Pfleger spritzt krankem Patienten Überdosis Morphium: So lautet das Urteil

Darmstadt – Wegen einer überhöhten Dosis Morphium für einen Patienten hat das Landgericht Darmstadt am Mittwoch einen Altenpfleger zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Kurz darauf starb der Mann (Symbolfoto).
Kurz darauf starb der Mann (Symbolfoto).  © DPA

Der bislang nicht vorbestrafte 45-Jährige spritzte in einer Einrichtung im südhessischen Groß-Umstadt einem Palliativpatienten die doppelte Dosis, um dessen Schmerzen zu lindern.

Der schwerst kranke Patient starb kurz darauf. Das Morphium war laut Toxikologie jedoch nicht die Todesursache.

Allerdings spritzte der Pfleger die doppelte Dosis eigenmächtig und ohne ärztliche Weisung, was das Gericht als Körperverletzung wertete. Damit folgte die Kammer der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

Das Gericht verhängte wegen einer günstigen Prognose kein Berufsverbot. Der Angeklagte war von ehemaligen Kollegen und Patienten durchweg positiv beschrieben worden.

Den Ermittlern waren auch keine weiteren ungeklärten Todesfälle im Umfeld des Angeklagten aufgefallen.

Der Altenpfleger wurde zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt (Symbolfoto).
Der Altenpfleger wurde zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt (Symbolfoto).  © DPA

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