Coronavirus legt Bahnstrecke lahm: Österreich stellt Zugverkehr nach Italien zeitweise ein

München/Wien - Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen hat Österreich den Zugverkehr mit Italien komplett eingestellt. Die staatliche österreichische Eisenbahngesellschaft ÖBB teilte am Sonntagabend mit, alle Zugverbindungen mit dem Nachbarland seien ausgesetzt, weil bei zwei aus Italien kommenden Bahn-Passagieren der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestehe.

Nach der Einstellung des Bahnverkehrs warten derzeit mehrere hundert Bahnpassagiere am Grenzübergang Brenner auf ihre Weiterreise nach München.
Nach der Einstellung des Bahnverkehrs warten derzeit mehrere hundert Bahnpassagiere am Grenzübergang Brenner auf ihre Weiterreise nach München.  © Daniel Liebl/Zeitungsfoto.At/APA/dpa

Ein Eurocity, der in Venedig gestartet war und als Zielort München hatte, wurde am Sonntagabend am Grenzübergang Brenner gestoppt, weil zwei deutsche Frauen an Bord Fieber hatten.

Die italienische staatliche Eisenbahngesellschaft hatte die ÖBB zuvor über die möglichen Fälle informiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ein Teil des Zuges isoliert worden.

Kurz vor Mitternacht konnte der Eurocity mit 500 Passagieren an Bord seine Fahrt von Venedig via Innsbruck nach München fortsetzen. Wo er dann am frühen Montagmorgen ankam, wenn auch stark verspätet.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden insgesamt zwei Züge, die von Italien nach München unterwegs waren, am Brenner gestoppt. Der Eurocity 86 und der Eurocity 1288 stünden nun auf der italienischen Seite der Grenze, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Auch Regionalzüge wurden angehalten.

Italien hatte zuvor angekündigt, mit drastischen Maßnahmen wie Sperrzonen die rasante Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu stoppen. Mehrere Gemeinden in Norditalien wurden abgeriegelt, damit das Virus nicht auf die Wirtschaftsmetropole Mailand, das Touristenzentrum Venedig und andere Regionen übergreift.

Der Karneval in Venedig werde genauso wie alle Sportveranstaltungen abgesagt, Museen und Schulen sollen in der gesamten Region Venetien bis zum 1. März geschlossen bleiben, kündigte Regionalpräsident Luca Zaia an.

Der Karneval hätte eigentlich noch bis Dienstag laufen sollen. Mittlerweile starben drei infizierte Menschen in Italien - dem Land mit der höchsten Zahl an bestätigten Erkrankten in Europa.

Update des ÖBB, 7.15 Uhr: Keine Einschränkungen mehr im Bahnverkehr wegen Coronavirus

Am italienisch-österreichischen Grenzübergang Brenner sitzen zahlreiche Reisende fest.
Am italienisch-österreichischen Grenzübergang Brenner sitzen zahlreiche Reisende fest.  © Daniel Liebl/Zeitungsfoto.At/APA/dpa

Nach der kurzzeitigen Unterbrechung des Zugverkehrs über den Brenner gibt es laut den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) keine Einschränkungen mehr auf der Strecke.

Wegen des Verdachts auf das Coronavirus war am Sonntagabend ein Zug von Venedig nach München gestoppt worden. Der Eurocity konnte um kurz vor Mitternacht weiterfahren, nachdem Entwarnung gegeben wurde.

Der Verkehr auf der Strecke zwischen Deutschland und Italien sollte nun wieder nach Plan laufen, wie ein ÖBB-Sprecher am Montagmorgen sagte.

Auch die Deutsche Bahn ging davon aus, dass der Zugverkehr mit Italien am Montag planmäßig verläuft.

Titelfoto: Daniel Liebl/Zeitungsfoto.At/APA/dpa


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