Cruise Days: Kreuzfahrtfestival beginnt mit Klima-Protesten

Hamburg - Zum Auftakt der Cruise Days am Freitag in Hamburg gab es Proteste von Umweltaktivisten.

Nabu-Mitglieder protestieren gegen die Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe.
Nabu-Mitglieder protestieren gegen die Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe.  © dpa/Christian Charisius

Der Naturschutzbund Nabu Hamburg kritisierte das Kreuzfahrtfestival und protestierte am Nachmittag an den Landungsbrücken dagegen.

"Die Luftverschmutzung durch die Meeresgiganten – Stickoxide, Feinstaub, Ruß – wird von den Veranstaltern wissentlich ausgeblendet, da nichts die Stimmung trüben soll.

Und das alles, obwohl längst technische Lösungen bereitstehen, um die Schiffe sauber zu machen", hieß es in einer Mitteilung der Umweltschützer dazu.

Die Gewerkschaften, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und Verdi kritisierten zudem die Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen. "Wer es sich auf dem Sonnendeck gemütlich macht, darf nie vergessen, wie es im Bauch des Schiffes aussieht.

Dort schuften die Angestellten für Mini-Löhne und knüppeln reihenweise Überstunden", sagte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger laut Mitteilung vom Freitag. DGB und Verdi forderten die Unternehmen zu mehr Transparenz über die Arbeitsbedingen an Bord auf.

Die Partei Die Linke hat zum Beginn der Cruise Days am Hafen ihren Unmut gegen Kreuzfahrten geäußert und Handzettel verteilt. Darauf forderten sie unter anderem, dass nur noch Schiffe mit wirksamen Abgasfiltern in Hamburg einlaufen dürfen und diese beim Ankern ökologischen Landstrom nutzen müssen.

Etwa 150 Menschen kamen dem Aufruf von Extinction Rebellion nach und blockierten am Nachmittag kurzzeitig die Willy-Brandt-Straße. Sie forderten mehr Anstrengungen beim Klimaschutz.

Rund 500.000 Besucher werden zu den Cruise Days erwartet

Drei Männer schauen auf das Kreuzfahrtschiff "Aida Sol" am Cruise Center Altona.
Drei Männer schauen auf das Kreuzfahrtschiff "Aida Sol" am Cruise Center Altona.

Der Begeisterung für die Giganten tut das keinen Abbruch: Bis zum Sonntag werden bis zu 500.000 Besucher auf der vier Kilometer langen Flaniermeile erwartet.

Höhepunkt der Cruise Days wird am Samstagabend die Parade von fünf aufwendig beleuchteten Kreuzfahrtschiffen sein.

Während der gesamten Zeit des Festivals wird der Hafen abends dank der Lichtinstallation "Blue Port Hamburg" in blaues Licht getaucht sein.

Erstmals legen bis zum Sonntag zu unterschiedlichen Zeiten insgesamt zwölf Kreuz- und Flussfahrtschiffe von acht Reedereien im Hafen an.

In die Kreuzfahrtschiffe hinein kommen indes nur die Passagiere. "Viele der Reisen werden extra wegen der Cruise Days gebucht", sagte Mitorganisatorin Katja Derow der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Für die Fachwelt hat es zudem während der Cruise Days erstmals ein Treffen geben, bei dem sich die Experten der Branche über die aktuellen Themen rund um die Kreuzfahrt austauschen und neue Impulse für die Industrie setzen wollten.

Die siebte Auflage der Hamburger Cruise Days kostet den Veranstaltern zufolge mehr als eine Million Euro. Rund 135.000 Euro davon kommen von der Stadt, der Rest von Partnern und Sponsoren. Das Kreuzfahrtfestival findet alle zwei Jahre statt.

Titelfoto: Fotomontage: dpa/Christian Charisius

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