Statt Traumurlaub: Familie verbringt drei Tage im Horror-Hotel

Wegen Überbelegung kommt eine Familie aus Crailsheim schlicht in ein anderes Hotel unter - und erlebt drei Tage Horror. (Symbolbild)
Wegen Überbelegung kommt eine Familie aus Crailsheim schlicht in ein anderes Hotel unter - und erlebt drei Tage Horror. (Symbolbild)  © 123RF

Karlsruhe - Es ist der Alptraum eines jeden Urlaubers. Da spart man sein Geld zusammen, freut sich das Jahr über auf die gemeinsame Zeit mit der Familie, dann ist das Hotel eine absolute Katastrophe. Mehr als das, es war obendrein das falsche!

Das ist einer Familie aus Crailsheim bei Schwäbisch Hall passiert. Bei ihrem Antalya-Urlaub vor gut zweineinhalb Jahren wurde sie wegen Überbelegung für drei Tage in einem anderen Hotel einquartiert.

Doch anstatt für dieses Manko in ein besseres oder zumindest gleichwertiges Hotel unterzukommen, erlebte die Familie wohl einen Horrortrip. Das Hotel war schlicht unfertig, das Zimmer hatte nicht den versprochenen Meerblick und war - nach Feststellung des Berufungsgerichts - in einem ekelerregenden Zustand. Die Hygiene entsprach nicht einmal annähernd einem Standard.

Zwar war mit dem Hotel, in dem die Familie eigentlich unterkommen sollte, und in das sie später zog, alles in Ordnung. Doch die drei Tage hätten den Elf-Tage-Urlaub der Familie komplett vermiest. Deswegen hat die Familie nun beim Gericht Karlsruhe Klage eingereicht. Die Familie forderte zusätzlich zu bereits in den Vorinstanzen erstrittenen rund 970 Euro eine Entschädigung in Höhe von mindestens 1250 Euro - wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit.

Als Reaktion reagierte der Anwalt von Alltours Flugreisen mit Verständnis und Unverständnis gleichermaßen. Dass der Familie angesichts der Hygienemängel, des fehlenden Meerblickes und nötigen Umzugs eine Minderung zusteht, räumte er bei der mündlichen BGH-Verhandlung ein. Dass die drei Tage zu Beginn den ganzen Urlaub beeinträchtigten, konnte er jedoch nicht sehen. "Beide Hotels gehören zur selben Kette und haben den gleichen hohen Standard", argumentierte er.

Das Gericht war jedoch anderer Meinung. Am Dienstag entschied es zugunsten der Kläger. Urlauber haben Anspruch auf Entschädigung, wenn sie einige Tage im falschen Hotel untergebracht waren, da so der Urlaub der Familie beeinträchtigt wurde. Die Familie stehe deshalb eine Entschädigung in Höhe von 600 Euro zu.

Titelfoto: 123RF


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