheit zu haben auch für jene, die durch Einkommensausfälle in finanzielle Nöten kämen. Andere Länder finanzierten die Kurzarbeit viel stärker.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © dpa/Sven Hoppe

Update, 19. April, 19.52 Uhr: Corona-Höhepunkt in New Yorker Kliniken wohl überschritten

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern im besonders schwer von Covid-19 betroffenen US-Bundesstaat New York ist weiter rückläufig. "Wenn dieser Trend anhält, haben wir den Höhepunkt überschritten", sagte der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo (62) am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz. 

Doch auch damit sei gerade erst eine Halbzeit in der Corona-Krise erreicht, mahnte der Demokrat. An den strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung müsste weiter festgehalten werden. Die Ausgangsbeschränkungen waren kürzlich bis Mitte Mai verlängert worden.

Cuomo kündigte umfangreiche Antikörper-Testreihen in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern an, um ein genaueres Bild von der Verbreitung des Virus zu bekommen. 

Update, 19. April, 19.50 Uhr: DFB-Präsident Keller betont Notwendigkeit von Geisterspielen

DFB-Präsident Fritz Keller (63) wirbt nach der Kritik aus Fankreisen um Verständnis für die angestrebten Geisterspiele. Er könne die Bedenken zwar nachvollziehen. Die Konsequenz eines Verzichts darauf "wäre aber, dass einige Fans vielleicht nie wieder ein Spiel ihres Clubs besuchen können, weil es ihn schon bald nicht mehr geben könnte", schrieb der 63-Jährige in einem Gastbeitrag für den "Kicker". "Wir möchten aber keinen Verein verloren geben."

"Wir sind uns dabei sehr bewusst, dass dem Fußball ohne Fans sein Herz fehlt", schrieb Keller. "Aus Gesprächen und Rückmeldungen von Fanorganisationen weiß ich, wie sehr es die Fans schmerzt, ihre Vereine nicht im Stadion unterstützen zu können."

Am kommenden Donnerstag wollen die 36 Profi-Vereine der Deutschen Fußball Liga das weitere Vorgehen während der Coronavirus-Pandemie besprechen. Bislang ist der Spielbetrieb bis mindestens zum 30. April ausgesetzt. "In dieser Woche werden wichtige Weichen gestellt, wie es in den ersten drei Profiligen in Deutschland weitergeht. Dies wird auch positive Auswirkungen auf den Amateurfußball haben", sagte Keller, der für die unteren Spielklassen bundeseinheitliche Regelungen anstrebt, die "schnell und unbürokratisch helfen".

Auch mit Blick auf den avisierten Bundesliga-Neustart im Mai betonte der frühere Präsident des SC Freiburg erneut: "Wir garantieren, dass die Wiederaufnahme des Spielbetriebs, zunächst noch ohne Fans in den Stadien, nicht zulasten des Gesundheitssystems gehen wird." Der Fußball beanspruche "keine Sonderrolle", schrieb er. "Es werden keine Testkapazitäten für Sportlerinnen und Sportler beansprucht, die an anderer Stelle fehlen würden."

DFB-Präsident Fritz Keller (63). (Archivbild)
DFB-Präsident Fritz Keller (63). (Archivbild)  © DPA/Arne Dedert

Update, 19. April, 19.40 Uhr: Frankreich erlaubt wieder Besuche in Pflege- und Altenheimen

In Frankreich sollen im Rahmen der Lockerungen der Coronavirus-Beschränkungen Besuche in Alten- und Pflegeheimen wieder erlaubt werden. Ab Montag gebe es wieder ein Besuchsrecht, allerdings mit Einschränkungen, teilte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran (39) am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz mit Premierminister Édouard Philippe (49) mit. 

Es dürften nicht mehr als zwei Angehörige gleichzeitig einen Bewohner in einer Senioren- oder sozialen Pflegeeinrichtung besuchen. Außerdem sei körperlicher Kontakt weiterhin verboten, erklärte Véran. Das Besuchsverbot galt seit Mitte März.

Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran (39).
Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran (39).  © DPA/AP/Thibault Camus

Update, 19. April, 19.04 Uhr: FC St. Pauli gewinnt virtuelles Derby gegen den Hamburger SV

Der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat am Sonntagabend das virtuelle Derby auf der Spielekonsole mit 3:2 gewonnen. Im ersten Duell trafen die beiden eSporter aufeinander. Christoph Strietzel vom Hamburger SV setzte sich dabei mit 1:0 gegen Can Tuna vom FC St. Pauli durch. 

Im zweiten Duell traten die echten Fußballprofis gegeneinander an. Luca Zander (24) spielte für seinen FC St. Pauli, Tim Leibold (26) für den Hamburger SV. Obwohl der virtuelle HSV in vielen Phasen des Spiels überlegen war, erwies sich Luca Zander mit dem FC St. Pauli als treffsicherer und gewann mit 3:1. Auch im realen Fußball gewann der FC St. Pauli beide Derbys in dieser Saison.

Die "Bundesliga Home Challenge" fand nun bereits am vierten Wochenende in Folge statt, um die fußballfreie Zeit während der Corona-Krise zu überbrücken. 

Insgesamt 30 Vereine der 1. und 2. Bundesliga nahmen an dem elektronischen Wettbewerb teil. Jede Mannschaft bestand aus einem realen Fußballprofi und einem professionellen eSportler. Die Spiele wurden auf verschiedenen Kanälen, unter anderem auf dem Youtube-Kanal der Bundesliga oder auf ran.de, live und kostenlos übertragen.

Update, 19. April, 18.50 Uhr: Preise für Fußballer werden sinken

Der ehemalige Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng (33) glaubt an einen humaneren Fußball und ein Ende irrsinniger Ablösesummen nach der Corona-Pandemie. "Ich glaube, das Coronavirus wird als Folge eine Reduzierung der Gehälter und der Marktpreise der Fußballspieler haben", sagte der deutsch-ghanaische Spieler der Beilage "Sportweek" der "Gazzetta dello Sport". "Einen, der für 200 Millionen Euro verkauft wird, werden wir für sehr lange Zeit nicht mehr sehen."

Auch Tickets für den Stadionbesuch könnten billiger werden, meinte der ehemalige Profi von Eintracht Frankfurt. Die wirtschaftliche Krise werde es den Clubs unmöglich machen, "weiter so hohe Preise zu verlangen". Er hoffe zudem, dass sich für die Profis die Zahl der Spiele reduziere.

Die internationalen Verbände würden sich immer mehr Turniere ausdenken, so dass ein Profispieler am Saisonende vollkommen "ausgequetscht" sei. Der gebürtige Berliner Boateng ist derzeit auf Leihbasis vom AC Florenz bei Besiktas Istanbul. Auch in der Türkei lebe er derzeit in Quarantäne.

Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng (33). (Archivbild)
Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng (33). (Archivbild)  © dpa/gtres/Ion Alcoba Beitia

Update, 19. April, 18.10 Uhr: Conte pocht auf Corona-Bonds

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (55) hat in der Corona-Krise erneut mehr europäische Solidarität und gemeinsame Anleihen gefordert. "Wir erleben den größten Schock seit dem letzten Krieg", sagte Conte der "Süddeutschen Zeitung". 

"Darum muss Europa auch eine Antwort geben, die auf der Höhe des Ereignisses ist." Es brauche die "ganze Feuerkraft" der EU, und zwar über die Ausgabe gemeinsamer Anleihen. Dabei gehe es nicht darum, "vergangene oder zukünftige Schulden zu vergemeinschaften, sondern nur darum, dass wir alle zusammen diesen außerordentlichen Einsatz leisten".

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten schalten sich am Donnerstag zu einem weiteren Videogipfel zusammen. Die Finanzminister haben bereits ein Corona-Rettungspaket von bis zu 540 Milliarden Euro geschnürt. Auch die Gründung eines Wiederaufbau-Fonds wurde verabredet, allerdings ohne Details. 

Die EU-Staaten streiten darüber, ob zur Finanzierung gemeinsame Anleihen - sogenannte Corona-Bonds - genutzt werden.

Conte warb erneut dafür. "Diese Solidarität ist ganz spezifisch ausgelegt und zeitlich beschränkt. Sie wird uns enorm stärken an den Märkten", sagte der Regierungschef. Zudem würde damit auch eine kraftvolle politische Botschaft in die Welt gesendet: "Europa ist solide und eins." 

Mit Blick auf den Widerstand Deutschlands und der Niederlande sagte Conte, diese Sichtweise müsse sich jetzt ändern. "Wir müssen als Europäer auf Europa schauen." Oft schaue jede Nation nur auf ihre eigenen Vorteile. So sei etwa der deutsche Handelsbilanzüberschuss höher als es die Regeln der EU vorsehen. Damit sei die deutsche Wirtschaft nicht Europas Lokomotive, sondern die Bremse.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (55). (Archivbild)
Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (55). (Archivbild)  © dpa/AP/Roberto Monaldo/LaPresse

Update, 19. April, 18.04 Uhr: DHL stellt Pakete erstmals an einem Sonntag zu

Da wegen der Corona-Pandemie überdurchschnittlich viele Pakete verschickt werden, hat der Paket-Dienstleister DHL in München erstmals auch an einem Sonntag Sendungen zugestellt. 

Rund 400 Mitarbeiter waren unterwegs, um mehr als 50.000 Pakete an private Haushalte auszuliefern, wie das Unternehmen mitteilte. Zwar wolle man nicht regelmäßig an Sonntagen zustellen, jedoch "war die jetzige Aktion erforderlich, um die Versorgung mit Paketdienstleistungen in Bayern sicherzustellen." Das Bayerische Arbeitsministerium habe eine entsprechende Genehmigung erteilt.

Mit der Aktion seien Transportkapazitäten von rund 50 Lastwagen-Ladungen freigeworden, teilte das Unternehmen mit. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei die Zahl der Sendungen um diese Zeit um mehr als 40 Prozent gestiegen, erklärte die DHL in ihrer Mitteilung. Da wegen der Corona-Krise zahlreiche Läden geschlossen sind, versorgen sich viele Haushalte über den Onlinehandel. 

Update, 19. April, 17.40 Uhr: Irans Zentralbank-Chef dringt weiter auf IWF-Hilfen

Der wegen US-Sanktionen und der Corona-Krise wirtschaftlich schwer angeschlagene Iran dringt weiter auf eine Finanzspritze des Internationalen Währungsfonds. 

Der IWF sollte dem Druck der USA widerstehen und dem Antrag des Irans stattgeben und so helfen, das Defizit der iranischen Wirtschaft in Höhe von 10 Milliarden Euro zu finanzieren, mahnte der Gouverneur der iranischen Zentralbank Abdolnaser Hemmati (63). 

"Das letzte Mal, als ich es überprüfte, führten nicht die USA den IWF," schrieb der Notenbanker der Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag auf eine Reihe von Fragen. 

Hemmati kritisierte zudem, dass der Iran wegen der Sanktionen der USA gegen das Land nicht auf eigene Zentralbankgelder im Ausland zugreifen könne, die die Wirtschaft dringend brauche.

Der Iran hatte den IWF im März um dringende Finanzhilfe gebeten, um die Folgen der Coronavirus-Pandemie bewältigen zu können. In einem ersten Schritt geht es dabei um 5 Milliarden US-Dollar (4,6 Mrd Euro). Allerdings fahren die USA eine harte Linie gegen den Iran. Zudem hat Washington die meisten Stimmrechte im IWF.

Die Virus-Krise hat das Land mit zuletzt mehr als 80.000 Infizierten und über 5000 Toten besonders schwer getroffen. Die Pandemie legte etwa 70 Prozent der iranischen Wirtschaft lahm. Jüngst nahmen unter Beachtung strengster Abstands- und Hygiene-Auflagen einige Wirtschaftsbranchen ihre Arbeit wieder auf.

Am ersten Tag der Lockerungen der Corona-Beschränkungen in der iranischen Hauptstadt wurden zwar viele Geschäfte wieder geöffnet, aber Normalität kehrte in der iranischen Hauptstadt noch nicht ein.
Am ersten Tag der Lockerungen der Corona-Beschränkungen in der iranischen Hauptstadt wurden zwar viele Geschäfte wieder geöffnet, aber Normalität kehrte in der iranischen Hauptstadt noch nicht ein.  © dpa/Farshid-Motahari Bina

Update, 19. April, 17.30 Uhr: Laschet will mehr Staatshilfen für die Autobranche

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) fordert mehr staatliche Unterstützung für die von der Corona-Krise schwer getroffene Autobranche. 

"Unsere Automobilwirtschaft braucht schnell Perspektiven für Umsatz, Liquidität und Wachstum", sagte Laschet dem "Handelsblatt". "Wir werden sehr bald über intelligente Impulse für Investitionen sprechen müssen." In diesem Zusammenhang fordert der Politiker einen baldigen Autogipfel.

Die in der vergangenen Woche beschlossene Öffnung der Autohäuser könne nur dann Wirkung entfalten, wenn nun auch die digitale Zulassung und schnelle Genehmigungen für den Bau von Ladesäulen folgen, sagte Laschet weiter.

Die Folgen der Virus-Pandemie trafen die Autobranche hart. Die Hersteller stoppten in vielen Regionen die Produktion, die nun bald teilsweise wieder hochgefahren werden soll. Zumindest aus China kamen jüngst Nachrichten, die Hoffnung machten. So hatte etwa Volkswagen zuletzt von deutliche Zeichen für eine Erholung des wichtigen Geschäfts in China gesprochen.

Allerdings ringen die deutschen Autobauer aktuell nicht nur mit der Corona-Krise, sondern auch mit dem Wandel hin zu Elektromobilität, der Milliarden verschlingt.

Update, 19. April, 17.17 Uhr: Etliche Verstöße gegen die Corona-Verordnungen am Wochenende

Die Polizei hat am Wochenende in Niedersachsen etliche Verstöße gegen die Corona-Verordnungen verzeichnet. Im Landkreis Rotenburg verhängte die Polizei am Wochenende insgesamt zwölf Bußgelder, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die Beamten mussten zudem vielerorts verbotene Gruppentreffen und Partys auflösen.

Die Polizei ging in Bremervörde (Landkreis Rotenburg) gegen eine Gruppe von fünf Menschen zwischen 18 und 29 Jahren vor, die zusammen feierten. Die Polizei löste die Party am Freitagabend auf, jedoch meldeten Anwohner wenig später eine weitere Ruhestörung. Die Bewohner behaupteten diesmal, nur noch zu zweit zu feiern. Doch die Beamten fanden die drei weiteren Partygäste in einem Kleiderschrank, unter einem Bett und im Abstellraum. Am gleichen Tag ermahnten die Beamten in Visselhövede eine Gruppe von vier Jugendlichen und drei Heranwachsenden auf einem Spielplatz.

Auf einer verbotenen Corona-Party in Südbrookmerland im Landkreis Aurich kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Männern, bei der zwei 38 und 48 Jahre alte Männer leicht verletzt wurden. 

Ein 19-Jähriger stand unter Alkoholeinfluss und wollte ohne Führerschein mit einem Auto von der Feier wegfahren. Als die beiden Männer ihn daran hinderten, wurde der 19-Jährige handgreiflich. Die Polizei löste die Party am frühen Sonntagmorgen schließlich auf und zeigte die Ordnungswidrigkeiten an.

Drei Menschen sind in der Nacht zu Sonntag in Jever (Landkreis Friesland) bekifft Auto gefahren - und haben sich somit auch nicht an das Kontaktverbot gehalten. Die Beamten beschlagnahmten Cannabis bei den beiden 22 und 23 Jahre alten Männer und der 23-jährige Frau.

Auch im Landkreis Emsland gab es zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Verordnungen. Polizisten lösten am Samstag eine Grillparty auf, mehrere Menschen wurden von einem Spielplatz verwiesen und zahlreiche Gruppen wurden getrennt, die zusammen Alkohol konsumierten. In Ostercappeln (Landkreis Osnabrück) saßen zwei Menschen am Freitagabend in einem gemieteten Lamborghini zu dicht beieinander und hielten somit nicht den gesetzlichen Mindestabstand ein.

Update, 19. April, 16.55 Uhr: Knapp 13.000 freie Intensivbetten in Deutschland

In Deutschland sind nach aktuellen Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fast 13.000 Intensivbetten frei. Insgesamt verfügten die Kliniken über mindestens 30.000 Betten, teilte die Vereinigung am Sonntag mit. 

Man habe endlich eine verlässliche Übersicht über alle Intensivkapazitäten in Deutschland erreicht, sagte DIVI-Präsident Uwe Janssens (60). Dieses Wissen verschaffe Medizinern und Politikern eine kleine Atempause – nicht zu verwechseln mit falscher Euphorie. "Wir sind noch lange nicht über den Berg!"

Wegen der Corona-Pandemie sind seit kurzem alle deutschen Kliniken mit Intensivbetten dazu verpflichtet, die Belegung an die DIVI zu melden, wo sie in einem online frei zugänglichen Register festgehalten werden. 

Mehr als 95 Prozent der Krankenhäuser meldeten inzwischen ihre freien und belegten Intensivbetten täglich. Die 100-Prozent-Abdeckung werde in der kommenden Woche erwartet, hieß es. 

Der Blick auf die Deutschlandkarte verdeutliche ein Nord-Süd- sowie ein Ost-West-Gefälle: Prozentual würden die meisten Coronapatienten in Süddeutschland und im Westen der Republik intensivmedizinisch versorgt. Im Nordosten sei die Lage noch verhältnismäßig entspannt.

In Deutschland sind nach aktuellen Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fast 13.000 Intensivbetten frei. (Symbolbild)
In Deutschland sind nach aktuellen Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fast 13.000 Intensivbetten frei. (Symbolbild)  © dpa/Roland Weihrauch

Update, 19. April, 16.45 Uhr: Mindestens 15 deutschsprachige Firmen suchen Corona-Mittel

Mindestens 15 Unternehmen im deutschsprachigen Raum arbeiten an Medikamenten gegen das neue Coronavirus, sieben an Impfstoffen. Das geht aus einer Mitteilung der drei Pharmaverbände vfa, Bio Deutschland und Pharmig vom Sonntag hervor. Dabei erhoben die Verbände keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

Mit einer interaktiven Karte im Internet zeigen sie, an welchen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Coronavirus geforscht wird und was die Unternehmen genau machen. Die Karte werde stetig aktualisiert. Die Unternehmen würden intensiv untereinander und mit weiteren Firmen kooperieren.

>> Hier findet Ihr die interaktive Karte.

Eine Wissenschaftlerin bei der Arbeit. (Symbolbild)
Eine Wissenschaftlerin bei der Arbeit. (Symbolbild)  © dpa/Ole Spata

Update, 19. April, 16.30 Uhr: Laschet weist Hörigkeit vor Virologen zurück

Ministerpräsident Armin Laschet (59) macht seine politischen Entscheidungen eigenen Aussagen zufolge nicht nur von der Einschätzung von Virologen abhängig. Zuvor hatte es Kritik an der vom Land mitfinanzierten Corona-Studie über den besonders betroffenen Kreis Heinsberg gegeben, nachdem Laschet gemeinsam mit den Forschern erste Zwischenergebnisse präsentiert hatte. Diese wurden auch herangezogen, um die Lockerungen der Corona-Beschränkungen zu begründen.

"Mir sagen nicht Virologen, welche Entscheidungen ich zu treffen habe", sagte der CDU-Politiker am Sonntag im Deutschlandfunk. "Was, wenn das Land in eine Riesenkrise stürzt? Das beantwortet mir kein Virologe." 

Welche Auswirkungen es für Kinder habe, lange zuhause zu bleiben oder ob Menschen durch Arbeitslosigkeit depressiv würden, sei für seine Entscheidungen ebenso wichtig. Es sei außerdem nicht seine Aufgabe als Politiker, sich in theoretischen Diskussionen über Eindämmung oder Durchseuchung - beides zwei virologische Szenarien des Pandemie-Verlaufs - zu verlieren.

Nordrhein-Westfalen schreitet bei den Lockerungen der Corona-Beschränkungen forscher voran als andere Bundesländer. So dürfen neben kleineren Geschäften ab Montag etwa auch Möbelhäuser wieder aufmachen, außerdem sollen ab Donnerstag die ersten Schüler in die Schulen zurückkehren. 

Laschet wehrte sich außerdem gegen Kritik an der vom Land mit finanzierten "Heinsberg-Studie", mit der der Virologe Hendrik Streeck (42) der Uni Bonn aus dem besonders früh betroffenen Kreis Heinsberg Schlüsse über die Ausbreitung des Coronavirus ziehen will. 

