Er hat Sachsens schnellsten Traum: 18-Jähriger will unbedingt in die DTM

Coswig - Er war begeisterter Kart-Sportler, erfolgreich als Tourenwagenfahrer. Jonas Greif (18) aus Coswig baut mit Karacho an seiner Rennsportkarriere.

Seine Familie ist bei vielen Rennen mit dabei. Das große Ziel von Rennfahrer Jonas Greif (18) aus Coswig ist die Deutsche Tourenwagen-Masters DTM.
Seine Familie ist bei vielen Rennen mit dabei. Das große Ziel von Rennfahrer Jonas Greif (18) aus Coswig ist die Deutsche Tourenwagen-Masters DTM.  © privat/Walter Schönenbröcher

Erst zieht er den linken Handschuh an, dann den rechten. Und erst wenn ihm Papa nochmal auf den Helm geklopft hat, geht's auf die Piste. Das Ritual ist immer dasselbe - genau wie bei den Profis. Jonas Greif ist begeisterter Motorsportler.

Dass er Benzin im Blut hat, merkten Jonas Eltern bereits, als ihr achtjähriger Junge wie besessen über die Kartbahnen der Republik jagte.

Schließlich kaufte ihm Vater Jens (44) ein eigenes Kart. Doch wohl wie bei Eisenbahnanlagen eher in der Hoffnung, selber damit spielen zu können. Doch Jonas war mit dem Teil wie verwachsen.

Er wurde Formel-1- und Nico-Rosberg-Fan. Nicht nur sein Kart wurde farblich wie Rosbergs Mercedes Silberpfeil verkleidet. "Ich trug auch wie Nico einen gelben Helm, gelbe Handschuhe und silbergrauen Overall."

Nur bei einem Formel-1-Renntermin am Nürburgring kam er nicht an ihn ran, um ein Autogramm zu erhaschen.

Doch anderntags fuhr Rosberg in einer Limousine heran, ließ vor Jonas das Fenster herunter und signierte exklusiv seine Mütze. "Das Autogramm hängt bis heute über meinem Bett." Die Welt war wieder in Ordnung.

Nächstes Ziel hat Jonas Greif schon gesteckt

Am Ende hatte er den Sieg eingefahren: Jonas in seinem VW Scirocco vor dem Rennen auf dem Lausitzring.
Am Ende hatte er den Sieg eingefahren: Jonas in seinem VW Scirocco vor dem Rennen auf dem Lausitzring.  © privat

Bis Rosberg 2016 nach seinem ersten WM-Titel den Rennfahrerhelm an den Nagel hängte. "Ich saß weinend zu Hause", gesteht Jonas. Immerhin legte er das Abi mit genau demselben 1,6-Durchschnitt wie Rosberg hin.

Ob er einmal vom Rennsport leben kann? "Ich baue mir jedenfalls ein zweites Standbein auf, studiere derzeit an der TU Dresden Wirtschaftswissenschaften."

Jonas machte bereits mit 17 Jahren seinen Führerschein und bekam die Chance, im Tourenwagensport zu fahren. "Davor war ich bei einer Testfahrt im belgischen Genk nur 0,1 Sekunden langsamer als der amtierende Europameister."

Talent hat er also. Sein bis dato größter Triumph nach einem 2. Platz auf dem Hockenheimring: Im Sommer wurde er in einem VW Scirocco (330 PS) Heimsieger auf dem Lausitzring: "Wir haben da 220 km/h Topspeed drauf."

Privat ist er kein notorischer Raser ("Ich habe keinen Punkt in Flensburg"), fährt einen Ford Fiesta (80 PS) und kurz nach einem Rennen aus Prinzip gar nicht: "Man kann sich einfach nicht so schnell umstellen. Den Spaß habe ich auf der Rennstrecke."

Bei den Formula Student Rennen der Uni-Teams ist er nächstes Jahr Fahrercoach und fährt im Sommer für das Team Elbflorace der TU Dresden auf dem Hockenheimring.

Das nächste Ziel ist schon gesteckt: "Ich will in zwei Jahren bei den ADAC GT Masters und als langfristiges Ziel bei den Deutschen Tourenwagen-Masters DTM durchstarten."

Sitzt nächstes Jahr in der Formula Student Germany im Cockpit: Hier fährt Jonas den aktuellen Boliden vom Team Elbflorace der TU Dresden.
Sitzt nächstes Jahr in der Formula Student Germany im Cockpit: Hier fährt Jonas den aktuellen Boliden vom Team Elbflorace der TU Dresden.  © privat
Als Neunjähriger gewann er bei seinem ersten Kart-Rennen den ersten Platz in Görlitz-Hagenwerder.
Als Neunjähriger gewann er bei seinem ersten Kart-Rennen den ersten Platz in Görlitz-Hagenwerder.  © privat
Dank 330 PS unter der Haube setzt Jonas mit seinem gelb-grünen VW Scirocco gekonnt zum Überholen an.
Dank 330 PS unter der Haube setzt Jonas mit seinem gelb-grünen VW Scirocco gekonnt zum Überholen an.  © privat

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