Kriegt der Osten bald einen neuen Supersee?

Der bedruckte Sonnenschirm sagt es schon: Hier sehen wir die Cottbuser Ostsee. Leider noch ohne Wasser...
Der bedruckte Sonnenschirm sagt es schon: Hier sehen wir die Cottbuser Ostsee. Leider noch ohne Wasser...  © DPA

Brandenburg - Im Sommer zieht es die Menschen an die Meere und Seen. Doch wenn die Arbeiten in der Lausitz so weiter gehen, wird bald das Gebiet zwischen Senftenberg und Cottbus zum neuen Mekka von Wasserratten werden .

Die Pläne sind konkret: In den ehemaligen Kohleabbaugebieten sollen in wenigen Jahren Boote fahren, Jetskis heizen und fröhlich abgekühlt werden.

Wie die Märkische Allgemeine berichtete, entsteht im Norden Cottbus' Deutschlands größter künstlichster See. Ein Megaprojekt mit viel Wenn und Aber - vor allem für Naturschützer.

Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hatte erst 2015 den Tagebau Cottbus-Nord stillgelegt. Neuer Revier-Besitzer ist nun seit Herbst 2016 die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag).

Deren Landschaftsplaner und Ingenieure basteln gerade fleißig an der Verwirklichung des riesigen künstlichen Sees, der mit einer Fläche von 19 Quadratkilometern nicht gerade der kleine Tümpel von nebenan ist.

Der Blick über den ehemaligen Braunkohletagebau lässt noch nicht viel Badespaß aufkommen.
Der Blick über den ehemaligen Braunkohletagebau lässt noch nicht viel Badespaß aufkommen.  © DPA

Das Projekt soll voraussichtlich 300 Millionen Euro kosten und ca. 2024 abgeschlossen sein, erklärt Leag-Vorstandsmitglied Uwe Grosser.

Umweltschützer sehen jedoch im Projekt eine Gefahr für die Natur. Schließlich müsse das Wasser von irgendwoher kommen und die Grube entsprechend füllen. Erste Anlaufstelle für einen möglichen Wasserlieferanten wäre die Spree, die für fünf bis sieben Jahre angezapft werden würde. Damit würden sich Wasserstände und Ökosysteme verändern und gegebenenfalls stark beeinträchtigen. Selbst ein sinkender Wasserstand in der Hauptstadt wäre denkbar.

Zudem verweisen die Umweltschützer auf die noch fehlende wasserrechtliche Genehmigung des Seenprojekts, die die Landesbehörde eigentlich ausstellt.

Die Zulassung des Landesbergamtes sei für das Projekt allerdings schon vorhanden.

Der Weg für die neue Ostsee in der Lausitz ist also fast frei. Wasser marsch!

Die Bagger stehen bereit, um die Natur wieder schön zu machen.
Die Bagger stehen bereit, um die Natur wieder schön zu machen.  © DPA

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