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AfD im CSU-Visier: "Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren"

Vor bayerischer Landtagswahl: CSU übt scharfe Kritik an AfD - Markus Söder und Horst Seehofer mit klaren Worten

Unbayerisch, Feinde des Freistaats und brauner Schmutz: Die CSU geht die AfD in Bayern scharf an. Die Verantwortlichen der Partei schießen direkt zurück.

München - Klare Worte aus dem Freistaat! Fünf Monate vor der bayerischen Landtagswahl eröffnet die CSU in scharfer Form den Kampf gegen die AfD und beansprucht zugleich das Alleinvertretungsrecht für das bürgerliche Lager für sich.

Jörg Meuthen glaubt den Grund für die Kritik aus dem Lager der CSU zu kennen.
Jörg Meuthen glaubt den Grund für die Kritik aus dem Lager der CSU zu kennen.

"Die AfD ist ein Feind von allem, für das Bayern steht", heißt es in einem Strategiepapier, das CSU-Generalsekretär Markus Blume am Samstag auf einer Vorstandsklausur in München vorgelegt hat.

Und: "Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren!" Ministerpräsident Markus Söder betonte, die CSU wolle "zeigen, dass die AfD unbayerisch ist, dass sie mit Bayern überhaupt nichts zu tun hat".

Auch bundesweit könnte das Papier ein erneuter klarer Fingerzeig der Union sein.

Parteichef Horst Seehofer sagte mit Blick auf die AfD: "Dort, wo sie Irrwitziges vertritt, und das ist nicht wenig, werden wir sie stellen." AfD-Chef Jörg Meuthen konterte umgehend, seine Partei sei klar konservativ, bürgerlich-freiheitlich und patriotisch.

"Die Verzweiflung in der CSU muss sehr groß sein, wenn sie das als unbayerisch bezeichnet", sagte Meuthen. Das erstaune angesichts der "desolaten Verfassung" dieser aber nicht mehr: "Die CSU ist inzwischen im Antifa-Jargon angelangt." Die Quittung dafür gebe es bei der Wahl im Oktober.

"Wir sind entschlossen, die AfD als zutiefst unbayerisch zu bekämpfen", heißt es in Blumes Papier. Die AfD, das seien "Feinde Bayerns", die man stellen wolle. "Wir werden einen harten Kampfkurs gegen die AfD fahren. (...) Wer das Andenken von Franz Josef Strauß politisch vergewaltigt; wer Staatsmänner und gewählte Abgeordnete mit Schmutzkampagnen und Verleumdungen überzieht; wer Hass sät und Gesellschaft spaltet; dem sagen wir: Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren!" Man dulde "keinerlei Grenzüberschreitungen mehr". Blume versprach, man werde "nicht den politischen Nahkampf scheuen".

Zugleich will die CSU "allen bürgerlichen Stimmen im Land eine politische Heimat geben". "Zum Bayern-Gen gehört, dass wir die bürgerliche Mehrheit in unserem Lande wieder hinter einer politischen Kraft vereinigen", heißt es in dem Papier.

Horst Seehofer und Markus Söder (r.) sehen die AfD als Problem an.
Horst Seehofer und Markus Söder (r.) sehen die AfD als Problem an.

Nur in Bayern gebe es eine Mehrheit von fast zwei Dritteln bürgerlicher Wähler. Nur in Bayern gebe es viele Menschen, die Leistungsfreude, Wertebindung, Sicherheit und Ordnung und eine christliche kulturelle Prägung des Landes wünschten.

"Aber unser Wählerspektrum ist wesentlich breiter: Es ist die bürgerliche Mitte, und um die werben wir." Söder erklärte, es sei besser, "eine klare bürgerliche Politik zu bündeln". Er warnte in dem Zusammenhang vor einer Zersplitterung der Parteienlandschaft wie in anderen Bundesländern: "Wir wollen Stabilität, und Stabilität heißt eben gerade: keine AfD", sagte er. Deshalb wolle die CSU Wählren von der AfD zurückgewinnen.

Die Union attackiert aber nicht nur die AfD, sondern greift andere Parteien an: "Bei der SPD ist die eigene Orientierungslosigkeit Programm, bei der FDP Verantwortungslosigkeit", heißt es im dem Papier.

"Die Grünen träumen unverdrossen von Multi-Kulti, Wertegleichgültigkeit und Ökofundamentalismus. Die Freien Wähler wiederum betreiben Freibierpopulismus." Allerdings wird deutlich zwischen der AfD und allen anderen Parteien unterschieden: Die AfD nämlich sei kein politischer "Wettbewerber", sondern politischer Gegner. "Sie versucht, Radikalismus einen bürgerlichen Anstrich zu geben - und ist doch nichts anderes als eine Alternative zur NPD."

Die Vizechefin der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, erklärte mit Blick auf die CSU-Attacken, die Landtagswahl werde zeigen, dass diese Form des Umgangs miteinander falsch sei. Blume geriere sich zunehmend als Ralf Stegner der CSU, fügte sie auf Twitter mit Blick auf den stellvertretenden SPD-Chef hinzu.

Fotos: DPA

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