Kritiker hatten zuvor bemängelt, die Studie sei unter hohem politischen Druck entstanden und habe zu vorschnell erste Ergebnisse an die Öffentlichkeit gegeben.

Ministerpräsident Armin Laschet (59). (Archivbild)
Ministerpräsident Armin Laschet (59). (Archivbild)  © dpa/Federico Gambarini

Update, 19. April, 16.25 Uhr: Slowenien lockert den Lockdown - Stichprobe nach Wiener Vorbild

Slowenien leitet erste Lockerungen der Maßnahmen zur Zurückdrängung der Corona-Pandemie ein. 

Baumärkte, Technikläden und Möbelgeschäfte können an diesem Montag ebenso wieder öffnen wie Wäschereien, Kfz-Werkstätten und Reparaturgeschäfte. Auch Anstreicher für Außenarbeiten, Dachdecker, Gärtnereibetriebe und Drive-by-Imbisse dürfen wieder ihre Tätigkeit aufnehmen. 

Friseurläden, Schönheitssalons und Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von weniger als 400 Quadratmetern sollen den Plänen zufolge zwei Wochen später öffnen.

Um sich auf bessere Daten stützen zu können, lässt die Regierung in Ljubljana ab Montag 3000 Bürger stichprobenartig auf das Coronavirus testen. Die Auswahl der Probanden traf das slowenische Statistische Amt in Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Ljubljana. 

Das Vorhaben folgt einem Beispiel des Nachbarlands Österreich. Dort waren zu Monatsbeginn 2000 Bürger repräsentativ getestet worden.

Ein Stehpaddler fährt mit einem Board, auf dem außerdem ein Junge sitzt, über die Ljubljanica in Slowenien.
Ein Stehpaddler fährt mit einem Board, auf dem außerdem ein Junge sitzt, über die Ljubljanica in Slowenien.  © dpa/SOPA Images via ZUMA Wire/Jure Makovec

Update, 19. April, 16.18 Uhr: Südkorea lockert einige Anti-Corona-Regeln für Bürger

Trotz deutlich rückläufiger Zahlen bei den Neuerkrankungen mit dem Coronavirus will Südkorea an seiner Politik zur Vermeidung sozialer Kontakte vorerst festhalten. Allerdings kündigte Ministerpräsident Chung Sye Kyun (69) am Sonntag einige Lockerungen der Beschränkungen für Kirchen, Unterhaltungseinrichtungen, private Paukschulen und Sportveranstaltungen an.

Die Maßnahmen der von den Behörden so genannten "erweiterten sozialen Distanz" sollen jetzt zunächst bis zum 5. Mai beibehalten werden. Mit Blick auf den Schutz vor Sars-CoV-2 sei es das Sicherste, sagte Chung. Doch die Maßnahmen umzusetzen, sei in der Realität nicht einfach. "Wir müssen einen Mittelweg finden."

Die Regierung hatte im März eine Verordnung erlassen, nach der dringend empfohlen wird, religiöse Einrichtungen, Sportstätten und Nachtclubs zu schließen. Jetzt könnte laut Chung der Betrieb wieder aufgenommen werden, soweit Desinfektionsregeln und andere Schutzmaßnahmen beachtet werden. 

So könnten auch Sportwettkämpfe ohne Zuschauer wieder stattfinden. In Südkorea wird jetzt erwartet, dass die beiden größten Profiligen des Landes im Fußball und Baseball im Mai verspätet in die neue Saison starten.

Südkorea hatte bisher schon auf landesweite Ausgangssperren verzichtet. Dank seines rigiden Programms für Massentests und die Nachverfolgung von Infektionsketten gilt das Land als Vorbild im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. 

Update, 19. April, 16.09 Uhr: Allianz will Kfz-Versicherungskunden in Corona-Krise entlasten

Die Allianz will Autoversicherungskunden in der Corona-Krise entlasten: Wer weniger fährt, muss auch entsprechend weniger Beitrag zahlen, stellte Europas größter Versicherer am Sonntag klar. 

Kunden, die coronabedingt in diesem Jahr deutlich weniger fahren als geplant, sollen am Ende ihres Versicherungsjahres Geld zurück bekommen, wie Frank Sommerfeld, der Chef der Sachversicherung bei der Allianz Deutschland, sagte.

In den vergangenen Tagen hatte schon die HUK Coburg Entgegenkommen signalisiert. Die Versicherer reagieren damit auf entsprechende Anfragen ihrer Kunden. Wegen der Ausgehbeschränkungen in vielen Ländern ist der Autoverkehr zurückgegangen - mit der Folge, dass es auch weniger Unfälle gibt. 

Die jährliche Fahrleistung ist fester Bestandteil der Kfz-Versicherungstarife, allerdings ist nicht allen Autofahrern bewusst, dass sie entsprechend weniger oder mehr zahlen müssen, wenn sie mehr oder weniger fahren als angegeben.

Die Straßen in Deutschland sind deutlich leerer als gewohnt. (Archivbild)
Die Straßen in Deutschland sind deutlich leerer als gewohnt. (Archivbild)  © dpa/Fabian Sommer

Update, 19. April, 16 Uhr: Neue Corona-Regeln - was sich ab Montag ändert und was bleibt

Nach einem Monat weitgehendem Stillstand in Deutschland werden von diesem Montag an die ersten Corona-Auflagen schrittweise gelockert.

Was sich ändert:

  • Geschäfte mit einer Ladenfläche bis zu 800 Quadratmetern dürfen wieder öffnen. 
  • Zoos öffnen wieder in manchen Regionen.
  • Die ersten Schüler kommen für Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen in die Schulen zurück. 
  • An Hochschulen dürfen Prüfungen stattfinden. 
  • Krankschreibungen per Telefon bei Erkältungssymptomen sind ab Montag nicht mehr möglich. 
  • Sachsen führt flächendeckende Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften ein.
  • Sachsen erlaubt Gottesdienste.

Details zu den Lockerungen und welche Regeln weiterhin gelten, könnt Ihr >> hier nachlesen.

Update, 19. April, 15.50 Uhr: Gezielte Hilfen für Hotels - Branche sieht erstes positives Signal

Der Berliner Gaststättenverband Dehoga hat die von der Bundesregierung in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung für Hoteliers und Restaurantbetreiber in der Corona-Pandemie begrüßt. 

Es sei das erste richtig positive Signal, sagte Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Dehoga-Landesverbands Berlin, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir hoffen, dass es bald umgesetzt wird." 

Tausende Betriebe stünden in Berlin kurz vor der Insolvenz. Lengfelder bekräftigte, dass zukünftige Lockerungen einen überlebensfähigen Umsatz ermöglichen müssten.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61, SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (61, CDU) haben den von der anhaltenden Schließung in der Corona-Pandemie besonders betroffenen Hoteliers und Restaurantbetreibern finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. 

"Natürlich schauen wir genau, ob und wo wir gezielt weitere Hilfen benötigen. Wir haben vor allem jene Branchen im Blick, für die es noch nicht so schnell wieder losgeht. Das Hotel- und Gaststättengewerbe gehört sicherlich dazu", sagte Scholz der "Welt am Sonntag". Altmaier sagte der "Bild am Sonntag" mit Blick auf die Lage der Gastro-Branche: "Und klar ist, wir werden hier auch zusätzliche Hilfen benötigen, damit nicht ein Großteil der Unternehmen aufgibt und vom Markt verschwindet".

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61, SPD). (Archivbild)
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61, SPD). (Archivbild)  © dpa/Michael Kappeler

Update, 19. April, 15.45 Uhr: 31 Tote, abgezogene Pfleger - Skandal um Seniorenresidenz

Eine Seniorenresidenz bei Montréal ist nach dem Tod von 31 Bewohnern innerhalb weniger Wochen in der Coronavirus-Krise im kanadischen Québec in den Fokus gerückt. Im Laufe der vergangenen drei Wochen kamen immer mehr erschreckende Details über Missstände in dem privaten Altenheim Herron in Dorval ans Licht. 

Fast alle Pflegekräfte hatten das Heim verlassen, als Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörden Ende März dort eintrafen. 

Aus einer Sammelklage geht hervor, dass sich zuletzt eine Krankenschwester und zwei Pfleger um 130 Bewohner gekümmert haben sollen. Die Polizei und das Gesundheitsministerium ermitteln.

Am 26. März war ein Bewohner in ein Krankenhaus eingeliefert worden, wo er positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde und starb. In der Folge versuchte die lokale Gesundheitsbehörde, Zugang zu dem Heim zu bekommen. 

Erst am 10. April stellte sich heraus, dass seit dem 13. März 31 Menschen in dem Heim gestorben waren, wie der Premierminister von Québec, Francois Legault (62), erklärte. 

Mindestens fünf der Toten waren mit dem Coronavirus infiziert. Die Todesursache der 26 anderen ist weiter unklar. Legault sprach mit Blick auf das Altenheim von "grober Fahrlässigkeit", wie lokale Medien berichteten.

Eine am Freitag eingereichte Sammelklage zeichnet ein verstörendes Bild über die Umstände in dem Heim. 

"Die Bewohner wurden unter völlig unmenschlichen Bedingungen gefunden: Einige waren entkleidet, stark unterernährt, dehydriert, ohne ihre Medikamente und wurden in ihren Fäkalien und Urin zurückgelassen, wodurch ein Geruch entstand, der sich durch die Einrichtung zog", heißt es darin.

Von 99 verbleibenden Herron-Bewohnern seien 61 positiv auf das Coronavirus getestet worden, erklärte die Gesundheitsbehörde CIUSSS am Sonntag auf Anfrage. 

Einige Testergebnisse stünden noch aus. 

Update, 19. April, 15.33 Uhr: Nerven behalten, um zweiten Lockdown zu vermeiden

Vor Beginn erster Lockerungen in der Corona-Krise hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (61) Bund und Länder zu mehr Einigkeit aufgerufen.

"Wir dürfen nicht durcheinanderlaufen wie ein Hühnerhaufen und uns gegenseitig abwechselnd mit Verschärfungen und Lockerungen überbieten", mahnte der CDU-Politiker in der "Bild am Sonntag". 

Zu Wochenbeginn dürfen vielerorts kleine und mittlere Geschäfte wieder öffnen. In Sachsen wird parallel dazu eine Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften eingeführt.

Zugleich lässt die Landesregierung wieder öffentliche Gottesdienste zu, die andernorts verboten bleiben. Auch Mecklenburg-Vorpommern schreibt einen Mund-Nasen-Schutz im Nahverkehr vom 27. April an vor.

Mehr zum Thema Lockerungen in Deutschland, erfahrt Ihr >> hier.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (61).
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (61).  © dpa/AFP-Pool/John Macdougall

Update, 19. April, 15.22 Uhr: Nach drei Monaten sind Spieler des FC Wuhan zurück in Heimat

Nach einer mehr als dreimonatigen Odyssee durch die Corona-Krise sind die Spieler des chinesischen Fußballclubs FC Wuhan Zall an den Ursprungsort der Pandemie zurückgekehrt. 

Fans bereiteten den Spielern am Samstagabend auf dem Bahnhof der zentralchinesischen Metropole spontan einen herzlichen Empfang. In dem schwer von der Lungenkrankheit betroffenen Wuhan waren erst vor knapp zwei Wochen die letzten Beschränkungen aufgehoben worden.

Der Club will am Mittwoch wieder mit dem Training anfangen. Allerdings ist die chinesische Superliga weiter ausgesetzt. Wann die Saison wieder aufgenommen wird, ist unklar. Allgemein war Mai oder Juni erwartet worden, doch könnte es auch später werden.

Update, 19. April, 15.18 Uhr: Zahl der bestätigten Corona-Fälle in der Zast steigt auf über 100

Sieben weitere Bewohner der unter Quarantäne stehenden zentralen Erstaufnahme für Geflüchtete in Sachsen-Anhalt (Zast) in Halberstadt sind positiv auf Corona gestestet worden. Damit sei das Virus bis zum Sonntagmittag bei 105 Bewohnern der Einrichtung nachgewiesen worden, teilte der Landkreis Harz mit. 

Die Bewohner werden seit dieser Woche alle 48 Stunden getestet, Infizierte werden in andere Einrichtungen verlegt und dort isoliert. Derzeit wohnen noch gut 600 Menschen in der Zast.

Die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und Flüchtlinge im Lande Bremen (ZASt) im Stadtteil Vegesack.
Die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und Flüchtlinge im Lande Bremen (ZASt) im Stadtteil Vegesack.  © dpa/Sina Schuldt

Update, 19. April, 15.12 Uhr: Zwei Millionen OP-Masken in Brandenburg eingetroffen

Eine Lieferung mit zwei Millionen OP-Masken und 80.000 Litern Desinfektionsmittel ist in Brandenburg in einem Zentrallager eingetroffen. Diese dringend benötigte Schutzausrüstung werde seit Sonntagnachmittag vom Zentraldienst der Polizei an die Landkreise und kreisfreien Städte ausgeliefert, teilte das Gesundheitsministerium mit. 

"Diese Einzellieferung von zwei Millionen OP-Masken ist mehr als alle Landesbeschaffungen bisher zusammengenommen", sagte Innenminister Michael Stübgen (60, CDU). 

Weitere Lieferungen würden schon in Kürze erwartet.

"Der Bedarf an Schutzausrüstung vor allem für den Einsatz in Krankenhäusern, Gesundheitsämtern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten ist weiter groß", betonte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (62, Grüne). "Wir werden noch viele Monate mit dem Virus zu tun haben, so dass die Bedarfe an Masken, Kitteln und Handschuhen in absehbarer Zeit sicher nicht weniger werden."

Michael Stübgen (60, CDU), Innenminister von Brandenburg. (Archivbild)
Michael Stübgen (60, CDU), Innenminister von Brandenburg. (Archivbild)  © dpa/Christophe Gateau

Update, 19. April, 15 Uhr: Corona-infizierter Senior bei Spritztour erwischt

Auch die Infektion mit dem Coronavirus und die damit verbundenen Quarantäneauflagen haben in Oberfranken einen Senior nicht von einer Spritztour abgehalten. Der Mann wurde jedoch erwischt und muss sich nun vor der Justiz verantworten, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Das Gesundheitsamt hatte für den 68-Jährigen eigentlich häusliche Quarantäne angeordnet. Das hielt diesen jedoch nicht davon ab, sich auf einen Ausflug nach Kulmbach zu begeben, wenn auch mit einem selbstgefertigten Mundschutz. Dort verplapperte er sich im Gespräch mit einer Frau, die daraufhin die Polizei alarmierte. Die Beamten konnten den Mann stellen. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Update, 19. April, 14.50 Uhr: Mindestens 17 Coronafälle in Flüchtlingslager in Panama

In einer Herberge für Migranten und Flüchtlinge im Südosten von Panama haben sich mindestens 17 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Patienten seien von den restlichen Bewohnern des Lagers in der Region Darién nahe der Grenze zu Kolumbien getrennt worden, berichtete die Zeitung "La Prensa" am Sonntag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium und den Grenzschutz. 

Insgesamt halten sich in dem Camp über 1900 Menschen vor allem aus Kuba, Haiti und Nordafrika auf.

Normalerweise bringen die panamaischen Behörden die Migranten von der kolumbianischen Grenze zur Grenze mit Costa Rica, damit sie ihren Weg Richtung USA fortsetzen können. Wegen der Coronakrise müssen sie nun allerdings vorerst in dem Lager in der Ortschaft La Peñita bleiben. 

Die Anlagen seien gereinigt und desinfiziert worden, teilte das Sicherheitsministerium mit. Zudem würden neue Unterkünfte für Kranke gebaut.

Update, 19. April, 14.40 Uhr: Bildungsgewerkschaft fordert klare Konzepte für Hochschulen

Angesichts des wegen der Corona-Pandemie nur digital beginnenden Sommersemesters hat die Bildungsgewerkschaft GEW vor Gefahren für die Qualität der Lehre gewarnt. 

Viele Hochschulen fühlten sich allein gelassen, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende von Baden-Württemberg Doro Moritz am Sonntag. "Die Lehre darf in den nächsten Wochen nicht zur digitalen Online-Spielwiese werden." 

Die Hochschulen starten nach dem Ende der Semesterferien am Montag wieder in den Lehrbetrieb - aber nur digital.

Notwendig seien konkrete Aussagen zu Qualitätskriterien und zum Datenschutz bei den eingesetzten Online-Lernformen, sagte Moritz. Vom Wissenschaftsministerium erwarte man klare Konzepte für die rund 360.000 Studierenden.

Ein Student schaut sich ein Erklär-Video online an. (Archivbild)
Ein Student schaut sich ein Erklär-Video online an. (Archivbild)  © dpa/Armin Weigel

Update, 19. April, 14.33 Uhr: Absage von Großveranstaltungen bringt Hilfsdienste in die Klemme

Angesichts der Corona-Epidemie leisten viele Hilfsdienste in Niedersachsen gerade wichtige Unterstützung, die Absage von Großveranstaltungen und anderen Aktivitäten aber bringt die Helfer finanziell in die Klemme. 

Durch fehlende Einnahmen und hohe Ausgaben für Schutzmaterial rutschten die Hilfsdienste in Schieflage, teilte die Johanniter-Unfall-Hilfe am Sonntag in Hannover mit. Die Problematik betreffe ihrer Einschätzung nach auch andere Hilfsorganisationen. Nötig sei ein Hilfsfonds, wie ihn die SPD bereits für die Stadt Hannover beantragt hat.

Die Hilfsorganisationen seien starke Säulen der Daseinsvorsorge, durch wegfallende Schwimmkurse, Erste-Hilfe-Kurse oder abgesagte Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen fehlten nun die üblichen Einnahmen, erklärten die Johanniter. 

Absagen etwa des Maschseefestes und des Schützenfestes in Hannover sowie vieler Konzerte rissen ein Loch in die Kassen der Hilfsdienste, sie erwarteten Verluste im hohen sechsstelligen Bereich. 

Für Schutzkittel und Desinfektionsmittel müsse bereits seit Wochen bisweilen das Zehnfache der sonst üblichen Preise bezahlt werden. 

Finanzielle Hilfe für die Helfer sei daher dringend nötig, forderten die Hilfsorganisationen in einer gemeinsamen Erklärung.

Update, 19. April, 14.28 Uhr: "Wenn man Läden öffnet, darf man auch in Kirchen beten"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hat sich dafür ausgesprochen, Kirchen, Synagogen und Moscheen möglichst bald wieder zu öffnen. 

"Wenn man Läden öffnet, darf man auch in Kirchen beten", sagte Laschet am Sonntag dem Deutschlandfunk. 

Dass sich Menschen nicht zu Gottesdiensten treffen dürften, sei eine massive Einschränkung der Grundrechte, die man jeden Tag aufs Neue begründen müsse. 

Ein Teil der Kirchenbänke im Kölner Dom sind abgesperrt. (Archivbild)
Ein Teil der Kirchenbänke im Kölner Dom sind abgesperrt. (Archivbild)  © dpa/Oliver Berg

Update, 19. April, 14.20 Uhr: Weitere 4,9 Millionen Schutzmasken in Berlin eingetroffen

In Berlin sind weitere 4,9 Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken eingetroffen. "Es gelingt uns als Land Berlin mehr und mehr, auf dem internationalen Markt Schutzmaterial zu bekommen", teilte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (53, SPD) der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Bei den Masken handele es sich um die einfachen Mund-Nasen-Schutzmasken. Sie sollen vor allem an Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Versorger wie Dialyseeinrichtungen verteilt werden.

Die Masken seien in den zurückliegenden fünf Tagen aus China über Frankfurt/Main und Paris nach Berlin gekommen. Die letzten seien in der Nacht zum Sonntag angekommen, wie die Senatsgesundheitsverwaltung weiter mitteilte.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (53, SPD). (Archivbild)
Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (53, SPD). (Archivbild)  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 19. April, 14.15 Uhr: Staat kann nicht alle Betriebe retten

Ministerpräsident Armin Laschet (59) geht davon aus, dass die staatlichen Hilfen nicht alle Betriebe vor den Auswirkungen durch die Corona-Krise retten können. "Mancher Betrieb wird vielleicht nicht mehr da sein", sagte der CDU-Politiker am Sonntag dem Deutschlandfunk im Interview der Woche. 

Er warne vor der Illusion, dass Rettungsschirme alle angeschlagenen, krisengeplagten Unternehmen auffangen könnten. Der Gesamtschaden der Krise sei kaum zu beziffern.

