Kurz vor seinem Sturz: Daniel Küblböck spielte Frau, die sich im Meer ertränkt

Berlin - Nahm er sich seine letzte Schauspielrolle zum Vorbild? Nach seinem dramatischen Sturz von der Aida Luna kommen immer mehr düstere Details rund um das Leben von Daniel Küblböck ans Tageslicht.

Vor seinem Sturz in die Fluten zeigte sich Daniel Küblböck (33) immer öfter in Frauenkleidung.
Vor seinem Sturz in die Fluten zeigte sich Daniel Küblböck (33) immer öfter in Frauenkleidung.  © Instagram/rosa_luxem

Die Art und Weise, wie der 33-Jährige wahrscheinlich ums Leben kam, lässt nämlich besonders seine letzte Bühnenrolle in ein völlig neues Licht rücken.

Für die Premiere des Abschlussstückes seiner Klasse am 20. Juli - einer Inszenierung der "Unschuld" von Theaterautorin Dea Loher - sollte Küblböck als "Rosa" auf der Bühne stehen.

Für diese Rolle sollte er Make-up und Perücke tragen und in Frauenkleider schlüpfen. Rosa ist im Stück nämlich eine unglücklich verheiratete Ehefrau.

Für ihren Ehemann steht der Job an erster Stelle. Für die Karriere vernachlässigt er sie und ihren Kinderwunsch. Außerdem muss sich Rosa um ihre kranke Mutter kümmern, die auch alles andere als sensibel mit ihrer Tochter umgeht.

Völlig am Ende mit ihrem Leben ertränkt sich die verzweifelte Frau schließlich im Meer.

Aus dem Stück stammt die folgende erschütternde Passage: "Dieser Himmel ist niedrig; schwere Wolken lauern über meinem Kopf, dicht über meinem Kopf, als wollten sie ihn fortreißen mit dem nächsten Stoß des Windes; das Meer unruhig, Wellen, unberechenbar aus der Tiefe geboren, stürzen auf mich zu; dann tänzeln sie rückwärts, mit ausgebreiteten Armen, und locken mich wohin, wohin ... ich weiß nicht wohin."

Die letzte Rolle vor seinem Tod war die der "Rosa" in einem Stück der Theaterautorin Dea Loher.
Die letzte Rolle vor seinem Tod war die der "Rosa" in einem Stück der Theaterautorin Dea Loher.  © DPA

Die erschreckenden Parallelen: Auch Daniel Küblböck soll immer wieder mit depressiven Gedanken gekämpft haben und sich besonders durch das angebliche Mobbing seiner Mitschüler immer mehr zurückgezogen haben (TAG24 berichtete).

Auf der Aida Luna wurde er in den Tagen vor seinem Verschwinden immer wieder in Frauenkleidung gesichtet. Erst kurz zuvor hatte er seinen zweiten Instagram-Account "Rosa Luxemburg" gegründet und darauf etliche Fotos gepostet, auf welchen er besonders feminin gestylt war.

Hat er sich etwa wirklich wie seine tragische Rolle Rosa im Meer ertränken wollen? Das weiß am Ende wohl nur er selbst.

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Normalerweise zieht es TAG24 vor, nicht über mögliche versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat und der Fall besondere mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.


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