Coronavirus in NRW: 35 Menschen infiziert, Hinweise und Tipps

Heinsberg/Köln/NRW - 20 Menschen sind in Nordrhein-Westfalen mit dem Coronavirus nach Stand vom Freitagmorgen infiziert. Immer mehr Menschen im Kreis Heinsberg müssen nach den ersten Infektionsfällen mit dem neuartigen Coronavirus vorsorglich zu Hause bleiben.

Kindergärten und Schulen blieben im betroffenen Kreis Heinberg bereits geschlossen.
Kindergärten und Schulen blieben im betroffenen Kreis Heinberg bereits geschlossen.  © Henning Kaiser/dpa

Der Kreis Heinsberg geht mittlerweile von schätzungsweise 1000 Menschen in häuslicher Quarantäne aus. "Das ist eine rein statistische Rechnung", sagte ein Sprecher des Kreises am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der im Fokus stehenden Karnevalsveranstaltung "Kappensitzung" im Ortsteil Langbroich-Harzelt von Gangelt (Kreis Heinsberg) am 15. Februar könnte es etwa 400 Kontaktpersonen gegeben haben. Für deren Partner und gegebenenfalls Kinder könnte rein rechnerisch der Faktor 2,5 angesetzt werden, womit man auf die Zahl 1000 komme.

Nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 in Nordrhein-Westfalen sind inzwischen 20 Menschen nachweislich infiziert.

Das Landes-Gesundheitsministerium und der Kreis Heinsberg hatten am Donnerstagabend mitgeteilt, dass nach den bisher sechs Fällen 14 neue Fälle bestätigt worden seien.

Update, 16.12 Uhr: 35 Infizierte im Kreis Heinsberg

Die Zahl der am neuartigen Coronavirus erkrankten Menschen im Kreis Heinsberg ist auf 35 gestiegen. Das sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag bei ntv.

Von den 35 Menschen aus dem Kreis Heinsberg, die inzwischen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, wird nur ein Ehepaar im Krankenhaus behandelt.

Alle anderen Patienten seien nicht stationär aufgenommen worden, sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag bei einer Pressekonferenz. Der Krankheitsverlauf sei bei den Patienten vergleichsweise milde.

Update, 15.03 Uhr: Laschet warnt vor Alarmismus

Armin Laschet (r, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg, äußern sich nach einem Gespräch vor der Presse.
Armin Laschet (r, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg, äußern sich nach einem Gespräch vor der Presse.  © Oliver Berg/dpa

Die Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen haben nach den Worten von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu einer ernsten Situation geführt.

Panik und Alarmismus wären allerdings falsch, sagte er am Freitag nach einem Besuch im Krisenstab des bislang am stärksten betroffenen Kreises Heinsberg.

Der Ministerpräsident wollte sich vor Ort aus erster Hand informieren und sich bei allen Helfern bedanken.

Jetzt sei es wichtig, über alles zu informieren, was dabei helfe, das Coronavirus einzudämmen, sagte Laschet. "Das Land Nordrhein-Westfalen wird weiter seinen Beitrag leisten, um dieser Lage gerecht zu werden. Wir sichern volle Unterstützung zu."

Update, 15.41 Uhr: Beratungsunternehmen schickt 1500 Mitarbeiter vorläufig nach Hause

Nachdem ein Mitarbeiter eines großen Beratungsunternehmens in Düsseldorf am Coronavirus erkrankt ist, sollen 1500 Kolleginnen und Kollegen des Mannes erst einmal zuhause bleiben.

Die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) berichtete am Freitag, sie sei am Donnerstagabend über die Erkrankung ihres Angestellten informiert worden und habe daraus die Konsequenzen gezogen.

"Wir haben alle Mitarbeiter der betreffenden Niederlassung darüber informiert und sie aufgefordert, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben", erklärte ein Unternehmenssprecher.

Update, 14.18 Uhr: Infiziertes Ehepaar in Düsseldorf stabil

Der Zustand des mit dem Coronavirus infizierten Ehepaares auf der Isolierstation der Düsseldorfer Uniklinik ist stabil. Das teilte das Klinikum am Freitag mit.

Der 47-jährige Selbstständige aus dem Kreis Heinsberg sei zwar weiterhin in kritischem Zustand, dieser habe sich seit Donnerstag aber etwas stabilisiert. Er leide unter einer schweren Lungenentzündung. Auch seine Ehefrau leide an einer Lungenentzündung, aber mit weniger schwerem Verlauf.

Das Ehepaar war in Nordrhein-Westfalen zuerst als infiziert getestet worden.

Update, 14.10 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besucht Kreis Heinsberg

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will den vom Coronavirus bislang am stärksten heimgesuchten Kreis Heinsberg besuchen. Laschet werde dort noch am Freitag den Krisenstab aufsuchen, teilten ein Sprecher des Kreises und die NRW-Staatskanzlei mit.

Update, 14.09 Uhr: Kölner Patienten aus Isolation entlassen, 35 weiter unter Quarantäne

Nach Ablauf der Quarantänezeit sind die ersten Kontaktpersonen des schwer erkrankten Coronavirus-Patienten aus Gangelt an der Uniklinik Köln aus der Isolation entlassen worden.

Dabei handelt es sich um vier Krankenhaus-Mitarbeiter und zwei Patienten, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Bei ihnen sei zuvor auch ein zweiter Test auf das Virus negativ ausgefallen. Insgesamt stehen den Angaben zufolge nun noch sechs Klinik-Mitarbeiter und 29 Patienten unter Isolation.