Bund und Land haben ein Soforthilfeprogramm für Solo-Selbstständige sowie kleinere und mittlere Unternehmen auf den Weg gebracht, mit dem diese Hilfen von bis zu 25.000 Euro beantragen können. Außerdem gibt es spezielle Kreditprogramme bei den landeseigenen Förderbanken. Viele Unternehmen haben außerdem Kurzarbeit beantragt.

Update, 19. April, 13.34 Uhr: Flüchtlinge von spanischem Rettungsschiff kommen auf Quarantänefähre

Auch die Migranten von einem spanischen Rettungsschiff sind auf eine Quarantänefähre vor Italien gebracht worden. Die 34 Migranten der "Aita Mari" seien wegen der Coronavirus-Pandemie auf die private Fähre "Rubattino" vor Palermo transferiert worden, teilte die italienische Küstenwache am Sonntag mit. 

Dort sind bereits 146 Menschen, die das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" auf dem Mittelmeer vor Libyen gerettet hatte. Alle sollen zwei Wochen auf der Fähre isoliert werden.

Die Regierung in Rom betonte erneut, dass die Menschen in der aktuellen Corona-Krise nicht an Land könnten. Italien hatte seine Häfen wegen des Gesundheitsnotstands für nicht sicher erklärt. 

Italien gehört zu den weltweit am schwersten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern. Was mit den Migranten nach der Quarantäne passiert, ist noch unklar. Auf der Fähre werden sie vom Roten Kreuz versorgt.

Update, 19. April, 13.24 Uhr: Australische Außenministerin fordert unabhängige Untersuchung des Coronavirus-Ausbruchs

Australiens Außenministerin Marise Payne hat sich für eine unabhängige internationale Untersuchung der Coronavirus- Pandemie ausgesprochen. Der Schlüssel dabei werde die Transparenz sein, vor allem auch vonseiten Chinas, sagte sie am Sonntag dem Sender ABC.

"Es wird Länder brauchen, die bereit sind, transparent zu sein, sich an diesem Prozess zu beteiligen und sicherzustellen, dass wir einen Überprüfungsmechanismus haben, dem die internationale Gemeinschaft vertrauen kann", betonte sie. Die unabhängige Untersuchung müsse die Genese des Virus, den Umgang damit sowie die Offenheit überprüfen, mit der Informationen dazu geteilt wurden, sagte sie auf die Frage, was sie von China wissen wolle.

Auch die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müsse untersucht werden, forderte Payne. Die WHO selbst halte sie aber für eher ungeeignet, eine solche Untersuchung zu leiten. "Das kommt mir ein bisschen so vor, als würden wir den Bock zum Gärtner machen", sagte sie.

Australiens Premierminister Scott Morrison hatte zuvor gesagt, es habe sehr berechtigte Kritik an der WHO gegeben. Die Organisation habe sich in der Pandemie aber um Hunderte Hilfegesuche aus der Pazifikregion gekümmert.

Vor allem US-Präsident Donald Trump macht die WHO für die vielen Toten in der Corona-Krise mitverantwortlich und wirft ihr vor, die Pandemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China verschlimmert zu haben. Er hatte deshalb die US-Zahlungen an die Organisation vorerst einstellen lassen.

Die australische Außenministerin Marise Payne (links), hier mit der Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern (re.).
Die australische Außenministerin Marise Payne (links), hier mit der Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern (re.).  © Hagens Hopkins/Getty Pool/AP/dpa

Update, 19. April, 13.10 Uhr: Giffey weiß: Eltern brauchen Perspektive für Kita-Öffnung

Familienministerin Franziska Giffey (41) fordert eine rasche Lösung für Familien mit Kindern in der Corona-Krise. "Für mich ist ganz klar: Das Wohl der Familien muss eine hohe Priorität beim schrittweisen Wiedereröffnen haben", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. 

"Eine pauschale Aussage, die Kitas bleiben bis zum Sommer zu, führt bei vielen Familien zu noch mehr Stress und kann nicht die einzige Antwort sein." Eltern, Kinder, Erzieherinnen und Erzieher brauchten eine Perspektive - natürlich abgewogen vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens.

Ab Montag will eine Arbeitsgruppe von Ländern, Bund und Experten Leitlinien erarbeiten, wie eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas aussehen kann. 

"Es geht um gut abgewogene Schritte, ohne die Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus zunichte zu machen", betonte Giffey. 

Familien gerieten derzeit zunehmend an ihre Grenzen, Eltern - besonders Frauen und Alleinerziehende - seien "über das vertretbare Maß hinaus belastet". "Eine Weile geht das gut, aber mit zunehmender Dauer wird die Lage untragbar", mahnte Giffey.

Familienministerin Franziska Giffey.
Familienministerin Franziska Giffey.  © Annegret Hilse/Reuters Pool/dpa

Update, 19. April, 13 Uhr: Neue Zahlen für Deutschland, Europa und die Welt

Stand 12.40 Uhr sind weltweit 2.345.476 Coronavirus-Fälle erfasst. Spitzenreiter ist nach wie vor die USA mit 738.923 Fällen. 

Europaweit als trauriger Spitzenreiter steht Spanien mit 195.944 Fällen. Deutschland verzeichnet 144.004 Fälle. 

Die aktuellen Zahlen, Stand 19. April, 12.40 Uhr.
Die aktuellen Zahlen, Stand 19. April, 12.40 Uhr.  © TAG24 Grafik

Update, 19. April, 12.45 Uhr: Coronavirus nach Stopp auf Flugzeugträger "Charles de Gaulle" verbreitet

Dem Chef des französischen Generalstabs zufolge hat sich das Coronavirus mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einem Zwischenstopp in Brest auf dem Flugzeugträger "Charles de Gaulle" verbreitet. 

Man gehe davon aus, dass "die Ansteckung" im März während eines Aufenthalts in der Hafenstadt im Nordwesten Frankreichs erfolgte, sagte François Lecointre am Sonntag dem Radiosender France Inter. Lecointre verteidigte die Entscheidung, dass das Schiff im März anlegen durfte. Der Zwischenstopp sei logistisch notwendig gewesen. Zudem habe es zu dieser Zeit noch keine Kontaktbeschränkungen in Frankreich gegeben.

1081 der fast 2000 Militärs seien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, sagte der Stabschef der französischen Marine, Christophe Prazuck, der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche". Mehr als 500 Militärs zeigten demnach Symptome. 24 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen laut Prazuck auf der Intensivstation.

Das riesige Kriegsschiff war am Ostersonntag im südfranzösischen Hafen Toulon eingelaufen, nachdem an Bord Dutzende Infektionen bestätigt worden waren. Die Soldaten wurden in Toulon und Umgebung für zwei Wochen isoliert. Der genaue Ursprung der Kontamination ist weiter unklar.

Nach dem Coronavirus-Ausbruch wurde Kritik an den Bedingungen auf dem Schiff laut. Matrosen kritisierten in Medien unter anderem, dass Vorsichtsmaßnahmen nach dem Halt in Brest zu früh gelockert worden seien. 

Marine-Stabschef Prazuck bestritt jegliche Nachlässigkeit bei der Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus an Bord.

Eine Luftaufnahme des Flugzeugträgers "Charles de Gaulle". (Archivbild)
Eine Luftaufnahme des Flugzeugträgers "Charles de Gaulle". (Archivbild)  © Christophe Simon/AFP Pool via AP/dpa

Update, 19. April, 12.35 Uhr: Offenbar Tennis-Events hinter verschlossenen Türen geplant - auch in Deutschland

Angesichts der Turnierpause im Profi-Tennis wegen der Coronavirus-Pandemie laufen offenbar Planungen für Veranstaltungen auf privater Basis. 

Nicht nur in den Tennis-Akademien von Rafael Nadal und Serena Williams' französischem Trainer Patrick Mouratoglou soll es hinter verschlossenen Türen kleine Turniere geben, sondern auch in Deutschland. 

Wie die englische Zeitung "Telegraph" am Sonntag berichtete, sei in Rheinland-Pfalz ein Event mit 32 Spielern geplant, darunter die deutschen Profis Dustin Brown und Yannick Hanfmann.

Der einstige Davis-Cup-Spieler Brown retweetete den Artikel, wonach das viertägige Event mit unterklassigen Spielern ab dem 1. Mai auf dem Gelände einer Akademie in Höhr-Grenzhausen in der Nähe von Koblenz geplant sei. Nur die beiden Spieler und der Schiedsrichter sollen sich auf dem Platz aufhalten. 

Die Matches sollen übertragen werden, außerdem sollen Wetten darauf möglich sein. Die unabhängige Tennis-Untersuchungsbehörde (TIU) sei informiert. Ein Sprecher sagte dem Blatt, man wisse von einer Reihe derartiger Pläne während der momentanen Turnierpause, die mindestens bis zum 13. Juli dauern wird.

So plant Williams-Coach Mouratoglou ab dem 16. Mai den sogenannten Ultimate Tennis Showdown. Fünf Wochen lang soll es in seiner Akademie in Südfrankreich an jedem Wochenende zehn Partien ebenfalls ohne Zuschauer geben, dafür aber mit einer Live-Übertragung. Zum Auftakt sollen der belgische Weltranglisten-Zehnte David Goffin und der Australier Alexei Popyrin aufeinandertreffen.

Die Nadal-Akademie auf Mallorca hat angeboten, in den kommenden Monaten Matches mit Wettkampf-Charakter mit Profis der ATP- und WTA-Tour zu organisieren. "Das würde uns helfen, das Niveau zu halten, bis die Tour wieder losgeht", sagte Nadal in einer Mitteilung. Von der Herren-Profiorganisation ATP sei die Idee sehr begrüßt worden, ergänzte Nadals Trainer Carlos Moya.

In der Akademie vom Trainer von Serena Williams, Patrick Mouratoglu, in Frankreich sollen Matches stattfinden.
In der Akademie vom Trainer von Serena Williams, Patrick Mouratoglu, in Frankreich sollen Matches stattfinden.  © Screenshot/utslive.tv

Update, 19. April, 12.31 Uhr: Kinder in Dauer-Quarantäne: Druck auf Regierung in Rom wächst

Nach fast sieben Wochen Corona-Isolation wächst der Druck auf die Regierung in Italien, Kinder nach draußen zu lassen. Eltern starteten zudem zahlreiche Petitionen und veröffentlichten Briefe, damit die Schulen langsam wieder geöffnet werden - und nicht erst im September zum neuen Schuljahr.

Die strengen Ausgangssperren gelten seit 10. März und noch bis 3. Mai. Dabei dürfen Kinder auch nicht in Parks oder nach draußen zum Spazieren. Unternehmen sollen danach schrittweise wieder öffnen.

"Wenn die Eltern arbeiten gehen sollen und wir nicht zu den Großeltern dürfen, wohin sollen wir?", schrieb ein Siebenjähriger in einem Brief an Staatspräsident Sergio Mattarella, den die Zeitung "Corriere della Sera" am Sonntag veröffentlichte. "Warum öffnen Unternehmen, aber unsere Schulen nicht?"

Doch Experten und Regierung bremsen. "Schule ist ein Thema, mit dem wir uns später befassen werden", sagte der Präsident des Obersten Gesundheitsinstitutes (ISS), Silvio Brusaferro, der Zeitung.

Italien ist eines der weltweit am schwersten von der Lungenkrankheit Covid-19 getroffenen Länder. Die Anzahl der Infektionen ist mittlerweile auf mehr als 175.000 gestiegen, mehr als 23.200 sind gestorben. Zeitgleich steigt jedoch auch die Anzahl der Genesenen.

Ein Banner mit der Aufschrift "Alles wird gut»´" hängt aus einem Fenster, während Francesco und Greta Innominati herausschauen und winken.
Ein Banner mit der Aufschrift "Alles wird gut»´" hängt aus einem Fenster, während Francesco und Greta Innominati herausschauen und winken.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Update, 19. April, 12.17 Uhr: Polizei löst Party im Wald wegen Corona-Bestimmungen auf

Die Polizei hat eine Party von rund 20 Jugendlichen in einem Waldstück wegen der geltenden Corona-Bestimmungen aufgelöst. 

Als die Beamten am Samstagabend zu der Feier bei Weida (Landkreis Greiz) kamen, seien die Jugendlichen geflohen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf und konnten demnach einen Großteil der Partyteilnehmer stellen. 

Wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz erwartet die Jugendlichen nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Update, 19. April, 11.47 Uhr: Paris will 2 Millionen Masken kostenlos verteilen

In Paris sollen zum Schutz gegen den Coronavirus etwa zwei Millionen Masken kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden. Bis Ende dieses Monats sollten zunächst rund eine halbe Million wiederverwendbarer Masken verfügbar sein, kündigte Bürgermeisterin Anne Hidalgo in der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" an. 

Bis Mitte Mai sollen dann alle Bewohner der französischen Hauptstadt mit einer eigenen Maske ausgestattet werden. Die Kosten bezifferte Hidalgo auf drei Millionen Euro.

Die Masken werden in Apotheken erhältlich sein. Zunächst werden sie vor allem an Menschen verteilt, die besonderen Schutz vor Sars-CoV-2 benötigen, wie die Bürgermeisterin erklärte. Zugleich sprach sich Hidalgo für eine Maskenpflicht in der Métro, in Bussen und in Vorortzügen aus. Eine entsprechende Vorgabe gibt es in Frankreich bislang nicht.

Die französische Hauptstadt mit ihren rund 2,2 Millionen Einwohnern ist extrem dicht besiedelt. Auf einem Quadratkilometer leben Hidalgo zufolge durchschnittlich etwa 20.000 Menschen. In einigen Bezirken sind es sogar bis zu 40.000. 

Die Bürgermeisterin kündigte an, dass nach und nach der Großteil der Bewohner auf das Virus getestet werden soll. Priorität hätten zunächst die Pflege- und Altenheime sowie Angestellte des öffentlichen Dienstes, die Kundenkontakt haben.

In Frankreich gelten seit Mitte März strikte Ausgangsbeschränkungen. Sie dauern noch bis zum 11. Mai. Erst danach sollen die Einschränkungen schrittweise gelockert werden. In Frankreich starben bislang mehr als 19.000 Menschen in Folge einer Infektion.

In Paris sollen 2 Millionen Schutzmasken kostenlos verteilt werden. (Symbolfoto)
In Paris sollen 2 Millionen Schutzmasken kostenlos verteilt werden. (Symbolfoto)  © Clara Margais/dpa

Update, 19. April, 11.30 Uhr: Häusliche Isolation führt bei 73 Prozent der Menschen zu Gewichtszunahme

In der Corona-Krise haben nach einer Umfrage in China 73 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben Gewicht zugelegt.

 Als Gründe wurden vor allem mangelnde Bewegung und ungesunder Lebensstil in der häuslichen Isolation genannt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag unter Hinweis auf eine Erhebung der Zeitung "Zhongguo Qingnianbao" unter 3005 Menschen berichtete. 

Einige sagten auch, dass sie einfach mehr und häufiger gegessen hätten, während sie zuhause hockten.

Update, 19. April, 11 Uhr: Boris Johnson schaltet sich nach Coronavirus-Infektion wieder in Politik ein

Der britische Premierminister Boris Johnson (55) schaltet sich nach seiner überstandenen Corona-Erkrankung schon wieder kräftig in die Regierungspolitik ein. Johnson habe mit Außenminister Dominic Raab, der ihn teilweise vertritt, und weiteren Mitarbeitern am vergangenen Freitag ein dreistündiges Gespräch per Videocall gehabt, berichtete die Zeitung "Sunday Telegraph". Bereits zuvor habe er mehrmals von seinem Landsitz Chequers aus Anweisungen gegeben.

Nach Regierungsangaben vom Samstag hatte Johnson "einige Kontakte" mit Kabinettsmitgliedern gehabt, es wurde aber nicht das Ausmaß genannt. Er halte sich an die Anweisungen seines Arztes, hieß es.

Der 55-jährige Premier musste wegen seiner Lungenerkrankung Covid-19 auf der Intensivstation einer Londoner Klinik behandelt werden. Seit einigen Tagen erholt er sich nun auf dem Landsitz in der Nähe der Hauptstadt. An seiner Seite ist seine schwangere Verlobte Carrie Symonds. Die 32-Jährige hatte sich nach eigenen Angaben auch mit dem Coronavirus infiziert, aber nur leichte Symptome entwickelt.

Dass sich Johnson wieder so schnell in die Regierungsgeschäfte einmischt, soll mit zunehmender Kritik an der Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie zu tun haben. Nach einem Bericht der "Sunday Times" war zu Beginn des Ausbruchs wochenlang der Ernst der Lage in Großbritannien nicht erkannt worden. Man habe sich stattdessen zu sehr auf den Brexit konzentriert.

In den britischen Kliniken werden etwa Ausrüstungen zum Schutz gegen das Coronavirus bedrohlich knapp, das gilt auch für die für Ärzte und Pfleger empfohlenen langärmeligen, flüssigkeitsabweisenden Einweg-Kittel auf vielen Intensivstationen. Daher haben die Behörden auch die Verwendung anderer Kittel erlaubt - ein Schritt, der am Wochenende auf heftige Kritik unter anderem von Gewerkschaften stieß. Sie befürchten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Ärzte und Pfleger.

In Großbritannien mangelt es auch an Klinikpersonal, Beatmungsgeräten für Covid-19-Patienten und Tests. Experten befürchten, dass Großbritannien mit Blick auf die Todesquote das am schlimmsten betroffene Land in Europa werden könnte. Die Ausgangsbeschränkungen sind daher bis zum 7. Mai verlängert worden.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, bedankt sich per Video bei den Mitarbeitern des britischen nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) für die Rettung seines Lebens.
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, bedankt sich per Video bei den Mitarbeitern des britischen nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) für die Rettung seines Lebens.  © Pippa Fowles/10 Downing Street/dpa

Update, 19. April, 10.30 Uhr: Chef des Eurorettungsschirms erwartet Bedarf von weiteren 500 Milliarden Euro Hilfe

In der Corona-Krise erwartet der Chef des Eurorettungsschirms ESM, Klaus Regling (69), einen Bedarf von mindestens weiteren 500 Milliarden Euro an Hilfsgeldern aus europäischen Töpfen. 

Zum Vergleich: Der deutsche Bundeshaushalt sieht in diesem Jahr Ausgaben von rund 484 Milliarden Euro vor. "Es könnte aber mehr sein", sagte er der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" (Sonntag). Dafür müsse man über neue Kriseninstrumente nachdenken, aber auch bestehende Möglichkeiten wie den EU-Haushalt nutzen.

Die EU-Staaten haben kürzlich nach zähen Verhandlungen ein erstes Hilfspaket von mehr als 500 Milliarden Euro für Arbeitnehmer, Firmen und schlingernde Staaten in der Corona-Krise geschnürt. Es sieht unter anderem vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM von bis zu 240 Milliarden Euro vor. 

Die Regierung in Rom hatte sich lange gegen eine solche Lösung gewehrt, weil sie eine Neuauflage der strikten Sparprogramme aus den Zeiten der Euro-Krise fürchtet. Italien hofft weiterhin auf gemeinsame Staatsanleihen der EU-Staaten ("Corona-Bonds"), die aber Deutschland und die Niederlande ablehnen.

Regling warnte davor, dass die Schaffung neuer Hilfsinstrumente wie Corona-Bonds Zeit in Anspruch nähme und Geld nicht vor dem kommenden Jahr ausgezahlt werden würde.

Der ESM-Chef hält es für möglich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) sich entscheiden könnte, im großen Stil Staatsanleihen aufzukaufen. Die Entscheidung liege aber bei der EZB.

Der ESM (European Stability Mechanism) war 2012 auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise etabliert worden, um taumelnden Euro-Staaten wie Griechenland mit günstigen Krediten zu helfen. Das Kapital des ESM wurde anteilig von den einzelnen Euromitgliedern bereitgestellt, sie haften nur für ihren Kapitalbeitrag.

Klaus Regling.
Klaus Regling.  © Yorgos Karahalis/AP/dpa

Update, 19. April, 10 Uhr: Laborleiter: Institut von Wuhan ist nicht Ursprung des Coronavirus

Der Chef des Instituts für Virologie in der zentralchinesischen Stadt Wuhan hat amerikanische Vorwürfe zurückgewiesen, dass das neue Coronavirus aus seinem Labor stammen könnte. "Das Virus ist auf keinen Fall von uns gekommen", sagte Yuan Zhiming in einem am Sonntag in chinesischen Medien verbreiteten Interview des Staatsfernsehens.

"Wir wissen genau, welche Virus-Forschung in dem Institut vorgeht und wie mit Viren und Proben umgegangen wird", sagte er. Auch habe sich niemand in seinem Labor mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert.

