Tödliche Misshandlung des kleinen Lukas (2): So entschied das Gericht

Darmstadt - Im Prozess um die tödliche Misshandlung des kleinen Lukas in Mörfelden-Walldorf ist der Angeklagte freigesprochen worden.

Das Darmstädter Landgericht konnte dem Angeklagten die vorgeworfene gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge nicht zweifelsfrei zuordnen (Symbolbild).
Das Darmstädter Landgericht konnte dem Angeklagten die vorgeworfene gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge nicht zweifelsfrei zuordnen (Symbolbild).  © DPA/Christoph Schmidt

Damit folgte das Gericht der Verteidigung, die ebenfalls auf Freispruch plädiert hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte indes sechs Jahre Haft gefordert (TAG24 berichtete).

Die Richter vor dem Landgericht Darmstadt kamen am Mittwoch letztlich zu dem Schluss, dass die vorgeworfene gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge dem 33-jährigen Angeklagten - einem Griechen - nicht zweifelsfrei zuzuordnen sei.

"Man kann hier alles mutmaßen und spekulieren", sagte der Vorsitzende Richter. Letztlich stufte das Gericht die Aussagen der Mutter zu dem Vorfall im November 2015 als unglaubhaft ein.

Dem 33-jährigen Angeklagten aus Mörfelden-Walldorf war vorgeworfen worden, den zwei Jahre alten Sohn seiner Freundin so stark geschüttelt zu haben, dass dieser zwei Tage später an einer komplexen Hirnverletzung starb.

Zum Tatzeitpunkt waren die damals 22 Jahre alte Mutter und der Angeklagte alleine mit dem Kind in der Wohnung der Frau.

Update 18.52 Uhr: Der Vorsitzende Richter äußerte sich wie folgt: "Das Kind wies eine Vielzahl von Hämatomen verschiedenen Alters auf." Damit verwies er auf Aussagen von Ärzten. Die Mutter habe aber erklärt, dass ihr die nicht aufgefallen seien.

Ebenso hatte sie nicht erklären können, woher Blutstropfen des Jungen in dessen Bett und an Türrahmen gekommen waren. Nasenbluten hatte sie ausgeschlossen, obwohl die Notärzte Hinweise darauf gefunden hatten.

Titelfoto: DPA/Christoph Schmidt


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