Ägyptische Studentin (†22) überfahren: Prozess gegen Totraser aus Dresden

Cottbus - Nach dem Tod der ägyptischen Studentin Shaden M. bei einem Unfall in Cottbus beginnt am Donnerstag (10 Uhr) der Prozess gegen den Autofahrer aus Dresden.

Im Prozessbeginn gegen einen Autofahrer, der im Jahr 2017 eine ägyptischen Studentin bei einem Unfall überfahren hatte, schließt ein Justizmitarbeiter die Tür zum Verhandlungssaal im Amtsgericht.
Im Prozessbeginn gegen einen Autofahrer, der im Jahr 2017 eine ägyptischen Studentin bei einem Unfall überfahren hatte, schließt ein Justizmitarbeiter die Tür zum Verhandlungssaal im Amtsgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann aus Dresden fahrlässige Tötung vor. Zum Prozess sind mehrere Zeugen und Sachverständige geladen, wie das Amtsgericht Cottbus mitteilte.

Dem Autofahrer wird vorgeworfen, in den frühen Morgenstunden des 15. April 2017 einen Unfall verursacht zu haben, bei dem die 22 Jahre alte Fußgängerin so schwer verletzt wurde, dass sie drei Tage später starb.

Der Fall sorgte damals für großes Aufsehen: Augenzeugen haben damals berichtet, dass die Mitfahrer des Dresdners die im Sterben liegende Shaden M. verhöhnt haben sollen, als sie blutüberströmt auf dem Boden lag (TAG24 berichtete).

Dabei sollen Sätze wie "Mir ist klar, dass es bei Euch keine Straßen gibt, aber in Deutschland muss man eben auf die Straße gucken" und "Verpisst Euch doch einfach wieder in Euer Land, dann werdet Ihr auch nicht angefahren – Scheißasylanten" gefallen sein.

Danach sollen sie gelacht haben, wurde zunächst berichtet. Von polizeilicher Seite aus konnten Beleidigungen und Gelächter weder bestätigt noch dementiert werden. Man habe davon nichts gewusst.

Damals hieß es, dass die Oberstaatsanwaltschaft Cottbus dennoch ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Volksverhetzung gegen die Mitfahrer des Unfallwagens prüfen werde, sollten sich die Zeugenaussagen bewahrheitet haben. Dem war offenbar nicht der Fall. Im November 2018 wurden die Ermittlungen eingestellt. Nach Angaben des leitenden Oberstaatsanwalts haben sich die Vorwürfe nicht bestätigen lassen können.

Laut Anklage soll der Mann aus Dresden mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h unterwegs gewesen sein, als er die Frau an der Straßenbahnhaltestelle im Bereich des Stadthallenvorplatzes ergriff. Sie soll unvermittelt auf die Straße getreten sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Tod der Frau vermeidbar gewesen wäre, hätte der Angeklagte die zugelassene Geschwindigkeit von 30 km/h eingehalten.

Für den Prozess hat das Gericht zunächst zwei Verhandlungstage angesetzt. Da der Angeklagte zur Tatzeit Heranwachsender war, findet die Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht statt.

Prozessauftakt

im Bereich des Stadthallenvorplatzes ereignete sich das Unfalldrama. (Archivbild)
im Bereich des Stadthallenvorplatzes ereignete sich das Unfalldrama. (Archivbild)  © Anna Ringle/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 14 Uhr

Zu Prozessbeginn ließ der Angeklagte über seinen Anwalt mitteilen, er habe das Unfallauto zwar gefahren. Der 22-Jährige bezweifle aber, mit 50 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Tod der Frau vermeidbar gewesen wäre, hätte der Angeklagte die zugelassene Geschwindigkeit von 30 km/h eingehalten.

Zum Prozessauftakt waren auch die Familie der Toten und Freunde anwesend. Auch mehrere Zeugen sowie Sachverständige waren geladen.

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Berlin:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0