Student blutig und blau geschlagen: "Ich will Dein Coronavirus nicht in meinem Land"

London - Das Coronavirus als Deckmantel für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit? In London scheint genau dies kürzlich der Fall gewesen zu sein. Ein asiatischer Student (23) wurde in der britischen Hauptstadt brutal verprügelt.

Rassisten nutzten das Coronavirus als Vorwand, um ihren Fremdenhass auszuleben.
Rassisten nutzten das Coronavirus als Vorwand, um ihren Fremdenhass auszuleben.  © Kateryna Kon/123RF, Twitter @richardhp

Jonathan Mok aus Singapur lebt bereits seit zwei Jahren in London und fühlte sich bis jetzt immer sicher dort. Doch die Hysterie angesichts des Coronavirus macht auch in Großbritannien nicht halt - bei manchen schlägt sie sogar in Fremdenhass um.

Jonathan ging eines Abends von einer Party nach Hause, als er von einer Gruppe bestehend aus vier Männern und einer Frau auf der Oxford Street angesprochen wurde. "Wage es nicht, mich anzusehen", gefolgt von "Ich will Dein Coronavirus nicht in meinem Land", sagte einer der Männer.

Doch ehe der junge Student darauf antworten oder anderweitig reagieren konnte, landete auch schon eine Faust in seinem Gesicht. Die Briten schlugen und traten mehrfach auf Jonathan ein. Schon bald wurden Passanten auf die Szene aufmerksam, woraufhin die Gruppe ihre rassistisch motivierte Attacke einstellte und davon lief.

Wie Metro berichtet, ereignete sich der Vorfall am 24. Februar. Inzwischen sind Bilder, die den blutig und blau geschlagenen Jonathan zeigen, in sozialen Netzwerken aufgetaucht.

Der 23-Jährige sagte: "Rassisten finden ständig Ausreden, um ihren Hass zu erklären, und vor diesem aktuellen Hintergrund des Coronavirus haben sie eine weitere Ausrede gefunden. Es ist lächerlich, dass deswegen nun Asiaten ins Visier genommen werden. Ich werde diese Menschen aber nicht glauben lassen, ich hätte Angst vor ihnen."

Jonathan erlitt bei dem Angriff mehrere Gesichtsverletzungen und einen gebrochenen Finger. Die Londoner Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und ist weiterhin auf der Suche nach den Tätern. Bislang konnten noch keine Verdächtigen identifiziert werden.

Großbritannien ist nicht das einzige Land, in dem die Angst vor dem Coronavirus in aggressiven Rassismus umschlägt: So wurden in der Ukraine mehrere China-Rückkehrer mit Steinen beworfen und mit Eisenstangen angegriffen (TAG24 berichtete).

Bilder zeigen das blutige Resultat nach der rassistisch motivierten Attacke auf den Studenten

Titelfoto: Kateryna Kon/123RF, Twitter @richardhp

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