"Katastrophal": Daniel Küblböcks Vater über die Zeit nach dem Verschwinden

Berlin - Über ein Jahr ist es her, dass sich Daniel Küblböck von der AIDAluna in den Atlantik stürzte und verschwand. Jetzt spricht sein Vater Günther nach langer Zeit wieder öffentlich über den Verlust seines Sohnes.

Am 9. September 2018 sprang der 33-jährige Daniel Küblböck von der AIDAluna.
Am 9. September 2018 sprang der 33-jährige Daniel Küblböck von der AIDAluna.  © dpa/Fredrik von Erichsen

Im SWR-"Nachtcafé" redete er mit Gastgeber Michael Steinbrecher über die schwere Psychose seines Sohnes und wie es der Familie seit dem 9. September 2018 erging.

Vom Beginn der Wesensveränderung bis hin zum Tag des Sprungs seien nur wenige Wochen vergangen.

"Das ist wirklich dann bei ihm sehr schnell gegangen", so der Vater des einstigen DSDS-Kandidaten. "Von August bis September - eigentlich nur sechs Wochen - hat sich da so eine Psychose entwickelt bei ihm."

Plötzlich sei sein Sohn nicht mehr wiederzuerkennen gewesen, habe am Telefon seine Stimme verstellt und immer eine andere Rolle eingenommen.

"Wenn man jemanden so gut kennt wie den eigenen Sohn, dann weiß man natürlich schon, dass da irgendwas gewaltig daneben läuft, wenn man da plötzlich eine ganz andere Person hört", erinnert sich Günther Küblböck.

Familie versuchte noch die Schiffsreise von Daniel Küblböck zu verhindern

Sein Vater Günther Küblböck über seine tragische Erkrankung.
Sein Vater Günther Küblböck über seine tragische Erkrankung.  © dpa/Henning Kaiser

Da der Familie bereits Böses schwante, versuchte der Vater noch, die verhängnisvolle Schiffsreise zu verhindern - ohne Erfolg: "Ich habe bis heute noch eine riesige Wut auf die Schifffahrtsgesellschaft. Unabhängig davon, dass sie ihn mitgenommen haben, meiner Meinung nach könnte man auf solchen Schiffen viel mehr unternehmen für die Sicherheit."

An Bord sorgte Daniel dann in Frauenkleidung, mit ungewöhnlichem Verhalten und regelmäßigen Wutausbrüchen für Aufsehen und Sorge unter den Mitreisenden.

Helfen konnte niemand dem 33-jährigen Musiker aber am Ende niemand.

Am frühen Morgen des 9. Septembers stürzte er sich über die Reling ins eiskalte Meer. Mit diesem Tag begann für die Familie Küblböck die wohl schwerste Zeit ihres Lebens. "Das wurde natürlich sehr schwer dadurch, dass Daniel eine öffentliche Person war und die ganze Berichterstattung, da ist es wirklich schwer, dass man zu sich selber findet. Das erste halbe Jahr war eigentlich - kann man sagen - katastrophal, weil man eigentlich keine Ruhe hatte."

Inzwischen versucht die Familie jedoch, nach vorn zu blicken. Dennoch wird Daniel von seinen Freunden und der Familie natürlich nie vergessen werden.

Mehr zum Thema Promis & Stars:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0