Darf Amazon weiter Bestell-Knöpfe verkaufen?

München - Einen kleinen WLAN-Knopf an die Waschmaschine kleben und Waschmittel fortan per Knopfdruck einkaufen - solche Bestellknöpfe bietet der Online-Händler Amazon Kunden seit einigen Jahren in Deutschland an.

Wenn man auf den "Amazon Dash Button" drückt, wird ein gewünschtes Produkt nachbestellt. (Archivbild)
Wenn man auf den "Amazon Dash Button" drückt, wird ein gewünschtes Produkt nachbestellt. (Archivbild)  © amazon/ dpa

Die Knöpfe gibt es auch für Zahnpasta, Katzenfutter, Kaffee und andere Produkte des täglichen Bedarfs. Ob Amazon das aber weiterhin tun darf, das entscheidet jetzt das Oberlandesgericht München.

Die Verhandlung in der Landeshauptstadt Bayerns beginnt am Donnerstag (14 Uhr).

Den Prozess in erster Instanz hat Amazon verloren - das Landgericht München gab der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit ihrer eingereichten Klage recht.

Denn die Sache hat einen Haken: Auf den Bestellknöpfen finden sich nur die Markenlogos der jeweiligen Hersteller, keine Informationen zu Preis oder Inhalt. Diese Angaben hat der Kunde zwar beim Installieren der App bereits erfahren, allerdings können sich Details ändern.

Der sogenannte "Amazon Dash Button" ist ein mit WLAN verbundenes Gerät, mit dem Produkte per Knopfdruck nachbestellt werden können.

Jeder Knopf ist an ein Produkt der Wahl gekoppelt, das während des Einrichtens ausgewählt wird. Wenn ein Produkt zur Neige geht, drückt man den Knopf und bestellt so das neue Produkt. Der Dash Button wird über die Amazon App eingerichtet und verwaltet.

Update 15.26 Uhr: Gericht verbietet Amazons WLAN-Bestellknöpfe

Die Knöpfe gibt es für alle möglichen Produkte, doch Preise und Produktinformationen findet man nicht darauf. (Archivbild)
Die Knöpfe gibt es für alle möglichen Produkte, doch Preise und Produktinformationen findet man nicht darauf. (Archivbild)  © amazon/ dpa

Der Internethändler Amazon muss seine WLAN-Bestellknöpfe vom Markt nehmen. Das Oberlandesgericht München hat dem Unternehmen am Donnerstag verboten, Waschmittel, Kaffee und andere Waren des täglichen Bedarfs in Deutschland weiter so zu verkaufen.

Die aufklebbaren, nur mit dem jeweiligen Hersteller-Logo versehenen Knöpfe führten zu intransparenten Bestellungen. Klare Informationen zu Inhalt, Preis und der klare Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten, urteilten die Richter.

Damit verstoße Amazon gegen die Gesetze für den Internethandel. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Titelfoto: amazon/ dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0