Darmstadt im Tal der Tränen: HSV beschert den Lilien vierte Pleite in Serie

Darmstadt - Der 9. Spieltag in Liga zwei hatte es für Darmstadt 98 in sich. Zu Gast waren die Kicker des Bundesliga-Dinos Hamburger SV, der nach einer klaren Niederlage und zwei Remis in Serie einiges gutzumachen hatte.

Aaron Hunt (Li.) besorgte die zwischenzeitliche 1:0-Führung für die Gäste aus Hamburg
Aaron Hunt (Li.) besorgte die zwischenzeitliche 1:0-Führung für die Gäste aus Hamburg

Dementsprechend spielten die Gäste dann auch auf und fügten den Lilien eine verdiente 1:2 (0:2)-Niederlage zu. Für Darmstadt war es die vierte Pleite in Serie. Die Treffer im Duell des Tabellen-13. mit dem Fünften der Liga erzielten Aaron Hunt (13.), Lewis Holtby (45.) und Serdar Dursun (89.).

Die erstmals in der zweiten Liga aufspielenden Hansestädter stellten für das Darmstädter Merck-Stadion am Böllenfalltor das absolute Saison-Highlight dar. Dementsprechend prall gefüllt waren die Ränge. Letztlich sahen 17.400 Zuschauer die Partie, das "Bölle" war somit ausverkauft.

Die erste Elf von Chef-Coach Dirk Schuster glich nahezu derjenigen, die trotz Überzahl bei Holstein Kiel mit 2:4 unter die Räder kam. Nur Yannick Stark und Wilson Kamavuaka rückten für den verletzten Slobodan Medojevic (muskuläre Probleme) und Johannes Wurtz in die Startformation.

Während die Partie zu Beginn noch ein wenig vor sich hin plätscherte, lieferten sich die Fans der "Rothosen" bei bestem Fußballwetter ein Lautstärke-Battle par excellence mit der Lilien-Anhängerschaft.

Einen ersten Ansatz von Gefahr strahlten die Gäste in Minute sieben aus: Tatsuya Ito legte kurz vor dem Sechzehner auf Jann-Fiete Arp ab, der lief sich jedoch fest und brachte letztlich nur einen harmlosen Abschluss auf den Kasten von Daniel Heuer-Fernandes - der HSV blieb auch weiter tonangebend.

Beim Treffer zum 0:2 durch Lewis Holtby (2. v. Li.) hatte Darmstadts Keeper Daniel Heuer-Fernandes keine Chance.
Beim Treffer zum 0:2 durch Lewis Holtby (2. v. Li.) hatte Darmstadts Keeper Daniel Heuer-Fernandes keine Chance.

Und bereits in der 13. Minute folgte die logische Konsequenz: Holtby setzte Aaron Hunt mit einem Sahnepass gekonnt in Szene.

Der feuerte einen platzierten Linksschuss unhaltbar für den geschlagenen Lilien-Keeper Heuer-Fernandes ins lange Eck. Für Hamburg war es zeitgleich der erste Treffer nach drei torlosen Partien in Folge.

Zwar begaben sich die Lilien aus ihrem defensiven Kaninchen-Bau heraus, Zählbares kam dabei aber bis in die 30. Minute hinein nicht heraus. Währenddessen machte das Team von Trainer Christian Tietz den Eindruck, als wolle man die knappe Führung zunächst verwalten.

Erstmals vielversprechend lief es für die Hausherren in Person von Serdar Dursun. Der profitierte von einem Abwehrfehler, konnte seinen Schuss aber nicht gefährlich aufs Tor bringen, da Rick van Drongelen im allerletzten Moment ein Bein dazwischen brachte (34.).

Und als alle dachten, der erste Durchgang ginge ohne großen Knall zu Ende, hatten die Hamburger noch einen parat. Nutznießer eines Genie-Streichs des kurz zuvor eingewechselten Khaled Narey war Holtby, der souverän einnetzte und den 0:2-Pausenstand aus Sicht der Lilien besorgte (45.).

In einem kampfbetonten Spiel zogen die Darmstädter gegen routinierte Hansestädter letztlich den Kürzeren.
In einem kampfbetonten Spiel zogen die Darmstädter gegen routinierte Hansestädter letztlich den Kürzeren.

Nach dem Pausentee ging es zunächst behäbig zu. Erst die Einwechselung von Joevin Jones für Sandro Sirigu (56.) ließ die Zuschauer aufgrund der Durchsage des Stadionsprechers aufhorchen.

Und rund eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff hätte der Anschlusstreffer fallen müssen: Jones spielte Tobias Kempe mit einem feinen Pass im Sechzehner frei, doch der verzieht und setzt das Spielgerät über den Kasten von HSV-Torhüter Julian Pollersbeck (63.).

Nach einem Angriff über Orel Mangala rettete Fabian Holland in allergrößter Not vor dem einschussbereiten Gotoku Sakai (67.). Nur kurze Zeit später wurde das "Bölle" nochmal wach, da die nächste Gelegenheit für die Lilien anstand. Ein Drehschuss von Aytac Sulu verfehlte das Ziel aber erneut knapp (71.).

Von da an schleppte sich die Partie in Richtung Abpfiff. Während die Hamburger mit defensiv ausgerichteten Wechseln den Auswärtserfolg festmachen wollten, konnten Schusters Mannen dem nicht viel entgegensetzen. Das wollten auch einige Fans nicht bis zum Ende verfolgen und verließen ihre Plätze einige Minuten vor dem Abpfiff.

Dadurch verpassten sie jedoch einen sehenswerten Volley von Dursun, der damit den Anschluss markierte (89.) - zu Beginn der fünfminütigen Nachspielzeit brodelte es nochmals im Böllenfalltor. Und trotz zweier Großchancen durch Kempe und Heller blieb es bei der knappen Heim-Niederlage.

Für die beiden Kontrahenten geht es erst nach der Länderspielpause weiter. Während Darmstadt zu Jahn Regensburg reisen muss, empfangen die Hansestädter den VfL aus Bochum (beide Partien am 21. Oktober/13.30 Uhr).


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