Es sei verständlich, dass sein Labor in Wuhan, dem Ursprungsort der Pandemie, bei den Leuten Assoziationen wecke. "Aber es ist schlimm, wenn einige versuchen, die Menschen in die Irre zu führen", sagte Yuan Zhiming. 

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die in den USA kursierende These aufgegriffen, dass das Virus aus seinem Institut stammen könnte. "Ich weiß, es ist unmöglich.2 Dafür gebe es keine Beweise. "Es basiert völlig auf Spekulationen."

Er wandte sich auch gegen die - bereits von Wissenschaftlern zurückgewiesene - These, dass das Virus im Labor erzeugt worden sein könne. "Es gibt keine Beweise, die zeigen, dass das Virus künstliche oder synthetische Spuren hat." Nach den bisherigen Erkenntnissen war das neuartige Corona-Virus in Wuhan - wie schon 2002 das Sars-Virus - von einem Tiermarkt ausgegangen, wo erste Erkrankungen aufgetreten waren.

Experten gehen davon aus, dass es von Fledermäusen stammt und auch über ein anderes Tier als Wirt verbreitet worden sein könnte.

Update, 19. April, 9.40 Uhr: Nowitzki denkt, dass Geisterspiele etwas Positives in Corona-Krise haben können

Basketball-Legende Dirk Nowitzki (41) sieht Geisterspiele in der Coronavirus-Krise als sinnvolle Option für die NBA. "Eigentlich ist das unvorstellbar. Fans treiben die Spieler an, motivieren sie", sagte der 41-Jährige der "Bild am Sonntag". "Aber wenn es den Fans zu Hause Spaß bringt und sie dadurch abgelenkt werden, können diese Spiele auch etwas Positives haben." 

Die Spielzeit in der nordamerikanischen Profiliga NBA ist seit mehr als fünf Wochen unterbrochen, an diesem Wochenende hätten die Playoffs begonnen.

Vor gut einem Jahr hatte Nowitzki seine aktive Karriere bei den Dallas Mavericks beendet. Zuletzt wurde sein letztes Heimspiel noch einmal komplett im US-Fernsehen gezeigt. "Als das Spiel losging, haben sich die Kinder ein bisschen gefreut, weil ich ja gleich die ersten Punkte gemacht habe", berichtete der dreifache Vater. 

"Als ich dann aber das erste Mal ausgewechselt wurde, haben sie gesagt: 'Es wird Zeit für einen Cartoon.' Da war Paw Patrol dann einfach angesagter als der Papa." Nowitzki und seine Ehefrau Jessica leben in Dallas und haben drei Kinder: Malaika (6), Max (5) und Morris (3).

Wenn die Corona-Krise vorbei sei, freue er sich am meisten darauf, wieder essen zu gehen. "Sushi, Steaks - ganz egal. Es gibt so tolle Restaurants hier", sagte Nowitzki. "Und die Kinder wollen auf eine Kletterburg. Den Wunsch werden wir ihnen erfüllen."

Ex-NBA-Star Dirk Nowitzki.
Ex-NBA-Star Dirk Nowitzki.  © Swen Pförtner/dpa

Update, 19. April, 9.20 Uhr: Riesiges Staraufgebot bei Corona-Event

Mit einem virtuellen Mega-Konzert haben sich Stars wie Lady Gaga, Elton John, Stevie Wonder, Paul McCartney und die Rolling Stones bei den vielen Helfern in der Corona-Pandemie bedankt. "Heute bin ich so glücklich, dass wir zusammen eine Welt Zuhause sind", sagte Lady Gaga, Mitorganisatorin der Show, zum Auftakt von "One World: Together at Home".

Bei dem zweistündigen Event der Hilfsbewegung Global Citizen in der Nacht zum Sonntag schalteten sich neben Dutzenden Künstlern auch Ärzte, Wissenschaftler und Politiker dazu. Die früheren First Ladys Laura Bush und Michelle Obama dankten den Helfern in Krankenhäusern und Geschäften. 

Die US-Starmoderatoren Jimmy Fallon, Jimmy Kimmel und Stephen Colbert führten durch die Show, die von mehreren US-Sendern und im Netz über Kanäle wie Youtube und Twitter ausgestrahlt wurde. Den Ausklang mit einem gemeinsamen virtuellen Auftritt machten Lady Gaga, Céline Dion und der italienische Sänger Andrea Bocelli begleitet von dem chinesischen Star-Pianisten Lang Lang.

Zuvor hatten sich bei einem sechsstündigen Livestream Dutzende Musiker, Sportler und andere Künstler, darunter die Sänger Adam Lambert, Jennifer Hudson und Rita Ora, von Zuhause mit Auftritten zugeschaltet. 

Auch die hessische Erfolgsband Milky Chance trat auf. Die gebürtigen Kasseler Philipp Dausch und Clemens Rehbein spielten ihren Hit-Song "Stolen Dance". Sie standen als einzige deutsche Musiker auf dem Programm.

Mit der Marathon-Aktion sollte vor allem dem Gesundheitspersonal an der Corona-Front gedankt werden. Zuvor hatte Global Citizen nach eigenen Angaben bereits Sponsoren für Millionenspenden gewinnen können, die dem Solidaritätsfonds der Weltgesundheitsorganisation WHO zukommen sollen.

Update, 19. April, 9 Uhr: Schauspieler Ulrich Matthes will Supermarkt-Belegschaft wenn Corona vorbei ist

Schauspieler Ulrich Matthes (60) wünscht sich mehr Anerkennung für Menschen, die das öffentliche Leben während der Corona-Krise am Laufen halten. Er erhoffe sich für Krankenpfleger und Supermarktmitarbeiter, "die an der Kasse sitzen und die schlechte Laune von den teils vermummten Leuten aushalten müssen", mehr soziale Empathie, sagte Matthes der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Er habe neulich zum Pächter seines Supermarkts gesagt: "Wenn das alles durch ist, dann lade ich die ganze Belegschaft zu mir ins Theater ein. Dann gucken Sie sich eine Komödie an - den 'Menschenfeind' von Molière." Er wolle das bezahlen und in der Kantine eine Runde ausgeben. "Aus purer Dankbarkeit."

"Viele Berufe haben wir für selbstverständlich gehalten, und jetzt merken wir, wie wichtig sie für uns sind", sagte Matthes, der Präsident der Deutschen Filmakademie ist. "Da erhoffe ich mir mehr soziale Empathie, die sich auch finanziell ausdrücken sollte."

Er habe neulich gesagt, dass er bereit sei, "sagen wir sieben Prozent meines Gehalts wegzugeben, wenn dadurch Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten, besser bezahlt würden", sagte Matthes. 

So eine Art von solidarischer Geste halte er für selbstverständlich. "Und ich hoffe tatsächlich, dass es so eine Art Nach-Corona-Soli geben wird. Ich wäre dazu sofort bereit. Die Gesellschaft muss nach Corona auch finanziell zusammenrücken."

Schauspieler Ulrich Matthes wünscht sich mehr Anerkennung und Solidarität für Menschen, die jetzt an der Kasse in Supermärkten arbeiten müssen.
Schauspieler Ulrich Matthes wünscht sich mehr Anerkennung und Solidarität für Menschen, die jetzt an der Kasse in Supermärkten arbeiten müssen.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Update, 19. April, 8.50 Uhr: Israel lockert Corona-Beschränkungen

Israel hat am Sonntag mehrere Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus gelockert. 

Die Regierung hatte den von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angekündigten Schritt in der Nacht gebilligt. 

Anstatt bislang 15 Prozent dürfen nun 30 Prozent der Angestellten wieder zurück an ihren Arbeitsplatz kommen, unter Einhaltung strenger Hygieneregeln. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, dem droht ein Strafgeld von umgerechnet 50 Euro.

Netanjahu hatte am Samstagabend gesagt, die Lockerung sei möglich, weil Israel unter den OECD-Ländern vergleichsweise gut dastehe im Umgang mit der Corona-Krise. "Wir haben eine der niedrigsten Sterberaten", sagte er.

Die Lockerung betrifft unter anderem die IT-Branche sowie bestimmte Geschäfte, etwa im Bereich der Elektronik und Computertechnik. Auch Buchläden sollen wieder geöffnet werden. 

Große Einkaufszentren bleiben jedoch vorerst geschlossen. Sonderschüler sollen in kleinen Gruppen wieder lernen, bis zu drei Familien dürfen Kleinkinder gemeinsam von einer Person betreuen lassen.

Sport von bis zu zwei Personen ist in einem Umkreis von bis zu 500 Metern vom Zuhause erlaubt. Bis zu 19 Menschen dürfen draußen gemeinsam beten, müssen aber einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern einhalten. Die neuen Regeln sollen vorerst zwei Wochen lang gelten und dann neu bewertet werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 13 362 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 3564 sind wieder genesen. 171 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Israelische Polizisten mit Mundschutz patrouillieren in der Altstadt von Jerusalem.
Israelische Polizisten mit Mundschutz patrouillieren in der Altstadt von Jerusalem.  © Ilia Yefimovich/dpa

Update, 19. April, 8.40 Uhr: Grundrente wird wegen Coronakrise womöglich rückwirkend ausgezahlt

Wegen der Corona-Krise wird eine rückwirkende Auszahlung der geplanten Grundrente wahrscheinlicher. "Es kann sein, wenn wir das technisch zum 1. Januar nicht hinbekommen sollten, dass man ein paar Monate später rückwirkend zum 1. Januar auszahlt", bekräftigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (47, SPD) am Samstagabend in einem Interview der ARD-"Tagesthemen".

Bereits zuvor hatte es in einer Regierungsäußerung geheißen, "der Vorschlag einer gestaffelten Umsetzung mit rückwirkender Zahlung der Grundrentenzuschläge für Bestandsrentner" sei "grundsätzlich in Betracht zu ziehen".

Die Bundesregierung hatte beschlossen, die Grundrente zum 1. Januar 2021 einzuführen. Damit sollen die Renten von rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Bezügen aufgebessert werden. Geringverdiener, die mindestens 33 Jahre an Beitragszeiten für Beschäftigung, Erziehung oder Pflege vorweisen können, sollen Grundrente erhalten können. Im Startjahr soll sie 1,4 Milliarden Euro kosten.

Heil sagte in der Sendung, es sei der Plan der Bundesregierung, dass das Gesetz zum 1. Januar in Kraft trete. Die Umsetzung werde allerdings "nicht ganz einfach", da die Rentenversicherung wegen Corona personell und finanziell Lasten zu tragen habe. Aus diesem Grund müsse man hinsichtlich der technischen Umsetzung mit "einem Plan B" rechnen.

Zweifel an der Finanzierbarkeit der Grundrente wies Heil zurück. Die finanziellen Dimensionen in der Corona-Krise seien zwar riesig, "aber die Grundrente ist finanzierbar und das haben wir miteinander in der Koalition auch besprochen". "Diejenigen, die die Grundrente nach Gesetz bekommen sollen, sollen ihren Anspruch ab dem 1. Januar haben."

Heil betonte mit Blick auf die Grundrente: "Es geht ja gerade um die Menschen, die jetzt sehr gefordert sind, die als Alltagshelden auch bezeichnet werden. Es geht um Kassiererinnen, es geht um Lagerarbeiter, es geht um Altenpflegehelferinnen, die trotz eines Lebens voll Arbeit am Ende bisher nicht mehr haben als die Grundsicherung." Diese Menschen hätten mehr verdient. "Deshalb wollen wir die Grundrente einführen."

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.  © Fabrizio Bensch/Reuers/POOL/dpa

Update, 19. April, 8.30 Uhr: 2,33 Millionen Coronavirus-Fälle weltweit, 143.724 in Deutschland

Laut Johns Hopkins Institut sind Stand 19. April, 8.30 Uhr gibt es weltweit 2.330.259 Coronavirus-Fälle. Spitzenreiter sind immer noch die USA mit 735.242 Fällen. 

Deutschland kommt demnach auf eine Gesamtzahl von 143.724 Fällen, davon 4.538 Todesfälle und 88.000 Genesene. Das ergibt einen derzeitigen Stand an aktuell Infizierten von 55.724.  

Update, 19. April, 8.10 Uhr: Experten raten: Kuscheln und Stillen auch bei Corona-Infektion

Dürfen Mütter trotz Corona-Infektion mit ihren Neugeborenen kuscheln und sie stillen? Diese Frage dürfte bei steigenden Fallzahlen immer mehr Mütter und Ärzte beschäftigen. 

Experten der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfehlen Körperkontakt: "Mütter und Säuglinge sollten in die Lage versetzt werden, kontinuierlich zusammenzubleiben und Hautkontakt durchzuführen – Tag und Nacht, insbesondere unmittelbar nach der Geburt." Auch das Stillen wird empfohlen - unabhängig davon, ob bei Mutter oder Kind eine Infektion vermutet oder auch bestätigt wurde.

Allerdings ist Vorsicht geboten: Eine Mutter mit bestätigter Infektion solle alle möglichen Vorkehrungen treffen, um eine Übertragung des Virus auf ihr Kind zu vermeiden, einschließlich Händewaschen vor dem Berühren des Kindes und Tragen einer Gesichtsmaske, rät die Gesellschaft.

Selbst wenn Babys noch nicht infiziert sind: Eine Trennung nach der Geburt im Krankenhaus kann eine Infektion aus Sicht der US-amerikanischen Expertin Alison Stuebe nur verzögern, aber kaum verhindern, wie sie in einem Fachartikel in der Zeitschrift "Breastfeeding Medicine" erläutert. Spätestens zuhause hätten die meisten Familien gar keine Möglichkeiten, die Neugeborenen zu separieren, schreibt die Wissenschaftlerin.

Eine Trennung von Mutter und Kind habe zudem verschiedene Nachteile, so die Spezialistin für Gesundheit von Mutter und Kind an der Hochschule für öffentliche Gesundheit in Chapel Hill. "Isolation ist ein wichtiger Stressfaktor für Neugeborene", so Stuebe. 

Solche Babys hätten eine höhere Herz- und Atemfrequenz. Auch bei den Müttern könnten Stresssymptome auftreten. Eine weitere Gefahr sei, dass die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind gestört werde.

Stuebe betont, dass die Datenlage schwach und die Empfehlungen unterschiedlich seien. Während auch die Weltgesundheitsorganisation WHO zu Körperkontakt zwischen Mutter und Kind bei Coronainfektion rate, laute die Empfehlung der Amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC, Mutter und Kind so lange zu trennen, bis die Mutter nicht mehr ansteckend ist.

Für Babys und jüngere Kinder ist Covid-19 nach derzeitigem Kenntnisstand kaum eine Gefahr: Nur in Einzelfällen entwickeln sie schwere Symptome, meist sind Kinder mit Vorerkrankungen betroffen. Todesfälle sind extrem selten.

Eine Mutter hält ihr Baby hoch. Mütter mit Corona-Infektion sollten ihre neugeborenen Babys stillen und mit ihnen kuscheln dürfen.
Eine Mutter hält ihr Baby hoch. Mütter mit Corona-Infektion sollten ihre neugeborenen Babys stillen und mit ihnen kuscheln dürfen.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 19. April, 8 Uhr: Herdenimmunität? Braun: "Müssten sich jeden Tag 73.000 Menschen mit Corona infizieren!"

Kanzleramtschef Helge Braun (47, CDU) hält die Strategie einer "Herdenimmunität" für untauglich im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland. 

"Um nur die Hälfte der deutschen Bevölkerung in 18 Monaten zu immunisieren, müssten sich jeden Tag 73.000 Menschen mit Corona infizieren", sagte Braun der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "So hohe Zahlen würde unser Gesundheitssystem nicht verkraften und könnten auch von den Gesundheitsämtern nicht nachverfolgt werden. Die Epidemie würde uns entgleiten."

Mit Herdenimmunität meinen Wissenschaftler die Immunität eines so großen Prozentsatzes der Bevölkerung nach einer Infektionswelle, dass die weitere Ausbreitung der Krankheit zum Erliegen kommt. "Eine Epidemie ist erst zu Ende, wenn ein Anteil von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus ist", erklärte Braun, der selbst Arzt ist. 

"Die Wissenschaftler nennen das etwas schmeichelhaft Herdenimmunität." Stattdessen setzt der CDU-Politiker auf den Kurs der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel: 2Daher lautet die Strategie, Ansteckungen zu vermeiden und bezüglich der Immunität auf die Einsatzfähigkeit eines Impfstoffs zu warten."

Merkel hatte in den vergangenen Wochen verschiedene Kennziffern genannt, die als wichtig für den weiteren Verlauf der Pandemie gelten. 

Auf die Frage, woran zu erkennen sei, dass die Bundesrepublik bei der Bekämpfung des Virus auf einem guten Weg sei und zusätzliche Lockerungen der harten Beschränkungen möglich seien, sagte Braun nun: "Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sollte auf einem gleichbleibenden Niveau sein. Das entspricht einem Basisreproduktionszahl R von 1,0 und bedeutet, dass ein Infizierter nur einen weiteren Menschen ansteckt."

Kanzleramtschef Helge Braun, der selbst Arzt ist, hält die Strategie der Herdenimmunität für untauglich in Deutschland.
Kanzleramtschef Helge Braun, der selbst Arzt ist, hält die Strategie der Herdenimmunität für untauglich in Deutschland.  © Oliver Killig/ZB/dpa

Schon wenn nur jeder zehnte Corona-Patient zwei weitere Menschen infiziere, "steigen die Infektionszahlen in einigen Monaten auf ein bedrohliches Niveau an", warnte Braun. "Das macht deutlich, wie diszipliniert wir in der Öffnungsphase handeln müssen." 

Die zu Beginn der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland von der Kanzlerin genannte Verdopplungszeit der Infektionszahlen sei ein wichtiger Indikator, wenn die Zahlen akut exponentiell steigen würden, wie Mitte März, sagte Braun. 2Das ist zurzeit zum Glück nicht mehr der Fall – und doch sollten wir sie im Auge behalten."

Als "sehr ernst zu nehmen" bezeichnete Braun die von Südkorea angewandte Strategie, das Virus nahezu ganz auszurotten und dann wieder zur Normalität überzugehen. "Politisch müssen wir bedenken, dass Deutschland sich mitten in Europa aufgrund der Pendlerströme und Wirtschaftsverkehre nicht so gut abschotten kann und will", schränkte er aber ein. "Selbst wenn wir das Virus stark zurückdrängen, kommt es dann aus dem Ausland immer wieder zurück."

"Deshalb brauchen wir auch bei niedrigen Neuinfektionszahlen dennoch die breiten Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln", sagte Braun. Er unterstrich: "Je niedriger die Infektionszahlen, desto besser gelingt uns die Kontaktnachverfolgung und damit die Unterbrechung der Infektionsketten." Deshalb werde gerade das Personal in den Gesundheitsämtern aufgestockt.

Zudem arbeiteten Expertenteams unter Hochdruck an einer "App" zur Kontaktnachverfolgung, sagte der Kanzleramtschef. "Jetzt sind wir aber in einem Stadium angekommen, wo wir die Unterstützung der großen Digitalunternehmen brauchen, weil wir Anpassungen der wesentlichen Handy-Betriebssysteme benötigen." 

Er hoffe, dass das schnell gehe. "Aber wir haben es selber nicht allein in der Hand. Deshalb muss man inzwischen leider sagen, es dauert noch länger als einige Tage."

Update, 19. April, 7.49 Uhr: Serbien lockert seine strengen Maßnahmen ein wenig

Serbien nimmt leichte Lockerungen an den Maßnahmen vor, die es zur Eindämmung der Corona-Pandemie verhängt hat. Die nächtliche Ausgangssperre an Werktagen werde ab kommendem Dienstag um eine Stunde verkürzt, erklärte Präsident Aleksandar Vucic am späten Samstagabend im regierungsnahen Fernsehsender Pink TV. 

Menschen über 65, für die derzeit eine komplette Ausgangssperre gilt, dürfen dann ihre Häuser und Wohnungen drei Mal in der Woche für jeweils eine Stunde verlassen

Dienstleistungseinrichtungen und Geschäfte sollen über die kommenden Wochen stufenweise wieder öffnen.

Keine Angaben machte Vucic zu den langen Ausgangssperren an den Wochenenden. Am Sonntag begingen die orthodoxen Serben das Osterfest unter einer besonders langen Ausgangssperre. Sie dauert bis Dienstag früh und erstreckt sich über 84 Stunden.

Bis Samstagnachmittag waren in Serbien 5994 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 117 starben.

