Macht Didavi noch ein Saisonspiel für den VfB? Es gibt Gründe, die zweifeln lassen

Stuttgart - Der VfB Stuttgart steht nach zwei 0:4 Klatschen gegen den BVB und Hoffenheim mit dem Rücken zur Wand: Ein Schlüsselspieler, der in dieser prekären Lage helfen könnte, wäre der verletzte Daniel Didavi (28).

VfB-Star Mario Gomez wollte Didavi (Bild) zur Genesung in die Eistonne schicken. (Fotomontage)
VfB-Star Mario Gomez wollte Didavi (Bild) zur Genesung in die Eistonne schicken. (Fotomontage)  © DPA

Doch wann dieser zurückkehrt ist ungewiss. Eine Schleimbeutelentzündung am rechten Fuß seiner Achillessehne bereitet Didavi seit Monaten Schmerzen. (TAG24 berichtete)

Ende April zwangen Didavi zum ersten Mal die Achillessehnenprobleme in die Knie. Zwei Monate pausierte der gebürtige Nürtinger, der damals noch beim VfL Wolfsburg unter Vertrag stand.

Seit dem 5. September fehlt Didavi dem VfB Stuttgart, mit Ausnahme des Spiels gegen Werder Bremen, indem er 90 Minuten unter Schmerzmitteln auf dem Platz stand.

Ist der VfB Stuttgart in Sachen Daniel Didavi zu viel Risiko eingegangen?

Zumindest herrscht eine neue Einigkeit beim VfB im Umgang mit der Verletzung des 28-jährigen Spielmachers.

So lassen die medizinische Abteilung und die sportliche Leitung um Sportvorstand MIchael Reschke verkünden: Didavi braucht Ruhe.

VfB-Schlüsselspieler Didavi beim Trainingsauftakt: War seine Verletzung an der Achillessehne damals richtig ausgeheilt?
VfB-Schlüsselspieler Didavi beim Trainingsauftakt: War seine Verletzung an der Achillessehne damals richtig ausgeheilt?  © DPA

VfB-Teamarzt Raymond Best sagte gegenüber der Stuttgarter Zeitung: "Seine Verletzung muss einmal komplett ausheilen, so dass er schmerz- und medikamentenfrei ins Training einsteigen kann. Sonst wird es am Ende immer schlimmer."

Diese plötzliche Einigkeit ist schön und gut, doch seit wann diese besteht, ist wie die Rückkehr Didavis ungewiss. Denn bisher hangelten sich die VfB-Verantwortlichen von Woche zu Woche und verklickerten den Journalisten, es bestünde wenigstens eine Chance, dass Didavi am jeweiligen Spieltag einsatzfähig sei.

So sagte VfB-Coach Markus Weinzierl auf der Pressekonferenz vor der 0:4-Pleite gegen Borussia Dortmund (TAG24 berichtete): "Wir werden kämpfen", dass Didavi gegen den BVB fit sein wird.

TAG24 fragte daraufhin, ob es denn sinnvoll sei zu kämpfen, schließlich geht es um die Gesundheit eines Profispielers.

Weinzierl entgegnete mit den Worten: "Wir werden abwägen, wir werden nichts unvernünftiges machen". Also kein Risiko eingehen.

Wenn er fit ist, ist er unglaublich wichtig: VfB-Spielmacher Daniel Didavi (28).
Wenn er fit ist, ist er unglaublich wichtig: VfB-Spielmacher Daniel Didavi (28).  © DPA

Hinzuzufügen ist hierbei, dass Didavi auch seit Wochen fast nur individuell trainiert hat, was die Frage aufwirft, wie man von Woche zu Woche über einen Spieleinsatz nachdenkt, obwohl Didavi nicht mal am Mannschaftstraining teilgenommen hat.

Doch kann Didavi in dieser Saison überhaupt nochmal auf dem Platz stehen? Oder wird er sogar noch in der laufenden Hinrunde fit? Alles "offen", antwortete der Pressesprecher des VfB Stuttgart Tobias Herwerth im Gespräch mit TAG24.

Sicher ist allerdings, dass die Entscheidung Didavi Ruhe zu gönnen eine neue Strategie des VfB ist. Schließlich hatte man ihn gegen Werder Bremen noch fit gespritzt und ist somit das Risiko eingegangen, was man nun vermeiden möchte.

Vielleicht war der Einsatz damals auch das Risiko des inzwischen entlassenen Ex-Coach Tayfun Korkut, der in diesem Spiel bereits unter hohem Erfolgsdruck stand. Quasi Didavi als letzte Patrone Korkuts. (TAG24 berichtete)

Zur Verletzung Didavis äußerte sich auch der Mannschaftsarzt der deutschen Frauennationalmannschaft Dr. Jörg Tusk gegenüber TAG24. Auch er spricht von einem "Risiko", dass der VfB mit dem Einsatz Didavis gegen Bremen eingegangen ist.

So sagte Dr. Tusk zwar: "Medizinisch ist es nicht zu verstehen" Didavi fit zu spritzen, doch die Medizin im Leistungssport tickt etwas anders, wie er klarstellte. "Es hätte funktionieren können", betonte Dr.Tusk, deshalb "probiert" man es. Außerdem "der Spieler will normalerweise spielen", fügte der Teamarzt der deutschen Frauennationalelf hinzu.

War es nun zu viel Risiko Didavi gegen Werder spielen zu lassen? "Wahrscheinlich ja, allerdings kann man es vorher nicht wissen", bewertet Dr. Tusk die Lage.

Doch im Gespräch mit ihm wird klar, dass die Verletzung sehr komplex sein kann und einen Spieler sehr lange ausbremsen kann, oder sie ist eben schnell behandelbar. Letzteres scheint bei Didavi nicht der Fall zu sein, denn schließlich plagen Didavi seit Ende April die Schmerzen.

"Menschen sind keine Maschinen", wiederholt Dr. Tusk immer wieder. Gerade deshalb ist es wahrscheinlich besser, dass sich der VfB nun endgültig dazu entschieden hat, es mit Didavi langsamer anzugehen - Rückkehr ungewiss.

Mehr zum Thema 1. Bundesliga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0