Coronavirus: Neue Studien machen Hoffnung: Immunität könnte lange anhalten

Mitte März wurden in Deutschland wegen des Coronavirus Ausgangsbeschränkungen eingeführt. Seitdem gehören Abstandsregeln und Maskenpflicht zum Alltag dazu. Vieles hat sich seit Jahresbeginn geändert. TAG24 berichtet live über das Coronavirus-Geschehen in der Bundesrepublik, aber auch in anderen Staaten. Aktuelle Infos lest Ihr in unserem Live-Ticker.

Update, 17. August, 23.11 Uhr: Über 200.000 Anträge auf Legalisierung von Schwarzarbeit in Italien

Mehr als 200.000 Menschen haben in Italien eine Legalisierung ihrer Beschäftigung beantragt, die bislang schwarz im Land arbeiten. Wie das Innenministerium am Montag in Rom mitteilte, gingen 207.542 Anträge ein, darunter auch von Migranten. Die Frist für die Einreichung endete am Samstag. Beschränkt war das Angebot der italienischen Regierung auf Beschäftigte in der Landwirtschaft und Fischerei, auf Hausangestellte und Pflegepersonal.

Agrarministerin Teresa Bellanova hatte die Vereinbarung im Mai vorgestellt. Sie sollte Erntehelfer, Hausangestellte und Pflegekräfte vor Ausbeutung schützen. Begründet wurde der Schritt auch mit dem Fehlen vieler Saisonarbeiter etwa aus Rumänien oder Bulgarien wegen der Corona-Krise.

Laut Innenministerium stammten 85 Prozent der Anträge von Dienstmädchen und Betreuern, auch sei die Mehrheit von italienischen Staatsbürgern und nicht von Migranten gekommen. Die Regierung in Rom hatte auch Ausländern mit abgelaufener Aufenthaltsgenehmigung die Möglichkeit gegeben, neue vorläufige Papiere zu beantragen. Davon hätten 13.000 Menschen Gebrauch gemacht.

Italien, Venedig: Ein einzelner Mann mit einer Hygienemaske geht über den leeren Markusplatz. So haben die meisten Venezianer ihre Stadt wohl noch nie erlebt: keine Motorboote, keine Gondoliere und kaum Touristen. Selbst auf dem sonst überfüllten Markusplatz waren Selfies ohne Menschenmassen im Hintergrund möglich.
Italien, Venedig: Ein einzelner Mann mit einer Hygienemaske geht über den leeren Markusplatz. So haben die meisten Venezianer ihre Stadt wohl noch nie erlebt: keine Motorboote, keine Gondoliere und kaum Touristen. Selbst auf dem sonst überfüllten Markusplatz waren Selfies ohne Menschenmassen im Hintergrund möglich.  © Antonio Calanni/AP/dpa

Update, 17. August, 22.30 Uhr: Neue Studien machen Hoffnung: Immunität könnte lange anhalten

Ist man kurz nach einer Covid-19-Infektion bereits nicht mehr immun? Bei manchen Menschen werden schon kurz nach der Genesung keine Antikörper mehr gefunden. Doch muss das unbedingt etwas Schlechtes bedeuten?

Wie der Spiegel am Montag berichtet, deuten mehrere neue Studien darauf hin, dass die Immunität der Patienten noch lange nach einer Covid-19-Infektion andauern könnte. 

Denn, auch wenn Antikörper oft nicht mehr gefunden werden, sind einige vermutlich weiterhin da. "Die Antikörper nehmen ab, aber sie verbleiben in einem Bereich, der wie ein stabiler Tiefpunkt aussieht", sagte Deepta Bhattacharya von der University of Arizona, der Co-Autor einer aktuellen Forschungsarbeit ist. 

Es könnte gut möglich sein, dass selbst Menschen, die nur sehr milde Symptome hatten, noch lange geschützt sein werden. 

Halten die Antikörper doch, was sie versprechen? (Symbolbild)
Halten die Antikörper doch, was sie versprechen? (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Update, 17. August, 20.54 Uhr: Corona-Pandemie: Litauen ändert Einreisebestimmungen

Litauen hat angesichts europaweit steigender Corona-Zahlen die Einreisebestimmungen geändert. Einreisende aus Staaten der EU und der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft dürften ohne Einschränkungen in den Baltenstaat kommen. 

Wer aber aus Ländern mit einer Infektionsrate von mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner einreist, muss bei Ankunft einen gültigen negativen Corona-Test vorweisen. Dies beschloss die Regierung in Vilnius am Montag.

Bislang war für Einreisende aus Ländern mit hohen Ansteckungsraten, die in einer einmal wöchentlich aktualisierten Liste aufgeführt sind, die Einreise untersagt. 

"Die Listen von weniger und mehr betroffenen Staaten verlieren jetzt praktisch ihre Bedeutung. Die Situation ändert sich überall", sagte Innenministerin Rita Tamasuniene: "Daher möchten wir alle den gleichen Einreisebedingungen unterwerfen."