Aleksandar Vucic, Serbiens Präsident.
Aleksandar Vucic, Serbiens Präsident.  © Darko Vojinovic/AP/dpa

Update, 19. April, 7.35 Uhr: Lindner fordert mehr Flexibilität im Umgang mit Corona-Pandemie

Im Umgang mit der Corona-Pandemie müssen Bund und Länder nach Auffassung des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner "mehr Flexibilität und auch regional unterschiedliche Herangehensweisen" zeigen. 

"Die Haltung, dass Öffnungen nur dann erfolgen können, wenn spätere Rückschritte ausgeschlossen werden können, darf nicht zu einem Dogma werden", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Dadurch verliere man Zeit, zudem werde die Einsicht der Bevölkerung massiv unterschätzt. "Schon jetzt wäre mehr möglich, als die Regierungen zu entscheiden wagen."

Wenn sich die Pandemie anders entwickele als erhofft, dürfe es kein Tabu sein, wirksame Maßnahmen zu verlängern oder neu einzuführen, sagte der Vorsitzende der Freien Demokraten. "Umgekehrt sollten Spielräume erprobt werden, um das gesellschaftliche Leben wieder hochzufahren, die notfalls wieder zurückgenommen werden."

Lindner warnte davor, dass die negativen Konsequenzen des gegenwärtigen Zustands in der öffentlichen Debatte unterschätzt würden. "Die massiven Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus bringen ihrerseits Gefahren für die Gesundheit. Unterbliebene Behandlungen, soziale Isolation und Angst um die wirtschaftliche Existenz bilden enorme Risiken." 

Christian Lindner, Vorsitzender der FDP.
Christian Lindner, Vorsitzender der FDP.  © Sonja Wurtscheid/dpa

Deshalb sei es auch in gesundheitlicher Hinsicht nötig, immer neu zu bestimmen, wo die Balance zwischen der Eindämmung des Virus und den negativen Wirkungen der Maßnahmen liege. "Diese Abwägung muss offen für Schritte nach vorn und zurück sein", sagte Lindner.

Update, 19. April, 7.15 Uhr: Österreichische Ministerin: Planen durchaus Ferientourismus im Sommer

Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hat in der Corona-Krise bei der Frage nach Reisemöglichkeiten im Sommer Gesprächsbereitschaft gegenüber Deutschland angedeutet. "Die Einschränkung der Reisefreiheit wird uns in den nächsten Monaten noch erhalten bleiben", sagte die ÖVP-Politikerin der Zeitung "Die Presse" (Sonntag). 

"Wenn Länder aber auch auf einem sehr guten und positiven Weg sind, wie beispielsweise Deutschland, dann gibt es durchaus auch die Möglichkeit, dass man sich bilateral einigt." 

Sie antwortete damit auf die Frage, ob Touristen im Sommer nach Österreich kommen und umgekehrt Österreicher ins Ausland fahren können.

Köstinger warnte aber auch, es lasse sich nur schwer abschätzen, wie sich die nächsten Monate entwickeln. "Es gibt keinen Stichtag, es könnte ja zu weiteren Wellen der Infektion kommen." Und dann sei nicht auszuschließen, "dass wieder weitreichende Maßnahmen getroffen werden müssen".

Köstinger sagte, man müsse sich darauf einstellen, "dass es in diesem Jahr eine andere Art von Urlaub geben wird". "Aber dadurch, dass wir die Ausbreitung des Coronavirus relativ gut im Griff haben, und als Bundesregierung schon Lockerungen der Maßnahmen Schritt für Schritt in Aussicht stellen können, planen wir durchaus auch, dass es im Sommer Ferientourismus geben wird." 

Können wir trotz Corona im Sommer dennoch nach Österreich reisen?
Können wir trotz Corona im Sommer dennoch nach Österreich reisen?  © Hans Lozza/swiss-image.ch/dpa/tmn

Update, 19. April, 6.45 Uhr: Entwicklungsminister Müller fordert 50 Milliarden für Entwicklungsländer

Entwicklungsminister Gerd Müller hat die Europäische Union aufgerufen, in der Corona-Krise Länder in Afrika und im Nahen Osten mit einem Hilfsprogramm in Höhe von 50 Milliarden Euro zu unterstützen. 

"Deutschland und Europa müssen auch international einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Pandemie in den Griff zu bekommen", sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). 

Das eigene EU-Hilfspaket umfasse 500 Milliarden Euro, sei aber nur nach innen gerichtet, sagte der CSU-Politiker.

"Wir müssen den Schutzschirm auch auf unsere Nachbarregionen in Afrika und im Krisenbogen um Syrien ausweiten", sagte Müller. 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Anfang April bereits ein Hilfsprogramm für Afrika und andere Regionen der Welt vorgestellt. Die Europäische Union sichere Finanzhilfen von mehr als 15 Millionen Euro zu, um weltweit Partnerländer im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen, hieß es.

Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.  © Britta Pedersen/ZB/dpa

Für Deutschland kündigte der Entwicklungsminister an, am Mittwoch im Bundestag ein "weitgehendes Corona-Paket" vorlegen zu wollen. "Das Geld muss aus dem Nachtragshaushalt für 2020 kommen", sagte Müller. Bislang stelle die Bundesrepublik für die Bewältigung der Corona-Krise eine Milliarde Euro aus dem Entwicklungshaushalt bereit, um Laborkapazitäten aufzubauen und Impfkampagnen und Nahrungsmittelhilfen vorzubereiten. 

"Das wird aber nicht reichen, um die Flüchtlingsregionen, die Sahel-Krisenregion und weitere kollabierende Staaten zu stabilisieren", sagte Müller.

Update, 19. April, 5.14 Uhr: Microsoft-Gründer Bill Gates "optimistisch" bei Corona-Impfstoff

Der Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates hat sich zuversichtlich gezeigt, dass es gegen Ende nächsten Jahres einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus geben wird. 

"Es gibt momentan viele Kandidaten für einen Impfstoff, die wir unterstützen. Und ich bin optimistisch, dass bis Ende nächsten Jahres einer von ihnen rauskommen wird", sagte Gates bei dem virtuellen Mega-Konzert "One World: Together at Home" in der Nacht zum Sonntag.

Mit der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 ist ein Wettbewerb zwischen Biotech-Firmen und Forschungsinstituten weltweit entbrannt, um einen wirksamen Impfstoff herzustellen. 

International bemüht sich die Impfstoff-Allianz CEPI ("Coalition for Epidemic Preparedness Innovations") um die Entwicklung eines Serums. Zu den Mitbegründern der Allianz gehört die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. 

Bill Gates hatte jüngst in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag" geschrieben, die CEPI sei dabei, mindestens acht mögliche Impfstoffe zu entwickeln. Wissenschaftler gingen davon aus, dass in 18 Monaten mindestens einer von ihnen anwendungsbereit sein werde.

Bill Gates, Vorsitzender der Bill & Melinda Gates Foundation.
Bill Gates, Vorsitzender der Bill & Melinda Gates Foundation.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Update, 19. April, 4.22 Uhr: Scholz will Hoteliers und Restaurant gezielt helfen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt den von der anhaltenden Schließung besonders betroffenen Hoteliers und Restaurantbetreibern finanzielle Unterstützung in Aussicht. 

"Natürlich schauen wir genau, ob und wo wir gezielt weitere Hilfen benötigen. Wir haben vor allem jene Branchen im Blick, für die es noch nicht so schnell wieder losgeht. Das Hotel und Gaststättengewerbe gehört sicherlich dazu", sagte Scholz der "Welt am Sonntag".

Ein späteres Konjunkturpaket soll laut Scholz steuerliche Investitionsanreize für Unternehmen enthalten, damit dann "jeder, der noch zögert, das Geld schnell in die Hand nimmt". Zudem könne es Schritte geben, um die "Konsumfreude der Bürgerinnen und Bürger anzufachen", sagte der Vizekanzler. 

Er sprach sich zudem für Steuererhöhungen für Bezieher sehr hoher Einkommen aus: "Wenn große wie kleine Unternehmer sich jetzt freuen, dass der Staat in der Lage ist, sie in der schwierigen Situation zu stützen, wird das Verständnis für Maßnahmen, die etwas mit Gerechtigkeit im Steuersystem zu tun haben, in dem neuen Zeitalter der Solidarität sicherlich größer sein."

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.  © Michael Kappeler/dpa

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder pocht indes auf eine Mehrwertsteuersenkung für Hotels und Gastronomie auf 7 Prozent. Der "Passauer Neuen Presse" (Samstag) sagte er zudem: "Wenn wir Glück haben, könnte es bereits Pfingsten eine bessere Perspektive für den Bereich Hotels und Gastronomie geben. Das müssen wir zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden." 

Das Hotel- und Gaststättengewerbe dringt schon seit Jahren erfolglos auf einheitliche und niedrigere Mehrwertsteuersätze.

Update, 19. April, 3.35 Uhr: Trump geht auf China los: "Wurde es absichtlich getan, sollte es Konsequenzen geben"

US-Präsident Donald Trump hat in der Corona-Krise erneut schwere Vorwürfe gegen China erhoben. Das neuartige Coronavirus hätte in China gestoppt werden können, bevor es sich über die ganze Welt verbreitete, sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus. 

"Das ist nicht geschehen, und die ganze Welt leidet deswegen." Der Präsident warf der Regierung in Peking deshalb Versäumnisse vor.

Trump sagte: "Die Frage wurde gestellt: "Wären Sie wütend auf China?". Die Antwort darauf könnte ein sehr lautes Ja sein. Aber das hängt davon ab: War es ein Fehler, der außer Kontrolle geriet, oder wurde es absichtlich getan?" 

In letzterem Fall "sollte es Konsequenzen geben". In jedem Fall hätte die Regierung in Peking US-Experten erlauben müssen, die Vorgänge vor Ort zu untersuchen. "Sie wollten uns nicht dort haben. Ich denke, dass sie beschämt waren. Ich denke, sie wussten, dass es etwas Schlechtes ist."

Trump zeigte sich überzeugt, dass China und nicht die USA die meisten Todesfälle in der Pandemie zu verzeichnen hätten - das steht im Widerspruch zu Statistiken, die die meisten Opfer in den USA verorten. 

US-Präsident Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump.  © Patrick Semansky/AP/dpa

"Wir sind nicht an erster Stelle, China ist an erster Stelle", betonte der Präsident. "Sie liegen hinsichtlich der Toten weit vor uns, wir liegen nicht einmal nahe aneinander." An die Adresse der Journalisten sagte er: "Sie wissen das, ich weiß das, sie (die Chinesen) wissen das." Die Medien berichteten das aber nicht, sagte Trump.

Nach einer Übersicht der Johns Hopkins Universität - die sich allerdings auf Daten aus anderen Quellen stützt - sind in China infolge der Pandemie mehr als 4300 Menschen gestorben. 

In den USA gibt es demnach inzwischen über 38 000 Todesopfer und damit mehr als in jedem anderen Land der Welt. Auch die Koordinatorin der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, Deborah Birx, sagte bei der Pressekonferenz mit Blick auf die Angaben aus China, diese seien "unrealistisch". Trump sagte: "Glaubt wirklich jemand diesen Zahlen?"

Update, 19. April, 1.36 Uhr: Slowakische Regierung sucht mit harten Mitteln nach Schuldigen in der Corona-Pandemie

Auf der Suche nach Schuldigen für rasch zunehmende Corona-Infektionszahlen in der Slowakei haben Polizisten in einem Seniorenheim nahe Bratislava am Samstag Computer und Dokumente beschlagnahmt. 

Zuvor hatte der neue Regierungschef Igor Matovic eine Bestrafung jener Person gefordert, die das Virus in das Seniorenheim eingeschleppt habe. Ohne konkrete Beweise zu nennen, hatte der Konservative den Verdacht geäußert, ein Mitarbeiter des Seniorenheims könnte das Virus von einem Auslandsurlaub mitgebracht haben.

Die Slowakei verzeichnete bis Samstag 1089 bestätigte Infektionsfälle mit dem Coronavirus und 11 Todesopfer infolge der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus ausgelöst wird. 

Igor Matovic, Ministerpräsident der Slowakei.
Igor Matovic, Ministerpräsident der Slowakei.  © Jaroslav Nov·k/TASR/dpa

Update, 19. April, 0.51 Uhr: Altmaier rechnet mit Milliardenbedarf an Schutzmasken

Die Bundesregierung rechnet damit, dass während der Corona-Krise Milliarden von Atemschutzmasken in Deutschland benötigt werden. "Wenn wir allen Menschen in Deutschland das Arbeiten, Einkaufen und Busfahren mit Mundschutz ermöglichen möchten, brauchen wir zwischen acht und zwölf Milliarden Masken pro Jahr»", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der «Bild am Sonntag". 

"Wenn wir einen beträchtlichen Teil davon in Deutschland produzieren, haben wir viel erreicht."

Ein entsprechender Produktionsstab ist in seinem Ministerium angesiedelt, von der Milliardenproduktion ist man allerdings noch weit entfernt. "Unser Ziel ist es, dass wir schon in der zweiten Sommerhälfte Millionen OP-Masken und Mundschutze in Deutschland produzieren können", so Altmaier. 

Man könne den Unternehmen zwar nicht vorschreiben, was oder wie viel sie zu produzieren hätten. "Wir werden die Industrieproduktion aber mit Investitionszuschüssen und Abnahmegarantien mit in Gang bringen."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Update, 18. April, 23.32 Uhr: Griechen feiern Auferstehungsmesse auf Balkonen

Orthodoxe Christen haben in Griechenland und auf Zypern wegen der Coronavirus-Pandemie die traditionelle Auferstehungsmesse um Mitternacht von ihren Balkonen aus gefeiert. Die Messen zum orthodoxen Osterfest fanden in der Nacht zum Sonntag in den Kirchen hinter verschlossenen Türen statt. 

Nur der Priester und ein paar Kirchendiener durften dabei sein. Das Fernsehen übertrug die Messen, und um Mitternacht läuteten die Glocken landesweit. Über Athen und anderen Städten stieg ein Feuerwerk auf, wie es die Tradition der orthodoxen Christen in diesen beiden Ländern ist.

Das Osterfest der orthodoxen Kirche richtet sich nach dem julianischen Kalender, der von der Zeitrechnung des allgemein geltenden gregorianischen Kalenders abweicht. Deshalb feiern Millionen orthodoxe Christen Ostern erst an diesem Wochenende.

Update, 18. April, 22.22 Uhr: Sagan entspannt nach Tour-Verschiebung

Radsport-Superstar Peter Sagan (30) sieht einem drohenden Terminchaos zum eigentlichen Saisonende aufgrund der Coronavirus-Pandemie gelassen entgegen. "Wir haben das so zu akzeptieren, wie es gerade ist", sagte der 30 Jahre alte Slowake aus dem deutschen Bora-hansgrohe-Rennstall am Samstagabend in einem Live-Chat mit seinen Fans auf Instagram.

Am Dienstag hatte Tour-Veranstalter ASO mitgeteilt, die ursprünglich für die Zeit vom 27. Juni bis 19. Juli geplante 107. Frankreich-Rundfahrt vom 29. August bis 20. September stattfinden zu lassen.

Dem Radsport-Weltverband UCI zufolge sollen in diesem Jahr aber auch noch der Giro, die Spanien-Rundfahrt, die Straßenrad-WM sowie die wegen der Corona-Krise abgesagten Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo, Paris-Roubaix, Flandern-Rundfahrt, Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt stattfinden.

"Die UCI hat das mit den Rennveranstaltern so entschieden. Sie versuchen in dieser schwierigen Zeit, das Beste für unseren Sport zu tun", sagte Sagan. Der dreimalige Straßenrad-Weltmeister wollte in diesem Jahr eigentlich sowohl den Giro de Italia als auch die Tour de France bestreiten. "Wir müssen sehen, wie sich alles entwickelt. Danach kann ich über meine Planung nachdenken", ergänzte Sagan.

Indes geht der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (34) nicht davon aus, dass die Tour zu dem angedachten Zeitraum stattfinden kann. "Wir sind uns sicherlich auch bewusst, dass es vielleicht eine Verschiebung um vielleicht nochmal ein oder zwei Monate geben kann", sagte der gebürtige Cottbuser im Interview mit Sky Sport News HD am Samstag. "Sollte die Tour de France komplett wegfallen, wäre das ein Desaster für den Profiradsport mit Folgen, die man aktuell noch nicht abschätzen kann", ergänzte der fünffache Tour-Etappensieger.

Update, 18. April, 22.10 Uhr: Virtuelles Benefiz-Event mit Milky Chance und Heidi Klum

Eine virtuelle Benefiz-Veranstaltung mit mehr als 100 Größen aus Musik, Fernsehen und Sport ist am Samstagabend (MESZ) als digitaler Livestream angelaufen. Zum Auftakt von "One World: Together at Home" schalteten sich unter anderem die Sänger Adam Lambert (38), Jennifer Hudson (38) und Rita Ora (29) Live von Zuhause mit Auftritten dazu.

Auch die hessische Erfolgsband Milky Chance trat auf. Die gebürtigen Kasseler Philipp Dausch und Clemens Rehbein (beide 27) spielten ihren Hit-Song "Stolen Dance". Sie standen als einzige deutsche Künstler beim großen Corona-Benefizkonzert auf dem Programm.

Das deutsche Model Heidi Klum (46) zählte zu den vielen Stars, die Ärzten und Krankenschwestern für deren Einsatz Dank aussprachen. Sie seien die "wahren Helden" in der Corona-Krise, sagte Klum.

Update, 18. April, 21.55 Uhr: Spaniens Regierung will Ausgangssperre erneut verlängern

In der Corona-Krise will die spanische Regierung den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land erneut um zwei weitere Wochen bis Mitternacht des 9. Mai verlängern. Das kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez (48) am späten Samstagabend in einer Rede an die Nation an. 

Über die Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes, der dritthöchsten Notstandsstufe, wird das Parlament wieder abstimmen müssen. Es wird jedoch eine breite Unterstützung auch der Opposition erwartet.

Der sozialistische Politiker verkündete derweil auch die Absicht, die strikte, seit dem 15. März geltende Ausgangssperre ab dem 27. April vor allem für Kinder bis zwölf Jahre etwas zu lockern. Über die Maßnahmen zur Lockerung sei allerdings noch nichts entschieden worden, sagte Sánchez. Gegebenenfalls werde man diese Maßnahmen auf die Entwicklung der Pandemie in den verschiedenen Regionen des Landes anpassen.

Man mache langsame und konstante Fortschritte im Kampf gegen das Coronavirus, betonte der Regierungschef. "Wir sehen am Horizont einen langsamen Marsch in Richtung einer neuen Normalität", sagte er.

Ein Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens auf einem spanischen Friedhof. (Archivbild)
Ein Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens auf einem spanischen Friedhof. (Archivbild)  © dpa/AP/Felipe Dana

Update, 18. April, 21.50 Uhr: FIFA-Kampagne mit 50 Fußballstars für "Helden des Alltags"

David Beckham (44) applaudiert und erhebt sich, die Liste ehemaliger und aktueller Fußballerinnen und Fußballer, die folgen ist mehr als namhaft. Von britischen Ex-Star bis Brasiliens Legende Pelé (79). Von Marta (34) bis Diego Maradona (59), von Bastian Schweinsteiger (35) bis Zinedine Zidane (47). 

Fünfzig sind es insgesamt und sie danken mit ihrem Applaus bei einer Kampagne der Weltverbandes FIFA den "Helden des Alltags für deren unermüdlichen Kampf gegen COVID-19".

"Dieser unsichtbare Gegner hat unser Leben auf den Kopf gestellt", wird der 79 Jahre alte Pelé in einer FIFA-Mitteilung am Samstagabend zitiert. "Aber dank dem Mut und der Hingabe des Gesundheitspersonals weltweit werden wir alle gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Ich danke jedem Einzelnen von euch von ganzem Herzen."

Tagtäglich würden weltweit Fachpersonal und ehrenamtliche Helfer in medizinischen Einrichtungen ihre Gesundheit riskieren, um ihre Mitmenschen zu retten, hieß es in der Mitteilung. Leider hätten einige diesen Einsatz mit ihrem Leben bezahlt.

Update, 18. April, 21.45 Uhr: Krankenhausmitarbeiter fordern Corona-Pakt

Tausende Krankenhausmitarbeiter fordern einem Bericht zufolge vom Senat im Zuge der Corona-Krise mehr Schutzausrüstung und mehr Geld. Ein Schreiben, das die Details des geforderten Corona-Krankenhaus-Pakts enthalte, werde die Gewerkschaft Verdi in der kommenden Woche an die Senatskanzlei schicken, berichtete der "Tagesspiegel am Sonntag". 

