Politikerin will Rauchen im Auto verbieten

Marlene Mortler (60, CSU) macht Druck, wenn's gegen das Rauchen geht.
Marlene Mortler (60, CSU) macht Druck, wenn's gegen das Rauchen geht.

Berlin - Geht's jetzt dem fast letzten privaten Rauch-Platz an den Kragen? Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (60, CSU) macht nicht nur Druck bei der Einführung des Werbeverbotes für Tabakprodukte. Sie will wohl auch gegen das "Qualmen" im Auto vorgehen.

„Ich kann mir ein Verbot gut vorstellen“, sagte Marlene Mortler der "WirtschaftsWoche". Vor Inkrafttreten schärferer Regeln für das Drucken von Schockbildern auf Zigarettenschachteln forderte Mortler, das geplante Werbeverbot nicht aufzuschieben.

"Wenn ich alleine hätte entscheiden können, wäre das Werbeverbot spätestens 2018 gekommen. Dass es jetzt 2020 geworden ist, war schon ein Kompromiss", sagte die CSU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". "Ich kämpfe dafür, dass er nicht wieder aufgeschnürt wird. Das Inkrafttreten darf nicht weiter aufgeschoben werden."

Dass um das ab 2020 geplante Werbeverbot für Tabakprodukte noch immer gerungen wird und die Tabakindustrie Einfluss auf Bundestagsabgeordnete zu nehmen versucht, stößt bei Mortler auf Kritik.

England hat seit letztem Jahr übrigens ein "Auto-Rauchverbot", zumindest wenn unter 18-Jährige Insassen mitfahren.
England hat seit letztem Jahr übrigens ein "Auto-Rauchverbot", zumindest wenn unter 18-Jährige Insassen mitfahren.

Mortler äußerte sich überzeugt davon, dass Gruselfotos auf Tabakprodukten die gewünschte Wirkung zeigen.

"Wir wollen mit diesen Schockbildern besonders Kinder und Jugendliche davor bewahren, dass sie mit dem Rauchen beginnen", sagte die 60-jährige Bundesdrogenbeauftragte. Es gehe nicht allein um die Bilder, sondern vor allem um die Emotionen, die durch sie geweckt würden. Erfahrungen etwa aus Australien würden zeigen, dass die Abbildungen ihre Wirkung nicht verfehlen.

Vor Inkrafttreten schärferer Regeln für Schockbilder auf Zigarettenschachteln hatten deutsche Hersteller eine Benachteiligung gegenüber Konkurrenten - vor allem aus Osteuropa - beklagt.

Zurück zum "Auto-Rauchen": Gründe fürs Verbot wären also, dass Kinder zu stark durch den Rauch in geschlossenen Räumen belastet werden. Rauchende Fahrer sind abgelenkt und könnten so schneller einen Unfall verursachen. Auch die Waldbrandgefahr und Umweltverschmutzung steige durch rausgeschmissene Zigarettenstummel.

England hat seit letztem Jahr übrigens ein erweitertes Rauchverbot: Wer im Auto mit Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren an Bord raucht, muss mit 50 Pfund (68 Euro) Strafe rechnen. Sowohl der Fahrer als auch der Raucher könnten bestraft werden.

Die EU-Richtlinie muss bis zu diesem Freitag in nationales Recht umgesetzt werden. Ab dann müssen neue Verpackungen von Zigaretten oder Tabak zu zwei Dritteln mit Schockbildern und Warnhinweisen versehen werden.

Fotos: imago


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