Prozess um Messer-Attacke in Asylheim: "Alles blutverschmiert"

Crottendorf - Tragischer Tod in der Asylunterkunft Waltersdorf: Der Libyer Nabil H. (26) soll den Algerier Mohammed S. (†44) mit einem Messer attackiert haben. Kurz darauf starb der 44-Jährige (TAG24 berichtete). Am Dienstag startete der Prozess wegen Totschlags am Chemnitzer Landgericht.

Der Angeklagte, Nabil H. (re.) bestreitet die Tat.
Der Angeklagte, Nabil H. (re.) bestreitet die Tat.  © Harry Härtel/Haertelpress

Die Tat geschah in einer verschneiten Winternacht: Laut Anklage soll Nabil H. seinem Opfer am 3. Februar gegen drei Uhr morgens mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen haben. Die Wunde war fast zwölf Zentimeter tief - Mohammed S. verblutete.

Polizeibeamtin Theresa L. (24) schildert dramatische Bilder vom Tatort: "Es war alles blutverschmiert, auf dem Boden, an den Wänden und an den Fenstern. Der Körper lag im Flur."

Der Angeklagte bestreitet die Tat. Er habe gemeinsam mit dem Opfer und zwei Freunden Bier und Wodka getrunken - es kam zum Streit, die Männer trennten sich. "Als wir später aus dem Zimmer kamen, haben wir gesehen, wie das Opfer blutverschmiert am Boden lag."

Doch ein Zeuge belastete ihn schwer - dieser habe Nabil H. mit dem Messer in der Hand gesehen. Zudem fand die Polizei Blut an seiner Kleidung, und Nabil H. hatte damals auch schon ein Geständnis abgelegt.

Seine Erklärung am Dienstag: "Ich habe den Dolmetscher nicht verstanden. Außerdem hatte ich eine Tablette genommen und die ganze Zeit nur Ja gesagt." Das Blut käme durch die Festnahme - er habe sich auf den Boden legen müssen.

Dem Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft, der Prozess wird heute fortgesetzt.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress

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