Selbstkritik, Frust und Hoffnung: die Lilien nach dem "kollektiven Versagen"

Darmstadt - Am Montagabend ging der SV Darmstadt 98 beim Aufsteiger VfL Osnabrück verdient mit 0:4 unter (TAG24 berichtete). Die Lilien üben jetzt harte Selbstkritik und geloben Besserung für die nächste Partie gegen Dynamo Dresden.

Die Kicker des SV Darmstadt 98 stehen nach Abpfiff zusammen und demonstrieren Geschlossenheit.
Die Kicker des SV Darmstadt 98 stehen nach Abpfiff zusammen und demonstrieren Geschlossenheit.

Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis sprach nach dem Spiel von einem "kollektiven Versagen" und sagte: "Wir haben viele Fehler gemacht, zu viele Bälle verloren und es hat uns die Kompaktheit gefehlt." Mit anderen Worten: Es hat rein gar nichts funktioniert!

Auch Team-Kapitän Fabian Holland fand deutliche Worte. "Es sollte ein richtiger Fight in toller Atmosphäre werden. Aber wenn die ganze Zeit immer ein Schritt fehlt und du zu spät kommst, dann bekommst du hier eine Packung", sagte er. "Es war heute zu keiner Minute Darmstadt 98!"

Dabei trifft er einen zentralen Aspekt der Niederlage gegen den Aufsteiger: die quirligen, schnellen und enorm passsicheren Osnabrücker Offensivkräfte bekam die Lilien-Abwehr, die gegen den HSV und Kiel noch so gut funktionierte, überhaupt nicht in den Griff.

Bei ihren Bemühungen wirkten Immanuel Höhn, Dario Dumic und Co. lahm, hüftsteif und häufig komplett überfordert.

Da bei Darmstadt auch nach vorne nicht viel lief und die Lilien kaum Torgefahr ausstrahlten, war die hohe Niederlage einfach nur konsequent. Immerhin: Die Umstellung von Grammozis in der zweiten Halbzeit ließ die Darmstädter Offensiv-Bemühungen ein wenig gelungener erscheinen.

Fans loben Grammozis' taktische Umstellungen in Halbzeit zwei

Dimitrios Grammozis versuchte es in der zweiten Halbzeit erfolglos mit einer taktischen Neuausrichtung.
Dimitrios Grammozis versuchte es in der zweiten Halbzeit erfolglos mit einer taktischen Neuausrichtung.

Der Lilien-Coach hatte den zumeist in der Luft hängenden Serdar Dursun aus dem Spiel genommen und dafür mit Matthias Wittek einen weiteren Innenverteidiger gebracht.

Dieser bildete nun mit Höhn und Dumic eine Dreierkette, weshalb die Außen Mandela Egbo und Fabian Holland mehr Offensivdrang entwickeln konnten.

Das technisch versierte Offensiv-Trio aus dem noch einigermaßen guten Tim Skarke, Marvin Mehlem und Marcel Heller schob sich nach der Herausnahme der einzigen Sturmspitze weiter nach vorne.

Das sorgte für mehr Ballbesitz und Aufenthalt in des Gegners Hälfte, macht die Lilien aber auch anfälliger für Konter, was Osnabrück dann eiskalt ausnutzte.

Der Versuch, mit veränderter taktischer Grundordnung auf einen überlegenen Gegner zu reagieren, findet trotzdem Anerkennung bei den Lilien-Fans.

"Damit auch mal was Positives angesprochen wird. Der Trainer hat gemerkt, dass es so nicht klappt und stellt in der Halbzeit taktisch und personell um. Finde ich gut. Hat zwar nicht funktioniert, aber wir hatten schon andere Trainer", schreibt ein SVD-Anhänger auf Twitter.

Ansonsten herrscht bei den Fans der Kicker vom "Bölle" eher Enttäuschung und Galgenhumor vor. Keinesfalls will man wieder in untere Tabellen-Sphären hineinrutschen.

In einem aber sind sich alle einig: Es ist gut, dass das nächste Liga-Spiel gegen Dynamo Dresden schon wieder am Freitag (18.30 Uhr) steigt.

Da bleibt den Lilien nicht viel Zeit in düsteren Grübeleien zu versinken und man kann die Niederlage gegen Osnabrück schnell vergessen machen. "Wir müssen daraus unsere Lehren ziehen und im nächsten Spiel am Freitag ein anderes Bild zeigen" , kündigt Dimitrios Grammozis an. Hoffentlich klappt's ...

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