Weiterhin gilt eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Rate von mehr als 16 Fällen pro 100.000 Einwohner - sie müssen sich nach der Einreise in Litauen unverändert für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Litauen verzeichnete bislang 2436 bestätigte Infektionen und 81 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. 

Update, 17. August, 20.20 Uhr: Nena sieht neue "Innigkeit" wegen Corona, aber auch "eine Art Krieg"

Nena spürt in der Corona-Krise neben gesellschaftlichen Konflikten auch eine neue Verbundenheit. "In den Shows begegne ich vielen Menschen, und ich spüre auf jeden Fall eine ganz neue Innigkeit", sagte die 60 Jahre alte Sängerin ("99 Luftballons") über derzeitige Freiluft- und Autokino-Konzerte in einem Interview des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). 

"Aus all diesen Konzerten gehe ich selig und tief berührt wieder nach Hause. Generell herrscht mehr Liebe untereinander, das ist deutlich zu spüren. Und ich glaube auch, dass das bleibt und ab jetzt nur noch stärker wird und sich ausbreitet."

Die Corona-Pandemie sei für alle etwas Neues: "Wir alle sind plötzlich in eine Lebenssituation geraten, die ungewiss ist. Und das, obwohl das Leben natürlich immer ungewiss ist. Aber im Alltag haben wir das wohl größtenteils ausgeblendet und quasi in einer Simulation von Sicherheit gelebt." 

Darin sehe sie aber auch eine Chance, sagte Nena. Sie erlebe einen "intensiven Aufwachprozess". "Es ist an der Zeit, dass man aufeinander zugeht, anstatt übereinander herzufallen, weil man unterschiedlicher Meinung ist. Ich finde es erschütternd, dass wir uns in verschiedene Lager, Ansichten und Wahrheiten spalten lassen und so viele bereit sind, eine Art Krieg untereinander zu führen, anstatt ins Miteinander zu gehen und Frieden zu schaffen."

Sängerin Nena (60) (Archivbild).
Sängerin Nena (60) (Archivbild).  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 17. August, 19.50 Uhr: Swiss: Staatshilfe für Lufthansa-Tochter bewilligt

Die Schweizer Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiß bekommen ihre staatlich garantierten Kredite: Der deutsche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) habe den Schweizer Bundesgarantien für Kredite in Höhe von 1,5 Milliarden Franken (1,4 Mrd Euro) zugestimmt, teilte die Swiss am Montag mit. 

Die Regierung in Bern hatte die Garantie bereits im Mai versprochen. Die Schweizer Staatshilfe hing aber vom deutschen Rettungspaket für die Lufthansa ab. Die Verhandlungen hatten sich hingezogen.

"Wir sind sehr dankbar, dass die vom Bund bereits zugesicherte finanzielle Unterstützung in Form eines Kredits nun zum Tragen kommt", teilte Swiss-Chef Thomas Klühr mit. Wegen der Corona-Krise hatte die Swiss im operativen Geschäft im 1. Halbjahr einen Verlust von gut 266 Millionen Franken gemacht. Der Umsatz ging um rund 55 Prozent auf gut eine Milliarde Franken zurück.

Flugzeuge der Fluggesellschaft "Swiss" stehen am Flughafen Zürich.
Flugzeuge der Fluggesellschaft "Swiss" stehen am Flughafen Zürich.  © Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa

Update, 17. August, 19.42 Uhr: 561 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 561 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen hervor. 

Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montag bei 1,11 (Vortag: 1,21). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 1,04 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler (59).
Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler (59).  © Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

Update, 17. August, 19.30 Uhr: Easyjet schließt drei Basen in Großbritannien

Die Billigfluglinie Easyjet gibt wegen der Corona-Krise drei ihrer elf Basen in Großbritannien auf. Betroffen sind die Flughäfen Stansted und Southend in der Nähe von London sowie Newcastle im Nordosten Englands. 

Die Stützpunkte werden ab 31. August geschlossen, teilte Easyjet-Chef Johan Lundgren am Montag mit. Die gesamte Branche leidet unter einem Einbruch der Passagierzahlen.

Erst kürzlich hatte sich Easyjet mit dem Verkauf eines Teils der Flotte finanziellen Spielraum verschafft. Die britische Fluggesellschaft verkaufte 23 Maschinen mit einem Gesamterlös von 771 Millionen US-Dollar (650 Millionen Euro). Die Flugzeuge nutzt Easyjet jetzt weiterhin im Rahmen eines Leasing-Vertrags.

