Elbe trocknet aus! Sächsische Dampfschiffahrt stellt Betrieb ein

Aufgrund der Trockenheit muss die Sächsische Dampfschiffahrt ihre Touren einstellen.
Aufgrund der Trockenheit muss die Sächsische Dampfschiffahrt ihre Touren einstellen.

Von Anneke Müller

Dresden - Oh je! Der Weißen Flotte geht das Heck auf Grundkies - und das im wahrsten Sinne: Der Elbepegel ist in den letzten Stunden so stark gefallen, dass die Sächsische Dampfschiffahrt alle Touren einstellt.

Die letzten Schiffe werden am Montag ans Terrassenufer zurückbeordert und dort bis auf weiteres festmachen. Für Dienstag hat die Dampfschiffahrt eine Krisensitzung anberaumt.

Eine Handbreit Wasser unterm Kiel - der fromme Seefahrergruß ist für die Kapitäne der Weißen Flotte derzeit reines Wunschdenken. Buchstäblich auf dem letzten Tropfen Elbwasser haben die Dampfer das Elbhangfest geradeso überstanden.

Doch jetzt ist Pumpe. Gegen Mittag lag der Pegel nur noch bei 71 Zentimetern - Tendenz weiter stark fallend.

Am Montagmittag lag der Elbpegel bei nur noch 71 Zentimetern.
Am Montagmittag lag der Elbpegel bei nur noch 71 Zentimetern.

Am Morgen sind noch zwei Dampfer zur Schlösserfahrt ausgelaufen, für diese Touren ist damit Schluss. Am Montag um 15 Uhr (und 17 Uhr) wird die „Cosel“ noch für die letzte Stadtfahrt losmachen, dann ist auch dort endgültig Pumpe.

Und die Wasser-Aussichten für die Elbe bleiben düster: Ab Dienstag bricht bei uns der Super-Sommer aus. Bis Sonntag werden die Temperaturen auf 34 Grad steigen - Regenwahrscheinlichkeit (abgesehen von Gewittern) gleich Null. Und die Hitzeperiode soll bis Mitte Juli anhalten.

Die letzten Hoffnungen der Dampfschiffahrt ruhen nun auf unserem Nachbarland Tschechien: Die dortige Flussverwaltung könnte wie schon in der Vergangenheit eine sogenannte „Tschechenwelle“ schicken.

Und die Wasser-Aussichten für die Elbe bleiben düster.
Und die Wasser-Aussichten für die Elbe bleiben düster.

Robert Rausch (38) von der der Weißen Flotte: „Wir sind auf jeden Zentimeter angewiesen.“

Doch die Signale aus Tschechien sind nicht besonderer ermutigend. „Wir könnten frühestens am Mittwoch liefen“, so eine Sprecherin von „Povodi Labe“. Am Donnerstag würde der Pegel im Raum Dresden dann etwas steigen - zwischen einem und maximal zehn Zentimeter.

Doch die Povodi-Sprecherin dämpft die Erwartungen: „Auch unsere Staubecken sind derzeit relativ leer, eine Welle würde da Dresden nicht viel bringen.“

Fotos: Ove Landgraf


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