Coronavirus-Fälle im Norden: Kontaktpersonen dringend gesucht!

Hannover/Bremen - Nach der Bestätigung der ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Niedersachsen und Bremen wird dringend nach möglichen Kontaktpersonen gesucht.

Im Labor des Landesgesundheitsamts werden eingeschickte Proben von Patienten untersucht.
Im Labor des Landesgesundheitsamts werden eingeschickte Proben von Patienten untersucht.  © Tom Figiel/NLGA/dpa

Ein 68 Jahre alter Mann aus Uetze in der Region Hannover ist infiziert, außerdem eine 58 Jahre alte Frau in Bremen. Beide zeigten nur leichte Symptome.

Dem Mann gehe es gut, seine Temperatur sei nicht erhöht, sagte Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover. Weitere bestätigte Fälle gab es in der Region Hannover zunächst nicht.

Einige Untersuchungsergebnisse stünden aber noch aus, teilte die Region mit. In zahlreichen Bundesländern wurden weitere Coronavirus-Fälle bestätigt.

Insgesamt gab es neun weitere Verdachtsfälle vor allem aus dem Umfeld des 68-Jährigen, wie Hauke Jagau, Regionspräsident der Region Hannover, sagte.

In 15 Fällen sei häusliche Quarantäne angeordnet worden, darunter für den Patienten und seine Ehefrau, die keine Symptome zeige. Wie der Mann sich angesteckt hat, sei unbekannt. Auch in Osnabrück ist nach Angaben des Landkreises ein Mensch in Quarantäne - wegen Kontakts zu einem Kranken aus Nordrhein-Westfalen.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann rief derweil zu Besonnenheit auf: Das Virus sei in Niedersachsen angekommen, sagte die SPD-Politikerin. "Das lässt sich nicht beschönigen, ist aber auch kein Grund zur Panik."

Ziel müsse sein, die Ausbreitung zu verhindern - oder zumindest zu verlangsamen.

Vier Fälle in Hamburg und Schleswig-Holstein

Auf einem Aufsteller der Gesundheitsbehörde wird im Flughafen Hamburg auf den Coronavirus hingewiesen.
Auf einem Aufsteller der Gesundheitsbehörde wird im Flughafen Hamburg auf den Coronavirus hingewiesen.  © Bodo Marks/dpa

Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein hat es am Wochenende erste bestätigte Fälle gegeben.

Nach dem Kinderarzt des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein ist in der Hansestadt seit Samstag auch eine aus dem Iran stammende Frau betroffen. Sie wurde mit leichten Krankheitssymptomen in eine Klinik gebracht und werde dort isoliert medizinisch betreut.

Auch bei einer weiteren Person aus Lübeck wurde das Virus nachgewiesen. Deren Ansteckung erfolgte laut Gesundheitsministerium in Kiel wahrscheinlich auf einer Geschäftsreise in München.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg teilte am Sonntagabend mit, bei einer Frau aus Nusse sei das Coronavirus nachgewiesen worden.

Sie ist der dritte Fall in Schleswig-Holstein. Sie habe nach einem Karnevalsbesuch und dem Kontakt mit später als positiv bestätigten Patienten leichte Erkältungssymptome.

Unterdessen geht es dem UKE-Kinderarzt, dem ersten Coronavirus-Fall im Norden, besser. Wie der Kreis Segeberg am Samstag mitteilte, wurde bei seiner Ehefrau das Virus bisher nicht nachgewiesen.

Titelfoto: Tom Figiel/NLGA/dpa

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