Größter Waldbrand seit 18 Jahren! Fläche von 100 Fußballfeldern vernichtet

Coswig/Halberstadt - Die anhaltenden Trockenheit hat zum größten Waldbrand in Sachsen-Anhalt seit 18 Jahren geführt. Im Fläming nahe der Grenze zu Brandenburg standen in der Nacht zum Mittwoch nach Angaben der Einsatzleitstelle in Wittenberg rund 80 Hektar in Flammen (TAG24 berichtete). Das entspricht einer Fläche von mehr als 100 Fußballfeldern. In dieser Größenordnung habe es zuletzt im Jahr 2000 in Fischbeck im Landkreis Stendal gebrannt, sagte Andreas Goldschmidt vom Landeszentrum Wald in Halberstadt.

Ein Feuerwehrmann sucht am Waldboden nach Glutnestern. Überall qualmt es um ihn herum.
Ein Feuerwehrmann sucht am Waldboden nach Glutnestern. Überall qualmt es um ihn herum.  © DPA

Das Feuer im Fläming war am späten Dienstagnachmittag auf einem Feld nahe des Coswiger Ortsteils Serno ausgebrochen. Die genaue Ursache des Brandes blieb zunächst unklar, nach Angaben der Feuerwehr könnten Mäharbeiten der Auslöser gewesen sein.

Die Feuerwehr konnte den Brand unter Kontrolle bringen und löschen. Weil Löschwasser fehlte, betankten die Feuerwehrleute ihre Löschfahrzeuge auch mit Wasser aus dem örtlichen Schwimmbad. Zahlreiche Einsatzkräfte blieben auch am Mittwoch vor Ort, um noch bestehende Glutnester zu bekämpfen, die immer wieder aufzuflammen drohten.

Zum Löschen waren 14 Feuerwehren aus dem Landkreis Wittenberg, 6 Feuerwehren aus Brandenburg und die Berufsfeuerwehr aus Magdeburg im Einsatz. Auch ein Löschhubschrauber der Bundeswehr und das Technische Hilfswerk seien vor Ort gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Szenen wie im Film: Ein riesiges Waldstück bei Coswig (Sachsen-Anhalt) brennt lichterloh.
Szenen wie im Film: Ein riesiges Waldstück bei Coswig (Sachsen-Anhalt) brennt lichterloh.

Wegen der anhaltenden Trockenheit und des fehlenden Regens ist die Waldbrandgefahr in Sachsen-Anhalts Wäldern derzeit besonders hoch.

In 13 von 18 Gebieten des Landes gilt die höchste Gefahrenstufe 5, darunter sind die Altmark, die Städte Magdeburg und Dessau-Roßlau sowie die Region Anhalt-Bitterfeld und der Landkreis Wittenberg. In den betroffenen Bereichen ist es unter anderem verboten, Feuer zu benutzen oder Wälder außerhalb der markierten Wege zu betreten. Die Stadt Magdeburg rief dazu auf, auf das Grillen in den Parks vorerst zu verzichten.

Bislang habe es in den Wäldern in diesem Jahr 54 Mal gebrannt, sagte Experte Goldschmidt. Insgesamt standen rund 91 Hektar in Flammen, rund 70 davon rechnet das Landeszentrum Wald dem aktuellen Brand bei Coswig zu. "So lange Temperatur und Trockenheit so bleiben, wird es immer wieder brennen", sagte Goldschmidt.

Derzeit genüge ein Funken, um einen Brand auszulösen. "Wir sitzen auf dem sprichwörtlichen Pulverfass." Nur Regen könne die Brandgefahr senken. Der ist derzeit allerdings nicht in Sicht.

Auch Löschhubschrauber sind im Einsatz...


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