Spott über Daniel Küblböck: Oliver Kalkofe rastet auf Facebook aus

Berlin - Er kann nicht länger schweigen! Zwei Tage nach dem tragischen Verschwinden von DSDS-Star Daniel Küblböck meldet sich nun Oliver Kalkofe mit einigen wachrüttelnden Zeilen zu Wort.

Seit Sonntagmorgen wird der 33-jährige Daniel Küblböck vermisst.
Seit Sonntagmorgen wird der 33-jährige Daniel Küblböck vermisst.  © DPA

"Ich habe mich nicht früher geäußert, weil ich keinen falschen Spekulationen Vorschub leisten wollte, aber jetzt scheint es ja doch traurige Tatsache zu sein, dass Daniel Küblböck auf der Aida Suizid begangen hat...", beginnt der 52-Jährige seinen Post auf Facebook.

Am Sonntagmorgen war der 33-jährige Sänger während einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York vor der Küste Neufundlands über Bord gegangen und wird seitdem vermisst. Mittlerweile hat die Küstenwache die Suche jedoch eingestellt (TAG24 berichtete).

Ein Fall, der ganz Deutschland bewegt, viele Trauernde, aber auch viele pietätlose Hater auf den Plan ruft. Und eben diesen will Kalkofe nun den Kampf ansagen.

"Dieser Selbstmord stimmt mich unendlich traurig. Und wenn ich die unglaublich vielen dummen, abartigen und emotionslosen Witze lese, werde ich wütend", erklärt er.

Daniel Küblböck sei zwar eine schrille und bisweilen irrwitzig erscheinende Gestalt gewesen, er habe polarisiert und seine Performances seien diskussionswürdig gewesen. "Na und? Ja, ich habe auch sehr oft über ihn gespottet und Witze gemacht, sowohl in der #Mattscheibe wie auch bei #SchleFaZ. Jedoch nicht über ihn als Person, sondern nur über seine Aktionen und Auftritte - wo er natürlich auch bewusst zu solchen Reaktionen provozierte."

Jetzt meldet sich auch Komiker Oliver Kalkofe (52) zu Wort.
Jetzt meldet sich auch Komiker Oliver Kalkofe (52) zu Wort.  © DPA

"Er gehörte zu den Menschen, die bunt und anders sind, die ihr Publikum begeistern und auch nerven können", erinnert sich Kalkofe. "Doch wo wären wir ohne genau diese seltsamen und verrückten Figuren, die uns zumindest Emotionen schenken statt immer gleicher Langeweile?"

Zum Schluss möchte er den Netz-Fieslingen noch einmal ins Gewissen reden: "Doch egal, ob man jemand mochte oder nicht und ob man ihn zu Lebzeiten ernst nahm oder nicht - nach dem Tode dümmlich ausgelacht zu werden, vor allem wenn man gerade an diesem Umgang mit der eigenen Person gescheitert ist und deshalb das Leben aus Verzweiflung beendet hat, hat niemand verdient."

Offiziell gilt Daniel Küblböck nach wie vor als vermisst. Allerdings sei es nach Angaben des Anbieters Aida Luna Cruises bei den dort vorherrschenden 10,5 Grad Wassertemperatur sehr unwahrscheinlich, länger als wenige Stunden zu überleben.

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Normalerweise zieht es TAG24 vor, nicht über mögliche versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat und der Fall besondere mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.


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