Dank dieser Bloggerin landen die heftigsten Filmkulissen direkt auf Eurem Smartphone

Hamburg – Eigentlich sollte es nur ein kleines Hobby-Projekt werden. Doch inzwischen hat sich die Hamburger Bloggerin Andrea David mit ihrem Instagram-Feed "Filmtourismus" zu einer echten Influencerin gemausert – ganz ohne überzogenen Beauty-Wahn und Schickimicki. Eben typisch Norddeutsch.

Hier ist Bloggerin Andrea David ganz zufällig auf einen Drehort in New York, USA gestoßen. Gezeigt wird eine Szene aus dem Erfolgsfilm: Marvel's The Avengers.
Hier ist Bloggerin Andrea David ganz zufällig auf einen Drehort in New York, USA gestoßen. Gezeigt wird eine Szene aus dem Erfolgsfilm: Marvel's The Avengers.  © instagram/filmtourismus

Für Andrea David werden die bekanntesten und schönsten Drehorte für Kino- und Serien-Hits wie Harry Potter, La La Land, Game of Thrones, Gilmore Girls oder Marvel's The Avengers erst dann richtig interessant, wenn dort eigentlich schon alles vorbei ist. Die Schauspieler sind abgereist, die Kameras abgebaut und die gedrehten Szenen flimmern schon längst über Kinoleinwände und Fernsehbildschirme, dann macht sich Andrea auf den Weg.

Die ziemlich jugendlich wirkende, aber bereits 41 Jahre alte Wahl-Hamburgerin bezeichnet sich selbst als typische Filmtouristin und bereist auf eigene Faust Drehorte in der ganzen Welt. Später stellt sie Fotos von ihren Touren und Reisetipps ins Internet – und Filmfans auf der ganzen Welt feiern sie dafür!

"Wenn du durch die Straßen gehst und deine Fantasie dich zu Fantasy-Storys an jeder Ecke führt, bist du höchstwahrscheinlich ein Filmtourist." schwärmt die Influencerin in einem ihrer Posts auf Instagram.

See Mývatn, Island: Bloggerin Andrea David hält eine Filmklappe in die Höhe. Die Hamburgerin bereist Filmkulissen in der ganzen Welt und berichtet auf ihrem Blog und ihrem Instagram-Feed darüber.
See Mývatn, Island: Bloggerin Andrea David hält eine Filmklappe in die Höhe. Die Hamburgerin bereist Filmkulissen in der ganzen Welt und berichtet auf ihrem Blog und ihrem Instagram-Feed darüber.  © DPA

Neben ihrem Instagram-Account ist auch ihr Weblog ein absolutes Erfolgsmodell: Davids 2007 gegründete Website "filmtourismus.de - Die Welt der Drehorte" erreicht nach eigener Zählung wohl mindestens rund 180.000 Leser im Monat. Manchmal lasse sich anhand der Verteilung der Klicks sogar ablesen, welcher Film gerade im Fernsehen laufe, erklärt die Bloggerin.

Filmdrehorte sind beliebte Reiseziele und viele Menschen posten ihre Urlaubsfotos später im Internet - aber Andrea David ist damit besonders erfolgreich. Mit einer simplen, aber originellen Foto-Methode hat sie es bei Instagram auf inzwischen knapp 300 000 Follower gebracht: Sie hält Screenshots aus bekannten Filmen oder Serien wie Postkarten von bekannten Filmszenen vor die jeweilige Drehkulisse.

Die nordenglische Schlossanlage Alnwick Castle wird so plötzlich wieder zur Zauberschule Hogwarts aus den Harry-Potter-Filmen, die spanische Insel Gaztelugatxe wird erneut zum Schauplatz der Erfolgsserie "Game of Thrones".

Dass ein ganz gewöhnlicher Strand, ein Waldweg oder ein baufälliges Haus ein ganzes Kopfkino auslösen kann - darin liegt für David der Reiz des Drehorte-Besuchens:

"Beim Filmtourismus geht es ja darum, dass man etwas sieht, was andere nicht sehen." erklärt die Eimsbüttlerin, die gebürtig eigentlich aus Rottweil in Baden-Württemberg kommt.

"Was in Bangkok passiert, bleibt in Bangkok!" heißt es in den Hangover-Filmen. Das gilt aber sicher nicht für den Erfolgs-Account @Filmtourismus auf Instagram, hier können wir alle einen Blick auf die atemberaubende Filmkulisse werfen.
"Was in Bangkok passiert, bleibt in Bangkok!" heißt es in den Hangover-Filmen. Das gilt aber sicher nicht für den Erfolgs-Account @Filmtourismus auf Instagram, hier können wir alle einen Blick auf die atemberaubende Filmkulisse werfen.  © instagram/filmtourismus

Viele filmbegeisterte Urlauber zieht es in die USA, doch auch weit weg von Hollywood gewinnt Filmtourismus an Bedeutung. Claudia Gilles vom Deutschen Tourismusverband nennt etwa das sächsische Görlitz und das im Rheingau gelegene Kloster Eberbach als Beispiele für Orte in Deutschland, die als Filmkulissen bekannt und somit auch für Filmtouristen interessant geworden sind: In Görlitz wurde die mit mehreren Oscars prämierte Komödie "Grand Budapest Hotel" gedreht, im Kloster Eberbach Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" verfilmt.

Filmtouristen aufgepasst: Denn nicht jeder Film und jede Serie habe das Potenzial, einen Ort langfristig als Touristenziel zu etablieren, betont Gilles. Der Herr der Ringe ziehe ja ein anderes Publikum an als "Der Bergdoktor". Filmtouristin Bloggerin David gibt den Lesern ihrer Website ganz praktische Tipps. Sie berichtet auch, wenn sich die Reise zu einem Drehort als Flop herausgestellt hat - weil die Kulisse nicht mehr so aussieht wie im Film, weil eine Baustelle den Zugang versperrt oder weil die Location schlicht und einfach nicht auffindbar ist:

"Das ist auch der Anspruch, den ich an die Seite habe: Dass ich die Leute so informiere, dass sie wissen, was sie vor Ort erwarten können."

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