Neuer Prozess um Schüsse auf Hells-Angels-Boss: Vermutlich drei Angeklagte

Karlsruhe/Hamburg - Wegen eines Rechenfehlers hat der Bundesgerichtshof ein Urteil um die beinahe tödlichen Schüsse auf einen Rockerboss im Hamburger Stadtteil St. Pauli aufgehoben.

Das Auto, in dem Dariusch F. saß, ist blutüberströmt. (Archivbild)
Das Auto, in dem Dariusch F. saß, ist blutüberströmt. (Archivbild)  © JOTO

Das Landgericht müsse erneut über die Anklage wegen Anstiftung zum versuchten Mord verhandeln, heißt es in der Entscheidung.

Die zuständige Strafkammer am Landgericht hatte die schriftliche Urteilsbegründung einen Tag zu spät auf der Geschäftsstelle des Gerichts vorgelegt.

"Der Rechtsfehler nötigt zur Aufhebung des - sehr sorgfältig begründeten - Urteils", erklärten die Bundesrichter.

Der 29-jährige Angeklagte war am 3. Juni zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Strafkammer war davon überzeugt, dass er aus dem Gefängnis heraus aus Rache den Mord an dem Rockerboss in Auftrag gegeben hatte.

Im Sommer 2018 war das Opfer kurz vor Mitternacht am Millerntorplatz an einer Ampel in seinem Auto mit fünf Schüssen lebensgefährlich verletzt worden.

Schütze in Bulgarien festgenommen

Das Auto, aus dem heraus geschossen wurde, hatte die Freundin des Angeklagten gefahren. Ihre Verurteilung zu zwölfeinhalb Jahren Haft ist rechtskräftig.

Inzwischen hat die Hamburger Staatsanwaltschaft auch den in Bulgarien festgenommenen Schützen und den Vater des 29-Jährigen als Mittäter angeklagt. Der Vater soll die Tat mit geplant und dem Schützen die Waffe beschafft haben, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag.

Die Verantwortlichen am Hamburger Landgericht hoffen nun, dass ein gemeinsames Verfahren für alle drei Angeklagten machbar ist. Der 29-Jährige muss wegen einer anderen Straftat noch bis 2021 im Gefängnis bleiben.

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