Junge muss 323 Mal zum Arzt und wird 13 Mal grundlos operiert

Immer wieder wurde ein Junge zum Arzt geschickt. Jedoch grundlos.
Immer wieder wurde ein Junge zum Arzt geschickt. Jedoch grundlos.  © dpa (Symbolbild)

Dallas - Sage und schreibe 323 Mal wurde der kleine Christopher (8) im Laufe seines jungen Lebens zum Arzt geschickt. Doch in den meisten Fällen konnten die Ärzte gar keine Krankheit feststellen. Stattdessen wurde vor Kurzem seine Mutter festgenommen.

Ryan Crawford, der Vater des Jungen, hatte sich bereits gewundert, dass Kaylene B., die Frau, die er regelmäßig datete, ihn zu Beginn der Kennenlernphase in der Nacht mit telefonischen Anrufen überraschte, dass sie zum Beispiel Fieber hätte.

Er vermutete zunächst den verzweifelten Wunsch nach Aufmerksamkeit. Doch nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes schien auch dieser, permanent zu leiden.

"Sie sagte immer, Christopher fühlt sich schlecht. Jede Woche. Jeden Monat ging das so. Irgendwas ist mit ihm. Er hat dies. Er hat das", meinte der Kindsvater gegenüber The Star- Telegram, dass ihm dies sehr komisch vorkam.

Münchausen-Stellvertreter-Syndrom: Mutter erfindet alle Beschwerden

Kaylene B. erfand eine Krebserkrankung ihres Sohnes Christopher (rechts) und schickte ihn immer wieder zum Arzt.
Kaylene B. erfand eine Krebserkrankung ihres Sohnes Christopher (rechts) und schickte ihn immer wieder zum Arzt.

Die Frau behauptete, dass ihr Kind allergisch auf Milch sei, davon erbrechen müsse. Das war jedoch nur der Anfang.

Diverse Krankheitssymptome sagte die Mutter Christopher nach. In dieser Folge forderte die Frau eine Lungentransplantation, eine Herzoperation, neue Beinprothesen, und vieles mehr. Irgendwann behauptete sie sogar, dass der Junge Krebs hätte. 13 vollkommen unnötige Operationen sollen an dem 8-Jährigen durchgeführt wurden sein, berichtet The Sun.

Natürlich war dem Vater dieses Verhalten schleierhaft, doch wann immer er der Frau versuchte, Einhalt zu gebieten, wurde er schroff abgewiesen, dass er nicht wüsste, was gut für das Kind sei.

Regelmäßig wechselte die Frau Ärzte und Krankenhäuser, damit niemand hinter die große Lüge kam. Denn ihr Sohn hatte gar keine Gebrechen. Stattdessen erfand die Mutter ständig neue Wehwehchen, weil sie am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leiden soll. Hier täuschen Mütter Krankheiten für ihre Kinder vor.

Es musste so kommen. Einige Halbgötter in Weiß wurden schließlich misstrauisch und alarmierten die Behörden. Daraufhin kassierte das Jugendamt Christopher ein. Kaylene B. kam kürzlich in Haft. Das genaue Strafmaß für die US-Amerikanerin steht immer noch aus.

Derweil kämpft Ryan Crawford verzweifelt um das Sorgerecht für seinen Sohn. Jahrelang glaubte ihm niemand, erhielt sogar ein Besuchsverbot. Er hofft immer noch darauf, seinen Sohn, um den er sich bisher kaum kümmern durfte, von der Pflegefamilie zurückzuerhalten.


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