Dank und Hass: So reagiert die Bevölkerung auf die Messerattacke von Nürnberg

Nürnberg - Nach der Festnahme des mutmaßlichen Messerstechers von Nürnberg wertet die Polizei weiter Hinweise zu dem Fall aus. Der 38-Jährige schweigt immer noch zu den Vorwürfen, wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am Montag auf Anfrage erklärte.

Louis aus dem Stadtteil St. Johannis bedankte sich persönlich bei der Polizei mit einem Bild.
Louis aus dem Stadtteil St. Johannis bedankte sich persönlich bei der Polizei mit einem Bild.  © Polizei Mittelfranken

Währenddessen zeigt sich die Bevölkerung sehr dankbar gegenüber der Polizei.

Auf ihrem Twitter Account berichtet die Polizei von einem kleinen Jungen, der den Beamten zum Dank extra ein Bild gemalt hat.

Der kleine Louis kam mit seinem Papa in die Dienststelle und bedankte sich persönlich bei der Soko "Johannis".

Doch neben positivem Feedback sieht sich die Polizei auch mit vielen Hass-Kommentaren konfrontiert und ruf zur sachlichen und wertfreien Diskussion auf. "Diese unqualifizierten Äußerungen sind nicht zielführend", schreibt die Polizei Mittelfranken auf Twitter.

Der kleine Louis erhielt eine Einladung und darf nun mit seiner ganzen Schulklasse die Polizeiwache besuchen.

Mutmaßlicher Messerstecher von Nürnberg schweigt noch immer zu Tat

Viele finden, dass die Polizei in Nürnberg gute Arbeit geleistet hat.
Viele finden, dass die Polizei in Nürnberg gute Arbeit geleistet hat.  © DPA

Der Deutsche soll am vergangenen Donnerstag drei Frauen im Alter von 26, 34 und 56 Jahren niedergestochen haben. Alle drei Opfer wurden am Oberkörper schwer verletzt - zwei der Frauen waren zeitweise in Lebensgefahr (TAG24 berichtete).

Der laut Staatsanwaltschaft gebürtig aus Sachsen-Anhalt stammende Mann sitzt seit vergangenem Freitag wegen Diebstahls in Untersuchungshaft - zuvor hieß es fälschlicherweise, er sei gebürtiger Thüringer. Er hatte versucht, in einem Geschäft ein Käsemesser zu stehlen.

Die Anklagebehörde will auch "zeitnah" Haftbefehl wegen versuchten Mordes in drei Fällen beantragen. Weil der Mann schon in U-Haft sitze, gebe es erstmal keinen Grund zur Eile, sagte eine Sprecherin. Der Haftantrag werde höchstwahrscheinlich noch diese Woche gestellt.

Eine Polizeistreife hatte den mehrfach vorbestraften Mann ohne festen Wohnsitz in der Nähe der Tatorte im Stadtteil St. Johannis in Gewahrsam genommen. Auf ihn hatten die Beschreibungen der Opfer sowie von Zeugen gepasst. Außerdem hatte er die Tatwaffe dabei - ein Messer. Für die Ermittler erhärtete sich der Tatverdacht unter anderem durch DNA-Spuren eines Opfers an dem Tatmesser.

Titelfoto: Polizei Mittelfranken


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