Die Betroffenen sollen mit dem ersten nachgewiesenen Coronavirus-Patienten in NRW Kontakt gehabt haben, als sich dieser - ohne von seiner möglichen Infizierung zu wissen - am 13. und am 19. Februar in der Uniklinik aufhielt. Er war dort zu regulären Nachsorgeuntersuchungen vorstellig geworden.

Bislang wurden alle Kontaktpersonen negativ auf das Virus getestet. Wegen der theoretischen Inkubationszeit mussten sie sich allerdings in Isolation begeben.

Update, 12.32 Uhr: Ein Infizierter in Düsseldorf

Ein Mitarbeiter einer Düsseldorfer Unternehmensberatung ist mit dem Coronavirus infiziert. Das hat das Unternehmen Ernst & Young am Freitag mitgeteilt.

Er habe im Düsseldorfer Büro gearbeitet. Alle Mitarbeiter der Niederlassung seien aufgefordert worden, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben.

Der infizierte Mitarbeiter habe nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Kontakt zu Mandanten gehabt. Die weiteren Schritte stimme man mit den zuständigen Behörden ab. Zum Übertragungsweg machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. Die "Rheinische Post" hatte zuvor berichtet.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte, der Mann gehöre zu den 20 bereits bekannten Infizierten in NRW. Er habe Bezüge in den Kreis Heinsberg.

Update, 11.33 Uhr: Düsseldorferin war seit neun Tagen nicht mehr in der Stadt

Die junge Frau aus Düsseldorf, die sich mit dem Coronavirus infiziert hat, war seit neun Tagen nicht mehr in der Stadt.

Das hat ein Sprecher der Stadt Düsseldorf am Freitag mitgeteilt. Sie sei seit über einer Woche bei ihrem Freund in Heinsberg und habe mit ihm dort Karneval gefeiert. Ihr Freund sei ebenfalls erkrankt. Die beiden befänden sich in Heinsberg in häuslicher Quarantäne.

Ein weiterer Erkrankter aus dem Kreis Heinsberg arbeitet in Bergheim. Deswegen sei die Dienststelle der Knappschaft in Bergheim für 14 Tage geschlossen worden, teilte der Rhein-Erft-Kreis mit. Alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle stünden unter häuslicher Quarantäne.

Rund 1000 Menschen in NRW in häuslicher Quarantäne

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantwortet Fragen von Journalisten.
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantwortet Fragen von Journalisten.  © Federico Gambarini/dpa

Alle jetzt positiv Getesteten seien in häusliche Quarantäne entlassen worden, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig sei, hieß es.

Von den 14 neu Betroffenen stammen demnach neun aus Gangelt, zwei aus der Nachbargemeinde Selfkant, eine aus der Stadt Heinsberg, eine aus Herzogenrath und eine aus Düsseldorf.

"Nach jetzigem Stand deuten auch hier wieder zahlreiche Verbindungen zum Gangelter Karneval", teilte der Kreis Heinsberg mit.

Alle zuvor bekannten sechs Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das an der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Der Zustand des 47-jährigen Ehemanns ist nach Angaben der Uniklinik ernst.

Im Kreis Heinsberg, dem westlichsten Kreis Deutschlands, in dem rund 252.000 Menschen leben, kämpft ein rund 100-köpfiger Krisenstab gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Schulen und Kindergärten im Kreis sind vorsorglich vorerst geschlossen. Auch alle Kreisbehörden und Gerichte sind für den Publikumsverkehr dicht.

Vom Robert Koch-Institut hieß es, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19- und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen. Covid-19 ist die Erkrankung, die durch den Erreger Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann.

Das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben Webseiten eingerichtet.

Coronavirus-Vorkehrungen in Köln

Im Kölner Dom bleibt das Weihwasserbecken leer. (Symbolbild)
Im Kölner Dom bleibt das Weihwasserbecken leer. (Symbolbild)  © DPA / Fabian Strauch / Oliver Berg

Auch der Kölner Dom reagiert auf das Coronavirus. Ab Freitagmorgen bleiben die Weihwasserbecken leer, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. "Außerdem rufen wir beim Friedensgruß innerhalb eines Gottesdienstes die Gläubigen aktuell nicht dazu auf, einander die Hände zu reichen", teilte Dompropst Gerd Bachner am Donnerstag mit. "Der Friedensgruß kann sehr gut durch ein freundliches Lächeln oder Zunicken erfolgen."

Bei den getesteten Patienten und Mitarbeitern der Uniklinik Köln habe der Test keinen Nachweis auf Coronaviren ergeben, hieß es am Donnerstag.

Der schwer erkrankte 47-Jährige aus Gangelt hatte sich im Februar zweimal in der Uniklinik Köln zu ambulanten Untersuchungen zu einer anderen Erkrankung aufgehalten.

Zehn Mitarbeiter der Uniklinik Köln und 31 Personen, die in den gleichen Wartezimmern gesessen haben, waren als mögliche Kontaktpersonen ermittelt worden. Für sie gilt weiterhin eine zweiwöchige Isolation.

In Köln seien das Gesundheitsamt, Krankenhäuser, die niedergelassene Ärzteschaft, die Feuerwehr sowie der Rettungs- und Transportdienste in engem Kontakt miteinander, um die Ausbreitung des Corona-Virus in Köln zu verhindern, so die Stadt Köln

Die Stadt Köln hat für Bürger ebenfalls eine Info-Seite zum Coronavirus eingerichtet.

Titelfoto: DPA / Fabian Strauch / Oliver Berg

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