Nach Verstreichen einer Frist von drei Wochen sei nach Informationen der Zeitung mit Protest in den Kliniken zu rechnen.

Verlangt würden etwa mehr Schutzausrüstung, neue Krankenhausbudgets und höhere Risikozuschläge. Initiiert wurde das Schreiben den Angaben zufolge von Personalvertretern der Klinikkonzerne Vivantes und Charité. Unter anderem wird demnach verlangt, dass auch die Beschäftigten der Tochterfirmen nach dem üblichen Tarif der Stammhäuser bezahlt werden, außerdem ein monatlicher Pandemie-Zuschlag von 500 Euro.

Berlins Regierungschef Michael Müller (55, SPD) hatte zuletzt angekündigt, dass Pflegekräfte und Ärzte an der Uniklinik Charité und den Vivantes-Krankenhäusern von April bis Juni monatlich 150 Euro mehr erhalten sollen. Er sprach von einem "kleinen Zeichen der Wertschätzung" und stellte weitere Prämien für andere Landesbeschäftigte in Aussicht.

Michael Müller (55), Regierender Bürgermeister von Berlin. (Archivbild)
Michael Müller (55), Regierender Bürgermeister von Berlin. (Archivbild)  © dpa/Fabian Sommer

Update, 18. April, 21.40 Uhr: Migranten von spanischem Rettungsschiff kommen auf Quarantänefähre

Auch die Migranten von einem spanischen Rettungsschiff kommen auf eine Quarantänefäre vor Italien. Die 34 Migranten der "Aita Mari" würden nun wegen der Coronavirus-Pandemie auf der privaten Fähre "Rubattino" vor Palermo zwei Wochen isoliert, teilte das italienische Verkehrsministerium am Samstag in Rom mit. Dort sind bereits 146 Menschen, die das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" auf dem Mittelmeer vor Libyen gerettet hatte.

Die Regierung in Rom betonte erneut, dass die Menschen in der aktuellen Corona-Krise nicht an Land können. Italien hatte seine Häfen wegen des Gesundheitsnotstands für nicht sicher erklärt. 

Der Transfer der Menschen von dem zivilen Rettungsschiff "Alta Mari" auf die Fähre soll am Sonntag erfolgen. Was mit den Migranten nach der Quarantäne passiert, ist noch unklar. Auf der Fähre werden sie vom Roten Kreuz versorgt. 

Update, 18. April, 21.25 Uhr: Menschenauflauf bei Beerdigung von Bürgermeister

Die Beerdigung eines an Covid-19 gestorbenen Bürgermeisters hat in Italien für Aufsehen gesorgt. Bei der Feier in dem Ort Saviano bei Neapel waren Medien zufolge rund 200 Menschen anwesend, obwohl im ganzen Land strikte Ausgangssperren gelten und Menschenansammlungen verboten sind. 

"Die Gesetzesvorschriften sind auf schwerwiegende Art und Weise verletzt worden", erklärte der Regionalpräsident von Kampanien, Vincenzo De Luca (70), am Samstag.

Auf einem Video sieht man, wie bei Musik Luftballons in den Farben der italienischen Flagge in den Himmel steigen.

Beerdigungsfeiern sind wegen Ansteckungsgefahr derzeit verboten.

Update, 18. April, 21.20 Uhr: Autohändler und Bibliotheken dürfen ab Montag wieder öffnen

Der Autohandel und Bibliotheken dürfen trotz der Corona-Krise ab Montag in Thüringen wieder öffnen. Das sieht eine neue Verordnung mit Lockerungen der bisherigen strengen Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise vor, die am Samstag von der Staatskanzlei veröffentlicht wurde und am Montag in Kraft tritt. 

Demnach darf es ab Montag auch wieder Geburtsvorbereitungskurse und Tagesgruppen für Kinder und Jugendliche mit sozialem Unterstützungsbedarf geben. Kleinere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen erst am Freitag wieder öffnen.

Gesundheitsministerin Heike Werner (51, Linke) betonte, dass die Gefahr durch die Pandemie noch lange nicht gebannt sei. "Die Maßnahmen der letzten Wochen haben aber dazu geführt, dass die Infektionszahlen nicht mehr exponentiell steigen. Das gibt uns die Möglichkeit, einige Einschränkungen zurückzunehmen", erklärte Werner.

Zoos, Tierparks und botanische Gärten können ab 27. April wieder öffnen. Dieser Termin steht auch für Museen, Galerien, Ausstellungen und Beratungsstellen. Abiturienten dürfen dann auch wieder in die Schule.

Gottesdienste und Versammlungen sollen unter bestimmten Voraussetzungen ab dem 3. Mai wieder möglich sein. Die Teilnehmerzahl ist dabei in geschlossenen Räumen auf 30 und unter freiem Himmel auf 50 begrenzt. Einen Tag später dürfen dann auch Friseure und Barbiere wieder öffnen.

Werner wies darauf hin, dass trotz der Lockerungen weiterhin strenge Hygienevorschriften gelten. "Die Abstands- und Hygieneregeln bleiben grundlegend, um sich selbst und andere vor einer Ansteckung zu schützen2, erklärte die Ministerin.

Heike Werner (51, Die Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen. (Archivbild)
Heike Werner (51, Die Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen. (Archivbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Update, 18. April, 21.17 Uhr: Amazon setzt Wärmebildkameras ein

Der Online-Versandhändler Amazon setzt an einigen Standorten Wärmebildkameras zur Eindämmung des Coronavirus ein. Um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu unterstützen, werde bereits täglich ihre Temperatur gemessen, erklärte Amazon-Sprecherin Kristen Kish am Samstag auf Anfrage. 

An einigen Standorten würden nun zusätzlich Wärmebildkameras eingesetzt, um die Maßnahme zu optimieren. An welchen Standorten die Wärmebildkameras eingesetzt werden, gab Kish nicht bekannt.

Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben die Nachfrage nach Amazons Lieferdiensten in vielen US-Regionen regelrecht explodieren lassen. Das Unternehmen tut sich mit dem Ansturm schwer, viele Kunden müssen derzeit lange warten oder können gar keine Bestellungen aufgeben. Amazon wird zudem vorgeworfen, in der Corona-Krise nicht genug für den Schutz der Mitarbeiter zu unternehmen. Der Konzern hatte deshalb schon mit Protesten und Arbeitsniederlegungen zu kämpfen.

Update, 18. April, 21.10 Uhr: Netanjahu kündigt Lockerung von Corona-Beschränkungen in Israel an

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (70) hat am Samstag eine Lockerung der Regeln zum Schutz gegen das Coronavirus angekündigt. Dies sei möglich, weil Israel unter den OECD-Ländern vergleichsweise gut dastehe im Umgang mit der Corona-Krise. "Wir haben eine der niedrigsten Sterberaten", sagte Netanjahu. "Dies ermöglicht Schritte in Richtung einer Lockerung."

Von Sonntag an solle nun eine "verantwortliche und stufenweise Lockerung" der Schutzmaßnahmen erfolgen. "Wir werden es schaffen, die Wirtschaft wiederzubeleben." Statt bislang 15 Prozent dürften nun 30 Prozent der Angestellten wieder zurück an ihren Arbeitsplatz kommen, unter Einhaltung strenger Hygieneregeln.

Die Lockerung betrifft unter anderem die IT-Branche sowie bestimmte Geschäfte, etwa im Bereich der Elektronik und Computertechnik. Angestellte über 67 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen sind weiter angehalten, zuhause zu bleiben.

Sonderschüler sollen in kleinen Gruppen wieder lernen, bis zu drei Familien dürfen Kleinkinder gemeinsam von einer Person betreuen lassen. Sport von bis zu zwei Personen ist in einem Umkreis von bis zu 500 Metern vom Zuhause erlaubt. Bis zu zehn Menschen dürfen draußen gemeinsam beten, müssen aber einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern einhalten. In Israel gilt weiter eine Maskenpflicht.

Die Lockerungsschritte sollten in der Nacht zum Sonntag von der Regierung gebilligt werden. Binnen zwei Wochen soll dann entschieden werden, ob eine weitere Lockerung möglich ist. "Falls es einen neuen Corona-Ausbruch gibt, müssen wir wieder zurückschrauben", sagte Netanjahu. 

Orthodoxe christliche Geistliche mit Mundschutz gehen am orthodoxen Karfreitag in der Nähe der Grabeskirche durch die Jerusalemer Altstadt. (Archivbild)
Orthodoxe christliche Geistliche mit Mundschutz gehen am orthodoxen Karfreitag in der Nähe der Grabeskirche durch die Jerusalemer Altstadt. (Archivbild)  © dpa/Xinhua/ Muammar Awad

Update, 18. April, 20.50 Uhr: Neue Zahlen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt

Mittlerweile gibt es 143.259 bestätigte Infektionen in Deutschland, 4505 Todesfälle und rund 85.400 Genesene. Weltweit wurden bis jetzt über 2,3 Millionen Fälle bestätigt. 

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland.
Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland.  © TAG24
Ausbreitung in Deutschland.
Ausbreitung in Deutschland.  © TAG24
210 Regionen sind weltweit betroffen.
210 Regionen sind weltweit betroffen.  © TAG24
Anzahl bestätigter Infektionen weltweit.
Anzahl bestätigter Infektionen weltweit.  © TAG24

Update, 18. April, 20.39 Uhr: Hunderte Menschen bei unerlaubter Demonstration in Berlin

Trotz geltender Kontaktbeschränkungen haben am Samstag in Berlin wieder mehrere Hundert Menschen gegen eine Einschränkung von Grundrechten in der Corona-Krise demonstriert. 

Die Polizei forderte die Teilnehmer über Lautsprecher auf, die unerlaubte Demonstration zu zu verlassen. Die meisten seien dem Aufruf gefolgt, vereinzelt sei zu "freiheitsbeschränkenden Maßnahmen" gegriffen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Rund 100 Kräfte seien im Einsatz gewesen.

Viele der Polizisten waren wegen der Corona-Pandemie mit Mundschutz unterwegs. Wie an den Wochenenden zuvor hatten sich die Demonstranten an der Volksbühne im Bezirk Mitte versammelt. Nach der aktuellen Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus sind in der Hauptstadt nur Versammlungen unter freiem Himmel von maximal 20 Menschen erlaubt.

In Berlin-Mitte haben sichVmehrere Hundert Menschen an einer unerlaubten Demonstration beteiligt.
In Berlin-Mitte haben sichVmehrere Hundert Menschen an einer unerlaubten Demonstration beteiligt.  © dpa/Christophe Gateau

Update, 18. April, 20.17 Uhr: Einige Strände in Florida öffnen trotz Corona-Krise wieder

Surfen und spazieren gehen erlaubt, sonnenbaden verboten: Im Norden des US-Bundesstaates Florida sind einige Strände trotz der anhaltenden Corona-Krise unter verschärften Bedingungen wieder geöffnet worden. In einem Tweet rief die Behörde für Krisenmanagement der Stadt Jacksonville Bürger am Samstag dazu auf, beim Strandbesuch einen Abstand von rund zwei Metern zu anderen Menschen einzuhalten. 

"Das kann der Beginn des Weges zurück zum normalen Leben sein", sagte Bürgermeister Lenny Curry (49) am Freitag laut einer Mitteilung und appellierte an die Menschen, sich an die geltenden Einschränkungen zu halten. Am Strand seien zum Beispiel weder Grills noch Stühle oder Decken erlaubt. Zudem gelten begrenzte Öffnungszeiten in den Morgen- und frühen Abendstunden.

Der TV-Sender Fox News berichtete, dass Hunderte Menschen ihre wiedererlangte Freiheit nach der Bekanntgabe am Freitagnachmittag nutzten, und zeigte Bilder von regem Treiben am Wasser.

Im stärker vom Coronavirus betroffenen Süden des Bundesstaates blieben Strände weiter geschlossen.

Update, 18. April, 20.10 Uhr: 10.000 Menschen bei Beisetzung in Bangladesch

Trotz der Corona-Krise haben in Bangladesch Tausende Anhänger die Beisetzung eines Predigers und islamistischen Politikers besucht. Menschen sammelten sich auf dem Gelände einer Religionsschule in der Verwaltungseinheit Sarail im Nordosten des Landes, um Jubayer Ahmed Ansari die letzte Ehre zu erweisen. Ansari war ein Anführer der islamistischen Partei Khelafat Majlish und Leiter der Religionsschule.

Die Polizei habe versucht, die Teilnehmerzahl auf 50 zu begrenzen, um die Gefahr einer Verbreitung des Coronavirus in der Menschenmenge zu verringern - dies sei aber weitgehend ignoriert worden, sagte der örtliche Polizeichef Shahadat Hossain Titu am Samstag. "Die Menge war außer Kontrolle", sagte Titu der Deutschen Presse-Agentur. Er bezifferte die Zahl der Menschen auf schätzungsweise 10.000. Ansari war am Freitag im Alter von 69 Jahren gestorben.

Bilder der Menschenmenge sorgten in sozialen Netzwerken für wütende Reaktionen. Zur Eindämmung des Coronavirus sind in Bangladesch nicht lebenswichtige Geschäfte und Schulen geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel sind seit Ende März eingestellt. Das mehrheitlich muslimische Land hat auch ein Verbot erlassen, mit mehr als fünf Menschen an Gebeten in Moscheen teilzunehmen. Bislang wurden in dem Land 2144 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und 84 Tote gemeldet.

Update, 18. April, 20 Uhr: Genügend Abstand in Schulen halten - aber keine Maskenpflicht

Vor der schrittweisen Öffnung der Schulen in der kommenden Woche hat das Schulministerium die Schulen in Nordrhein-Westfalen über die notwendigen Hygienevorgaben informiert. Die zentrale Regel dabei lautet: Abstand halten. 

So müssen die Lerngruppen etwa so aufgebaut werden, dass zwischen den Schülern untereinander und den Lehrern der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Außerdem sollen Namenslisten erstellt werden, um Kontakte im Fall einer Infektion nachverfolgen zu können.

"Die Einhaltung des Infektionsschutzes war, ist und bleibt die Grundvoraussetzung, um erste und vorsichtige Schritte aus der durch das Coronavirus bedingten Ausnahmesituation zu unternehmen", sagte der Staatssekretär für Schule und Bildung, Mathias Richter (52), der Deutschen Presse-Agentur. Eine Info-Mail mit den Vorgaben sei am Samstag an die Schulen verschickt worden, hieß es aus dem Ministerium.

Auf eine generelle Maskenpflicht in Schulen verzichtet das Land. Als Grundlage hatte das Schulministerium ein Gutachtern von Wissenschaftlern unter anderem der Uni Bonn beauftragt.

Das Schulpersonal hat nun bis Mittwoch Zeit, die Maßnahmen umzusetzen. Ab Donnerstag sollen die ersten Schüler, bei denen Abschlussprüfungen anstehen, auf freiwilliger Basis wieder in die Schule kommen dürfen.

Update, 18. April, 19. 30 Uhr: Hessens Minister Klose gegen Stopp von Krankschreibungen per Telefon

Hessens Sozialminister Kai Klose (46) hat sich der Kritik am Stopp der telefonischen Krankschreibungen bei Atemwegsbeschwerden angeschlossen. "Die Kassenärztliche Vereinigung hat diese Entscheidung scharf kritisiert. Dieser Kritik stimme ich ausdrücklich zu", schrieb der Grünen-Politiker in einem am Samstag veröffentlichten Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (39). "Die Entscheidung geht in eine falsche Richtung und gefährdet die positive Entwicklung, die in der laufenden SARS-CoV-2-Pandemie erreicht werden konnte."

Hessens Sozialminister Kai Klose (46). (Archivbild)
Hessens Sozialminister Kai Klose (46). (Archivbild)  © dpa/Frank Rumpenhorst

Update, 18. April, 19.23 Uhr: Schüler sollen versetzt werden - Schulen per Rundbrief informiert

Schülerinnen und Schüler in Hessen müssen während der Corona-Krise nicht um ihre Versetzung bangen. "Da die Leistungsbewertung in diesem Schulhalbjahr nur eingeschränkt möglich sein wird, soll in der Regel eine Versetzung erfolgen", hatte das Kultusministerium bereits am Freitag in Wiesbaden mitgeteilt. Die Schulen seien in einem Schreiben über die Regelung informiert worden, sagte Ministeriumssprecher Stefan Löwer am Samstag.

Andere Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen haben bereits ähnliche Regelungen angekündigt. 

Update, 18. April, 19.20 Uhr: Corona-Benefizkonzert mit McCartney und den Rolling Stones

Mit einem virtuellen Benefiz-Konzert wollen Weltstars wie die Rolling Stones, Elton John (73), Paul McCartney (77) und Taylor Swift (30) im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen. 

Das Event "One World: Together at Home" wird am Samstag ab 20.00 Uhr MESZ als mehrstündiger digitaler Livestream in sozialen Medien und bei Streaming-Anbietern zu sehen sein, in der Nacht zum Sonntag (ab 0200 MESZ) folgt dann eine zweistündige globale TV-Show, ebenfalls im Netz und bei Fernsehsendern wie NBC und CBS im Programm.

Mehr als 100 Größen aus Musik, Fernsehen und Sport nehmen teil, wie die Veranstalter mitteilten. Auch die hessische Popband Milky Chance tritt auf.

US-Sängerin Lady Gaga (34) ist als Mit-Organisatorin gemeinsam mit der Hilfsbewegung Global Citizen an Bord. Mit dem Konzert soll Geld zugunsten eines Fonds der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gesammelt werden.

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Update, 18. April, 18.47 Uhr: Portugal will Maßnahmen gegen Coronavirus im Mai lockern

Portugal will im Mai die zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verhängten Maßnahmen schrittweise lockern. Die neuen Regeln wolle er am 30. April bekanntgeben, sagte der sozialistische Ministerpräsident António Costa (58) im Interview der Wochenendzeitung "Expresso". 

Costa hatte schon vorher durchblicken lassen, dass seine Regierung nach Ende des noch bis zum 2. Mai geltenden Ausnahmezustands unter anderem eine Öffnung des Einzelhandels, von Friseurläden und von Kindergärten in Erwägung zieht. Auch Restaurants und Cafés sowie Kinos und andere Kultureinrichtungen könnten noch vor dem Sommer wieder öffnen.

Im Gespräch mit "Expresso" stellte Costa außerdem eine Öffnung der Strände im Sommer zumindest für die Einheimischen in Aussicht. Man werde aber mit Sicherheit Maßnahmen zur Begrenzung der Zahl der Besucher ergreifen und eng mit den Gemeinden zusammenarbeiten müssen. "Das Virus macht im Sommer nämlich keinen Winterschlaf", betonte er. Große Ansammlungen von Menschen werde es auch in den Sommermonaten nicht geben dürfen. Der 58-Jährige warnte auch, dass die geplanten Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden müssten, falls das Virus sich irgendwann wieder schneller ausbreiten sollte.

Update, 18. April, 18.42 Uhr: Weniger Corona-Patienten in New Yorks Krankenhäusern

Im besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York hat sich die Lage in den Krankenhäusern etwas entspannt. Die Zahl der Covid-19-Patienten sei in den letzten drei Tagen kontinuierlich gesunken, sagte Gouverneur Andrew Cuomo (62) am Samstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Das seien gute Nachrichten, erklärte der Demokrat, verwies aber zugleich auf eine weiterhin hohe Sterberate. 

Am Vortag seien 540 Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben und weitere 2000 Personen positiv getestet worden. Insgesamt sind in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern bereits mehr als 226.000 Menschen infiziert und mehr als 16.000 gestorben.

Cuomo betonte, es seien deutlich mehr Tests notwendig, bevor an eine Öffnung der Wirtschaft in New York zu denken sei. Es gebe weiterhin Engpässe bei den Testverfahren. Der Gouverneur verlangte zusätzliche Unterstützung aus Washington. Am Donnerstag hatte Cuomo die relativ strengen Ausgangsbeschränkungen in New York bis Mitte Mai verlängert. 

Update, 18. April, 18.35 Uhr: Armeeklinik im Süd-Elsass wird teilweise abgebaut

Ein im Süd-Elsass für Coronavirus-Patienten errichtetes Armeekrankenhaus kann Medienberichten zufolge teilweise wieder abgebaut werden. Die Hälfte der 30 Intensivstations-Betten sei frei und befinde sich im Abbau, berichtete der Radiosender France Bleu am Samstag.

