Er schlug wieder zu: Chemie-Student süchtig nach Automaten-Sprengen?

Nicht zum ersten Mal hat der 36-Jährige es auf die Automaten abgesehen.
Nicht zum ersten Mal hat der 36-Jährige es auf die Automaten abgesehen.  © dpa/Boris Rössler

Darmstadt - Sechs Fahrkartenautomaten sprengte er in Darmstadt, Runkel (Mittelhessen), Magdeburg, Salmtal (Rheinland-Pfalz), Stuttgart und Merchweiler (Saarland). Doch das war noch längst nicht alles.

Der aus Gera stammende ehemalige Chemiestudent war schon 2014 vom Landgericht Darmstadt zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er damals 31 Automaten gesprengt hatte. Im August 2016 kam der heute 36-Jährige in den offenen Vollzug und begann am 14. August 2016 seine neue Serie in Darmstadt.

Nun hat das Landgericht Darmstadt den Mann am Dienstag zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der Grund für seine Verbrechen seien Geldprobleme, erklärte der Angeklagte.

"Die Taten zeichneten sich durch eine akribische Objektaufklärung auf", wies der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung auf die erhebliche kriminelle Energie des Angeklagten hin, der stets nur nachts Automaten auf leeren Bahnsteigen sprengte und so 6700 Euro erbeutete.

Dabei entstand ein Sachschaden von insgesamt rund 120.000 Euro. Allerdings könne der Angeklagte wegen einer schizoiden Persönlichkeitsstörung laut Gericht nur schlecht Handlungsalternativen erkennen und soll deshalb in eine Haftanstalt mit Sozialtherapie kommen.

Die aktuelle Strafe kommt zu der Reststrafe aus 2014 dazu. Das Urteil ist rechtskräftig.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler


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