Pakete und frische Wäsche in den Kofferraum? Daimler testet Service für parkende Autos

Stuttgart - Sein Auto parken und wenn man wiederkommt, die bestellten Lebensmittel und gereinigte Wäsche im Kofferraum vorfinden? Der Stuttgarter Autobauer Daimler will das möglich machen.

Mit "chark" können in Zukunft Bestellungen direkt in den Kofferraum eines parkenden Autos geliefert werden.
Mit "chark" können in Zukunft Bestellungen direkt in den Kofferraum eines parkenden Autos geliefert werden.  © Daimler AG Global Communication

"chark" heißt das Corporate-Start-up-Projekt und der Name des innovativen Services leitet sich ab von "change the why you park". Das Projekt kommt aus dem globalen Innovationsbereich der Daimler AG, Lab1886.

Die Leiterin des Bereichs, Susanne Hahn, wird in einer Mitteilung des Unternehmens vom Freitag zitiert: "Mit chark bringen wir Bewegung ins Parken."

Ab heute geht das Projekt in die nächste Phase seiner Markterprobung. Mit 500 externen Mercedes-Benz Fahrern soll im Großraum Stuttgart getestet werden, wie Online-Einkäufe und Besorgungen schnell und unkompliziert ins parkende Auto geliefert werden können.

Seit April 2017 laufen die Arbeiten an "chark". Von April 2018 an wurde es ein Jahr lang als Pilotprojekt intern getestet. Aktuell arbeiten 7 Mitarbeiter im Rahmen von "chark".

Mona Moll, die Sprecherin für Lab1886 & Globales Mercedes-Benz Fashion-Engagement, sagte gegenüber TAG24:

"Wir haben in Kooperationen mit einem lokalen Logistik-Unternehmen, einem Lebensmittel-Markt und einer Textilreinigung das Vorhaben intern getestet und das Ergebnis war positiv. Im nächsten Schritt soll das Ganze nun von Mercedes-Fahrern getestet werden, die nicht für Daimler arbeiten."

Per App wird die gesamte Zustellung dokumentiert

Per App gibt man den Standort seines geparkten Autos durch und wird über den gesamten Zustell-Prozess benachrichtigt.
Per App gibt man den Standort seines geparkten Autos durch und wird über den gesamten Zustell-Prozess benachrichtigt.  © Daimler AG Global Communication

Doch wie funktioniert das in der Praxis?

Der Autofahrer übergibt vorübergehend seinen digitalen Fahrzeugschlüssel an einen Dienstleister, den er zuvor gebucht hat.

Dieser kann das Fahrzeug damit nur einmalig öffnen, sowie schließen und nicht die Zündung betätigen oder sonstiges.

Wenn jemand seine Online-Einkäufe also direkt in den Kofferraum geliefert haben möchte, gibt er bei der Bestellung die Position seines geparkten Autos durch und kann entscheiden, wann der Dienstleister das Fahrzeug öffnen darf. Der Zusteller findet das Auto per GPS, sobald er sich im Umkreis von 500 Metern zum Parkort befindet.

Um die maximale Sicherheit zu gewährleisten, müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  • Das Fahrzeug muss sich im vereinbarten Zustellfenster im Umkreis von 500 Meter zum angegebenen Parkort befinden
  • Das Fahrzeug muss verkehrsgemäß und frei zugänglich abgestellt sein
  • Fenster und Türen des Fahrzeugs müssen geschlossen und verschlossen sein
  • Das Fahrzeug muss sich in parkendem Zustand befinden
  • Die Verbindung zu Mercedes me bzw. eine ausreichende Funkverbindung müssen sichergestellt sein
  • Im Fahrzeug dürfen sich keine Wertgegenstände sowie Tiere oder Personen befinden

Per App erhält der Nutzer immer Benachrichtigungen zum Verlauf der Zustellung. Ist der Auftrag erledigt, wird ihm außerdem ein Zustellbericht inklusive Bilder zugeschickt.

Die Idee für "chark" entstand aus einem Daimler-internen Programm. "Jeder Mitarbeiter hat eine Idee in einen Pool eingebracht und eine davon war "chark", so Mona Moll gegenüber TAG24. "Das Schöne ist, dass nicht nur Ingenieure von der Idee begeistert waren, sondern auch Programmierer, Logistiker und viele andere Unternehmensbereiche."

Wie Daimler schreibt, sei eine Ausweitung auf weitere Automarken grundsätzlich jederzeit möglich. Das große Ziel sei der Aufbau eines Service-Ökosystems.

Titelfoto: Daimler AG Global Communication

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