Corona-Kreuzfahrtschiff: Passagiere dürfen endlich an Land

Yokohama (Japan) - Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess in Japan gegangen. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen an Bord werde mindestens drei Tage dauern, teilte die Regierung in Tokio mit.

Die Diamond Princess liegt in Yokohama vor Anker.
Die Diamond Princess liegt in Yokohama vor Anker.  © Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Wire/dpa

Als erste Gruppe sollen rund 500 vor allem ältere Passagiere, die negativ auf den Erreger getestet und abschließend von Ärzten an Bord befragt wurden, die Diamond Princess verlassen.

Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu anderen Bahnhöfen im Raum der Tokioter Nachbar-Metropole gebracht, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Vor dem Schiff fuhren Busse auf. Wer negativ auf das Virus getestet wurde, aber engen Kontakt mit später positiv getesteten Personen hatte, muss bis auf weiteres an Bord zur Beobachtung bleiben.

Die Zahl der Sars-CoV-2-Fälle bei Passagieren und Crewmitgliedern war bis zum Vortag auf 542 gestiegen.

Alle Betroffenen wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht. Inzwischen seien alle Personen an Bord getestet worden, hieß es.

Anfänglich hatten sich rund 3700 Menschen an Bord der Diamond Princess befunden, darunter zehn deutsche Staatsangehörige. Ein deutsches Ehepaar wurde später positiv auf den Erreger getestet (TAG24 berichtete).

Anlass für die zweiwöchige Quarantäne hatte ein 80-Jähriger aus Hongkong gegeben, der positiv auf das Virus getestet worden war. Der Senior war am 20. Januar in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord des Kreuzfahrtschiffes gegangen.

Noch 781 Reisende auf der Werdam in Kambodscha

Auch auf der Westerdam befinden sich nach wie vor noch Passagiere.
Auch auf der Westerdam befinden sich nach wie vor noch Passagiere.  © Li Lay/XinHua/dpa

In Kambodscha mussten ebenfalls noch Kreuzfahrturlauber auf ihre Heimreise warten, darunter mehrere Deutsche.

Alle 781 dort verbliebenen Reisenden der Westerdam seien negativ getestet worden, teilte die Reederei Holland America Line unter Berufung auf das kambodschanische Gesundheitsministerium mit.

Wann die verbliebenen Westerdam-Passagiere heimkehren können, war noch nicht klar.

Mehrere asiatische Länder hatten dem Kreuzfahrtschiff aus Sorge vor einer möglichen Einschleppung des Virus das Anlegen untersagt, obwohl keine Fälle an Bord bekannt waren. Erst Kambodscha stimmte schließlich zu.

Bei einer US-Passagierin der Westerdam wurde dann am Wochenende bei der Weiterreise in Malaysia überraschend eine Infektion festgestellt.

Da waren viele der rund 2300 Menschen an Bord bereits an Land gegangen. Das Ausschiffen wurde gestoppt. Unklar ist, wo sich die in Hongkong zugestiegene Amerikanerin angesteckt hat.

Heimreise aus Kambodscha wird schwierig

Auch 57 deutsche Urlauber waren laut Reederei unter den Westerdam-Passagieren. Einige warteten noch auf die Heimreise, andere sind bereits zu Hause. Zwei Brandenburger seien derzeit in häuslicher Isolation und würden täglich befragt, wie das Potsdamer Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte.

Die Heimreise aus Kambodscha könnte für die Passagiere schwierig werden - obwohl sie negativ getestet wurden. Malaysia, Singapur, Thailand und Taiwan haben in den vergangenen Tagen angekündigt, die Durchreise nicht zu erlauben.

Außerdem wurden die Wartenden im Hotel in Phnom Penh von Botschaftsmitarbeitern informiert, sie sollten es auch nicht über Südkorea oder Vietnam versuchen.

Titelfoto: Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Wire/dpa


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