Oma in eigenem Garten von Jäger erschossen? Nun wird der Tatort besichtigt

Dalberg - Unter freiem Himmel wird am Mittwoch (ab 9 Uhr) der Prozess gegen einen Jäger fortgesetzt, der bei einer Jagd eine 86-jährige Frau getötet haben soll.

Der 61-Jährige ist wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung angeklagt (Symbolfoto).
Der 61-Jährige ist wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung angeklagt (Symbolfoto).  © 123RF/Zoran Orcik

Alle Verfahrensbeteiligten und Zeugen kämen an dem Tag an den Ortsrand der 250-Einwohner-Gemeinde Dalberg (Kreis Bad Kreuznach), sagte die Sprecherin des Amtsgerichts Bad Kreuznach, Brigitte Hill, am Dienstag.

Dort soll der 61-Jährige im November 2018 während einer Drückjagd den tödlichen Schuss abgegeben haben. Prozessiert wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Der Verteidiger des Angeklagten hatte laut Hill beim Prozessauftakt am Freitag angekündigt, der 61-Jährige werde bei dem Ortstermin eine Erklärung abgeben. "Ich verteidige auf einen Freispruch, weil es ein reiner Unfall war", sagte der Verteidiger des Angeklagten, Ulrich Endres, am Dienstag.

Am ersten Prozesstag hatte sich der Angeklagte nicht zur Sache geäußert.

Jäger soll gegen Anweisung des Jagdleiters gehandelt haben

Laut Staatsanwaltschaft soll die 86-Jährige auf der Treppe ihres Gartens von einer Kugel in den Rücken getroffen worden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Angeklagte etwa 25 Meter davon entfernt mindestens einen Schuss aus einem halbautomatischen Gewehr hangabwärts durch ein blickdichtes Gebüsch in Richtung des Hauses der Frau abgegeben hatte. Damit soll er gegen die Anweisung des Jagdleiters verstoßen haben, der die Jagdteilnehmer aufgefordert hatte, nur hangaufwärts zu schießen.

Der Ortstermin sei eine Anregung des Verteidigers gewesen, sagte Hill. Ein solcher Termin komme "ganz selten" vor. "In einem Hauptverfahren habe ich sowas noch nie erlebt", sagte Kai Fuhrmann von der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach.

Titelfoto: 123RF/Zoran Orcik


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0