Flugzeuge der britischen Fluggesellschaft Easyjet stehen auf dem Flughafen London Southend.
Flugzeuge der britischen Fluggesellschaft Easyjet stehen auf dem Flughafen London Southend.  © Nick Ansell/PA Wire/dpa

Update, 17. August, 18.05 Uhr: Rückkehrer missachtet Corona-Vorgabe - Sportteam in Quarantäne

Ein junger Mann hat seiner Sportmannschaft im Landkreis Oldenburg mit einem Verstoß gegen die coronabedingte Quarantäne-Regelung Probleme eingehandelt. Der Betroffene kam Anfang August aus einem Risikogebiet zurück und ging trotz 14-tägiger Quarantänepflicht schon nach sieben Tagen zum Training, wie der Landkreis am Montag mitteilte.

Einen Tag später habe dessen Bruder ein positives Testergebnis erhalten, worauf sich auch der junge Mann testen ließ - auch er wurde positiv getestet. Die Folge sei, dass die gesamte Sportmannschaft für 14 Tage in Quarantäne geschickt wurde. "Einzig der Quarantäne-Verstoß des jungen Mannes macht diese Maßnahme notwendig", hieß es in einer Mitteilung. Details über Sportart und Ort macht der Kreis nicht.

Update, 17. August, 18.02 Uhr: TV-Sender droht nach Übertragung von Corona-Demo Ärger

Nach der Übertragung einer Demonstration der Initiative "Querdenken 711" gegen die Corona-Auflagen hat der Regionalsender L-TV aus Winnenden bei Stuttgart Ärger mit der Landesanstalt für Kommunikation (LFK).

Es sei ein Verfahren wegen der Verdachts der politischen Werbung eingeleitet worden, weil für die Ausstrahlung Sendezeit im Rundfunk eingekauft worden sei, sagte eine LFK-Sprecherin am Montag in Stuttgart. Es gebe einen konkreten Hinweis.

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Die Initiative "Querdenken 711" veranstaltet regelmäßig Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen.
Die Initiative "Querdenken 711" veranstaltet regelmäßig Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 17. August, 18 Uhr: 28 Menschen in Flüchtlingsunterkunft in Hessen mit Corona infiziert

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im mittelhessischen Neustadt sind 24 Mitarbeiter sowie vier Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Die Beschäftigten befinden sich in häuslicher Quarantäne, die Bewohner und ihre Kontaktpersonen wurden in einem gesonderten Gebäudebereich isoliert, wie das zuständige Regierungspräsidium Gießen am Montag mitteilte. 

Von den infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien 22 bei einem privaten Sicherheitsdienst tätig, zwei weitere bei einem medizinischen Dienstleister.

Der Behörde zufolge wurden alle Beschäftigte und Bewohner auf das Virus getestet, nachdem erste Fälle bekannt geworden waren. Die vier infizierten Bewohner zeigten demnach nur leichte oder keine Symptome. Bei ihren ermittelten Kontakten sei der Corona-Test negativ ausgefallen.

28 Corona-Tests fielen positiv aus (Symbolbild).
28 Corona-Tests fielen positiv aus (Symbolbild).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 17. August, 17.48 Uhr: Malta verschärft Corona-Schutz und schließt Bars und Nachtclubs

Wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen schließt die Regierung in Malta von Mittwoch an Bars und Nachtclubs. Ausgenommen sind nur Lokale, die auch ein Restaurant haben. Das berichtete die Zeitung "Times of Malta" am Montag. Gesundheitsminister Chris Fearne habe zudem angeordnet, dass in dem Mittelmeerstaat Bootspartys verboten werden. Insgesamt dürfe es keine Ansammlungen von Gruppen mehr geben, die mehr als 15 Menschen umfassen.

Außerdem gilt in Malta demnach eine Maskenpflicht in allen Räumen von öffentlichen Orten - mit der Ausnahme von Restaurants, für die es spezielle Regeln gebe. In dem kleinen Inselstaat hatten die Behörden zuletzt täglich um die 70 Neuinfektionen registriert - und damit Höchstwerte, wie die Zeitung schrieb. Italien hatte einen Tag zuvor zum Corona-Schutz alle Diskotheken im Land dichtgemacht.

Chris Fearne, Gesundheitsminister von Malta.
Chris Fearne, Gesundheitsminister von Malta.  © Jonathan Borg/XinHua/dpa

Update, 17. August, 17.41 Uhr: RB Leipzig: Champions-League-Millionen für Corona-Einbußen

RB Leipzig will die zusätzlichen Millionen-Einnahmen durch das Erreichen des Champions-League-Halbfinales nicht für Transfers, sondern zum Ausgleich von Mindereinnahmen durch die Corona-Krise nutzen. 

"Zum einen ist es so, dass wir uns weiter in der Pandemie befinden und Covid-19 mit uns das macht, was es mit allen anderen Vereinen macht, nämlich es reißt ein großes Loch in unsere Kasse", sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff bei einer digitalen Pressekonferenz am Montag in Lissabon. Die Budget-Planung sei "völlig über den Haufen geworfen" worden.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa


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