Kurz nach Entlassung: Coach Stendel kippt Tequila-Shot mit den Fans!

Barnsley - Nach 15 Monaten an der Seitenlinie des englischen Fußball- Zweitligisten FC Barnsley, ist nun Schluss für den ehemaligen Bundesliga-Profi und Hannover-Coach Daniel Stendel. Trainerentlassung - Business as usual, aber wie sich der Trainer von den Fans verabschiedete, ist alles andere als "usual"!

Nach etwas über einem Jahr war für Stendel Schluss bei den Engländern.
Nach etwas über einem Jahr war für Stendel Schluss bei den Engländern.  © Peter Steffen/dpa

32 Siege, 16 Unentschieden, 17 Niederlagen. Das macht bei 65 Spielen einen Punkteschnitt von 1,72 Punkten pro Partie. Es gibt durchaus Trainer, die mit einem niedrigeren Schnitt im Amt bleiben, aber auch andere, die mit deutlich mehr "gegangen werden". Der 45-jährige gebürtige Frankfurter musste nun seinen Hut nehmen und das trotz des Aufstiegs im vergangenen Jahr aus der drittklassigen League One in die zweite englische Liga.

Nach dem Auftaktsieg gegen den FC Fulham (1:0), konnte Stendel nur noch drei Unentschieden in den darauffolgenden neun Liga-Spielen holen. Der Rest ging verloren. Zudem kam mit einem 0:3 im eigenen Wohnzimmer eine peinliche Pokal-Pleite gegen den Viertligisten Carlisle United hinzu.

Zu wenig Zählbares und zu viel für die Bosse - Stendel wurde am Dienstag entlassen. Gerade bei Erfolgslosigkeit wird besonders schnell und oft harsch der Trainer kritisiert. Als vermeintlich schwächstes Glied der Kette müssen des Häufigeren die Coaches innerhalb der Saison ihre Stühle räumen.

Oftmals sind dabei auch die Fans ein Faktor, die lauthals ihren Unmut über die Mannschaftsleistungen äußern und gern auch einmal Vorstand oder Trainer infrage stellen. Anders jedoch im Fall von Daniel Stendel und den Anhängern des FC Barnsley.

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Daniel Stendel als Spieler von Hannover 96. Zu seinen 96 Erstliga-Spielen kamen unter anderem noch 160 im deutschen Unterhaus.
Daniel Stendel als Spieler von Hannover 96. Zu seinen 96 Erstliga-Spielen kamen unter anderem noch 160 im deutschen Unterhaus.  © Carmen Jaspersen/dpa

Frisch gekündigt lief Stendel nämlich einigen Fans in die Arme. Von Wut oder Bösartigkeit dem 96-fachen Bundesligaspielers gegenüber, war jedoch nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die Fans verabschiedeten sich höflich von dem nun scheidenden Deutschen und bedankten sich für seine Arbeit.

Dann eine Szene, die mit Sicherheit im Jahresrückblick der Engländer vertreten sein dürfte: Ein paar der Fans hatten Tequila und Zitrone dabei. Sie erhoben ihre Gläser auf Stendel und drückten ihm gleichermaßen einen "Shot" samt Zitronenscheibe in die Hand.

Der inzwischen Ex-Coach fackelte nicht lange und stürzte den Tequilla unter Applaus herunter und biss anschließend in die Zitrone.

Als bodenständiger und emotionaler Trainer fand er bei den Engländern immer Anklang, sie schätzten seine Art. Doch so süß die Liebe war, so sauer die Zitrone nach der Entlassung.

Stendel spielte in seiner aktiven Karriere unter anderem für SV Meppen, den FC St. Pauli und Hannover 96. Bei den Niedersachsen war er nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn zunächst Trainer in der Jugend, bevor er im April 2016 den bereits so gut wie abgestiegenen Verein als Interimstrainer übernommen hatte und bis März 2017 an der Linie blieb.

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