Nach Coronavirus-Quarantäne: "Diamond Princess"-Passagiere landen in Tegel

Berlin - Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf einem Kreuzfahrtschiff in Japan werden sechs Passagiere aus Deutschland in Berlin erwartet.

Ein Flugzeug mit deutschen Passagieren des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" an Bord steht auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel.
Ein Flugzeug mit deutschen Passagieren des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" an Bord steht auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel.  © Paul Zinken/dpa

Sie sollen am Samstag auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel landen. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung sind zwei Berliner an Bord.

Beide seien negativ auf das neuartige Coronavirus getestet, hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag gesagt.

Die Menschen waren an Bord des Schiffs "Diamond Princess" in Yokohama, auf dem das Virus grassierte. Bei mehr als 600 von 3.700 Passagieren wurden Infektionen festgestellt. Die Erkrankten werden in Kliniken betreut. Diejenigen, die Kontakt zu Infizierten hatten, müssen vorerst an Bord bleiben.

Sollte ein Amtsarzt bei der Ankunft der Menschen in Berlin gesundheitliche Auffälligkeiten feststellen, würde eine Abklärung in der Universitätsklinik Charité erfolgen, hieß es. Andernfalls sollen die Berliner Rückkehrer zwei Wochen zu Hause isoliert werden.

Das bedeutet, dass sie ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen und andere Menschen meiden sollen. Die Rückkehrer, die nicht in der Hauptstadt wohnen, sollten von DRK-Mitarbeitern in ihre Heimatorte gebracht werden.

Isolation der Kreuzfahrtschiff-Passagiere in Berlin

Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fahren unter Polizeischutz auf das Gelände der DRK Kliniken Berlin-Köpenick. In dem Klinikum werden 20 deutsche Rückkehrer aus der mit dem Coronavirus stark infizierten Region Wuhan erwartet. (Archivbild)
Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fahren unter Polizeischutz auf das Gelände der DRK Kliniken Berlin-Köpenick. In dem Klinikum werden 20 deutsche Rückkehrer aus der mit dem Coronavirus stark infizierten Region Wuhan erwartet. (Archivbild)  © Gregor Fischer/dpa

Das Gesundheitsamt soll täglich Kontakt zu den Berliner Rückkehrern halten, ihren Zustand im Auge behalten und sie auch auf das Virus testen, erklärte die Gesundheitsverwaltung. Bekannte der Rückkehrer sollen zum Beispiel Einkäufe erledigen und diese ohne persönlichen Kontakt vor der Tür abstellen.

Die Entscheidung zur Isolation der Rückkehrer zu Hause habe die Bundesregierung getroffen, erläuterte die Gesundheitsverwaltung. Die zuständigen Gesundheitsämter seien geübt, diese Maßnahme anzuordnen und zu betreuen. Auch der Transport vom Flughafen zu den Wohnungen verlaufe unter Isolierbedingungen, hieß es.

Die Rückkehrer sollen ihre Wohnungen wieder verlassen können, wenn ihre Testergebnisse nach 14 Tagen negativ sind - wie bereits bei den 20 China-Rückkehrern, die vor knapp zwei Wochen in Tegel gelandet waren.

Sie stehen seitdem in Köpenick auf dem Gelände der DRK Kliniken unter Quarantäne. An diesem Sonntag sollen sie den Isolierbereich verlassen dürfen. Auch der vierte und letzte Test bei den 16 Erwachsenen und 4 Kindern zeigte am Freitag keine Infektion mit den neuartigen Coronavirus. Die Menschen hatten sich zuvor längere Zeit in der stark von dem Erreger betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten.

Das unter Quarantäne stehende Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" liegt im Hafen.
Das unter Quarantäne stehende Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" liegt im Hafen.  © Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Wire/dpa

Titelfoto: Paul Zinken/dpa


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