Komplett verrückte Partie! Darmstadt 98 und Nürnberg mit Torfestival

Darmstadt - Was für ein Spiel! Im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor trennten sich der SV Darmstadt 98 und der 1. FC Nürnberg in einer höchst unterhaltsamen Zweitliga-Partie mit 3:3-Unentschieden.

Serdar Dursun freut sich über seinen Führungs-Treffer zum 1:0.
Serdar Dursun freut sich über seinen Führungs-Treffer zum 1:0.

Lilien-Coach Dimitrios Grammozis setzte weitgehend auf die Elf, die unglücklich mit 0:1 in Sandhausen verlor. Einzig der Gelb-Rot-gesperrte Victor Pálsson musste ersetzt werden. Für ihn spielte Seung-Ho Paik . Der zweite Last-Minute-Neuzugang Ognjen Ozegovic nahm zunächst auf der Bank Platz.

Nach drei torlosen Spielen in Folge sollten jetzt gegen den Absteiger aus Franken - neben der vom Trainer geforderten stabilen Defensive - endlich wieder Tore her.

Und das funktionierte zunächst und sah auch noch wunderbar aus: Marcel Heller ging mit viel Geschwindigkeit rechts durch, flankte auf Marvin Mehlem links im Strafraum, der gab den Ball an Fabian Holland weiter. Ein schneller Kurzpass von der Grundlinie auf Serdar Dursun, der unbedrängt zum 1:0 verwandelte (6.).

SV Darmstadt: 18-jähriger Offensivspieler bekommt Profi-Vertrag
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Die Antwort der Nürnberger ließ aber nicht lange auf sich warten.

Mehlem verlor den Ball an Nikola Dovedan, der Robin Hack steil schickte. Alleine vor Lilien-Keeper Florian Stritzel zeigte der U21-Nationalspieler seine Torjäger-Qualitäten und verwandelte eiskalt zum 1:1 (9.).

Unverdienter Führungstreffer für den 1. FC Nürnberg kam aus dem Nichts

Nürnberger Torjubel, auch wenn die Lilien in der ersten Halbzeit mehr von Spiel hatten.
Nürnberger Torjubel, auch wenn die Lilien in der ersten Halbzeit mehr von Spiel hatten.

Dennoch ließen sich die Darmstädter vom Ausgleich nicht irritieren und legten ihre bislang beste Halbzeit der Saison 2019/20 hin. Dumm nur, dass nichts Zählbares dabei heraussprang.

Die größte Chance hatte Heller, der in der 27. Minute frei vor Christian Mathenia auftauchte, aber zu unplatziert abschloss. Ein weiteres Tor von Dursun wurde nicht gegeben, weil bei der gelungenen Einleitung des Angriffs per Hacke Patrick Herrmann knapp im Abseits stand.

Unglücklich und unverdient dann die Gäste-Führung: Ein langer Ball fand Michael Frey. Der Schweizer nahm den Ball mit der Brust an und netzte wuchtig zum 2:1 ein. Da sah sein Gegenspieler Immanuel Höhn nicht gerade gut aus.

SV Darmstadt 98: Torsten Lieberknecht ist der neue Lilien-Trainer!
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Unverändert ging es für Darmstadt in die zweite Halbzeit, in der Nürnberg deutlich selbstbewusster aus der Kabine kam.

Gleich zweimal hatten die Franken durch Hack (50.) und Dovedan (55.) die Möglichkeit, aus kurzer Entfernung auf 3:1 zu erhöhen, scheiterten aber kläglich. Glück für die Lilien, die zu diesem Zeitpunkt nicht ins Spiel zurückfanden.

Slapstick-Einlage bringt den SV Darmstadt 98 in Führung, aber es reicht nicht zum Sieg

Serdar Dursun nutzte den Fauxpas zwischen Erras und Mathenia eiskalt zum zwischenzeitlichen 3:2.
Serdar Dursun nutzte den Fauxpas zwischen Erras und Mathenia eiskalt zum zwischenzeitlichen 3:2.

In der 60. Minute stellte Dimitrios Grammozis dann um. Für den als Ballverteiler ordentlich agierenden Paik kam Yannick Stark. Der agile Mehlem musste in Person von Ozegovic einem weiteren Stürmer weichen.

Die Lilien kamen nun wieder besser ins Spiel. Eine hundertprozentige Chance versemmelte Stark in der 64. Minute: Die perfekte Hereingabe von Dursun über rechts auf Stark drosch der gebürtige Darmstädter mit Wucht aufs Tor, doch Mathenia parierte.

Mit dem Abpraller konnte Stark dann aber nichts anfangen und spielte eine uninspirierte Flanke ins Nirgendwo, anstatt einfach nur ins leere Tor zu schießen.

Verwirrung gab es dann in der 72. Minute: Stark flankte von rechts in den Nürnberger Strafraum auf Höhn, der mit dem Kopf an Mathenia vorbei auf Dario Dumic weitergab: Tor! Oder nicht? Schiedsrichter Alexander Sather entschied zunächst auf Abseits, gab das Tor nach kurzer Diskussion mit VAR Daniel Schlager dann aber zurecht doch. Gerechter Lohn für die tadellos kämpfenden Lilien.

Und dann das: Patrick Erras und Mathenia waren sich bei einer Rückgabe nicht wirklich einig, wer den Ball annehmen soll und rannten sich gegenseitig über den Haufen. Das nutzte Dursun entspannt zum 3:2 (82.).

Der Sieg für die Lilien? Nein. Nach einer Ecke für Nürnberg bekam Hack den Ball und hielt einfach mal aus 20 Metern drauf: Der Flachschuss saß, wohl auch, weil Lilien-Keeper Stritzel ein wenig die Sicht versperrt war. 3:3 (85.)!

In der Nachspielzeit hatten die Darmstädter dann noch Glück, als Sebastian Kerk einen Freistoß aus rund 30 Metern an den Pfosten hämmerte.

Fazit: Darmstadt und Nürnberg trennen sich in einer höchst unterhaltsamen Zweitliga-Partie leistungsgerecht mit einem 3:3-Remis. Und die Lilien bewiesen: Tore-Schießen geht dann eben doch!

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