Die restlichen 15 Betten und das mobile Lazarett sollten weiterhin auf dem Parkplatz des Emile-Muller-Krankenhauses in Mülhausen (Mulhouse) im Département Haut-Rhin bleiben, um die Klinik bei der Behandlung von Covid-19-Patienten zu unterstützen.

Das Armeekrankenhaus hatte Ende März erste schwer erkrankte Menschen aufgenommen. Die Klinik war eingerichtet worden, um die ausgelasteten Intensivstationen der ostfranzösischen Region zu unterstützen. Staatschef Emmanuel Macron (42) hatte die Einrichtung Mitte März selbst in einer TV-Ansprache angekündigt. In dem Armeekrankenhaus seien bisher 48 schwerkranke Patienten behandelt worden, berichtete die Lokalzeitung "Dernières Nouvelles d’Alsace".

In den Pflege- und Altenheimen im Département Bas-Rhin gab es außerdem eine Lockerung des Besuchsverbots, wie Frédéric Bierry (53), Präsident des zuständigen Département-Rats, auf Twitter mitteilte. Die Bewohner dürften wieder Besuch sehen - allerdings mit weiterhin strengen Kontaktregeln. Direkter körperlicher Kontakt sei verboten, erklärte Bierry. Außerdem müsse eine Schutzmaske getragen werden.

Die Lage in den Kliniken bleibe weiterhin angespannt, teilte die Betreibergruppe öffentlicher Krankenhäuser im südlichen Elsass einem Bericht zufolge am Freitag mit. 

Update, 18. April, 18.30 Uhr: Kanada und USA verlängern weitgehende Grenzschließung

Im Kampf gegen das Coronavirus soll die Grenze zwischen den USA und Kanada für weitere 30 Tage weitgehend geschlossen bleiben. "Das ist eine wichtige Entscheidung und eine, die Menschen auf beiden Seiten der Grenze schützt", sagte der kanadische Premierminister Justin Trudeau (48) am Samstag in Ottawa. 

Ziel sei weiterhin, jeden nicht notwendigen Reiseverkehr zwischen den beiden Ländern zu unterbinden und zugleich den Verkehr wichtiger Waren wie medizinische Ausrüstung und Nahrung zu gewährleisten, machte Trudeau deutlich. Die beiden Ländern hatten eine entsprechende Vereinbarung vor einem Monat getroffen.

US-Präsident Donald Trump (73) hatte am Mittwoch gesagt, die Grenze zu Kanada werde eine derjenigen sein, die früh wieder geöffnet werde. "Kanada geht es gut. Uns geht es gut. Wir werden sehen. Aber irgendwann werden wir das tun»" hatte Trump gesagt.

Justin Trudeau (48), Premierminister von Kanada, spricht während seiner täglichen Pressekonferenz über die Coronavirus-Pandemie vor seinem Wohnhaus im Rideau Cottage.
Justin Trudeau (48), Premierminister von Kanada, spricht während seiner täglichen Pressekonferenz über die Coronavirus-Pandemie vor seinem Wohnhaus im Rideau Cottage.  © dpaSean/The Canadian Press/Kilpatrick

Update, 18. April, 18.19 Uhr: Bundesarbeitsminister will Kurzarbeitergeld anheben

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil spricht sich für eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes aus. "Nicht nur für Geringverdiener, auch für Facharbeiter bedeutet Kurzarbeit einen erheblichen Einbruch", sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (47, SPD) der "Neuen Osnabrücker Zeitung". 

"Miete und Rechnungen müssen ja weiterbezahlt werden. Deswegen suchen wir in der Regierung und mit den Sozialpartnern intensiv nach einer Lösung." 

Hubertus Heil (47, SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales. (Archivbild)
Hubertus Heil (47, SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales. (Archivbild)  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 18. April, 18.09 Uhr: Hotels und Restaurants brauchen Perspektive

Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) hat Hilfen für die Betriebe des Hotel- und Gastgewerbes an der Saar gefordert. "All diese Betriebe hatten vor der Krise ein funktionierendes Geschäftsmodell. Wenn die Regierung beschließt, dass sie weitere Wochen nicht am Geschäftsleben teilnehmen dürfen, dann ist jetzt auch die Hilfe der Politik gefragt", sagte VSU-Geschäftsführer Jens Colling laut einer Mitteilung am Samstag. Ohne Finanzhilfen, die über das erste Hilfspaket von Bund hinausgehen, drohe mehreren Unternehmen die Insolvenz.

Nicht verstehen könne er, dass Ministerpräsident Tobias Hans (42) in Bezug auf eine baldige Öffnung gesagt habe, wie das möglich sein solle, dazu fehle ihm die Fantasie. "Die betroffenen Betriebe arbeiten längst an Konzepten, wie sie - da wo es möglich ist - Abstands- und Hygienemaßnahmen durchsetzen", sagte Colling. "Bei den Unternehmen ist diese Fantasie durchaus vorhanden."

Wenn von Montag an die Beschränkungen durch das Coronavirus gelockert werden, müssen Hoteliers und Betreiber von Restaurants ihre Betriebe weiter auf unbestimmte Zeit geschlossen halten.

Update, 18. April, 17.58 Uhr: Trump heizt Proteste gegen Schutzmaßnahmen an

US-Präsident Donald Trump (73) hat Proteste gegen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in mehreren US-Bundesstaaten angeheizt und dafür teils scharfe Kritik geerntet. "Ich denke, einige Dinge sind zu hart", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus mit Blick auf Michigan, Minnesota und Virginia - demokratisch regierte Bundesstaaten, die in der Corona-Krise strenge Maßnahmen ergriffen haben. Zuvor hatte der Republikaner auf Twitter in Großbuchstaben "Befreit Michigan!", "Befreit Minnesota!" und "Befreit Virginia!" geschrieben.

In den vergangenen Tagen waren in mehreren US-Bundesstaaten Dutzende Menschen gegen die Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen. Aufrufe für ähnliche Aktionen gab es am Samstag in Maryland und - trotz vorsichtiger Lockerungen - in Texas. 

Einer der größten Proteste hatte am Mittwoch in Michigan stattgefunden. Dort waren Demonstranten teils schwer bewaffnet vor das Kapitol gezogen, hatten Pro-Trump-Flaggen aus ihren Autos geschwenkt und der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer "Tyrannei" vorgeworfen. Am Donnerstag versammelten sich in Virginia ein paar Dutzend Demonstranten, am Freitag zeigte sich in Minnesota ein ähnliches Bild.

Trump nahm die Demonstranten am Freitag ausdrücklich in Schutz. "Das sind Menschen, die ihre Meinung ausdrücken", sagte er. "Sie scheinen mir sehr vernünftige Menschen zu sein." Schon am Donnerstag sagte er: "Ich denke, sie hören auf mich. Es scheinen Demonstranten zu sein, die mich mögen."

Der demokratische Gouverneur des Bundesstaates Washington, Jay Inslee (69), verurteilte die "illegalen und gefährlichen" Äußerungen des Präsidenten. "Er bringt Millionen Menschen in Gefahr, an Covid-19 zu erkranken. Seine verstörenden Tiraden und seine Aufrufe, wonach Menschen Bundesstaaten 'befreien' sollen, könnten auch zu Gewalt führen", hieß es in einer Mitteilung Inslees am Freitag. "Der Präsident ist entgleist."

Demonstranten halten Schilder mit den Aufschriften "Live Free or Die" (Lebe frei oder strib) und "Give me liberty or give me Death" (Gib mir Freiheit oder gib mir den Tod) bei einem Proteste gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgrund des neuartigen Coronavirus. (Archivbild)
Demonstranten halten Schilder mit den Aufschriften "Live Free or Die" (Lebe frei oder strib) und "Give me liberty or give me Death" (Gib mir Freiheit oder gib mir den Tod) bei einem Proteste gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgrund des neuartigen Coronavirus. (Archivbild)  © dpa/SOPA Images via ZUMA Wire/Paul Hennessy

Update, 18. April, 17.35 Uhr: Verfassungsrichter kippen Stuttgarts Demoverbot

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts haben rund 50 Menschen in Stuttgart an einer zunächst untersagten Demonstration teilgenommen. Die Stadt sah sich durch den Richterspruch veranlasst, das von ihr erlassene Verbot der Kundgebung am Samstag auf dem zentralen Schlossplatz zurückzunehmen.

Unter der Beachtung eines Abstandes von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern und einer Distanz zu Passanten von 2 Metern könne die Versammlung am Samstagnachmittag stattfinden, teilte die Stadt mit. Ein Privatmann hatte die Demonstration gegen die Einschränkung der Grundrechte in der Corona-Krise mit maximal 50 Teilnehmern angemeldet. 

Wie die Versammlung lief, könnt Ihr >>hier nachlesen. 

"Grundgesetz" steht auf einem Schild an dem Rücken eines Teilnehmers einer Demonstration gegen die Einschränkungen der Grundrechte in Zeiten der Corona-Krise.
"Grundgesetz" steht auf einem Schild an dem Rücken eines Teilnehmers einer Demonstration gegen die Einschränkungen der Grundrechte in Zeiten der Corona-Krise.  © DPA/Christoph Schmidt

Update, 18. April, 17.30 Uhr: Gerichte weisen Eilanträge gegen Schließung von Warenhäusern zurück

Oberverwaltungsgerichte in Berlin und in Greifswald haben Eilanträge gegen die Verordnungen zur Schließung von Warenhäusern wegen der Corona-Krise zurückgewiesen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) nannte die Schließung im Hinblick auf den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung verhältnismäßig. 

Das OVG in Greifswald lehnte ebenfalls am Freitagabend einen Eilantrag ab, mit dem ein Warenhaus-Konzern unter anderem seine Häuser in Rostock und Wismar von Montag an wieder öffnen wollte. Unter anderem die angeschlagene Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof war zuletzt in mehreren Bundesländern gerichtlich gegen die Schließung ihrer Filialen in der Corona-Krise vorgegangen.

Mit Blick auf den Eilantrag argumentierten die Greifswalder Richter, der Warenhauskonzern müsse zwar empfindliche Eingriffe in seine Rechte hinnehmen, die auch zu massiven Einkommenseinbußen führten. Doch der Gesundheitsschutz, insbesondere die Verlangsamung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, rechtfertige derart einschneidende Maßnahmen. Ein Verdacht auf eine Verletzung des Grundrechts auf Gleichbehandlung liege nicht vor.

Update, 18. April, 17.25 Uhr: Wolfsburg führt Maskenpflicht ab Montag ein

Angesichts der vorsichtigen Öffnung von Geschäften führt die Stadt Wolfsburg am Montag eine Maskenpflicht ein. Diese gelte in den Geschäften, in öffentlichen Gebäuden, Arztpraxen, medizinischen Einrichtungen und in Bussen, teilte die Kommune am Samstag mit. Mit einer Übergangsfrist von einer Woche gelte sie zunächst bis zum 6. Mai. Ausgenommen seien Kinder unter sechs Jahren.

Auch wenn erste Geschäfte wieder öffnen dürften, sei die Gefahr des Coronavirus noch lange nicht gestoppt und überwunden, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs (67, SPD) laut Pressemitteilung: "Wir müssen weiterhin gut Acht geben, dass wir uns nicht gegenseitig anstecken und die Risikogruppen sowie unser Gesundheitssystem nicht gefährden." Die Details der Verordnung sollen am Sonntag veröffentlicht werden.

Update, 18. April, 17.20 Uhr: Maskenpflicht oder nicht? Debatte nimmt kein Ende

Einfache Gesichtsmasken müssten in der Corona-Pandemie nach Ansicht von Polizeigewerkschaften in Bussen, Bahnen und Geschäften deutschlandweit zur Pflicht werden. Sowohl die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) als auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprachen sich am Samstag dafür aus. Hintergrund ist das unterschiedliche Vorgehen der Bundesländer.

Mehr zum Thema findet Ihr >> hier.

Eine Passantin mit einem Mund- und Nasenschutz. (Archivbild)
Eine Passantin mit einem Mund- und Nasenschutz. (Archivbild)  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 18. April, 17.10 Uhr: Bildungspolitiker fordert Verzicht auf das Sitzenbleiben

Der SPD-Bildungspolitiker Thomas Hartung hat wegen der Corona-Krise einen Verzicht auf das Sitzenbleiben von Schülern gefordert. "Die vor den Corona-bedingten Schulschließungen gegebenen Noten bilden das Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler nur ausschnitthaft ab", erklärte Hartung am Samstag. 

Eine Bewertung der von den Schülern Zuhause bearbeiteten Aufgaben könne nicht die Beurteilung mündlicher Leistungen oder der Mitarbeit im Unterricht ersetzen, betonte der bildungspolitische Sprecher der Thüringer SPD-Fraktion.

Seiner Meinung nach sollen die Schüler wegen der Schulschließungen seit dem 17. März keine Nachteile erleiden. In Fächern, bei denen es vor allem um die Bewertung praktischer Fähigkeiten gehe, wie zum Beispiel in Sport, sei eine angemessene Benotung in diesem Schuljahr nicht möglich. "In diesem Schuljahr darf es deshalb kein Sitzenbleiben geben", betonte Hartung.

Mehrere Bundesländer wie Hessen, Bayern oder Nordrhein-Westfalen haben bereits angekündigt, dass dieses Jahr wegen der Corona-Krise kein Schüler sitzenbleiben soll.

Update, 18. April, 17.05 Uhr: Gottesdienste in Rheinland-Pfalz ab Mai

Gottesdienste sollen in Rheinland-Pfalz unter strengen Schutzauflagen möglichst von Mai an wieder zugelassen werden. Darauf verständigten sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59) und die Spitzen der rheinland-pfälzischen Bistümer sowie der Landeskirchen. "Die Landesregierung und die Kirchen und Religionsgemeinschaften im Land wollen gemeinsam sehr schnell gute Lösungen für die Gläubigen finden", sagte die Ministerpräsidentin nach einer Telefonkonferenz am Samstag mit den führenden Geistlichen des Landes.

Wer ein überzeugendes Schutzkonzept vorlegen könne, solle in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit erhalten, gemäß den jeweils aktuellen Vorgaben des Bundes und der Länder wieder zu Gottesdiensten nach dem 30. April einladen zu dürfen, so die Ministerpräsidentin. Sie werde in den kommenden Tagen dazu auch Gespräche mit der jüdischen Gemeinschaft und mit dem Runden Tisch Islam führen.

Georg Bätzing (59), der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, dankte Dreyer, dass die Landesregierung den religiösen Belangen der Menschen eine solche Aufmerksamkeit zukommen lasse. Die Klarheit und Besonnenheit des politischen Handelns im Bund und in den Ländern in der Pandemie sei "stark und gut" gewesen, die Transparenz hilfreich.

Update, 18. April, 17 Uhr: Italiens Fußballverband will Serie A bald wieder aufnehmen

Der italienische Fußballverband (FIGC) drängt auf eine baldige Wiederaufnahme der Serie A. Zwischen Ende Mai und Anfang Juni könnte ein Neustart möglich sein, sagte FIGC-Präsident Gabriele Gravina (66) dem Sender Rai 1. 

Zunächst sei aber ein strenges Gesundheitsprotokoll einzuhalten. Er hoffe, dass alle Teams im eigenen Stadion spielen könnten, auch im besonders betroffenen Norden.

Am Samstag sollte das ausgearbeitete Protokoll an Gesundheitsminister Roberto Speranza (41 und Sportminister Vincenzo Spadafora (46) gehen, die dann entscheiden müssen.

Die Serie A ist seit dem 12. März unterbrochen. Zwölf Partien stehen noch aus. In Italien gelten noch bis zum 3. Mai die landesweiten Ausgangssperren. Nach dem Plan sollen die Fußballer ab dem 4. Mai zunächst isoliert werden, das heißt unter anderem auf das Coronavirus getestet und in Camps streng kontrolliert werden. Nach drei Wochen könnten dann möglicherweise Partien - ohne Fans - gespielt werden.

FIGC-Präsident Gabriele Gravina (66). (Archivbild)
FIGC-Präsident Gabriele Gravina (66). (Archivbild)  © dpa/LaPresse via ZUMA Press/Vincenzo Livieri

Update, 18. April, 16.52 Uhr: Ausnahmen bei Regeln für Einzelhandel möglich

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (63) hat Einzelhändlern, deren Geschäfte die Bedingungen für die Wiederöffnung am Montag nur knapp verfehlen, Ausnahmegenehmigungen in Aussicht gestellt. Entsprechende Genehmigungen könnten bei der Stadt beantragt werden, sagte Wiegand am Samstag auf einer Pressekonferenz. Das gelte etwa für die Begrenzung der Verkaufsfläche.

Es gebe eine Vielzahl von Sachverhalten, die die Verordnung der Landesregierung nicht regele, sagte Wiegand. "Hier kann man dann Rat suchen und Ausnahmegenehmigungen beantragen." Das gelte auch für Geschäfte, die statt der 800 Quadratmeter etwa 815 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. "Wir gucken uns das dann sehr genau an und versuchen dann, die 15 Quadratmeter in irgendeiner Weise nicht in die Verkaufsfläche hinein zu bekommen", sagte Wiegand. Nach Angaben der Landesregierung gilt für die Regelungen die im Miet- oder Pachtvertrag dokumentierte Verkaufsfläche.

Update, 18. April, 16.46 Uhr: Kultusminister Tonne lehnt Verkürzung der Sommerferien ab

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (43, SPD) hält nichts von einer Debatte über die Verkürzung der Sommerferien wegen der Corona-Krise. "Bei allem, was wir machen, bemühen wir uns derzeit, die Eckdaten, die man kennt, die verlässlich sind, sie auch zu halten", sagte der Minister am Samstag auf NDR 1 Niedersachsen. 

Es sei wichtig, nicht noch mehr Unsicherheit und Unklarheit hervorzurufen. Der Termin der Sommerferien sei wichtig für die weiteren Planungen, etwa für Prüfungen. "Ich finde, diese Debatte braucht im Moment keiner", sagte Tonne.

Update, 18. April, 16.42 Uhr: Neue Zahlen aus Deutschland, Europa und der Welt im Überblick

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland.
Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland.  © TAG24
Coronavirus-Fälle weltweit.
Coronavirus-Fälle weltweit.  © TAG24
Zahlen im Überblick.
Zahlen im Überblick.  © TAG24

Update, 18. April, 16.30 Uhr: Bürgermeister verteidigt Corona-Beschränkungen in Gastronomie

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (54) hat Verständnis für die Sorgen der Gastronomie-Betriebe und Hotels geäußert, sieht in der Corona-Krise derzeit aber keine Alternative für die starken Beschränkungen. "Wirtschaftliche Erwägungen müssen in dieser Zeit zurückstehen. Ich verstehe, dass es für die Gastronomie und Hotellerie schwer ist, aber auch andere Branchen wie Friseure und Gesellschaftsgruppen wie Behinderteneinrichtungen oder Familien mit kleinen Kindern sind sehr betroffen. Wir müssen das gemeinsam durchstehen", sagte der SPD-Politiker am Samstag bei Radio Hamburg.

An Hilfen für Hamburger Unternehmer seien inzwischen 363 Millionen Euro bewilligt worden. Das solle über die ersten 2-3 Monate helfen. Eine Lockerung der Gastronomie hänge von der weiteren Entwicklung der Infektionsraten ab. "Ich kann mir aber vorstellen, dass wir zunächst die Außengastronomie für mögliche Lockerungen in den Blick nehmen", kündigte Tschentscher an.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (54). (Archivbild)
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (54). (Archivbild)  © dpa/Axel Heimken

Update, 18. April, 16.20 Uhr: Elbphilharmonie bleibt bis Ende Juni geschlossen

In ganz kleinen Schritten will Hamburg seine Kulturszene wieder öffnen. Theater, Oper und Elbphilharmonie sollen bis 30. Juni geschlossen bleiben, dafür werden die Bücherhallen ihre Türen öffnen, sagte Carsten Brosda (45), Senator für Kultur und Medien (SPD), dem NDR. 

"Wir gehen ehrlicherweise alle davon aus, dass wir im Laufe dieser Spielzeit nicht mehr in eine Situation kommen, in der wir in einem Saal gemeinsam sitzen und jemandem zugucken, der auf der Bühne spielt, singt, tanzt oder musiziert. Deshalb haben wir gesagt, die Theater, die Elbphilharmonie, die Oper und die Musikclubs bleiben bis zum 30. Juni geschlossen", sagte Brosda. "Das gibt den Häusern Planungssicherheit, weil sie nicht mehr auf eine Premiere, von der sie ahnen, dass sie sie absagen müssen, hin proben müssen."

