Frau verteidigt Ehemann, nachdem er sie niederstach

Der Ehemann sticht auf seine Frau ein, und sie nimmt ihn in Schutz. (Symbolbild)
Der Ehemann sticht auf seine Frau ein, und sie nimmt ihn in Schutz. (Symbolbild)  © dpa/Maurizio Gambarini

Darmstadt - Ein 55-Jähriger aus dem südhessischen Babenhausen hatte seine Ehefrau nach einem Streit mit zwei großen Küchenmessern niedergestochen.

Er verletzte sie bei der Attacke, die sich bereits im Dezember abspielte, so schwer, dass die Frau von Rettungskräften reanimiert werden musste. Als dann die Schwägerinnen ihr zu Hilfe kommen wollten, habe der Mann, der türkischer Staatsangehöriger ist, diese ebenfalls angegriffen.

Einer der Frauen stach er demnach durch die Schulter, die andere wurde an Armen und Händen verletzt. Die Frauen flohen, der Mann wurde in der Nähe des Tatorts festgenommen.

Doch anstatt ihren Mann hinter Gittern sehen zu wollen, nimmt die Frau den Täter im Prozess um versuchten Totschlag in Schutz. Vor dem Darmstädter Landgericht hat sie ihren angeklagten Mann in einer emotionalen Aussage verteidigt - und das obwohl sie selbst eines der Opfer war.

Und als sei das nicht seltsam genug, gibt sie auch noch sich selbst die Schuld: "Ich weiß, dass mein Mann mich nicht umbringen wollte. So wahr ich hier sitze". Sie habe ihn immer so "zur Sau gemacht", dass sie sich für die Taten verantwortlich fühle.

Titelfoto: dpa/Maurizio Gambarini


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