Neuer Höhenflieger bei den Lilien: Darum läuft's bei Mehlem richtig rund

Darmstadt - Marvin Mehlem ist das eindrücklichste Beispiel für den Stimmungsumschwung beim Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98.

Drei Tore erzielte Mehlem insgesamt in den beiden letzten Partien gegen Holstein Kiel und den Hamburger SV.
Drei Tore erzielte Mehlem insgesamt in den beiden letzten Partien gegen Holstein Kiel und den Hamburger SV.

In der Ära von Trainer Dirk Schuster spielte der technisch beschlagene Mittelfeldakteur kaum eine Rolle, unter dessen Nachfolger Dimitrios Grammozis trumpft der 21-Jährige groß auf.

Mit drei Toren hatte Mehlem zuletzt großen Anteil an den beiden 3:2-Siegen gegen Holstein Kiel und den Hamburger SV. Kein Wunder, dass er in der Partie gegen Jahn Regensburg am Samstag (13 Uhr) wieder im Fokus steht.

"Wir haben eine andere Spielweise, eine andere Philosophie", beschreibt Mehlem die neue Situation. Schuster ließ mit einer defensiven Grundausrichtung spielen, die Bälle wurden häufig lang und hoch nach vorn geschlagen. Damit konnte der 1,74 Meter große Mehlem oft nichts anfangen.

Grammozis lässt die Mannschaft mehr von hinten heraus aufbauen. So kann Mehlem in 1:1-Situationen gehen und dabei seine Stärken im Dribbling ausspielen. "Ich habe es früher gehasst, gegen solche Spieler zu spielen", sagt Ex-Profi Grammozis über den mit Abstand jüngsten Stammspieler der Lilien. "Die konntest Du nicht umhauen, weil die immer so leicht und so quirlig waren. Auf dem Platz hast Du die nie erwischt."

Im Sommer 2017 hatte Torsten Frings den Junioren-Nationalspieler aus Karlsruhe nach Darmstadt geholt. Mehlem erwischte einen guten Start - und baute dann ebenso wie der Rest der Mannschaft stark ab. Frings musste gehen, unter Schuster war Mehlem nach einem Pflichtspiel-Einsatz erstmal außen vor. Der Coach monierte Mängel in der Einstellung und eine schwache Wintervorbereitung. Zehn Spiele blieb Mehlem ohne Einsatz. Doch er kämpfte sich zurück.

Dribbel-Künstler Mehlem (Re.) lässt seine Gegner im Eins-gegen-Eins gerne mal alt aussehen.
Dribbel-Künstler Mehlem (Re.) lässt seine Gegner im Eins-gegen-Eins gerne mal alt aussehen.

In der laufenden Saison kam Mehlem schon unter Schuster regelmäßig zum Einsatz, allerdings selten über die volle Distanz.

Mit Johannes Wurtz wurde zu Saisonbeginn zudem ein körperlich deutlich robusterer Spieler als Konkurrent für die Position im offensiven Mittelfeld beziehungsweise als hängende Spitze verpflichtet, der besser ins System der langen Bälle passte.

Trotzdem ist Mehlem unter Schuster gereift, hat sich in einer schwierigen Phase durchgebissen. Unter Grammozis zeigt er nun zum ersten Mal wirklich, was er alles kann - wobei er diese Leistungen noch stabilisieren muss.

Mit seinem Aufschwung setzt er allerdings einen ganz normalen Mechanismus im Profi-Fußball in Kraft, der Unruhe in die Mannschaft bringen und letztlich zu seinem vorzeitigen Abschied führen könnte.

Mehlems Vertrag läuft zwar noch bis Sommer 2020 - und der neue Sportliche Leiter Carsten Wehlmann strebt Medienberichten zufolge eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit ihm an. Doch der Spieler hat es nicht eilig damit. Sollte er weiter für Furore sorgen, ist nicht auszuschließen, dass er Darmstadt bereits im Sommer verlassen könnte.

Besonders vor dem Hintergrund des teuren Stadionumbaus wäre das für den Verein womöglich die einzige Möglichkeit, noch eine ordentliche Ablöse für den Publikumsliebling zu erzielen.

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