Tödliches Beziehungsdrama: Mann rammt Ehefrau Kochmesser in die Lunge

Darmstadt – Das Landgericht Darmstadt will am Montag (11 Uhr) sein Urteil zu einem tödlichen Beziehungsdrama in Rödermark verkünden.

Der 63-Jährige gestand bereits die Tat (Symbolfoto).
Der 63-Jährige gestand bereits die Tat (Symbolfoto).  © DPA

Im März diesen Jahres hatte sich ein Ehepaar wegen der Depression des Mannes gestritten. Dabei hatte der jetzt 62 Jahre alte und geständige Angeklagte seine 62 Jahre alte Ehefrau mit einem Kochmesserstich in den Rücken tödlich verletzt.

Die Staatsanwaltschaft plädierte auf zehn Jahre Haft wegen Totschlags, die Verteidigung bewertete den Stich als fahrlässige Tötung und nannte kein Strafmaß (TAG24 berichtete).

Der Angeklagte hatte erklärt, er habe ohne zu schauen bogenförmig nach hinten gestochen und so die Ehefrau am linken Lungenflügel tödlich verletzt.

Dabei waren zwei Rippen gebrochen worden, was für die Experten ein Hinweis war, dass er "mit ganz viel Kraft" agierte.

Urteil gefallen

Update, 14 Uhr: Ein Mann aus Rödermark soll für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er seine Frau im Streit mit einem Fleischermesser erstochen hat. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den 62-Jährigen am Montag wegen Totschlags im Affekt.

Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Gerichts seiner gleichaltrigen Ehefrau am Morgen des 22. März in der gemeinsamen Wohnung das Messer mit einer 15 Zentimeter langen Klinge in den Rücken gestoßen. Die lebensgefährlich verletzte Frau starb vier Tage später in einer Klinik.

Die Tat sei eine "klassische Beziehungstat", sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner. "Die Frau war auf dem Weg, sich zu emanzipieren." So habe sie unter anderem Reisen ohne ihren Mann mit einer Freundin unternommen. Nach einer Ägyptenreise habe der schwer depressive Angeklagte versucht, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Aber die Frau habe mit ihm abgeschlossen gehabt. "Sie wendet sich ab und Sie stechen mit voller Kraft zu", sagte Wagner.

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht dessen geordneten Lebensweg und dass er im Affekt zugestochen hatte. Der Mann hatte sich zudem – wie seine Frau – um die inzwischen erwachsenen behinderten Kinder gekümmert. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Totschlag plädiert und zehn Jahre Haft gefordert.

Die Verteidiger sahen eine fahrlässige Tötung, sagten aber nichts zur Haftdauer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen prüfen, ob sie Revision einlegen.

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