Angesichts der Entwicklungen in den vergangenen Wochen käme dieser Schritt nicht überraschend, hieß es am Samstag in einer Stellungnahme der Elbphilharmonie. "Dass wir alle nun bis zum Sommer das Lebensmittel Live-Kultur entbehren müssen, ist sehr schmerzlich, aber im Hinblick auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Corona-Pandemie konsequent und richtig. Was die Zeit danach betrifft, sind für die meisten Konzertveranstalter bundesweit einheitliche Regelungen mit einem Vorlauf von mindestens zwei Monaten notwendig", schrieb Pressesprecher Tom R. Schulz.

Die Elbphilharmonie werde ihr digitales Angebot "#ElphiAtHome" in den kommenden Wochen und Monaten weiter ausbauen. 

Update, 18. April, 16.18 Uhr: Gottesdienste in ländlichen Regionen möglich

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hält Gottesdienste in Thüringen zunächst vor allem in ländlichen Gebieten für möglich. "In städtischen Gemeinden wird es nicht funktionieren", sagte ein Sprecher der EKM am Samstag in Erfurt. 

In Thüringen sollen Gottesdienste und Versammlungen unter strengen Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ab 3. oder 4. Mai wieder erlaubt sein. Eine entsprechende Verordnung soll noch am Wochenende veröffentlicht werden. Nach bisherigen Plänen sollen Gottesdienste in geschlossenen Räumen nur mit bis zu 30 Menschen erlaubt werden.

Der EKM-Sprecher sagte, es sei kaum vorstellbar, dass Menschen vor der Kirche wieder nach Hause geschickt werden, weil die maximale Teilnehmerzahl erreicht ist. Daher würden Gottesdienste wahrscheinlich erst in Gemeinden mit relativ wenigen Mitgliedern stattfinden.

Ein Krisenstab der evangelischen Kirche will am Dienstag darüber beraten, wie genau Gottesdienste in Corona-Zeiten gestaltet werden könnten. "Klar ist dabei, dass der Schutz von Leben an erster Stelle steht", sagte der Sprecher.

Update, 18. April, 16.13 Uhr: Proteste für Schließung von Zast - Gerichte kippen Versammlungsverbot

Rund 50 Menschen haben in Halle für eine Schließung der zentralen Erstaufnahme für Geflüchtete in Sachsen-Anhalt (Zast) in Halberstadt demonstriert. Die Polizeiinspektion Halle habe als Versammlungsbehörde die Kundgebung zuvor verboten, teilten die Organisatoren des Protests am Samstag mit. Doch das Verwaltungsgericht Halle habe einem Antrag gegen das Verbot stattgegeben, das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt habe die Entscheidung bestätigt. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht.

"In einer Demokratie müssen Versammlungen möglich sein, wir sind froh, dass die Gerichte die grundlegende Bedeutung der Versammlungsfreiheit verteidigt haben", sagte ein Sprecher des Bündnisses gegen Rechts, Valentin Hacken. Das Bündnis hatte den Protest organisiert. Die Demonstranten forderten Innenminister Holger Stahlknecht (55, CDU) auf, sofort notwendige Schritte einzuleiten, um eine dezentralere Unterbringung der Geflüchteten zu organisieren. In einer Massenunterkunft ließen sich Menschenansammlungen nicht vermeiden. Die Unterkunft steht derzeit unter Quarantäne, weil dort zahlreiche Corona-Infektionen bestätigt worden waren.

Für den Protest hatten die Organisatoren zuvor Kreuze auf den Boden gemalt, um einen Mindestabstand von zwei Metern zu gewährleisten. Die Demonstrantinnen und Demonstranten trugen jeweils einen Mund-Nasen-Schutz. Zudem wurden einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Veranstaltung weggeschickt, weil zu viele Menschen sich an dem Protest beteiligten und die Hygieneregeln sonst nicht gewährleistet worden wären.

Demonstranten stehen mit Plakaten auf dem Marktplatz. Bei einer Demonstration wird die Schließung der zentralen Erstaufnahmestelle (Zast) an der Lindenstraße gefordert.
Demonstranten stehen mit Plakaten auf dem Marktplatz. Bei einer Demonstration wird die Schließung der zentralen Erstaufnahmestelle (Zast) an der Lindenstraße gefordert.  © dpa/Sina Schuldt

Update, 18. April, 16.05 Uhr: Schüler Union fordert Maskenpflicht an Schulen

Die Schüler Union (SU) in Sachsen-Anhalt hat die schrittweise Öffnung der Schulen begrüßt, fordert aber weitergehende Sicherheitsregeln. "Die Maßnahmen, die Schüler möglichst weiträumig zu unterrichten, sind richtig und wichtig - reichen jedoch nicht", teilte der CDU-nahe Schülerverband mit. "Daher fordert die SU eine Pflicht zum Tragen von Mund- und Nasenschutz in Schulen." Außerdem sollten die Klassen verkleinert und der Unterricht auf den Vor- und Nachmittag verteilt werden.

Dass die Schule nun wenigstens für die angehenden Absolventen wieder losgehen soll, begrüßt der Verband. Der SU-Landesvorsitzende Michael Benecke hält auch die verbleibende Vorbereitungszeit für ausreichend. "Ich denke, dass das zu schaffen ist", sagte Benecke der Deutschen Presse-Agentur. Überrascht waren Benecke, der sich derzeit auf seine schriftlichen Prüfungen vorbereitet, und seine Mitschüler aber trotzdem, dass die Prüfungen nun wie geplant stattfinden sollen. "Dass es jetzt doch so schnell geht, hätte wohl keiner gedacht."

Update, 18. April, 16 Uhr: Bayern für Verlängerung von Krankschreibung per Telefon

Bayern pocht auf die Ausnahmeregelung bei Krankschreibungen für Arbeitnehmer. Gesundheitsministerin Melanie Huml (44, CSU) kritisierte am Samstag, dass Arbeitnehmer für Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden vom kommenden Montag an wieder zum Arzt gehen müssen. "Dieser Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist mit Blick auf die Gefahren durch die Corona-Pandemie verfrüht. Denn zum jetzigen Zeitpunkt ist es wichtig, Infektionsrisiken konsequent zu vermeiden", erklärte Huml.

Sie fordert deshalb eine Verlängerung der Ausnahmeregelung, dass Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich sind. Es sei zu befürchten, dass sonst auch Covid-19-Patienten wieder in den Arztpraxen erschienen und dadurch andere Menschen ansteckten. 

Melanie Huml (44, CSU), Gesundheitsministerin von Bayern
Melanie Huml (44, CSU), Gesundheitsministerin von Bayern  © dpa/Sven Hoppe

Update, 18. April, 15.55 Uhr: Schleswig-Holstein plant Corona-Biobank - Charité soll helfen

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) will in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité eine Corona-Biobank aufbauen. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sollen möglichst alle Schleswig-Holsteiner, die eine Corona-Infektion überstanden haben, über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren gründlich nachuntersucht werden sowie Blutproben abgeben. 

"Wir vermuten, dass Covid-19 nicht nur zu fürchterlichen Akutschäden, sondern auch zu Folgeerkrankungen führt", sagte Joachim Thiery, Vorstand für Forschung und Lehre am UKSH.

Befürchtet werde, dass auch Jahre nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten könnten: "Die überschießende Entzündung verursacht bei manchen Patienten schwere Schädigungen der inneren Aderhaut, die Mikrogerinnsel auslösen könnten", sagte Thiery. Auch der Blutdruck und die Funktion der Leber können betroffen werden. Der Aufbau einer Corona-Biobank ist auch an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main geplant.

Das schleswig-holsteinische Projekt soll - koordiniert von der Berliner Charité - in enger Zusammenarbeit mit allen deutschen Universitätskliniken laufen. Über die Kosten sagte Joachim Thiery: "Verglichen mit den unübersehbaren Kosten von Corona-Folgeerkrankungen - möglicherweise in Milliardenhöhe, wenn wir zu spät kommen - liegt unser Projekt im Bereich weniger Millionen pro Jahr."

Update, 18. April, 15.50 Uhr: Mangel an Schutzkitteln in britischen Kliniken

In den britischen Kliniken werden Ausrüstungen zum Schutz gegen das Coronavirus bedrohlich knapp. Es wird erwartet, dass noch an diesem Wochenende die für Ärzte und Pfleger empfohlenen langärmeligen, flüssigkeitsabweisenden Einweg-Kittel auf vielen Intensivstationen nicht mehr zur Verfügung stehen. 

Die Lagerbestände sind nach offiziellen Angaben aufgebraucht. Daher haben die Behörden auch die Verwendung anderer Kittel erlaubt - ein Schritt, der am Samstag auf heftige Kritik unter anderem von Gewerkschaften stieß. Sie befürchten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für das Klinikpersonal.

Die British Medical Assocation (BMA) teilte mit, die Mitarbeiter sollten sich nicht selbst gefährden müssen, um andere zu retten. "Zu viele Ärzte und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben schon ihr Leben verloren", sagte Chaand Nagpaul von der Ärztegewerkschaft. Umfragen der BMA und des Royal College of Nursing hatten schon zuvor ergeben, dass sich Ärzte und Krankenpfleger nicht ausreichend bei ihrer Arbeit geschützt fühlen. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode.

Britischen Medien zufolge sind schon mindestens 50 NHS-Mitarbeiter an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion gestorben. Es ist aber nicht eindeutig geklärt, ob sich alle Betroffenen während der Arbeit angesteckt haben. In Großbritannien mangelt es auch an Klinikpersonal, Beatmungsgeräten für Covid-19-Patienten und Tests.

Aufgrund der im Vergleich zu anderen Ländern geringen Anzahl von Tests gelten britische Corona-Statistiken als wenig aussagekräftig. 

Eine Mitarbeiterin erhält im Nightingale-Krankenhaus Nord-West eine Schulung über das An- und Ablegen von Schutzkleidung, um eine Infektion oder Übertragung des Coronavirus zu vermeiden.
Eine Mitarbeiterin erhält im Nightingale-Krankenhaus Nord-West eine Schulung über das An- und Ablegen von Schutzkleidung, um eine Infektion oder Übertragung des Coronavirus zu vermeiden.  © dpa/AP/Jon Super

Update, 18. April, 15.45 Uhr: Klinik-Leitung räumt Versäumnisse beim Umgang mit Corona-Ausbruch ein

Nach dem schweren Ausbruch von Corona-Infektionen mit zahlreichen Todesfällen im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat die Klinikleitung erstmals Versäumnisse eingeräumt. "Im Zeitraum vom 13. bis 26. März ist im Klinikum Ernst von Bergmann eine kritische Entwicklung im Rahmen der Corona-Pandemie nicht ausreichend erkannt worden", teilte die Geschäftsführung am Samstag nach einer nichtöffentlichen Beratung im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung mit.

"Dabei sind tatsächlich nachgewiesene und registrierte Infektionen bei einzelnen Mitarbeitern nicht in einen inhaltlichen Zusammenhang gebracht und tiefgreifend analysiert worden", hieß es in der Mitteilung weiter. Dies betreffe insbesondere die Abteilungen Nephrologie (Nierenkrankheiten), Urologie, Geriatrie und Allgemeinchirurgie. "Damit hätten im Rückblick unter Umständen noch fundiertere Entscheidungen getroffen werden können", räumte die Klinikleitung ein. "Die Geschäftsführung bedauert dies sehr."

An dem größten Potsdamer Krankenhaus, das auch die Region versorgt, hatten sich die Fälle von Corona-Infizierten und von Toten gehäuft - bislang wurden dort nach Angaben der Stadt 37 Todesfälle gezählt.

Update, 18. April, 15.37 Uhr: Erste Krankenhäuser in Brasilien geraten an ihre Grenzen

Angesichts der steigenden Infektionen mit dem Coronavirus geraten Krankenhäuser in Brasilien zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Bundesstaat São Paulo mit bislang über 600 bestätigten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 waren die Intensivstationen von mindestens fünf Kliniken ausgelastet, wie das Nachrichtenportal "G1" am Samstag berichtete. 

In Rio de Janeiro gab es demnach in den vier größten Krankenhäusern keine freien Betten auf den Intensivstationen mehr und in Fortaleza verdoppelte sich zuletzt die Zahl der künstlich beatmeten Patienten. In Manaus im Amazonasgebiet wurde ein Kühlcontainer vor einem großen Hospital aufgestellt, um die Leichen zu lagern.

In dem größten Land Lateinamerikas haben sich bislang 33 682 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, 2141 Patienten sind gestorben. Während einige Gouverneure in Brasilien für ihre Bundesstaaten mittlerweile Ausgangsbeschränkungen und Schutzmaßnahmen angeordnet haben, hält der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro (65) die Maßnahmen für übertrieben und will möglichst schnell zur Normalität zurückkehren. Wegen Meinungsverschiedenheiten über den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie entließ er zuletzt den Gesundheitsminister. 

Jair Bolsonaro (65), Präsident von Brasilien. (Archivbild)
Jair Bolsonaro (65), Präsident von Brasilien. (Archivbild)  © dpa/AP/Andre Borges

Update, 18. April, 15.32 Uhr: Bürger klagen gegen Ausgangsbeschränkungen

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern (39) ist von zwei Bürgern wegen der in der Corona-Krise verhängten Ausgangsbeschränkungen verklagt worden. Sie würden rechtswidrig festgehalten, sagten die beiden Kläger laut Medienberichten vom Samstag in einer Videoschalte vor dem High Court in Auckland.

Einer der beiden argumentierte demnach, der Lockdown hätte erst nach Rücksprache mit dem UN-Generalsekretär verfügt werden dürfen. Der andere warf Ardern vor, die Wirtschaft der Pazifikstaates zu gefährden.

Der Rechtsvertreter der Regierung erwiderte, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus am 25. März verhängten Einschränkungen seien nicht mit einer Inhaftierung zu vergleichen. Richterin Mary Peters kündigte eine baldige Entscheidung an, wie es weiter hieß. Ardern will am Montag mitteilen, ob einige der Beschränkungen gelockert werden können.

Update, 18. April, 15.25 Uhr: Bundeswehr hält 32.000 Soldaten für Corona-Einsatz bereit

Für den Einsatz in der Corona-Krise hält die Bundeswehr inzwischen mehr als 32.000 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen bereit. Zu dem Einsatzkontingent "Hilfeleistung Corona" gehörten mehr als 17.000 Männer und Frauen aus dem Sanitätsdienst der Streitkräfte, heißt es in einer Vorlage für die Spitze des Verteidigungsministeriums, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In den fünf Bundeswehrkrankenhäusern wurden in dieser Woche für die normale Pflege von Covid-19-Patienten demnach insgesamt 820 Betten vorgehalten, von denen 48 belegt waren (Stand: Mittwoch). Für die intensivmedizinische Behandlung gab es 159 Betten in den Krankenhäusern, von denen 23 mit Covid-19-Patienten belegt und knapp 100 frei waren.

Bei einer Lockerung der verordneten Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Leben sei binnen 10 bis 14 Tagen mit einem Stresstest für zivile Krankenhäuser und die Einrichtungen des Sanitätswesens zu rechnen, hieß es. In den Bundeswehrkrankenhäusern wurden bereits vor der Krise etwa 80 Prozent Zivilisten behandelt. In der Bundeswehr gab es bislang mindestens 314 Corona-Fälle. Aktuell infiziert sind 116 Männer und Frauen, genesen etwa 200.

Für den Fall einer katastrophalen Steigerung der Zahl schwerkranker Corona-Infizierten ist im Bundeswehrzentralkrankenhaus eine Reserve mit zusätzlichen Notfallbetten mit Beatmungsgeräten für 20 Patienten eingerichtet worden. (Archivbild)
Für den Fall einer katastrophalen Steigerung der Zahl schwerkranker Corona-Infizierten ist im Bundeswehrzentralkrankenhaus eine Reserve mit zusätzlichen Notfallbetten mit Beatmungsgeräten für 20 Patienten eingerichtet worden. (Archivbild)  © dpa/Thomas Frey

Update, 18. April, 15.22 Uhr: Mehr als 20.000 Tote in Spanien, aber Lage wird besser

Im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien hat die Zahl der Todesopfer die Marke der 20.000 durchbrochen. Binnen 24 Stunden seien 565 infizierte Menschen ums Leben gekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag in Madrid mit. Das waren 20 weniger als am Vortag. Die Gesamtzahl der Corona-Toten kletterte am Samstag auf 20.043. Damit liegt das Land an dritter Stelle hinter den USA und Italien.

Allerdings haben die Todesopferzahlen der vergangenen Tage etwas weniger Aussagekraft, denn die Zentralregierung bemüht sich seit Freitag zusammen mit den jeweiligen Regionen des Landes um eine Vereinheitlichung der Erfassungs- und Mitteilungsmechanismen, nachdem man einige Probleme festgestellt hatte.

Die seit Mitte März und noch mindestens bis Mitternacht des 25. April geltende strikte Ausgangssperre zur Bekämpfung trägt aber offenbar kontinuierlich Früchte. Spanien befinde sich in einer Phase, in der sich die Übertragungsgeschwindigkeit des Virus deutlich verlangsame, sagte am Samstag der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón. Für die nächsten Tage erwarte man "einen noch stärkeren Rückgang der Zahlen".

Update, 18. April, 15.20 Uhr: Pakistan verlängert Flugstopp - immer noch Deutsche im Land

Pakistan hat wegen der Corona-Pandemie die Aussetzung des Flugverkehrs bis zum Ende des Monats verlängert. Bis zum 30. April sollen keine internationalen sowie inländische Flüge stattfinden, sagte ein Sprecher des pakistanischen Luftfahrtamtes am Samstag. Zuletzt gab es immer wieder Ausnahmen, insbesondere für Rückholaktionen von Drittstaaten. Auch zahlreiche Deutsche stecken immer noch in dem südasiatischen Land fest.

Die deutsche Botschaft in Pakistan sei dabei, alternative Rückkehrmöglichkeiten für verbliebene Deutsche zu prüfen, schrieb Botschafter Bernhard Schlagheck (63) am Samstag auf Twitter. Zuletzt hatte die Auslandsvertretung angekündigt, dass keine Rückholflüge mehr stattfänden, nachdem etwa 650 Passagiere am 31. März und 4. April zurück nach Deutschland gebracht worden waren.

Es gebe auch nach den beiden Rückholaktionen immer noch Bedarf von Ausreisemöglichkeiten, teilte das Auswärtigen Amt mit. Man bemühe sich mit der Botschaft intensiv darum, Lösungen für eine zeitnahe Rückkehr zu finden. Viele Menschen, die sich online registriert hatten, warten nun bereits seit Wochen auf ihre Ausreise. Wie viele Deutsche sich noch in Pakistan befinden, ließ das Auswärtige Amt unbeantwortet.

Update, 18. April, 15.15 Uhr: Lockerungen bringen keine Normalität in Teheran

Trotz verbreiteter Skepsis der Bevölkerung hat der Iran die Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Krise am Samstag in Teheran gelockert. Mit Beginn der zweiten Phase der angeordneten Normalisierung nahmen viele Wirtschaftszweige die Arbeit wieder auf und Geschäfte öffneten wieder. Doch eine Rückkehr zur Normalität gab es in der iranischen Hauptstadt nicht. Viele Geschäfte blieben leer, denn viele Teheraner blieben lieber zu Hause, um sich nicht mit dem Corona-Virus anzustecken.

Menschen stehen auf der Rolltreppe der U-Bahn Station Tadschrisch.
Menschen stehen auf der Rolltreppe der U-Bahn Station Tadschrisch.  © dpa/Farshid-Motahari Bina

Update, 18. April, 15.05 Uhr: Neue Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft Neumünster

Drei weitere Bewohner eines Quarantänehauses in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Landesamt für Ausländerangelegenheiten am Samstag mitteilte, gehören sie zu einer iranischen Familie. In dem Quarantäne-Haus seien neun Personen untergebracht, darunter sechs positiv getestete Fälle. In der vergangenen Woche konnten zwei bereits genesen entlassen werden, ein weiterer am Freitag.

"Wenn wir Covid-19-Infektionen feststellen, isolieren wir immer die ganze Familie, weil eine Ansteckung hier sehr wahrscheinlich ist. Das hatten wir auch bei dieser Familie gemacht", wird André Kröncke, Leiter des ärztlichen Dienstes in der Landesunterkunft, in der Mitteilung zitiert. Durch die neuen Fälle bestehe kein Infektionsrisiko für die anderen Bewohner der Landesunterkunft.

Titelfoto: Luca Bruno/AP/dpa


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