Ehepaar zwingt Frau Korantexte zu lernen und IS-Propagandavideos zu schauen!

Die Angeklagten sollen die Frau neun Tage lang eingesperrt haben.
Die Angeklagten sollen die Frau neun Tage lang eingesperrt haben.  © DPA

Darmstadt - Einfach unglaublich! Ein Ehepaar aus Afghanistan soll eine junge Frau aus Eppertshausen gezwungen haben, Korantexte zu lernen – und sperrte sie dafür sogar ein!

Am Freitag werden die Plädoyers erwartet. Laut Anklage sollen der 44 Jahre alte Mann und seine 37 Jahre alte Ehefrau, die 28 Jahre alte Halbschwester des Angeklagten im Jahr 2015 neun Tage lang eingesperrt und sie genötigt haben, Koranverse zu lernen (TAG24 berichtete).

Ferner hätten sie die junge Frau gezwungen, auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu schwören, deren Propagandavideos zu gucken und traditionelle islamische Kleidung zu tragen. Auch sollen sie der jungen Frau wenig zu essen geben haben.

Der Angeklagte hatte der Anklage in allen Punkten widersprochen und auch IS-Verbindungen bestritten. Die Vorwürfe hätten Verwandte erfunden, die ihn loswerden wollten, lautete seine Erklärung.

Die Ehefrau hatte sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht berufen. Die Angeklagten stammen aus Afghanistan.

Update, 13.07 Uhr: Wegen weiterer Beweisanträge der Verteidiger ist im Prozess gegen ein Ehepaar, das eine Frau gezwungen haben soll, Korantexte zu lernen, noch nicht plädiert worden.

Dies soll nun voraussichtlich am kommenden Dienstag nachgeholt werden. Beantragt wurde am Freitag von Seiten der Verteidigung unter anderem, dass eine Videovernehmung des Opfers aus dem Ermittlungsverfahren neu verschriftlicht wird.

Das Gericht wies den Antrag zurück.


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