Coronavirus in Baden-Württemberg angekommen: Kliniken warnen vor großer Gefahr

Stuttgart - Die Krankenhausgesellschaft sieht im Fall eines größeren Coronavirus-Ausbruchs in Deutschland eine mögliche Erkrankung des Personals als größte Herausforderung.

Gesundheitsminister Manne Lucha (58, Grüne) hat aufgrund des bestätigten Coronavirus-Falls in Göppingen seinen Urlaub unterbrochen und wird am Mittwoch vor die Presse treten.
Gesundheitsminister Manne Lucha (58, Grüne) hat aufgrund des bestätigten Coronavirus-Falls in Göppingen seinen Urlaub unterbrochen und wird am Mittwoch vor die Presse treten.  © Felix Kästle/dpa

Die Kliniken seien grundsätzlich gut gerüstet und auf eine Lage wie bei Grippewellen eingestellt, sagte Landesverbandsgeschäftsführer Matthias Einwag.

Auch auf eine Isolation von Kranken seien sie vorbereitet. "Aber da es anders als bei der Grippe keine Impfung gegen das Virus gibt, bekommen wir ein Problem, wenn Ärzte und Schwestern erkranken." Dann werde auch der Mangel an Fachkräften noch stärker spürbar werden.

In Baden-Württemberg ist erstmals ein Patient nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt (TAG24 berichtete). Es handle sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Landkreis Göppingen, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Dienstagabend mit.

Er habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. 15 China-Rückkehrer befinden sich unterdessen weiter in Quarantäne in einem Hoteltrakt in Kirchheim/Teck.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (58, Grüne) hat aufgrund des aktuellen Falls seinen Urlaub abgebrochen und wird am Mittwoch vor die Presse treten. "Baden-Württemberg hat sich schon früh auf diesen Fall eingestellt. Alle beteiligten Stellen arbeiten eng und intensiv zusammen", wird er in einer Mitteilung zitiert.

Im Landkreis Karlsruhe sind zwei nicht erkrankte Menschen wegen Kontakt zu Coronavirus-Erkrankten in häuslicher Absonderung und sollen ihre Wohnung nicht verlassen.

Göppinger Patient hat Kontakt zu 13 Personen

Update 12.20 Uhr: Nach Angaben des Göppinger Landrats Edgar Wolff hatte der Patient in Göppingen insgesamt 13 Kontaktpersonen. Bei ihnen seien bislang keine Viren nachgewiesen worden, berichtete der SWR am Mittwoch weiter. Die Kontakte stammten aus Göppingen ebenso wie aus dem Kreis Tübingen und dem Alb-Donau-Kreis sowie aus Stuttgart.

Corona-Patient in Göppingen geht es gut

Update 10.07 Uhr: Der Zustand des isolierten Patienten in der Klinik am Eichert in Göppingen hat sich nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums nicht verändert. "Es geht ihm gut, er ist in der Klinik und unter Beobachtung", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwochmorgen der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Das örtliche Gesundheitsamt habe bereits Kontaktpersonen des 25-jährigen Mannes informiert und mache weitere Kontakte aus.

Der erste Coronavirus-Patient in Baden-Württemberg ist in einer Einrichtung der Alb Fils Kliniken in Göppingen untergebracht.
Der erste Coronavirus-Patient in Baden-Württemberg ist in einer Einrichtung der Alb Fils Kliniken in Göppingen untergebracht.  © SDMG/Woelfl

Titelfoto: SDMG/Woelfl


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