Christopher Street Day in Berlin abgebrochen!

Berlin - Ein Regenbogen zieht durch Berlin. Tausende Menschen haben am Samstag den Christopher Street Day in der Hauptstadt gefeiert.

Am Samstag wurde wieder der Christopher Street Day in Berlin gefeiert.
Am Samstag wurde wieder der Christopher Street Day in Berlin gefeiert.  © DPA

Langsam schob sich die Parade vom Kudamm in Richtung Brandenburger Tor. Von dekorierten Wagen dröhnten Bässe und die Village People mit "YMCA". Am Rand drängten sich viele Schaulustige. Und dazwischen: Fahnen, Feberboas, Konfetti, Kostüme. Und einige Nackte.

Die Polizei postete auf Twitter ein Foto mit Wettervorhersage und Einhorn. "Selbst #Einhörner wissen, dass es wichtig ist, bei diesem Wetter viel Wasser zu trinken", raten die Beamten. "Schützen Sie sich vor der #gluthitze und achten Sie auch auf andere Feiernde!" Denn in Berlin sind es an diesem Nachmittag 31 Grad.

Wegen der Hitze sollten am Ende der Route zwei Duschen aufgebaut werden - zur Abkühlung. Die Organisatoren hatten rund 500.000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei sprach am frühen Abend von mehreren Zehntausend Besuchern. Rund 70 Wagen waren für die Parade angemeldet, darunter auch von Firmen oder der US-Botschaft.

Schrille Outfits gehören an diesem Tag einfach dazu!
Schrille Outfits gehören an diesem Tag einfach dazu!  © DPA

Motto der Parade war diesmal "Mein Körper – meine Identität – mein Leben!".

Er wolle all denen, die behaupteten, der CSD sei heute nur noch Party und Kommerz, sagen: "Der CSD ist ein starkes Signal queerer Selbstbehauptung", sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Auch Feiern könne politisch sein. Auftreten sollten der DJ Felix Jaehn und die Sängerin Netta, die diesjährige Gewinnerin des Eurovision Song Contest aus Israel.

Autofahrer mussten sich in der Hauptstadt auf erhebliche Behinderungen einstellen. Um die Straßen rasch wieder für den Verkehr freigeben zu können, wollte die Berliner Stadtreinigung (BSR) direkt nach Demostart mit den Aufräumarbeiten beginnen. Der Kudamm war zwischen Knesebeckstraße und Joachimsthaler Straße schon am Nachmittag wieder befahrbar. Rund 130 Kräfte und 60 Fahrzeuge sollten laut BSR in drei Schichten bis zum Sonntagmorgen eingesetzt werden.

Der CSD erinnert traditionell an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York: Nach einer Polizeirazzia in der Bar "Stonewall Inn" kam es zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Straßenschlachten in der Christopher Street.

Update, 20.40 Uhr:

Der Christopher Street Day in Berlin ist wegen einer Warnung vor schweren Gewittern am Samstagabend abgebrochen worden. "Die Sicherheit der Teilnehmer*innen ist unsere höchste Priorität", sagte Alexandra Knoke vom CSD-Vorstand laut einer Mitteilung. Nach anhaltenden Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und auf Empfehlung von Feuerwehr und Polizei sei der Abbruch der Abschlussveranstaltung veranlasst worden.

Langsam schob sich die Parade vom Kudamm in Richtung Brandenburger Tor.
Langsam schob sich die Parade vom Kudamm in Richtung Brandenburger Tor.  © DPA
Am Ende machte ein Unwetter dem CSD einen Strich durch die Rechnung.
Am Ende machte ein Unwetter dem CSD einen Strich durch die Rechnung.  © DPA

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